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Angebot und Nachfrage: Preise verstehen

Angebot und Nachfrage: Preise verstehen
Angebot und Nachfrage: Preise verstehen
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Angebot und Nachfrage treffen auf einem Markt zusammen. Ihr Zusammenspiel beeinflusst, welcher Preis entsteht und welche Menge gehandelt wird. Dabei gilt im vereinfachten Modell: Ein höherer Preis macht das Anbieten meist attraktiver, senkt aber gewöhnlich die nachgefragte Menge.

Deine Lernziele

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Was sind Angebot und Nachfrage?

Auf einem Markt treffen Anbieter und Nachfrager aufeinander. Anbieter möchten Güter oder Dienstleistungen verkaufen. Nachfrager möchten sie kaufen.

Definition

Angebot

Das Angebot ist die Menge eines Gutes oder einer Dienstleistung, die alle Anbieter zu einem bestimmten Preis verkaufen wollen.

Definition

Nachfrage

Die Nachfrage ist die Menge eines Gutes oder einer Dienstleistung, die alle Käufer zu einem bestimmten Preis kaufen wollen. Ein bloßer Wunsch genügt nicht: Zur Nachfrage gehört die Bereitschaft, den geforderten Preis zu zahlen.

Das Marktangebot fasst die angebotenen Mengen aller Verkäufer zusammen. Die Marktnachfrage fasst entsprechend die nachgefragten Mengen aller Käufer zusammen.

Beispiel

Auf einem Wochenmarkt bieten mehrere Stände Äpfel an. Alle angebotenen Kisten bilden gemeinsam das Marktangebot. Alle Kisten, welche die Kunden zum jeweiligen Preis kaufen wollen, bilden die Marktnachfrage.

Merke

Angebot und Nachfrage bezeichnen keine einzelnen Waren, sondern verkaufs- beziehungsweise kaufbereite Mengen bei einem bestimmten Preis.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Nachfrage richtig?
Lösung: Die Menge, die Käufer zu einem bestimmten Preis kaufen wollen — Nachfrage verbindet den Kaufwunsch mit einem bestimmten Preis und der Bereitschaft, diesen zu zahlen.
Wie entsteht das Marktgleichgewicht?

In einem Preis-Mengen-Diagramm steht die Menge auf der waagerechten Achse und der Preis auf der senkrechten Achse.

Die Angebotskurve steigt im Grundmodell: Bei einem höheren Preis wollen Anbieter typischerweise eine größere Menge verkaufen. Die Nachfragekurve fällt: Bei einem höheren Preis wollen Käufer typischerweise eine kleinere Menge erwerben.

Definition

Marktgleichgewicht

Das Marktgleichgewicht liegt am Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve. Dort entspricht die angebotene Menge der nachgefragten Menge. Der zugehörige Preis heißt Gleichgewichtspreis, die gehandelte Menge Gleichgewichtsmenge.

Liegt die Nachfrage bei einem bestimmten Preis über dem Angebot, entsteht ein Nachfrageüberhang. Es wollen also mehr Menschen kaufen, als angeboten wird.

Liegt das Angebot über der Nachfrage, entsteht ein Angebotsüberhang. Dann möchten Anbieter mehr verkaufen, als Käufer erwerben wollen.

Beispiel

Auf einem Fischmarkt wollen die Verkäufer bei einem bestimmten Preis mehr Fische verkaufen, als die Kunden kaufen möchten. Es besteht ein Angebotsüberhang. Ein niedrigerer Preis kann die nachgefragte Menge erhöhen und zugleich die angebotene Menge verringern. Stimmen beide Mengen überein, ist das Marktgleichgewicht erreicht.

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Frage 1 von 1MittelBei einem bestimmten Preis ist die nachgefragte Menge größer als die angebotene Menge. Was liegt vor?
Lösung: Ein Nachfrageüberhang — Ein Nachfrageüberhang bedeutet: Die Kaufwünsche übersteigen bei diesem Preis die verkaufsbereite Menge.
Wann bewegt sich ein Punkt, wann eine Kurve?

Diese Unterscheidung ist entscheidend: Ändert sich nur der Preis des betrachteten Gutes, bewegt sich die Menge auf einer bestehenden Kurve. Ändert sich dagegen ein anderer Einflussfaktor, verschiebt sich die gesamte Kurve.

Bewegung auf der Kurve

Wird ein Produkt teurer, bieten Verkäufer typischerweise mehr davon an, während Käufer weniger davon nachfragen. Die zugrunde liegenden Angebots- und Nachfragebedingungen bleiben dabei gleich.

Verschiebung der Kurve

Andere Einflussfaktoren verändern die Menge bei jedem betrachteten Preis:

  • Sinkende Produktionskosten oder eine bessere Technologie können das Angebot erhöhen. Die Angebotskurve verschiebt sich nach rechts.
  • Steigende Produktionskosten können das Angebot verringern. Die Angebotskurve verschiebt sich nach links.
  • Ein höheres Einkommen kann die Nachfrage nach einem Gut erhöhen. Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts.
  • Eine beliebte Alternative kann Nachfrage vom bisherigen Produkt abziehen. Dessen Nachfragekurve verschiebt sich nach links.
  • Werbung, Trends, Erwartungen und Jahreszeiten können die Nachfrage ebenfalls verändern.
Merke

Preis des betrachteten Gutes geändert: Bewegung auf der Kurve. Andere Marktbedingung geändert: Verschiebung der Kurve.

