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Rat der EU: Aufgaben, Mitglieder und Abstimmungen

Rat der EU: Aufgaben, Mitglieder und Abstimmungen
Rat der EU: Aufgaben, Mitglieder und Abstimmungen
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Im Rat der Europäischen Union, kurz Rat der EU, beraten und entscheiden die zuständigen Ministerinnen und Minister aller EU-Mitgliedstaaten. Der Rat vertritt damit die Regierungen der Mitgliedstaaten. Viele EU-Rechtsvorschriften beschließt er gemeinsam mit dem Europäischen Parlament.

Deine Lernziele

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Drei ähnliche Namen richtig unterscheiden

Rat der EU, Europäischer Rat und Europarat klingen ähnlich, bezeichnen aber verschiedene Einrichtungen.

NameWer gehört dazu?Hauptaufgabe
Rat der Europäischen Uniondie jeweils zuständigen Ministerinnen und Minister der EU-Staatenberät und beschließt unter anderem EU-Rechtsvorschriften
Europäischer Ratdie Staats- und Regierungschefs, der Präsident des Europäischen Rates und die Präsidentin oder der Präsident der Europäischen Kommissionlegt die allgemeine politische Richtung der EU fest
Europaratgehört nicht zur EUist keine Einrichtung der Europäischen Union
Merke

Minister entscheiden im Rat der EU, Staats- und Regierungschefs geben im Europäischen Rat die politische Richtung vor. Der Europarat gehört nicht zur EU.

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Frage 1 von 2LeichtWo treffen sich die zuständigen Fachminister aller EU-Mitgliedstaaten?
Lösung: Im Rat der Europäischen Union — Der Rat der EU wird wegen seiner Mitglieder auch häufig Ministerrat genannt.
Frage 2 von 2MittelEin EU-Gipfel legt langfristige politische Schwerpunkte fest. Welches Organ ist dafür zuständig?
Lösung: Der Europäische Rat — Politische Leitlinien kommen vom Europäischen Rat. Der Rat der EU setzt sie in seinen Aufgabenbereichen in konkrete Entscheidungen um.
Wer sitzt im Rat der EU?

Der Rat hat keine ständig gleiche personelle Besetzung. Welches Thema beraten wird, bestimmt, welche Ministerinnen und Minister teilnehmen.

Geht es um Umweltpolitik, kommen die Umweltminister zusammen. Bei Wirtschafts- und Finanzfragen treffen sich die zuständigen Minister im Rat Wirtschaft und Finanzen, kurz Ecofin.

Definition

Ratsformation

Eine Ratsformation ist die thematisch passende Zusammensetzung des Rates der EU. In jeder Formation vertritt ein zuständiges Regierungsmitglied jedes Mitgliedstaates sein Land und darf für seine Regierung verbindlich handeln.

Es gibt zehn Ratsformationen. Dazu gehören unter anderem Allgemeine Angelegenheiten, Auswärtige Angelegenheiten, Wirtschaft und Finanzen, Umwelt sowie Landwirtschaft und Fischerei.

Beispiel

Die EU-Staaten beraten über gemeinsame Vorgaben zum Schutz der Umwelt. Nicht die Regierungschefs und auch nicht alle Minister eines Landes reisen zur Sitzung. Aus jedem EU-Staat nimmt das für Umwelt zuständige Regierungsmitglied teil. Zusammen bilden sie den Rat „Umwelt“.

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Frage 1 von 1MittelDie EU-Staaten beraten über Landwirtschaft und Fischerei. Wer nimmt an der passenden Ratstagung teil?
Lösung: Die dafür zuständigen Ministerinnen und Minister aller Mitgliedstaaten — Die Besetzung des Rates der EU richtet sich nach dem Politikfeld der Sitzung.
Welche Aufgaben hat der Rat?

