Physik

Spezielle Relativitätstheorie: Zeit und Länge berechnen

Spezielle Relativitätstheorie: Zeit und Länge berechnen

Spezielle Relativitätstheorie: Zeit und Länge berechnen
Spezielle Relativitätstheorie: Zeit und Länge berechnen
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Die spezielle Relativitätstheorie beschreibt, wie bewegte Beobachter Zeit, Länge und Gleichzeitigkeit messen. Ihr überraschender Ausgangspunkt: In allen gleichförmig bewegten Bezugssystemen gelten dieselben Naturgesetze, und alle Inertialbeobachter messen für Licht im Vakuum dieselbe Geschwindigkeit.

Auf dieser Seite lernst du, Zeitdilatation und Längenkontraktion zu verstehen, einfache Aufgaben mit dem Lorentzfaktor zu lösen und Masse und Energie zu verknüpfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Grundprinzipien gelten?

Ein Bezugssystem legt fest, relativ wozu du Orte, Zeiten und Bewegungen angibst. Stell dir einen idealisierten Zug vor, der ohne Ruckeln geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit fährt. Durch Experimente allein im geschlossenen Wagen kannst du keine absolute Ruhe oder gleichförmige Bewegung feststellen. Zug und Strecke betrachten wir hier näherungsweise als Inertialsysteme; Einflüsse der Erdrotation und der Gravitation auf die Zeitmessung vernachlässigen wir.

Definition

Inertialsystem

Ein Inertialsystem ist ein Bezugssystem, in dem ein Körper ohne resultierende Kraft in Ruhe bleibt oder sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit bewegt. Ein System, das sich relativ dazu geradlinig und gleichförmig bewegt, ist ebenfalls ein Inertialsystem. Ein bremsender oder durch eine Kurve fahrender Zug ist dagegen kein Inertialsystem.

Die spezielle Relativitätstheorie beruht auf zwei Grundprinzipien:

  1. Relativitätsprinzip: Die physikalischen Gesetze haben in allen Inertialsystemen dieselbe Gestalt.
  2. Konstanz der Lichtgeschwindigkeit: Jeder Inertialbeobachter misst für Licht im Vakuum den Wert $c=299\,792\,458\,\mathrm{m/s}$ – unabhängig von der Bewegung der Lichtquelle oder des Beobachters.

Klassisch würdest du bei gleichgerichteten Bewegungen Geschwindigkeiten addieren: Fährt ein Zug mit $v$ relativ zur Strecke und bewegt sich darin ein Körper mit $u'$ nach vorn, ergäbe sich $u=u'+v$ relativ zur Strecke. Für Licht würde das dem zweiten Grundprinzip widersprechen. Relativistisch gilt stattdessen:

$$u=\frac{u'+v}{1+\frac{u'v}{c^2}}$$

Dabei bezeichnet $u'$ die Geschwindigkeit im Zug, $u$ die Geschwindigkeit relativ zur Strecke und $v$ die Zuggeschwindigkeit mit $0\leq v\lt c$. Alle Bewegungen verlaufen hier entlang derselben Geraden. Setzt du für $u'$ die Lichtgeschwindigkeit $c$ ein, erhältst du wieder $u=c$, denn $c+v=c(1+v/c)$. Kein Inertialbeobachter kann einen Lichtstrahl einholen.

Merke

Die Vakuumlichtgeschwindigkeit ist für alle Inertialbeobachter gleich. Ihre Raum- und Zeitmessungen hängen so zusammen, dass jeder denselben Wert für $c$ erhält.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage gehört zu den Grundprinzipien der speziellen Relativitätstheorie?
Lösung: Alle Inertialbeobachter messen für Licht im Vakuum dieselbe Geschwindigkeit. — Die Konstanz von $c$ gilt unabhängig vom gleichförmigen Bewegungszustand des Beobachters und von der Bewegung der Quelle.
Frage 2 von 2MittelEin Raumschiff fliegt einem Lichtstrahl gleichförmig hinterher. Was misst die Besatzung für dessen Geschwindigkeit?
Lösung: Die Lichtgeschwindigkeit $c$ — Auch im Inertialsystem des Raumschiffs breitet sich Licht im Vakuum mit $c$ aus.
Warum ist Gleichzeitigkeit relativ?

