Politik

Staatsgebiet: Grenzen und Hoheitsraum erklärt

Staatsgebiet: Grenzen und Hoheitsraum erklärt
Staatsgebiet: Grenzen und Hoheitsraum erklärt
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Kurz gesagt: Das Staatsgebiet ist der räumlich abgegrenzte Hoheitsbereich eines Staates. Dazu zählen nicht nur Landflächen, sondern auch bestimmte Gewässer, der Luftraum darüber und der Untergrund. Innerhalb dieses Gebiets darf der Staat grundsätzlich verbindliche Regeln durchsetzen.

Deine Lernziele

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Was macht ein Gebiet zum Staatsgebiet?

Stell dir eine Landkarte mit einer Grenzlinie vor. Die Linie zeigt nicht nur, wo ein Land endet. Sie grenzt auch den Raum ab, in dem ein Staat grundsätzlich seine Hoheitsrechte ausübt: Er erlässt Regeln und kann sie durchsetzen.

Definition

Staatsgebiet

Das Staatsgebiet ist der durch Staatsgrenzen festgelegte räumliche Hoheitsbereich eines Staates. Es wird auch Staatsterritorium genannt.

Das Staatsgebiet ist eines von drei Grundelementen eines Staates:

  • Staatsgebiet: der räumliche Bereich
  • Staatsvolk: die rechtlich zugeordnete Gemeinschaft der Staatsangehörigen
  • Staatsgewalt: die rechtmäßige Macht, verbindliche Regeln zu setzen und durchzusetzen

Diese Begriffe beantworten verschiedene Fragen: Wo gilt die staatliche Herrschaft grundsätzlich? Wer gehört rechtlich zum Staat? Wie wird staatliche Macht ausgeübt?

Beispiel

Eine Person wohnt dauerhaft in Deutschland, besitzt aber eine andere Staatsangehörigkeit. Sie hält sich im deutschen Staatsgebiet auf und unterliegt dort grundsätzlich der deutschen Staatsgewalt. Ihre Staatsangehörigkeit entscheidet jedoch darüber, zu welchem Staatsvolk sie rechtlich gehört.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt das Staatsgebiet?
Lösung: Es ist der räumlich abgegrenzte Hoheitsbereich eines Staates. — Achte auf die Leitfrage „Wo?“: Das Staatsgebiet bezeichnet einen räumlichen Bereich.
Welche Räume gehören dazu?

Ein Staatsgebiet ist dreidimensional. Es besteht also nicht nur aus der Fläche, die du auf einer Karte siehst.

Dazu gehören grundsätzlich:

  • die Landfläche mit Inseln,
  • bestimmte Gewässer, etwa Eigengewässer und das Küstenmeer,
  • der Luftraum über Land und zugehörigen Gewässern,
  • der Boden und Untergrund darunter.
Merke

Die Staatsgrenze begrenzt keinen flachen Fleck, sondern einen dreidimensionalen Hoheitsraum.

Das Küstenmeer ist der Meeresstreifen, der zum Staatsgebiet eines Küstenstaates gehört. Nach dem Seerechtsübereinkommen darf es bis zu 12 Seemeilen breit sein, also ungefähr 22 Kilometer.

Weiter draußen liegende Meereszonen gehören nicht automatisch zum Staatsgebiet. In der Ausschließlichen Wirtschaftszone besitzt der Küstenstaat vor allem begrenzte Rechte zur wirtschaftlichen Nutzung, aber nicht dieselbe umfassende Gebietshoheit wie im Küstenmeer.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Zum Staatsgebiet gehören die Landfläche, bestimmte , der darüberliegende und der . Das Küstenmeer darf bis zu 12 Seemeilen breit sein.

Lösungen: Lücke 1: Gewässer; Lücke 2: Luftraum; Lücke 3: Untergrund. Denke dreidimensional: Staatsgebiet umfasst Fläche, zugehörige Gewässer, den Luftraum und den Untergrund. Der Weltraum und ein Nachbarstaat gehören nicht dazu.
Wie werden Grenzen festgelegt?

Staatsgrenzen sind rechtlich festgelegte Linien. Sie können sich an Landschaftsformen wie einem Bergkamm orientieren oder durch Koordinaten beschrieben werden. Vor Ort können Grenzsteine, Zäune oder andere Markierungen die Linie sichtbar machen. Die rechtliche Grenze entsteht aber nicht erst durch diese Zeichen.

Zwischen Staaten regeln häufig Grenzverträge, wo die gemeinsame Grenze verläuft. Solche Vereinbarungen können lange gültig bleiben, auch wenn sich Staaten politisch verändern.

Ein Staatsgebiet muss nicht aus einer einzigen zusammenhängenden Fläche bestehen.

Definition

Exklave und Enklave

Eine Exklave ist ein Teil eines Staates, der räumlich von dessen Hauptgebiet getrennt ist. Eine Enklave ist ein fremdes Staatsgebiet, das vollständig von einem anderen Staat umschlossen wird. Die Perspektive entscheidet über den Begriff.

Beispiel

Liegt ein Gebiet von Staat A vollständig innerhalb von Staat B, dann ist es aus Sicht von A eine Exklave und aus Sicht von B eine Enklave. Es bleibt Staatsgebiet von A; die umgebende Lage macht es nicht zu Staatsgebiet von B.

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Frage 1 von 1MittelStaat B umschließt vollständig einen kleinen Gebietsteil von Staat A. Zu welchem Staatsgebiet gehört der kleine Gebietsteil?
Lösung: Zu Staat A, weil die räumliche Umschließung seine rechtliche Zuordnung nicht ändert. — Entscheidend ist die rechtliche Grenzziehung, nicht die Frage, welcher Staat das Gebiet umschließt.
Wie ist das deutsche Bundesgebiet aufgebaut?