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Frage 1 von 2MittelDer Preis eines Turnschuhmodells steigt, während alle anderen Bedingungen gleich bleiben. Was geschieht im Modell?
Lösung: Es gibt eine Bewegung auf der Nachfragekurve zu einer kleineren nachgefragten Menge. — Weil nur der Preis des Turnschuhmodells geändert wurde, bleibt die Nachfragekurve bestehen. Auf ihr wird eine kleinere Menge abgelesen.
Frage 2 von 2SchwerEine Alternative zu einem bisherigen Produkt wird beliebter. Was ist für das bisherige Produkt zu erwarten?
Lösung: Seine Nachfragekurve verschiebt sich nach links. — Eine beliebtere Alternative kann Käufer abziehen. Beim bisherigen Produkt wird dann bei jedem betrachteten Preis weniger nachgefragt.
Wie sagst du Preis- und Mengenänderungen voraus?

Gehe bei einer Marktveränderung in vier Schritten vor:

  1. Benenne das Ereignis.
  2. Entscheide, ob Angebot oder Nachfrage betroffen ist.
  3. Bestimme die Richtung der Kurvenverschiebung.
  4. Leite die Wirkung auf Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge ab.

Für das vereinfachte Modell gelten unter sonst gleichen Bedingungen diese Beziehungen:

VeränderungGleichgewichtspreisGleichgewichtsmenge
Nachfrage steigtsteigtsteigt
Nachfrage sinktsinktsinkt
Angebot steigtsinktsteigt
Angebot sinktsteigtsinkt
Beispiel

Ereignis: Eine neue Technik senkt die Produktionskosten eines Gutes.

  1. Betroffen ist die Angebotsseite.
  2. Unternehmen können bei jedem Preis mehr anbieten.
  3. Die Angebotskurve verschiebt sich nach rechts.
  4. Der neue Schnittpunkt mit der Nachfragekurve liegt bei einem niedrigeren Gleichgewichtspreis und einer höheren Gleichgewichtsmenge.

Entscheidend ist nicht die Technik allein, sondern ihr Weg durch das Modell: geringere Kosten → höheres Angebot → niedrigerer Gleichgewichtspreis und größere Gleichgewichtsmenge.

Beispiel

Ereignis: Ein Produkt wird zur Weihnachtszeit beliebter.

  1. Betroffen ist die Nachfrageseite.
  2. Bei jedem Preis wollen mehr Menschen das Produkt kaufen.
  3. Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts.
  4. Im Modell steigen Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge.

Wo endet die Aussagekraft des Modells?

Das Modell vereinfacht die Wirklichkeit. Es betrachtet meist eine Änderung und hält andere Bedingungen gedanklich konstant. Tatsächlich können sich Einkommen, Kosten, Erwartungen, Wettbewerb und staatliche Regeln gleichzeitig verändern. Außerdem hängt der Preissetzungsspielraum davon ab, ob viele oder nur wenige Anbieter miteinander konkurrieren.

Das Marktgleichgewicht zeigt daher eine modellierte Abstimmung von Kauf- und Verkaufsplänen. Es beweist nicht, dass ein Preis gesellschaftlich gerecht ist oder dass jeder reale Markt ohne Hindernisse ins Gleichgewicht gelangt.

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Frage 1 von 1SchwerDie Produktionskosten sinken, gleichzeitig nimmt die Beliebtheit des Produkts ab. Welche Wirkung lässt sich ohne weitere Angaben nicht eindeutig bestimmen?
Lösung: Die Wirkung auf die Gleichgewichtsmenge — Sinkende Kosten erhöhen das Angebot und damit tendenziell die Gleichgewichtsmenge. Sinkende Beliebtheit verringert die Nachfrage und damit tendenziell die Gleichgewichtsmenge. Ohne Angaben zur Stärke beider Veränderungen bleibt die Mengenwirkung offen. Der Gleichgewichtspreis sinkt dagegen durch beide Veränderungen.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Angebot und Nachfrage
    • Angebot: steigt typischerweise mit dem Preis
    • Nachfrage: sinkt typischerweise mit dem Preis
    • Marktgleichgewicht: angebotene und nachgefragte Menge stimmen überein
    • Preisänderung: Bewegung auf einer Kurve
    • Andere Marktbedingung: Verschiebung einer Kurve
    • Marktmodell: vereinfacht die Wirklichkeit
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWo liegt das Marktgleichgewicht?
Lösung: Am Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve — Am Schnittpunkt sind angebotene und nachgefragte Menge gleich. Dort liegen Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge.
Frage 2 von 3MittelEine neue Technik verbilligt die Produktion. Welche Wirkung sagt das einfache Modell voraus?
Lösung: Das Angebot steigt, der Gleichgewichtspreis sinkt und die Gleichgewichtsmenge steigt. — Die neue Technik betrifft die Angebotsseite. Eine Rechtsverschiebung der Angebotskurve führt im Grundmodell zu einem niedrigeren Gleichgewichtspreis und einer höheren Gleichgewichtsmenge.
Frage 3 von 3SchwerEin Spielzeug wird plötzlich weniger beliebt. Welche vollständige Analyse passt?
Lösung: Die Nachfrage sinkt; ihre Kurve verschiebt sich nach links, sodass Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge sinken. — Beliebtheit ist ein preisunabhängiger Nachfragefaktor. Sinkt sie, wird bei jedem betrachteten Preis weniger nachgefragt. Im einfachen Modell sinken dadurch Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge.

Du beherrschst das Grundmodell, wenn du bei einem neuen Fall zuerst die Ursache bestimmst, dann die betroffene Kurve auswählst und erst danach Preis- und Mengenwirkung ableitest.

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