Ein Ereignis ist etwas, das an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit geschieht, etwa ein Blitzeinschlag. Synchronisierte Uhren sind innerhalb eines Bezugssystems so aufeinander abgestimmt, dass sie dieselbe Systemzeit anzeigen; dabei werden Lichtlaufzeiten berücksichtigt.

Zwei räumlich getrennte Ereignisse sind in einem Inertialsystem gleichzeitig, wenn synchronisierte Uhren dieses Systems für beide Ereignisse dieselbe Zeit anzeigen. Ein anderes, relativ dazu bewegtes Inertialsystem kann den Ereignissen unterschiedliche Zeiten zuordnen.

In einem Gedankenexperiment fährt der Zug geradlinig nach vorn. Zwei Blitze treffen seine Enden im Streckensystem gleichzeitig, genau während seine Mitte an der Person an der Strecke vorbeifährt. Eine Person an der Strecke befindet sich genau in der Mitte der Einschlagorte und empfängt beide Lichtsignale gleichzeitig. Sie beurteilt die Einschläge als gleichzeitig.

Aus Sicht der Strecke bewegt sich eine Person in der Zugmitte dem Licht vom vorderen Ende entgegen und vom Licht des hinteren Endes weg. Das vordere Signal erreicht sie zuerst. Da Licht in ihrem System aus beiden Richtungen gleich schnell ist und sie von beiden Zugenden gleich weit entfernt ist, folgert sie: Der vordere Blitz schlug in ihrem Inertialsystem früher ein.

Gut zu wissen

Der bloße Empfang zu verschiedenen Zeiten beweist noch keine unterschiedliche Ereigniszeit. Entscheidend ist, dass die Person Laufzeiten mithilfe der Lichtgeschwindigkeit und synchronisierter Uhren berücksichtigt. Erst dieser Vergleich zeigt die Relativität der Gleichzeitigkeit.

Merke

„Gleichzeitig“ ist bei räumlich getrennten Ereignissen keine absolute Aussage. Du musst immer angeben, in welchem Inertialsystem die Zeiten gemessen werden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelZwei Blitze sind im System des Bahnhofs gleichzeitig. Müssen sie auch im System eines fahrenden Zuges gleichzeitig sein?
Lösung: Nein, der Zug kann den Ereignissen unterschiedliche Zeiten zuordnen. — Genaue Uhren beseitigen keine Relativität der Gleichzeitigkeit. Im beschriebenen Zugversuch führt die Bewegung entlang der Verbindung der Einschlagorte zu unterschiedlichen Zeitkoordinaten.
Wie berechnest du die Zeitdilatation?

Der Lorentzfaktor $\gamma$ (gesprochen: Gamma) beschreibt die Stärke relativistischer Effekte. Dabei ist $v$ der Betrag der relativen Geschwindigkeit der beiden Inertialsysteme. Es gilt $0\leq v\lt c$:

$$\gamma=\frac{1}{\sqrt{1-\left(\frac{v}{c}\right)^2}}$$

Für $v=0$ gilt $\gamma=1$. Wenn sich $v$ der Lichtgeschwindigkeit nähert, wird $\gamma$ immer größer. Massebehaftete Körper können $c$ nicht erreichen.

Definition

Eigenzeit

Die Eigenzeit $\Delta\tau$ (Delta Tau) ist die Zeitspanne, die eine einzige Uhr zwischen zwei Ereignissen auf ihrem Weg misst. Diese Uhr ist bei beiden Ereignissen dabei. Bei gleichförmiger Bewegung finden die Ereignisse im Ruhesystem der Uhr am selben Ort statt. Das Zeichen $\Delta$ bedeutet hier eine Zeitdifferenz.

