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Staatsvolk

Staatsvolk verständlich erklärt: Bedeutung, Staatsangehörigkeit und Rolle als Merkmal eines Staates.

In Politik geht es oft um die Frage, wer zu einem Land dazugehört. Das merkst du zum Beispiel beim Pass, beim Wählen oder bei Rechten und Pflichten. Der Begriff Staatsvolk hilft dir, diese Zugehörigkeit genau zu beschreiben.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, was das Staatsvolk ist.
  • Du kannst Staatsvolk, Bevölkerung und Volk unterscheiden.
  • Du kannst sagen, warum die Staatsangehörigkeit wichtig ist.
  • Du kannst das Staatsvolk als Merkmal eines Staates einordnen.

Was bedeutet Staatsvolk?

Wenn du an Deutschland denkst, fallen dir vielleicht zuerst Grenzen, Städte oder die Regierung ein. In Politik und Recht schaut man genauer hin: Ein Land ist nicht nur ein Ort auf der Karte.

Definition

Ein Staat ist eine politische Ordnung mit einem Gebiet, einer durchsetzbaren Herrschaft und Menschen, die rechtlich zu ihm gehören.

Definition

Das Staatsvolk ist die Gesamtheit der Menschen, die durch ihre Staatsangehörigkeit rechtlich zu einem Staat gehören.

Das Staatsvolk meint also nicht einfach alle Menschen, die gerade in einem Land sind. Gemeint sind die Bürgerinnen und Bürger eines Staates. In Deutschland gehören zum deutschen Staatsvolk vor allem die Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Beispiel

Lena hat die deutsche Staatsangehörigkeit und lebt in Hamburg. Sie gehört zum deutschen Staatsvolk.

Arman hat die deutsche Staatsangehörigkeit, studiert aber ein Jahr in Kanada. Auch dann gehört er weiter zum deutschen Staatsvolk, weil die Zugehörigkeit nicht vom aktuellen Aufenthaltsort abhängt.

Merke

Staatsvolk bedeutet: rechtliche Zugehörigkeit zu einem Staat. Der wichtigste Schlüssel dafür ist die Staatsangehörigkeit.

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Staatsangehörigkeit als rechtliche Verbindung

Vielleicht hast du schon einmal einen Personalausweis oder Reisepass gesehen. Solche Dokumente zeigen nicht nur den Namen einer Person. Sie zeigen auch, zu welchem Staat diese Person rechtlich gehört.

Definition

Die Staatsangehörigkeit ist die rechtliche Zugehörigkeit einer Person zu einem Staat.

Durch die Staatsangehörigkeit entsteht eine feste Verbindung zwischen Person und Staat. Der Staat kann seinen Staatsangehörigen bestimmte Rechte geben. Er kann ihnen aber auch Pflichten auferlegen. Welche Rechte und Pflichten genau gelten, steht in der Verfassung und in Gesetzen.

Beispiel

Eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit kann einen deutschen Pass bekommen. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen an Bundestagswahlen teilnehmen. Wenn sie im Ausland Hilfe braucht, kann sie sich an eine deutsche Botschaft wenden.

Gut zu wissen

In Deutschland regeln das Grundgesetz und das Staatsangehörigkeitsgesetz wichtige Fragen zur deutschen Staatsangehörigkeit. Dazu gehört zum Beispiel, wie jemand die Staatsangehörigkeit erwerben oder verlieren kann.

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Staatsvolk, Bevölkerung und Volk

Im Alltag werden die Wörter Volk, Bevölkerung und Staatsvolk manchmal durcheinander benutzt. In Politik und Recht musst du genauer unterscheiden. Sonst entstehen schnell falsche Aussagen.

Definition

Die Bevölkerung sind die Menschen, die in einem Staatsgebiet wohnen.

Zur Bevölkerung eines Landes gehören also auch Menschen ohne die Staatsangehörigkeit dieses Landes. Das können zum Beispiel ausländische Studierende, Arbeitskräfte, Geflüchtete oder staatenlose Personen mit Wohnsitz im Land sein.

Definition

Ein Volk kann eine Gruppe von Menschen meinen, die sich durch Sprache, Kultur, Geschichte oder gemeinsame Herkunft verbunden fühlt.

Das Staatsvolk wird rechtlich bestimmt. Ein Staat kann Menschen mit sehr verschiedenen Sprachen, Religionen, Familiengeschichten und Kulturen haben. Sie können trotzdem zu einem Staatsvolk gehören, wenn sie dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen.

Beispiel

In Deutschland leben deutsche Staatsangehörige, ausländische Staatsangehörige und Menschen ohne Staatsangehörigkeit. Alle zusammen gehören zur Bevölkerung Deutschlands, wenn sie dort wohnen. Zum deutschen Staatsvolk gehören vor allem die deutschen Staatsangehörigen.

Merke

Bevölkerung fragt: Wer wohnt im Gebiet? Staatsvolk fragt: Wer gehört rechtlich zum Staat?