Der Rat der EU erfüllt mehrere Aufgaben:

  • Er erörtert, verändert und verabschiedet gemeinsam mit dem Europäischen Parlament EU-Rechtsvorschriften auf Grundlage von Vorschlägen der Europäischen Kommission.
  • Er koordiniert politische Maßnahmen der Mitgliedstaaten.
  • Er entwickelt die Außen- und Sicherheitspolitik der EU nach den Leitlinien des Europäischen Rates.
  • Er schließt internationale Übereinkünfte der EU mit Staaten oder internationalen Organisationen.
  • Er genehmigt gemeinsam mit dem Europäischen Parlament den EU-Haushalt.
Gut zu wissen

Der Rat entscheidet nicht allein über die meisten EU-Rechtsvorschriften. Das Europäische Parlament wirkt als Mitgesetzgeber mit. Der Europäische Rat setzt dagegen die allgemeine politische Richtung und ist nicht mit dem Rat der EU gleichzusetzen.

Beispiel

Die Europäische Kommission legt einen Vorschlag für eine EU-Rechtsvorschrift vor. Im Rat beraten die Regierungen darüber; im Europäischen Parlament beraten die gewählten Abgeordneten. Rat und Parlament müssen sich mit dem Vorschlag befassen und beschließen die Rechtsvorschrift gemeinsam.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der Rat der EU vertritt die der Mitgliedstaaten. EU-Rechtsvorschriften beschließt er häufig gemeinsam mit dem . Die allgemeine politische Richtung legt der fest.

Lösungen: Lücke 1: Regierungen; Lücke 2: Europäischen Parlament; Lücke 3: Europäische Rat. Achte auf die Rollen: Regierungen werden im Rat der EU vertreten, die Mitgesetzgebung teilt er mit dem Europäischen Parlament, und politische Leitlinien kommen vom Europäischen Rat.
Wie wird eine Ratssitzung vorbereitet?

Bevor die Minister entscheiden, prüfen Fachleute und nationale Vertreter die Themen. Dadurch beginnt die Ratsarbeit lange vor der eigentlichen Ministertagung.

  1. Arbeitsgruppen untersuchen Vorschläge fachlich, beraten Änderungen und suchen mögliche Kompromisse.
  2. Der Ausschuss der Ständigen Vertreter, kurz AStV oder französisch COREPER, bereitet die Ministerberatungen weiter vor. Ihm gehören die Botschafter der Mitgliedstaaten bei der EU und ihre Stellvertreter an.
  3. Die zuständigen Minister beraten offene Fragen und treffen die politische Entscheidung.
Merke

Der sichtbare Ministerbeschluss ist das Ende eines längeren Weges: Arbeitsgruppen → COREPER → Ministerrat.

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Frage 1 von 1MittelEin Gesetzesvorschlag enthält noch viele fachliche Detailfragen. Wo werden diese typischerweise zuerst bearbeitet?
Lösung: In den Ratsarbeitsgruppen — Arbeitsgruppen prüfen Entwürfe, schlagen Änderungen vor und suchen Kompromisse. COREPER bereitet danach die Ministerebene vor.
Wie stimmt der Rat ab?

Welche Abstimmungsregel gilt, hängt vom Gegenstand der Entscheidung ab. Möglich sind einfache Mehrheit, qualifizierte Mehrheit und Einstimmigkeit.

Definition

Qualifizierte Mehrheit

Im Regelfall müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Mindestens 55 % der Mitgliedstaaten stimmen zu.
  • Die zustimmenden Staaten vertreten mindestens 65 % der EU-Bevölkerung.

Deshalb heißt das Verfahren auch doppelte Mehrheit.

Bei 27 Mitgliedstaaten entsprechen 55 % genau 14,85 Staaten. Da ein Staat nicht geteilt werden kann, müssen mindestens 15 Staaten zustimmen. Diese 15 Staaten reichen aber nur aus, wenn sie zusammen auch mindestens 65 % der EU-Bevölkerung vertreten.

Beispiel

15 von 27 Staaten stimmen einem Vorschlag zu.

  1. Die Staatenbedingung ist erfüllt: 15 Staaten sind mindestens 55 % von 27.
  2. Nun muss die Bevölkerungsbedingung geprüft werden.
  3. Vertreten die 15 Staaten nur 60 % der Bevölkerung, ist der Vorschlag nicht mit qualifizierter Mehrheit angenommen.
  4. Vertreten sie mindestens 65 %, sind beide Bedingungen erfüllt.

Die Zahl der zustimmenden Staaten allein entscheidet also nicht.

Für eine Sperrminorität, die eine qualifizierte Mehrheit verhindern kann, sind grundsätzlich mindestens vier Staaten nötig. Zusammen müssen sie mehr als 35 % der EU-Bevölkerung vertreten.

