Politik

Staatsformen: Monarchie und Republik erklärt

Staatsformen: Monarchie und Republik erklärt
Staatsformen: Monarchie und Republik erklärt
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Eine Staatsform beschreibt, wie die staatliche Herrschaftsordnung aufgebaut ist. Besonders wichtig sind zwei Fragen: Wer steht an der Staatsspitze? Und wie sind staatliche Zuständigkeiten im Land verteilt?

Du lernst hier ein klares Ordnungsschema. Damit kannst du auch erkennen, warum ein Staat gleichzeitig Republik und Bundesstaat sein kann.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Worum es bei Staatsformen geht

Stell dir vor, du möchtest zwei Staaten vergleichen. Die Aussage „Beide haben eine Regierung“ hilft kaum weiter. Du brauchst genauere Fragen:

  • Wer ist das Staatsoberhaupt?
  • Wie kommt diese Person ins Amt?
  • Welche politische Macht besitzt sie?
  • Welche Rolle spielen Parlament und Regierung?
  • Entscheidet hauptsächlich die zentrale Ebene oder teilen sich mehrere staatliche Ebenen die Zuständigkeiten?
Definition

Staatsform

Die Staatsform beschreibt den Aufbau der staatlichen Herrschaftsordnung. Nach der Stellung des Staatsoberhaupts werden vor allem Monarchie und Republik unterschieden.

Daneben gibt es zwei weitere Betrachtungsweisen:

  • Die Regierungs- oder Herrschaftsform beschreibt, wie Macht tatsächlich ausgeübt wird, etwa demokratisch oder diktatorisch.
  • Der territoriale Staatsaufbau beschreibt, wie Zuständigkeiten zwischen dem Gesamtstaat und seinen Gebieten verteilt sind. Hier unterscheidet man Bundesstaat und Einheitsstaat.

Manche Darstellungen verwenden den Begriff Staatsform weiter und zählen Demokratie oder Diktatur dazu. Für einen genauen Vergleich ist es hilfreicher, Staatsform, Regierungsform und territorialen Aufbau getrennt zu prüfen.

Merke

Eine einzige Bezeichnung reicht oft nicht aus. Ein Staat kann zum Beispiel zugleich Republik, Demokratie und Bundesstaat sein.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Frage gehört unmittelbar zur Unterscheidung von Monarchie und Republik?
Lösung: Wie kommt das Staatsoberhaupt ins Amt? — Monarchie und Republik werden vor allem nach der Stellung und Auswahl des Staatsoberhaupts unterschieden.
Monarchie und Republik erkennen

Bei der ersten Einordnung schaust du auf die Staatsspitze.

MerkmalMonarchieRepublik
StaatsoberhauptMonarch oder Monarchin, etwa König oder Königingewähltes Staatsoberhaupt, häufig ein Präsident oder eine Präsidentin
Zugang zum Amthäufig durch Erbfolgedurch eine Wahl für eine bestimmte Amtszeit
Politische Machtje nach Ausprägung sehr groß oder sehr geringhängt von der Regierungsform und der Verfassung ab
Beispiel

In Staat A wird das Amt des Königs innerhalb einer Familie vererbt. Das spricht für eine Monarchie. Ob der König allein entscheidet oder hauptsächlich repräsentiert, lässt sich daraus noch nicht erkennen.

In Staat B wird das Staatsoberhaupt für eine begrenzte Amtszeit gewählt. Das spricht für eine Republik. Ob dort freie Wahlen und demokratische Rechte bestehen, muss zusätzlich geprüft werden.

Gut zu wissen

Die Bezeichnung allein verrät nicht, wie demokratisch ein Staat ist. Eine parlamentarische Monarchie kann demokratisch regiert werden. Umgekehrt garantiert das Wort Republik keine freien Wahlen oder politischen Freiheiten.

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Frage 1 von 1MittelIn einem Staat wird das Staatsoberhaupt gewählt. Welche Einordnung ist damit unmittelbar begründet?
Lösung: Der Staat ist eine Republik. — Die Wahl des Staatsoberhaupts spricht für eine Republik. Regierungsform und territorialer Aufbau müssen getrennt untersucht werden.
Wie viel Macht hat ein Monarch?

Nicht jede Monarchie funktioniert gleich. Entscheidend ist, wie stark die Macht des Monarchen begrenzt wird.

Absolute Monarchie

In einer absoluten Monarchie herrscht der Monarch allein. Seine politische Macht ist nicht durch eine wirksame Verteilung auf mehrere Institutionen begrenzt.

Konstitutionelle Monarchie

In einer konstitutionellen Monarchie begrenzt eine Verfassung die Rechte des Monarchen. Weitere Institutionen sind an der Staatsgewalt beteiligt, etwa an der Gesetzgebung.