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Staatsvolk als Merkmal eines Staates

Ein Staat braucht mehr als eine Flagge oder einen Namen. In der Politik spricht man oft von drei Grundmerkmalen eines Staates. Diese helfen dir zu prüfen, ob ein Staat wirklich als Staat verstanden werden kann.

Definition

Das Staatsgebiet ist der Raum, über den ein Staat herrscht. Dazu gehören zum Beispiel Landflächen, bestimmte Gewässer und der Luftraum.

Definition

Die Staatsgewalt ist die Macht eines Staates, Regeln zu setzen, Entscheidungen zu treffen und diese Regeln durchzusetzen.

Zusammen mit dem Staatsvolk bilden Staatsgebiet und Staatsgewalt die drei klassischen Merkmale eines Staates. Ohne Menschen, die rechtlich zugeordnet sind, gäbe es keine politische Gemeinschaft. Ohne Gebiet hätte der Staat keinen Raum. Ohne Staatsgewalt könnte er seine Regeln nicht wirksam machen.

Beispiel

Stell dir einen Staat wie ein Schulprojekt vor. Das Staatsgebiet wäre der Raum, in dem das Projekt stattfindet. Die Staatsgewalt wäre die verbindliche Regelordnung. Das Staatsvolk wären die Personen, die rechtlich zu diesem Projekt gehören. Erst zusammen ergibt das ein geordnetes Ganzes.

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Rechte, Pflichten und Mitwirkung

Das Staatsvolk ist nicht nur eine Liste von Personen. Die Zugehörigkeit kann im Alltag Folgen haben. Besonders wichtig ist sie bei politischer Mitwirkung.

Definition

Politische Mitwirkung bedeutet, dass Menschen an Entscheidungen des Staates teilnehmen können, zum Beispiel durch Wahlen oder durch die Mitarbeit in Parteien.

In Demokratien ist das Staatsvolk besonders wichtig, weil die Staatsgewalt vom Volk ausgehen soll. Das bedeutet: Die Macht des Staates soll nicht einfach einer einzelnen Person gehören. Sie soll durch die Bürgerinnen und Bürger begründet werden.

Definition

Legitimation bedeutet, dass staatliche Macht eine anerkannte Grundlage hat. In einer Demokratie entsteht diese Grundlage vor allem durch Wahlen.

Nicht jedes Mitglied des Staatsvolks darf automatisch wählen. Meist gibt es weitere Voraussetzungen, zum Beispiel ein Mindestalter. Außerdem können manche Rechte auch Menschen ohne Staatsangehörigkeit zustehen. Grundrechte schützen in vielen Fällen alle Menschen, nicht nur Staatsangehörige.

Beispiel

Ein deutsches Kind gehört zum deutschen Staatsvolk, darf aber noch nicht an der Bundestagswahl teilnehmen. Eine erwachsene deutsche Staatsangehörige darf wählen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Mensch ohne deutsche Staatsangehörigkeit hat trotzdem viele Grundrechte, zum Beispiel Schutz der Menschenwürde.

Merke

Staatsvolk heißt nicht automatisch: jeder darf sofort alles politisch mitentscheiden. Wahlrecht und andere Rechte haben eigene Regeln.

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Typische Fehler vermeiden

Beim Staatsvolk passieren oft drei Denkfehler. Der erste Fehler: Man verwechselt Staatsvolk mit Bevölkerung. Der zweite Fehler: Man denkt an Abstammung oder Kultur statt an Recht. Der dritte Fehler: Man glaubt, alle Rechte gelten immer nur für Staatsangehörige.

Beispiel

Falsch wäre: Alle Menschen, die in Deutschland wohnen, gehören zum deutschen Staatsvolk.

Besser ist: Alle Menschen, die in Deutschland wohnen, gehören zur Bevölkerung Deutschlands. Zum deutschen Staatsvolk gehören vor allem die Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Beispiel

Falsch wäre: Nur Menschen mit derselben Herkunft können ein Staatsvolk bilden.

Besser ist: Menschen mit verschiedener Herkunft können zum selben Staatsvolk gehören, wenn sie dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen.

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Zusammenfassung

Das Staatsvolk ist die Gesamtheit der Menschen, die rechtlich zu einem Staat gehören. Der wichtigste Begriff dafür ist die Staatsangehörigkeit. Sie verbindet eine Person mit einem Staat und kann Rechte und Pflichten begründen.

Du musst Staatsvolk und Bevölkerung unterscheiden. Die Bevölkerung umfasst die Menschen mit Wohnsitz in einem Gebiet. Das Staatsvolk umfasst die Menschen mit rechtlicher Zugehörigkeit zum Staat. Ein Staat braucht neben Staatsvolk auch Staatsgebiet und Staatsgewalt.

Merke

Kurz gesagt: Staatsvolk ist nicht einfach wer da ist, sondern wer rechtlich dazugehört.

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