In sensiblen Bereichen wie Außenpolitik und Steuern ist Einstimmigkeit erforderlich. Bei verfahrenstechnischen und administrativen Fragen kann eine einfache Mehrheit genügen.

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Frage 1 von 2Mittel15 von 27 Staaten stimmen zu und vertreten zusammen 67 % der EU-Bevölkerung. Ist die doppelte Mehrheit erreicht?
Lösung: Ja, beide Bedingungen sind erfüllt. — 15 Staaten erfüllen die 55-Prozent-Bedingung; 67 % erfüllen die Bevölkerungsbedingung.
Frage 2 von 2Schwer16 Staaten stimmen zu, vertreten aber nur 62 % der Bevölkerung. Wie lautet das Ergebnis?
Lösung: Die qualifizierte Mehrheit ist nicht erreicht. — Mehr Staaten ersetzen die fehlende Bevölkerungsmehrheit nicht. Beide Schwellen müssen gleichzeitig erreicht werden.
Wer organisiert die Ratsarbeit?

Mit Ausnahme des Rates „Auswärtige Angelegenheiten“ wechselt der Vorsitz im Rat alle sechs Monate zwischen den Mitgliedstaaten. Diese Ratspräsidentschaft organisiert Sitzungen, schlägt Tagesordnungen vor und unterstützt die Suche nach Kompromissen.

Je drei aufeinanderfolgende Präsidentschaften stimmen ein gemeinsames Programm für 18 Monate ab. Dieses Präsidentschaftstrio soll trotz des halbjährlichen Wechsels für Kontinuität sorgen.

Eine wichtige Ausnahme ist der Rat „Auswärtige Angelegenheiten“: Ihn leitet dauerhaft der Hohe Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik.

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Frage 1 von 1MittelWarum arbeiten drei aufeinanderfolgende Ratspräsidentschaften zusammen?
Lösung: Damit längerfristige Vorhaben trotz des halbjährlichen Wechsels abgestimmt bleiben. — Das Trio stimmt ein Programm für 18 Monate ab, während jeder einzelne Vorsitz nur sechs Monate dauert.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Rat der Europäischen Union
    • vertritt die Regierungen durch zuständige Fachminister
    • tagt je nach Thema in verschiedenen Ratsformationen
    • beschließt Rechtsvorschriften gemeinsam mit dem Europäischen Parlament
    • wird durch Arbeitsgruppen und COREPER vorbereitet
    • entscheidet je nach Thema mit einfacher, qualifizierter oder einstimmiger Mehrheit
    • nutzt im Regelfall die doppelte Mehrheit aus Staaten und Bevölkerung
    • organisiert seine Arbeit meist durch die halbjährliche Ratspräsidentschaft
    • unterscheidet sich vom Europäischen Rat und vom Europarat
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage beschreibt den Rat der EU richtig?
Lösung: Seine Mitglieder sind je nach Thema die zuständigen Minister der Mitgliedstaaten. — Die variable Besetzung durch Fachminister ist ein Kennzeichen des Rates der EU.
Frage 2 von 4MittelWelche Reihenfolge beschreibt die Vorbereitung einer Ministerentscheidung am besten?
Lösung: Arbeitsgruppen, COREPER, zuständige Minister — Arbeitsgruppen prüfen die Details, COREPER bereitet die Ministerebene vor, und anschließend entscheiden die zuständigen Minister.
Frage 3 von 4Schwer15 Staaten mit zusammen 64 % der EU-Bevölkerung unterstützen einen Vorschlag. Was fehlt für die qualifizierte Mehrheit?
Lösung: Die Unterstützung von Staaten, durch die mindestens 65 % der Bevölkerung erreicht werden — Die Staatenbedingung ist mit 15 von 27 erfüllt. Die Bevölkerungsbedingung liegt mit 64 % jedoch unter der erforderlichen Grenze.
Frage 4 von 4SchwerEine Nachricht meldet: „Die Regierungschefs geben der EU eine neue politische Richtung.“ Welches Gremium ist gemeint?
Lösung: Der Europäische Rat — Staats- und Regierungschefs gehören zum Europäischen Rat. Im Rat der EU sitzen dagegen die jeweils zuständigen Fachminister.

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