Parlamentarische Monarchie

In einer parlamentarischen Monarchie besitzt der Monarch nur wenig politische Entscheidungsmacht. Das gewählte Parlament und die von ihm getragene Regierung bestimmen die Politik. Der Monarch übernimmt vor allem repräsentative Aufgaben.

Beispiel

Großbritannien wird als parlamentarische Monarchie eingeordnet. Der Monarch steht an der Staatsspitze, während die politischen Entscheidungen im parlamentarischen System getroffen werden.

Merke

Frage bei einer Monarchie nicht nur: „Gibt es einen König oder eine Königin?“ Frage auch: „Wer entscheidet tatsächlich über Gesetze und Regierung?“

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Frage 1 von 1MittelEine Königin repräsentiert den Staat. Die Politik bestimmen ein gewähltes Parlament und die von ihm getragene Regierung. Welche Einordnung passt am besten?
Lösung: parlamentarische Monarchie — Das erbliche Staatsoberhaupt macht den Staat zur Monarchie. Die geringe politische Macht der Königin und die zentrale Rolle des Parlaments kennzeichnen die parlamentarische Monarchie.
Warum eine Republik nicht automatisch demokratisch ist

In einer Republik steht kein erblicher Monarch an der Staatsspitze. Wie die politische Macht verteilt und kontrolliert wird, kann trotzdem sehr verschieden sein.

Parlamentarische Republik

In einer parlamentarischen Republik sind Staatsoberhaupt und Regierungschef getrennte Ämter. Die Regierung benötigt die Unterstützung einer parlamentarischen Mehrheit. Deutschland ist ein Beispiel für eine parlamentarische Republik.

Präsidentielle Republik

In einer präsidentiellen Republik ist der direkt gewählte Präsident zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef. Parlament und Präsident besitzen jeweils eigene politische Befugnisse.

Volksrepublik und autoritäre Herrschaft

Die Bezeichnung Volksrepublik wurde und wird von verschiedenen sozialistischen Staaten verwendet. Sie sagt für sich genommen nicht aus, dass freie Wahlen, freie Meinungsäußerung oder ein politischer Wettbewerb bestehen. Eine Republik kann daher autoritär oder diktatorisch regiert werden.

Beispiel

Zwei Staaten tragen das Wort Republik im Namen. In Staat C können mehrere Parteien frei um Stimmen werben, und politische Rechte sind geschützt. In Staat D herrscht eine einzige Partei, während demokratische Freiheiten stark eingeschränkt sind.

Beide können formal Republiken sein. Ihre Regierungsformen unterscheiden sich jedoch deutlich: Staat C ist demokratisch, Staat D autoritär.

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Frage 1 von 1SchwerEin Staat nennt sich Republik, lässt aber nur eine herrschende Partei zu und schränkt die freie Meinungsäußerung stark ein. Welche Schlussfolgerung ist begründet?
Lösung: Die republikanische Staatsform schließt eine autoritäre Regierungsform nicht aus. — Staatsform und Regierungsform beantworten verschiedene Fragen. Deshalb kann eine Republik demokratisch, autoritär oder diktatorisch regiert werden.
Bundesstaat und Einheitsstaat unterscheiden

Nun wechselst du die Betrachtungsachse: Nicht das Staatsoberhaupt, sondern die Verteilung staatlicher Zuständigkeiten steht im Mittelpunkt.

Definition

Bundesstaat

Ein Bundesstaat besteht aus mehreren Gliedstaaten. Der Gesamtstaat und die Gliedstaaten teilen sich staatliche Aufgaben und politische Einflussmöglichkeiten.

Deutschland ist ein Bundesstaat aus 16 Bundesländern. Bestimmte Aufgaben übernimmt der Bund, andere liegen bei den Ländern. Deutschland ist deshalb zugleich Republik und Bundesstaat.

Definition

Einheitsstaat

In einem Einheitsstaat wird die Staatsgewalt für das gesamte Staatsgebiet grundsätzlich zentral ausgeübt. Provinzen oder andere Untereinheiten können bestehen, besitzen aber weniger Eigenständigkeit als die Gliedstaaten eines Bundesstaates.

Frankreich ist ein Beispiel für die Verbindung von Republik und Einheitsstaat.

Merke

Bundesstaat und Einheitsstaat sagen nichts darüber aus, ob das Staatsoberhaupt ein Monarch oder ein gewählter Präsident ist. Sie beschreiben die territoriale Verteilung staatlicher Zuständigkeiten.

