Politik

Föderalismus einfach erklärt: Bund und Länder

Föderalismus einfach erklärt: Bund und Länder
Föderalismus einfach erklärt: Bund und Länder
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Deutschland ist ein Bundesstaat: Der Bund und die 16 Länder teilen sich staatliche Macht und Aufgaben. Diese föderale Ordnung verhindert, dass alle Entscheidungen an einer einzigen Stelle getroffen werden. Zugleich müssen sich die politischen Ebenen häufig abstimmen.

Deine Lernziele

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Wie ist Deutschland föderal aufgebaut?
Definition

Föderalismus

Föderalismus ist eine politische Ordnung, in der der Gesamtstaat und seine Gliedstaaten bestimmte Aufgaben selbstständig erfüllen. In Deutschland sind das der Bund und die 16 Länder. Ihre Zuständigkeiten sind im Grundgesetz geregelt.

Die Länder werden oft Bundesländer genannt. Im Grundgesetz lautet ihre Bezeichnung einfach „Länder“. Berlin, Hamburg und Bremen sind Stadtstaaten; Bremen besteht aus den Städten Bremen und Bremerhaven.

Bund und Länder haben eigene politische Institutionen, Rechte und Kompetenzen. Zu einem Land gehören unter anderem ein Landtag, eine Landesregierung und Gerichte. Der Bund besitzt gesamtstaatliche Organe.

Unterhalb der Länder liegt die lokale Ebene mit Gemeinden und Landkreisen. Dadurch gibt es drei wichtige Ebenen:

  1. den Bund für den Gesamtstaat,
  2. die Länder für ihre jeweiligen Gebiete,
  3. die Kommunen für örtliche Angelegenheiten.

Der föderale Aufbau Deutschlands ist in Artikel 20 des Grundgesetzes verankert.

Merke

Föderalismus teilt staatliche Macht von oben nach unten auf verschiedene politische Ebenen. Das wird auch vertikale Gewaltenteilung genannt.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt den deutschen Föderalismus richtig?
Lösung: Bund und Länder teilen sich staatliche Aufgaben nach der Verfassung. — Deutschland bildet einen Gesamtstaat. Innerhalb dieses Staates handeln Bund und Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen eigenständig.
Wer ist für welche Aufgabe zuständig?

Eine Zuständigkeit legt fest, welche politische Ebene eine Aufgabe regeln oder bearbeiten darf. Nicht jede Aufgabe gehört zum Bund.

Typische Beispiele aus dem föderalen System sind:

EbeneBeispiele
BundAußenpolitik, Europapolitik und Verteidigung
LänderSchule, Hochschule, Kultur und Organisation der Polizei
Kommunenörtliche Aufgaben im Gebiet einer Gemeinde oder eines Landkreises

Diese Tabelle ist eine Orientierung, keine vollständige Liste. Manche Politikfelder sind zwischen mehreren Ebenen aufgeteilt oder miteinander verflochten. Landesverwaltungen setzen zum Beispiel nicht nur Landesgesetze, sondern auch Bundesgesetze um.

Beispiel

Eine Landesregierung möchte schulische Regeln verändern.

  1. Zuerst wird das Politikfeld bestimmt: Es geht um Schule.
  2. Schulpolitik gehört vor allem zu den Aufgaben der Länder.
  3. Deshalb wird die Regel nicht für ganz Deutschland automatisch einheitlich vom Bund festgelegt.
  4. Das Ergebnis kann sein, dass sich Prüfungen oder schulische Anforderungen zwischen Ländern unterscheiden.

Der entscheidende Gedanke lautet: Nicht die Größe oder Wichtigkeit eines Problems entscheidet allein über die Ebene, sondern die verfassungsrechtliche Zuständigkeit.