Das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland heißt Bundesgebiet. Es setzt sich aus den Gebieten der 16 Länder zusammen. Jeder Teil des Bundesgebiets ist deshalb zugleich Gebiet eines Landes.

Seit der Wiedervereinigung 1990 gehören diese 16 Länder zur Bundesrepublik:

Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Das Bundesgebiet hat sich historisch verändert:

  • 1952 entstand Baden-Württemberg aus Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern.
  • 1957 wurde das Saarland Teil der Bundesrepublik.
  • 1990 entstand mit der Wiedervereinigung das heutige Bundesgebiet mit 16 Ländern.

Artikel 29 des Grundgesetzes ermöglicht eine Neugliederung des Bundesgebiets. Dabei können Ländergrenzen verändert werden, damit Länder ihre Aufgaben wirksam erfüllen können. Eine solche Neugliederung ändert die innere Gliederung Deutschlands; sie ist nicht dasselbe wie eine Grenzänderung gegenüber einem Nachbarstaat.

Auch das deutsche Küstenmeer gehört zum Bundesgebiet. Deutschland legte es 1994 in der Nordsee vollständig und in der Ostsee teilweise auf bis zu 12 Seemeilen fest.

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Frage 1 von 1MittelWelche Beziehung besteht zwischen Bundesgebiet und Ländergebieten?
Lösung: Das Bundesgebiet setzt sich aus den Gebieten der 16 Länder zusammen. — In Deutschland ist jeder Teil des Bundesgebiets zugleich Teil eines Landesgebiets.
Wie prüfst du einen Grenzfall?

Bei einem unbekannten Fall hilft eine feste Reihenfolge:

  1. Raum bestimmen: Geht es um Land, Gewässer, Luftraum oder Untergrund?
  2. Grenze oder Zone klären: Liegt der Raum innerhalb einer Staatsgrenze oder einer rechtlich festgelegten Meereszone?
  3. Rechte unterscheiden: Besitzt der Staat dort umfassende Gebietshoheit oder nur einzelne Nutzungsrechte?
  4. Sonderregel prüfen: Gibt es einen Vertrag oder eine andere rechtliche Vereinbarung?
  5. Urteil begründen: Nenne die entscheidende Grenze oder Regel.
Beispiel

Ein Forschungsschiff befindet sich weiter als 12 Seemeilen vor der Küste in der Ausschließlichen Wirtschaftszone eines Staates.

Prüfung: Der Ort liegt außerhalb des höchstens 12 Seemeilen breiten Küstenmeers. Die Wirtschaftszone verleiht dem Küstenstaat bestimmte wirtschaftliche Rechte, macht den Meeresraum aber nicht zu seinem Staatsgebiet.

Urteil: Das Schiff befindet sich nicht allein wegen dieser Wirtschaftszone im Staatsgebiet des Küstenstaates.

Eine wichtige Unterscheidung: Ein Gesetz kann unter bestimmten Bedingungen auch einen Sachverhalt im Ausland erfassen. Das bedeutet nicht, dass das Ausland dadurch zum Staatsgebiet wird. Geltung eines Gesetzes und räumliche Gebietshoheit sind nicht dasselbe.

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Frage 1 von 1SchwerEin Staat darf bestimmte Auslandstaten eigener Staatsangehöriger nach seinem Recht verfolgen. Was folgt daraus?
Lösung: Sein Recht kann ausnahmsweise Auslandssachverhalte erfassen, ohne dass das Ausland zu seinem Staatsgebiet wird. — Trenne die rechtliche Erfassung eines Falls von der unmittelbaren Ausübung staatlicher Hoheitsmacht in einem fremden Staatsgebiet.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Staatsgebiet
    • Grundidee
      • räumlicher Hoheitsbereich
      • durch Grenzen festgelegt
    • Räumlicher Umfang
      • Land und bestimmte Gewässer
      • Luftraum und Untergrund
    • Grenzfragen
      • Verträge und Grenzlinien
      • Exklaven und Enklaven
    • Deutschland
      • Bundesgebiet
      • Gebiete der 16 Länder
    • Wichtige Abgrenzung
      • Küstenmeer gehört dazu
      • Wirtschaftszone gehört nicht dazu
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelcher Raum gehört grundsätzlich zum Staatsgebiet?
Lösung: Der Luftraum über der Landfläche des Staates — Das Staatsgebiet ist dreidimensional, reicht aber nicht unbegrenzt nach oben oder ins Meer hinaus.
Frage 2 von 3MittelWarum sind 12 Seemeilen für das Küstenmeer bedeutsam?
Lösung: Sie bilden die nach dem Seerechtsübereinkommen zulässige Höchstbreite des Küstenmeers. — Das Küstenmeer darf bis zu 12 Seemeilen breit sein und gehört zum Staatsgebiet des Küstenstaates.
Frage 3 von 3SchwerEin Gebiet von Staat A liegt vollständig innerhalb von Staat B. Eine Person behauptet: „Dann gehört es automatisch zu B.“ Welche Begründung widerlegt die Aussage?
Lösung: Die rechtlich festgelegte Grenze bleibt entscheidend; eine Enklave kann Staatsgebiet von A bleiben. — Räumliche Umschließung und staatliche Zugehörigkeit sind verschieden. Eine Enklave bleibt Teil des Staates, dem sie rechtlich zugeordnet ist.

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