Politik

Freiheitliche demokratische Grundordnung erklärt

Freiheitliche demokratische Grundordnung erklärt
Freiheitliche demokratische Grundordnung erklärt
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Die freiheitliche demokratische Grundordnung (fdGO) ist der unverzichtbare Kern der deutschen Demokratie. Sie schützt Menschenwürde, demokratische Teilhabe und den Rechtsstaat – nicht jede einzelne Regel des Grundgesetzes und auch nicht eine bestimmte Regierungspolitik.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was die fdGO schützt

Darf der Staat eine Gruppe als Gegnerin der fdGO behandeln, nur weil sie eine völlig andere Steuerpolitik fordert? Nein. Politischer Streit und Opposition gehören zur Demokratie.

Definition

Freiheitliche demokratische Grundordnung

Die fdGO umfasst die obersten, unverzichtbaren Prinzipien einer freiheitlichen, demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung. Sie schließt Gewalt- und Willkürherrschaft aus und stellt Freiheit und Gleichheit des Menschen in den Mittelpunkt.

Sie ist kein Programm für eine bestimmte politische Meinung. Innerhalb ihres Rahmens ringen unterschiedliche Meinungen friedlich um Zustimmung.

Beispiel

Eine Oppositionspartei kritisiert die Regierung scharf und will sie bei der nächsten Wahl ablösen. Das richtet sich nicht gegen die fdGO: Freie Wahlen, Opposition und die Ablösbarkeit der Regierung sind selbst Bestandteile der geschützten Ordnung.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt die fdGO richtig?
Lösung: Sie ist der unverzichtbare freiheitliche, demokratische und rechtsstaatliche Kern der staatlichen Ordnung. — Die fdGO schützt Grundprinzipien. Kritik und Opposition sind innerhalb dieser Ordnung möglich und notwendig.
Drei Prinzipien bilden den Kern

Das Bundesverfassungsgericht stellte 2017 drei Prinzipien in das Zentrum der fdGO: Menschenwürde, Demokratieprinzip und Rechtsstaatsprinzip.

Definition

Menschenwürde

Jeder Mensch besitzt denselben grundlegenden Wert. Die im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte schützen Freiheit und Gleichheit.

Definition

Demokratieprinzip

Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus. Sie wird vom Volk in Wahlen und Abstimmungen und durch die Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

Definition

Rechtsstaatsprinzip

Staatliche Macht ist an Verfassung, Gesetz und Recht gebunden. Unabhängige Gerichte kontrollieren öffentliche Gewalt und gewähren Rechtsschutz.

Beispiel

Eine Behörde greift ohne gesetzliche Grundlage in die Rechte einer Person ein. Diese kann ein unabhängiges Gericht anrufen. Rechtsbindung und gerichtliche Kontrolle wirken zusammen gegen Willkür.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Prinzip ist betroffen, wenn eine Regierung Gerichten vorschreiben will, wie sie urteilen müssen?
Lösung: Das Rechtsstaatsprinzip — Unabhängige Gerichte kontrollieren staatliche Macht. Regierungsweisungen würden diese Sicherung beseitigen.
Frage 2 von 2MittelEine Mehrheit will einer Bevölkerungsgruppe wegen ihrer Herkunft gleiche Rechte absprechen. Warum genügt der Hinweis auf die Mehrheit nicht?
Lösung: Mehrheitsentscheidungen bleiben an Menschenwürde, Gleichheit und Recht gebunden. — Volkssouveränität ist keine unbegrenzte Mehrheitsmacht. Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaat begrenzen und sichern einander.
Wie Macht kontrolliert wird

Konkrete Sicherungen machen die Grundprinzipien wirksam:

  • Die Volksvertretung wird allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim gewählt.
  • Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung teilen sich staatliche Aufgaben.
  • Die Regierung ist gegenüber der Volksvertretung verantwortlich und politisch ablösbar.
  • Gerichte sind unabhängig.
  • Mehrere Parteien haben politische Chancen; eine parlamentarische Opposition darf arbeiten.
  • Gewalt- und Willkürherrschaft ist ausgeschlossen.
Merke

Demokratische Macht ist übertragen, begrenzt und kontrolliert: durch Wahlen, Recht, Gewaltenteilung, Opposition und unabhängige Gerichte.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Das Volk bestimmt seine Vertretung in Wahlen. Die kontrolliert die Regierung politisch. Staatliche Stellen bleiben an gebunden. Über Rechtsverletzungen entscheiden .

