Wirtschaftskreislauf einfach erklärt
Der Wirtschaftskreislauf ist ein vereinfachtes Modell: Er zeigt, wie Haushalte und Unternehmen Leistungen austauschen und wie Geld- und Güterströme dabei in entgegengesetzte Richtungen fließen. Erweiterte Modelle nehmen Banken, Staat und Ausland hinzu.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum entsteht ein Kreislauf?
Stell dir vor, du kaufst in einer Bäckerei ein Brötchen. Das Geld fließt von deinem Haushalt zum Unternehmen. Das Brötchen fließt in die Gegenrichtung: von der Bäckerei zu deinem Haushalt.
Privater Haushalt
Ein privater Haushalt umfasst Menschen, die Einkommen erhalten, Güter und Dienstleistungen kaufen und einen Teil ihres Einkommens sparen können.
Unternehmen
Unternehmen stellen Güter oder Dienstleistungen her. Dafür setzen sie Produktionsfaktoren ein, zum Beispiel Arbeitskraft, Kapital und Boden.
Haushalte stellen Unternehmen vor allem Arbeitskraft zur Verfügung. Unternehmen zahlen dafür Löhne und Gehälter. Mit diesem Einkommen kaufen Haushalte Güter und Dienstleistungen. Güter meint hier also sowohl Sachen wie Bücher als auch Dienstleistungen wie einen Haarschnitt.
Zu einer wirtschaftlichen Leistung fließt meist Geld in die Gegenrichtung: Arbeit zum Unternehmen, Einkommen zum Haushalt; Konsumgüter zum Haushalt, Konsumausgaben zum Unternehmen.
Wie liest und zeichnet man die Ströme?
Im einfachen Wirtschaftskreislauf gibt es nur Haushalte und Unternehmen. Er beschreibt eine geschlossene Volkswirtschaft ohne Staat. Außerdem wird angenommen, dass Haushalte ihr gesamtes Einkommen für Konsum ausgeben und nicht sparen.
Zwei Arten von Strömen sind zu unterscheiden:
| Strom | Von Unternehmen zu Haushalten | Von Haushalten zu Unternehmen |
|---|---|---|
| Geldstrom | Löhne und Gehälter | Konsumausgaben |
| Güter- und Faktorstrom | Güter und Dienstleistungen | Produktionsfaktoren, besonders Arbeit |
So gehst du bei einem neuen Fall vor:
- Bestimme, wer handelt: Haushalt oder Unternehmen.
- Benenne die Leistung, zum Beispiel Arbeit oder einen Haarschnitt.
- Zeichne den Pfeil der Leistung vom Anbieter zum Empfänger.
- Zeichne den Geldpfeil in die Gegenrichtung.
- Prüfe, ob du Geld und Leistung vertauscht hast.
Lea arbeitet in einem Kino und erhält Gehalt. Der Faktor Arbeit fließt von Leas Haushalt zum Unternehmen; das Gehalt fließt zurück. Später kauft Lea eine Kinokarte. Die Dienstleistung fließt vom Kino zu Lea; ihre Konsumausgabe fließt zum Kino. Damit sind beide Austauschbeziehungen vollständig.
Wie erweitert eine Bank den Kreislauf?
In der Wirklichkeit geben Haushalte nicht immer ihr gesamtes Einkommen aus. Sie können sparen und Geld bei einer Bank anlegen. Banken können solche Mittel als Kredite weitergeben. Unternehmen nutzen Kredite zum Beispiel, um Maschinen zu kaufen und damit zu investieren.
Ein Haushalt erhält 50 Euro Einkommen, gibt 40 Euro für Konsum aus und spart 10 Euro, denn 50 Euro minus 40 Euro sind 10 Euro. Die 10 Euro fließen zur Bank. Vergibt die Bank daraus einen Kredit an ein Unternehmen, kann das Unternehmen damit eine Investition finanzieren. Für Sparguthaben und Kredite können Zinsen anfallen.
Investition
Eine Investition ist eine Ausgabe, mit der ein Unternehmen seine Produktion erhält, verbessert oder erweitert, zum Beispiel der Kauf einer Maschine.
Sparen unterbricht den Kreislauf nicht automatisch. Über Banken können Ersparnisse als Kredite wieder in den Kreislauf gelangen und Investitionen finanzieren.
Was ändern Staat, Ausland und Modellgrenzen?
Ein vollständiger Wirtschaftskreislauf bezieht zusätzlich den Staat ein. Haushalte und Unternehmen zahlen Steuern. Der Staat verwendet Einnahmen unter anderem für öffentliche Leistungen und Infrastruktur; außerdem kann er Sozialleistungen an Haushalte oder Subventionen an Unternehmen zahlen.
Eine offene Volkswirtschaft bezieht das Ausland ein. Bei einem Export gehen Güter ins Ausland und Zahlungen ins Inland. Bei einem Import kommen Güter aus dem Ausland und Zahlungen fließen dorthin. Auch Kapital kann Grenzen überschreiten.
Mit jedem zusätzlichen Bereich wird das Modell wirklichkeitsnäher, aber auch unübersichtlicher. Der einfache Kreislauf eignet sich deshalb gut, um die Grundbeziehungen zu erkennen; er bildet die reale Wirtschaft jedoch nicht vollständig ab.
Das Modell zeigt typische Beziehungen, nicht jede einzelne Transaktion. Schwer sichtbare oder illegale Geldbewegungen, komplizierte Finanzgeschäfte und besondere Entwicklungen einzelner Branchen können unvollständig erfasst sein. Das ist eine Modellgrenze: Die Darstellung vereinfacht bewusst.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Wirtschaftskreislauf
- Haushalte: Arbeit, Konsum und Sparen
- Unternehmen: Produktion, Einkommen und Investitionen
- Gegenströme: Leistung und Geld
- Banken: Ersparnisse und Kredite
- Staat: Steuern und öffentliche Ausgaben
- Ausland: Importe, Exporte und Kapitalflüsse
- Modell: nützlich, aber vereinfacht
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