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Frage 1 von 1MittelIn einem Land sollen die Regeln für schulische Abschlussprüfungen geändert werden. Welche Ebene ist vorrangig zuständig?
Lösung: Das Land, weil Schulpolitik zu den Länderaufgaben gehört. — Der Ort einer Schule bestimmt nicht die politische Zuständigkeit. Für Schulpolitik sind vor allem die Länder verantwortlich.
Wie hilft das Subsidiaritätsprinzip bei der Zuordnung?
Definition

Subsidiaritätsprinzip

Das Subsidiaritätsprinzip verlangt, eine Aufgabe möglichst auf der niedrigsten politischen Ebene zu bearbeiten, die sie sinnvoll bewältigen kann.

Die Entscheidungshilfe lautet:

  1. Kann die Kommune die Aufgabe sinnvoll regeln? Dann soll sie dort bleiben.
  2. Reicht die örtliche Ebene nicht aus? Dann kommt das Land in Betracht.
  3. Muss die Aufgabe für den Gesamtstaat geregelt werden? Dann kann der Bund zuständig sein.

Das Prinzip bedeutet nicht, dass die niedrigste Ebene immer entscheiden darf. Die Aufgabe muss zu ihren Zuständigkeiten passen und dort wirksam gelöst werden können.

Beispiel

Ein Problem betrifft nur eine örtliche Situation und kann von der zuständigen Kommune gelöst werden. Nach dem Subsidiaritätsprinzip wäre es unnötig, jede Einzelheit durch das Land oder den Bund festlegen zu lassen. Betrifft eine Frage dagegen die Außenpolitik Deutschlands, ist sie keine örtliche Aufgabe: Dafür ist der Bund zuständig.

Merke

Frage nicht nur: „Welche Ebene ist am nächsten?“ Frage auch: „Welche Ebene ist zuständig und kann das Problem sinnvoll lösen?“

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Frage 1 von 1MittelWelche Entscheidung passt am besten zum Subsidiaritätsprinzip?
Lösung: Eine geeignete örtliche Aufgabe bleibt bei der Kommune. — Eine Aufgabe soll auf der niedrigsten geeigneten und zuständigen Ebene bearbeitet werden. Die kleinste Ebene ist nicht in jedem Fall die richtige.
Wie wirken die Länder im Bund mit?

Die Länder handeln nicht nur innerhalb ihres eigenen Gebiets. Über den Bundesrat wirken sie auch an der Bundespolitik und an der Bundesgesetzgebung mit.

Definition

Bundesrat

Der Bundesrat ist das Verfassungsorgan, in dem die Landesregierungen die Interessen ihrer Länder auf Bundesebene vertreten. Er berät Bundesgesetze und beteiligt die Länder an der Gesetzgebung des Bundes.

Damit verbindet der Bundesrat zwei Seiten des Föderalismus:

  • Die Länder besitzen eigene Zuständigkeiten.
  • Gleichzeitig wirken sie bei gesamtstaatlichen Entscheidungen mit.

Der Bundesrat ist daher keine Versammlung von Bürgermeistern und auch kein zweiter Bundestag mit denselben Mitgliedern. Im Bundestag sitzen gewählte Abgeordnete; im Bundesrat wirken die Landesregierungen mit.

Beispiel

Ein geplantes Bundesgesetz berührt die Interessen oder Aufgaben der Länder. Dann werden die Länder nicht erst nach der Entscheidung informiert. Ihre Regierungen beraten das Gesetz im Bundesrat und wirken auf dem verfassungsrechtlich vorgesehenen Weg daran mit.

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Frage 1 von 1LeichtWer vertritt die Länder im Bundesrat?
Lösung: Die Landesregierungen — Im Bundesrat wirken die Regierungen der Länder an der Politik und Gesetzgebung des Bundes mit.
Welche Chancen und Probleme hat der Föderalismus?

Föderalismus ist weder automatisch gut noch automatisch schlecht. Dieselbe Eigenschaft kann je nach Situation einen Nutzen und eine Schwierigkeit erzeugen.