Die Koordinatenzeit $\Delta t$ wird im anderen Inertialsystem mit dort synchronisierten Uhren bestimmt. Für eine Uhr, die sich während des gesamten Zeitintervalls mit konstantem $v$ bewegt, gilt:

$$\Delta t=\gamma\,\Delta\tau=\frac{\Delta\tau}{\sqrt{1-\left(\frac{v}{c}\right)^2}}$$

Da $\gamma\geq 1$ ist, gilt $\Delta t\geq\Delta\tau$. Die bewegte Uhr sammelt zwischen den betrachteten Ereignissen weniger Zeit an.

Beispiel

Als fiktives Rechenbeispiel betrachten wir ein Teilchen, das sich im Labor gleichförmig mit $v=0{,}6c$ bewegt. Zwischen zwei Ereignissen auf seinem Weg vergehen im Ruhesystem des Teilchens $8\,\mathrm{\mu s}$. Du kannst dir das als Anzeige einer mitbewegten Uhr vorstellen. Eine Mikrosekunde ($\mathrm{\mu s}$) ist ein Millionstel einer Sekunde.

Zuerst bestimmst du den Lorentzfaktor:

$$\gamma=\frac{1}{\sqrt{1-0{,}6^2}}=\frac{1}{0{,}8}=1{,}25$$

Dann berechnest du die Zeit im Laborsystem:

$$\Delta t=1{,}25\cdot 8\,\mathrm{\mu s}=10\,\mathrm{\mu s}$$

Im Laborsystem vergehen also $10\,\mathrm{\mu s}$, während die Uhr des Teilchens $8\,\mathrm{\mu s}$ misst.

Bei gleichförmiger Relativbewegung ist die Zuordnung gegenseitig: Jeder Inertialbeobachter kann sich selbst als ruhend ansehen und der jeweils anderen Uhr eine langsamere Rate zuordnen. Das ist kein Widerspruch, weil die Beobachter unterschiedliche Paare räumlich getrennter Ereignisse als gleichzeitig vergleichen. Ein späterer direkter Uhrenvergleich nach Umkehr und Wiederbegegnung enthält dagegen eine Beschleunigung und ist keine rein symmetrische Situation zweier unveränderter Inertialsysteme.

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Frage 1 von 2MittelEine Uhr bewegt sich mit $0{,}6c$. Auf ihr vergehen $4\,\mathrm{\mu s}$. Welche Zeit misst das Laborsystem?
Lösung: $5\,\mathrm{\mu s}$ — Es gilt $\Delta t=\gamma\Delta\tau=1{,}25\cdot4\,\mathrm{\mu s}=5\,\mathrm{\mu s}$.
Frage 2 von 2SchwerWarum ist eine verspätet empfangene Uhranzeige allein noch kein Beleg für Zeitdilatation?
Lösung: Zuerst muss die Laufzeit des Lichtsignals berücksichtigt werden. — Ein optischer Laufzeiteffekt verändert den Empfangszeitpunkt. Zeitdilatation bleibt nach der Korrektur dieses Effekts als Unterschied der gemessenen Zeitintervalle bestehen.
Wie berechnest du die Längenkontraktion?

Die Ruhelänge $l_0$ ist die Länge eines Gegenstands in dem Inertialsystem, in dem er ruht. Bewegt er sich relativ zu einem Beobachter, misst dieser in Bewegungsrichtung die kürzere Länge $l$:

$$l=\frac{l_0}{\gamma}=l_0\sqrt{1-\left(\frac{v}{c}\right)^2}$$

Für eine Längenmessung müssen Vorder- und Hinterende im System des Messenden gleichzeitig erfasst werden. Deshalb hängen Längenkontraktion und Relativität der Gleichzeitigkeit eng zusammen.

Beispiel

In einem fiktiven Rechenbeispiel besitzt ein Raumschiff eine Ruhelänge von $80\,\mathrm{m}$ und fliegt mit $0{,}6c$ an einer Raumstation vorbei. Für diese Geschwindigkeit gilt $\gamma=1{,}25$.

$$l=\frac{80\,\mathrm{m}}{1{,}25}=64\,\mathrm{m}$$

Die Raumstation misst in Flugrichtung eine Länge von $64\,\mathrm{m}$. Quer zur Bewegung tritt keine Längenkontraktion auf.