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Frage 1 von 1MittelIn Staat E dürfen die Regionen nur Entscheidungen der Zentralregierung ausführen. Eigene staatliche Zuständigkeiten besitzen sie kaum. Welche Einordnung passt?
Lösung: Einheitsstaat — Die Beschreibung betrifft die territoriale Ordnung. Eine starke Bündelung der Staatsgewalt auf der zentralen Ebene spricht für einen Einheitsstaat.
Staaten mit mehreren Achsen vergleichen

Ein genauer Vergleich arbeitet mit denselben Fragen für jeden Staat. So vermeidest du, unpassende Kategorien gegeneinanderzustellen.

  1. Staatsoberhaupt: Monarch oder gewählte Person?
  2. Machtverteilung: Wer bestimmt Regierung und Gesetze?
  3. Regierungsform: Werden politische Rechte, freie Wahlen und Machtkontrolle verwirklicht oder ist die Herrschaft autoritär?
  4. Territorialer Aufbau: Teilen sich Gesamtstaat und Gliedstaaten die Zuständigkeiten oder liegt die Staatsgewalt hauptsächlich beim Zentrum?
Beispiel

Staat F besitzt eine erblich eingesetzte Königin. Sie erfüllt nur repräsentative Aufgaben. Ein frei gewähltes Parlament trägt die Regierung. Mehrere Gliedstaaten besitzen eigene Zuständigkeiten.

Der Vergleich ergibt:

  • wegen der erblichen Königin: Monarchie;
  • wegen der entscheidenden Rolle des Parlaments: parlamentarische Monarchie;
  • wegen freier Wahlen und parlamentarischer Herrschaft: demokratische Regierungsform;
  • wegen der Zuständigkeiten der Gliedstaaten: Bundesstaat.

Die vier Aussagen widersprechen sich nicht. Sie beschreiben verschiedene Merkmale desselben politischen Systems.

Typische Fehler kannst du mit Gegenfragen vermeiden:

  • „Der Staat hat einen König, also ist er undemokratisch.“ – Welche Macht hat der König tatsächlich?
  • „Der Staat heißt Republik, also ist er demokratisch.“ – Gibt es freie Wahlen, politische Rechte und wirksame Machtkontrolle?
  • „Der Staat besitzt Provinzen, also ist er ein Bundesstaat.“ – Haben die Provinzen eigene staatliche Zuständigkeiten?
  • „Bundesstaat und Republik sind Gegensätze.“ – Bezeichnen die Wörter überhaupt dieselbe Betrachtungsachse?
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Frage 1 von 1SchwerStaat G hat ein gewähltes Staatsoberhaupt und mehrere Länder mit eigenen staatlichen Zuständigkeiten. Welche Beschreibung ist bereits sicher möglich?
Lösung: Staat G ist eine Republik und ein Bundesstaat. — Das gewählte Staatsoberhaupt begründet die Einordnung als Republik. Die geteilten Zuständigkeiten begründen die Einordnung als Bundesstaat.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Staatsformen vergleichen
    • Staatsoberhaupt: Monarchie oder Republik
    • monarchische Macht: absolut, konstitutionell oder parlamentarisch
    • republikanisches Regierungssystem: parlamentarisch oder präsidentiell
    • Regierungsform: demokratisch oder autoritär
    • territorialer Aufbau: Bundesstaat oder Einheitsstaat
    • Gesamturteil: mehrere passende Kategorien verbinden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Begriffspaar ordnet Staaten nach ihrem Staatsoberhaupt?
Lösung: Monarchie und Republik — Monarchie und Republik unterscheiden sich vor allem durch die Stellung und Auswahl des Staatsoberhaupts.
Frage 2 von 3MittelEin König ist an eine Verfassung gebunden, und mehrere Institutionen wirken an der Staatsgewalt mit. Welche Form liegt vor?
Lösung: konstitutionelle Monarchie — Die fortbestehende Monarchie und die verfassungsrechtliche Begrenzung kennzeichnen eine konstitutionelle Monarchie.
Frage 3 von 3SchwerStaat H besitzt einen erblichen Monarchen mit rein repräsentativen Aufgaben. Ein gewähltes Parlament trägt die Regierung. Die Regionen haben keine eigenen staatlichen Zuständigkeiten. Welche Beschreibung verbindet alle Angaben richtig?
Lösung: parlamentarische Monarchie, demokratische Regierungsform und Einheitsstaat — Die repräsentative Rolle des Monarchen und die politische Macht des gewählten Parlaments kennzeichnen die parlamentarische Monarchie. Die fehlenden regionalen Zuständigkeiten sprechen für einen Einheitsstaat.

Prüfe bei jedem neuen Fall nacheinander Staatsoberhaupt, tatsächliche Machtverteilung und territorialen Aufbau. So erhältst du eine mehrdimensionale Beschreibung statt eines vorschnellen Etiketts.

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