EigenschaftMöglicher VorteilMögliche Herausforderung
Macht ist auf mehrere Ebenen verteilt.Zentrale Macht wird begrenzt; politische Beteiligung ist auf mehreren Ebenen möglich.Entscheidungen können mehr Abstimmung erfordern.
Länder gestalten eigene Regeln.Regionale Bedingungen und Kenntnisse können berücksichtigt werden.Regeln und Anforderungen können sich zwischen Ländern unterscheiden.
Es gibt verschiedene Lösungswege.Länder können voneinander lernen und unterschiedliche Ansätze erproben.Ergebnisse sind möglicherweise schwerer vergleichbar.

Unterschiedliche Schulregelungen zeigen diesen Gegensatz besonders deutlich: Ein Land kann seine regionalen Bedingungen berücksichtigen. Gleichzeitig können verschiedene Prüfungen und Bewertungen die Vergleichbarkeit von Abschlüssen erschweren.

Auch unterschiedliche Regeln während der Corona-Pandemie machten den Zielkonflikt sichtbar. Regionale Unterschiede konnten verschiedene örtliche Situationen berücksichtigen. An Ländergrenzen entstanden jedoch teilweise Unklarheiten.

Gut zu wissen

Ein Zielkonflikt liegt vor, wenn zwei sinnvolle Ziele nicht gleichzeitig vollständig erreicht werden können. Beim Föderalismus können regionale Gestaltung und bundesweite Einheitlichkeit miteinander in Spannung geraten.

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Frage 1 von 1SchwerZwei Länder bewerten vergleichbare Abschlussprüfungen unterschiedlich. Welche Beurteilung ist am ausgewogensten?
Lösung: Die Unterschiede zeigen regionale Gestaltungsmöglichkeiten, können aber die Vergleichbarkeit erschweren. — Eine gute Beurteilung berücksichtigt beide Seiten: Länder können eigene Lösungen gestalten, doch unterschiedliche Regeln können Abstimmung und Vergleichbarkeit erschweren.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Föderalismus in Deutschland
    • Bund und 16 Länder teilen Macht und Aufgaben
    • Kommunen bilden die örtliche Ebene
    • Zuständigkeiten regeln eigenständiges Handeln
    • Subsidiarität bevorzugt die niedrigste geeignete Ebene
    • Bundesrat verbindet Länder mit der Bundesgesetzgebung
    • Machtteilung begrenzt zentrale Macht
    • Regionale Lösungen ermöglichen Vielfalt
    • Unterschiedliche Regeln erschweren manchmal Vergleich und Abstimmung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aufgabe gehört typischerweise zum Bund?
Lösung: Außenpolitik — Der Bund vertritt Deutschland nach außen. Schule und die Organisation der Polizei gehören insbesondere zu den Länderaufgaben.
Frage 2 von 4MittelWarum ist der Bundesrat für den Föderalismus wichtig?
Lösung: Er ermöglicht den Landesregierungen die Mitwirkung an der Bundesgesetzgebung. — Der Bundesrat verbindet regionale Eigenständigkeit mit gesamtstaatlicher Zusammenarbeit: Die Länder wirken durch ihre Regierungen an der Bundesgesetzgebung mit.
Frage 3 von 4SchwerEin neues Problem betrifft mehrere politische Ebenen. Wie gehst du bei der Zuordnung sinnvoll vor?
Lösung: Ich bestimme Teilaufgaben, prüfe die Zuständigkeiten und frage, welche geeignete Ebene sie lösen kann. — Bei verflochtenen Problemen genügt kein einzelnes Schlagwort. Unterscheide die Teilaufgaben, prüfe die festgelegten Zuständigkeiten und wende das Subsidiaritätsprinzip nur innerhalb dieses Rahmens an.
Frage 4 von 4SchwerWelche Aussage wägt den Föderalismus sachgerecht ab?
Lösung: Er verteilt Macht und ermöglicht regionale Lösungen, kann aber Abstimmung und Vergleichbarkeit erschweren. — Eine begründete Bewertung nennt sowohl die Chancen der Machtteilung und regionalen Gestaltung als auch mögliche Koordinationsprobleme.

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