Merke

Zeitdilatation betrifft Zeitintervalle, Längenkontraktion betrifft Längen in Bewegungsrichtung. Beide sind Messergebnisse eines festgelegten Inertialsystems – keine bloßen optischen Täuschungen.

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Frage 1 von 2MittelEin Stab mit der Ruhelänge $100\,\mathrm{m}$ bewegt sich mit einem Lorentzfaktor von $2$. Welche Länge wird in Bewegungsrichtung gemessen?
Lösung: $50\,\mathrm{m}$ — Mit $l=l_0/\gamma$ folgt $l=100\,\mathrm{m}/2=50\,\mathrm{m}$.
Frage 2 von 2SchwerWarum müssen die Positionen beider Stabenden gleichzeitig bestimmt werden?
Lösung: Sonst könnte die Bewegung des Stabes das Messergebnis verfälschen. — Eine Länge ist der räumliche Abstand zweier Endpunkte zu demselben Zeitpunkt im gewählten Inertialsystem.
Wie hängen Masse, Impuls und Energie zusammen?

Mit $m$ bezeichnen wir die Ruhemasse: Sie hängt nicht davon ab, wie schnell sich der Körper relativ zum gewählten Beobachter bewegt. Wir betrachten einen Körper, dessen innerer Zustand unverändert bleibt. Er besitzt bereits in Ruhe Energie:

$$E_0=mc^2$$

$E_0$ heißt Ruheenergie. Wegen des großen Faktors $c^2$ entspricht schon eine kleine Masse einer großen Energiemenge.

Für einen bewegten Körper mit $m>0$ gelten:

$$E=\gamma mc^2$$

$$p=\gamma mv$$

Dabei ist $E$ die Gesamtenergie und $p$ der Betrag des relativistischen Impulses. Der Impuls beschreibt den Bewegungszustand eines Körpers unter Berücksichtigung seiner Masse; klassisch kennst du ihn als $p=mv$. Hier kommen der Lorentzfaktor und die im gewählten Inertialsystem gemessene Geschwindigkeit $v$ hinzu. Die kinetische Energie ist die Bewegungsenergie, also der Unterschied zwischen Gesamt- und Ruheenergie:

$$E_{\mathrm{kin}}=E-E_0=(\gamma-1)mc^2$$

Energie und Impuls erfüllen außerdem:

$$E^2=E_0^2+(pc)^2$$

Beispiel

Für ein fiktives Rechenbeispiel bewegt sich ein Körper mit $0{,}6c$. Dann ist $\gamma=1{,}25$.

Seine Gesamtenergie beträgt:

$$E=1{,}25mc^2$$

Davon ist $mc^2$ Ruheenergie. Somit bleibt als kinetische Energie:

$$E_{\mathrm{kin}}=(1{,}25-1)mc^2=0{,}25mc^2$$

Die kinetische Energie entspricht in diesem Fall einem Viertel der Ruheenergie.

Gut zu wissen

Manche Darstellungen sprechen von einer geschwindigkeitsabhängigen „relativistischen Masse“. Übersichtlicher ist es, $m$ als geschwindigkeitsunabhängige Ruhemasse zu verwenden und die Geschwindigkeitsabhängigkeit durch $\gamma$ in Energie und Impuls auszudrücken.

Wenn sich $v$ dem Wert $c$ nähert, wächst $\gamma$ ohne Grenze. Deshalb wäre unendlich viel Energie nötig, um einen massebehafteten Körper auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen.