Lösungen: Lücke 1: freien; Lücke 2: Opposition; Lücke 3: Gesetz und Recht; Lücke 4: unabhängige Gerichte. Freie Wahlen übertragen Macht auf Zeit. Opposition, Rechtsbindung und unabhängige Gerichte begrenzen ihre Ausübung.
Demokratischer Streit oder Angriff?

Nicht jede radikale Forderung oder scharfe Kritik ist ein Angriff auf die fdGO. Entscheidend ist, was beseitigt werden soll.

Prüfe einen Fall in drei Schritten:

  1. Ziel: Geht es um andere Sachpolitik oder um die Abschaffung gleicher Freiheit, demokratischer Teilhabe oder rechtsstaatlicher Kontrolle?
  2. Belege: Welche konkreten Ziele und Handlungen sind nachweisbar? Eine bloße Behauptung genügt nicht für einen schweren Eingriff.
  3. Reaktion: Gibt es eine gesetzliche Grundlage, eine zuständige Institution und eine passende Maßnahme?
Beispiel

Fall A: Eine Gruppe fordert Neuwahlen und kritisiert die Regierung heftig. Das ist demokratischer Streit, solange sie gleiche politische Rechte, freie Wahlen und rechtsstaatliche Verfahren achtet.

Fall B: Eine Partei arbeitet darauf hin, freie Wahlen abzuschaffen und Menschen bestimmter Herkunft gleiche politische Rechte zu nehmen. Ihre Ziele richten sich gegen Demokratieprinzip und Menschenwürde. Ob daraus eine Rechtsfolge entsteht, entscheiden die zuständigen Stellen nach den rechtlichen Voraussetzungen und anhand von Belegen.

Gut zu wissen

Eine wehrhafte Demokratie darf ihren Kern schützen, muss aber selbst rechtsstaatlich bleiben. Das Grundgesetz kennt unter anderem die Verwirkung bestimmter Grundrechte bei ihrem Missbrauch zum Kampf gegen die fdGO sowie Parteiverbot und Ausschluss von staatlicher Parteienfinanzierung. Über diese parteibezogenen Maßnahmen entscheidet das Bundesverfassungsgericht.

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Frage 1 von 2MittelWelche Frage hilft bei der Abgrenzung am meisten?
Lösung: Soll Sachpolitik geändert werden, oder sollen Menschenwürde, demokratische Teilhabe oder Rechtsstaat beseitigt werden? — Entscheidend ist der Bezug zum geschützten Kern. Harte Kritik kann demokratischer Streit sein.
Frage 2 von 2SchwerEine Ministerin will eine oppositionelle Partei allein wegen scharfer Kritik sofort verbieten. Wie ist das zu beurteilen?
Lösung: Das wäre nicht gerechtfertigt: Kritik allein ist kein Angriff, und über ein Parteiverbot entscheidet das Bundesverfassungsgericht nach rechtlichen Voraussetzungen. — Eine Schutzmaßnahme braucht einen belegten Angriff, eine Rechtsgrundlage und die zuständige Institution.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Freiheitliche demokratische Grundordnung
    • schützt den Menschen
      • Menschenwürde und Menschenrechte
      • Freiheit und Gleichheit
    • ermöglicht demokratische Teilhabe
      • freie Wahlen
      • Parteien und Opposition
      • ablösbare Regierung
    • begrenzt staatliche Macht
      • Gesetzesbindung
      • Gewaltenteilung
      • unabhängige Gerichte
    • darf rechtsstaatlich verteidigt werden
      • konkreter Angriff und Belege
      • gesetzliche Grundlage
      • zuständige Institution
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas unterscheidet die fdGO vom gesamten Grundgesetz?
Lösung: Sie umfasst den unverzichtbaren demokratischen und rechtsstaatlichen Kern, nicht jede Verfassungsregel. — Im Zentrum stehen Menschenwürde, Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip sowie Sicherungen gegen Willkür.
Frage 2 von 3MittelEine Regierung verliert eine Wahl und verweigert die Amtsübergabe. Was ist besonders betroffen?
Lösung: Die demokratische Ablösbarkeit der Regierung — Freie Wahlen müssen politische Wirkung haben. Deshalb muss eine Regierung ablösbar sein.
Frage 3 von 3SchwerEine Bewegung verlangt niedrigere Steuern, Neuwahlen und strengere Regierungskontrolle. Sie respektiert gleiche Rechte und unabhängige Gerichte. Wie ist das einzuordnen?
Lösung: Als demokratischer Streit, weil sie Sachpolitik ändern will und den geschützten Kern achtet — Opposition, Regierungskontrolle und politische Alternativen gehören zur Demokratie. Entscheidend ist das Verhältnis zur Menschenwürde, demokratischen Teilhabe und zum Rechtsstaat.

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