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Frage 1 von 3LeichtWas beschreibt $E_0=mc^2$?
Lösung: Die Ruheenergie eines Körpers mit der Masse $m$ — Auch ein Körper, der im gewählten Inertialsystem ruht, besitzt die Ruheenergie $mc^2$.
Frage 2 von 3MittelFür einen Körper gilt $\gamma=1{,}5$. Wie groß ist seine kinetische Energie?
Lösung: $0{,}5mc^2$ — $E_{\mathrm{kin}}=(\gamma-1)mc^2=(1{,}5-1)mc^2=0{,}5mc^2$.
Frage 3 von 3SchwerWarum kann ein massebehafteter Körper die Lichtgeschwindigkeit nicht erreichen?
Lösung: Der Lorentzfaktor und damit die benötigte Energie wachsen beim Annähern an $c$ ohne Grenze. — Für $v\rightarrow c$ nähert sich der Ausdruck unter der Wurzel null. Dadurch werden $\gamma$ und die erforderliche Energie unbegrenzt groß.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Spezielle Relativitätstheorie
    • Grundprinzipien: Relativitätsprinzip und konstante Lichtgeschwindigkeit
    • Raum und Zeit: Gleichzeitigkeit hängt vom Inertialsystem ab
    • Zeitdilatation: $\Delta t=\gamma\Delta\tau$
    • Längenkontraktion: $l=l_0/\gamma$
    • Energie: $E_0=mc^2$ und $E=\gamma mc^2$
    • Grenze: Massebehaftete Körper erreichen $c$ nicht

Die spezielle Relativitätstheorie ersetzt die klassische Mechanik nicht vollständig. Bei Geschwindigkeiten, die sehr klein gegenüber $c$ sind, liegt $\gamma$ nahe bei $1$ und die klassischen Näherungen funktionieren gut. Gravitation wird in der allgemeinen Relativitätstheorie durch gekrümmte Raumzeit beschrieben. Raumzeit bedeutet die gemeinsame Beschreibung von Orten und Zeiten. In unseren Beispielen vernachlässigen wir gravitative Effekte.

Abschluss-Check

Die folgenden Aufgaben sind fiktive Rechenbeispiele. Die Bewegungen seien geradlinig und gleichförmig.

Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Größe ist eine Eigenzeit?
Lösung: Die Zeit zwischen zwei Ereignissen am selben Ort einer mitbewegten Uhr — Die Eigenzeit wird direkt von einer Uhr gemessen, die an beiden Ereignissen teilnimmt.
Frage 2 von 4MittelEin Raumschiff fliegt relativ zu einem Kontrollsystem mit $0{,}6c$. Eine einzelne Borduhr misst $12\,\mathrm{min}$. Wie viel Zeit vergeht zwischen denselben Ereignissen im Kontrollsystem?
Lösung: $15\,\mathrm{min}$ — Bei $0{,}6c$ gilt $\gamma=1{,}25$. Daher ist $\Delta t=1{,}25\cdot12\,\mathrm{min}=15\,\mathrm{min}$.
Frage 3 von 4MittelDasselbe Raumschiff hat eine Ruhelänge von $50\,\mathrm{m}$. Welche Länge misst das Kontrollsystem in Flugrichtung?
Lösung: $40\,\mathrm{m}$ — Die Längenkontraktion ergibt $l=l_0/\gamma=50\,\mathrm{m}/1{,}25=40\,\mathrm{m}$.
Frage 4 von 4SchwerWelche Begründung verbindet die beiden Rechnungen korrekt?
Lösung: Derselbe Lorentzfaktor vergrößert die Koordinatenzeit gegenüber der Eigenzeit und verkleinert die bewegte Länge gegenüber der Ruhelänge. — Zeitdilatation und Längenkontraktion folgen gemeinsam aus dem Relativitätsprinzip und der konstanten Lichtgeschwindigkeit. Welche Zeit oder Länge als Eigen- beziehungsweise Ruhegröße gilt, hängt von den beteiligten Ereignissen und dem gewählten Inertialsystem ab.

Wenn du bei einer Aufgabe zuerst das Inertialsystem, die Eigen- oder Ruhegröße und den Lorentzfaktor bestimmst, kannst du die passende Formel begründet auswählen und dein Ergebnis auf Plausibilität prüfen.

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