Politik

UN-Sicherheitsrat: Aufgaben, Mitglieder und Veto

UN-Sicherheitsrat: Aufgaben, Mitglieder und Veto
UN-Sicherheitsrat: Aufgaben, Mitglieder und Veto
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Der UN-Sicherheitsrat trägt die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Er kann Konflikte untersuchen, friedliche Lösungen empfehlen und bindende Maßnahmen beschließen. Das Vetorecht seiner fünf ständigen Mitglieder verleiht ihnen bei inhaltlichen Entscheidungen besonderen Einfluss und kann den Sicherheitsrat blockieren.

Deine Lernziele

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Wer sitzt im Sicherheitsrat?

Der Sicherheitsrat ist eines der sechs Hauptorgane der Vereinten Nationen. Ihm gehören 15 Staaten an.

  • Ständige Mitglieder: China, Frankreich, Russland, die USA und das Vereinigte Königreich
  • Nichtständige Mitglieder: zehn weitere Staaten, die von der UN-Generalversammlung für jeweils zwei Jahre gewählt werden

Die nichtständigen Sitze werden auf Weltregionen verteilt. Eine unmittelbare Wiederwahl nach der zweijährigen Amtszeit ist ausgeschlossen. Der Vorsitz des Sicherheitsrats wechselt monatlich.

Definition

Ständiges Mitglied

Ein ständiges Mitglied besitzt dauerhaft einen Sitz im Sicherheitsrat. Bei inhaltlichen Entscheidungen kann es sein Vetorecht ausüben.

Definition

Nichtständiges Mitglied

Ein nichtständiges Mitglied wird für zwei Jahre gewählt. Es hat wie jedes andere Mitglied eine Stimme, besitzt aber kein Vetorecht.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt die Zusammensetzung richtig?
Lösung: Der Sicherheitsrat hat fünf ständige und zehn nichtständige Mitglieder. — Alle 15 Staaten haben jeweils eine Stimme. Dauerhaft vertreten sind jedoch nur fünf von ihnen.
Was darf der Sicherheitsrat tun?

Der Sicherheitsrat befasst sich mit Streitigkeiten, Konflikten und Gefahren für den internationalen Frieden. Er kann zunächst Wege zu einer friedlichen Lösung empfehlen.

Er kann außerdem feststellen, dass eine Bedrohung des Friedens, ein Friedensbruch oder eine Angriffshandlung vorliegt. Darauf können unterschiedliche Maßnahmen folgen:

  1. Er untersucht die Lage und berät über mögliche Reaktionen.
  2. Er empfiehlt eine friedliche Konfliktlösung.
  3. Er kann politische oder wirtschaftliche Sanktionen beschließen.
  4. Unter bestimmten Voraussetzungen kann er militärische Maßnahmen beschließen oder autorisieren.
Definition

Sanktion

Eine Sanktion ist eine politische oder wirtschaftliche Zwangsmaßnahme. Beispielsweise kann der Handel mit bestimmten Waren untersagt werden.

Beispiel

Der Sicherheitsrat bewertet das Verhalten eines Staates als Bedrohung des internationalen Friedens. Er verbietet daraufhin den Handel mit bestimmten Waren.

Das ist eine wirtschaftliche Sanktion. Sie soll Druck ausüben, ohne unmittelbar militärische Gewalt einzusetzen.

Zu seinen weiteren Aufgaben gehört es, Empfehlungen zur Aufnahme neuer UN-Mitgliedstaaten und zur Besetzung des Amts des UN-Generalsekretärs abzugeben. Er wirkt außerdem an der Wahl der Richterinnen und Richter des Internationalen Gerichtshofs mit.

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Frage 1 von 1MittelWelche Reaktion ist eine wirtschaftliche Sanktion?
Lösung: Der Handel mit bestimmten Waren wird untersagt. — Wirtschaftliche Sanktionen schränken zum Beispiel Handel oder wirtschaftliche Beziehungen ein, um politischen Druck auszuüben.
Wie wird entschieden und wie wirkt das Veto?

Jedes der 15 Mitglieder hat eine Stimme. Für einen Beschluss sind mindestens neun Ja-Stimmen nötig. Danach kommt es darauf an, worüber abgestimmt wird:

  • Bei Verfahrensfragen, etwa zum Ablauf einer Sitzung, genügen neun Ja-Stimmen. Hier gibt es kein Vetorecht.
  • Bei inhaltlichen Entscheidungen sind ebenfalls mindestens neun Ja-Stimmen nötig. Stimmt eines der fünf ständigen Mitglieder dagegen, scheitert der Vorschlag am Veto.

Enthält sich ein ständiges Mitglied, ist das kein Veto. Der Vorschlag kann dann angenommen werden, wenn er trotzdem mindestens neun Ja-Stimmen erhält.

Beispiel

Vierzehn Mitglieder unterstützen eine inhaltliche Entscheidung. Ein ständiges Mitglied stimmt dagegen.

Der Vorschlag wird trotz der großen Mehrheit nicht angenommen. Das Nein des ständigen Mitglieds wirkt als Veto.

Das Vetorecht hat zwei Seiten:

  • Es gibt den fünf ständigen Mitgliedern besonders großen Einfluss.
  • Es kann inhaltliche Beschlüsse verhindern und den Sicherheitsrat in einer Krise blockieren.
Merke

Für eine inhaltliche Entscheidung braucht der Sicherheitsrat mindestens neun Ja-Stimmen und darf kein Veto eines ständigen Mitglieds erhalten. Eine Enthaltung ist kein Veto.

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Frage 1 von 2MittelDeutschland ist für zwei Jahre nichtständiges Mitglied. Kann es eine inhaltliche Entscheidung durch ein Veto stoppen?
Lösung: Nein, das Vetorecht besitzen nur die fünf ständigen Mitglieder. — Vorsitz, Stimmrecht und Vetorecht sind nicht dasselbe. Der wechselnde Vorsitz verleiht einem nichtständigen Mitglied kein Veto.
Frage 2 von 2SchwerEin ständiges Mitglied enthält sich, zehn andere Mitglieder stimmen für eine inhaltliche Entscheidung. Was geschieht?
Lösung: Die Entscheidung kann angenommen werden, weil die Enthaltung kein Veto ist und mindestens neun Ja-Stimmen vorliegen. — Prüfe getrennt: Es liegen mindestens neun Ja-Stimmen vor, und kein ständiges Mitglied hat mit Nein gestimmt. Damit blockiert kein Veto die Entscheidung.
Was geschieht bei einer Blockade?

Kann sich der Sicherheitsrat wegen eines Vetos bei einem Konflikt nicht einigen, der den Weltfrieden bedroht, kann die Generalversammlung auf Grundlage von „Uniting for Peace“ tätig werden und darüber beraten.

Ihre Beschlüsse bleiben jedoch unverbindlich. Darin liegt ein wichtiger Unterschied: Der Sicherheitsrat kann bindende Resolutionen beschließen, während die Generalversammlung mit ihren Beschlüssen keinen gleichwertigen Ersatz schafft.

Auch über eine Reform des Sicherheitsrats wird gestritten. Deutschland, Brasilien, Indien und Japan bilden die G4 und fordern zusätzliche ständige und nichtständige Sitze sowie veränderte Arbeitsmethoden. Sie begründen dies damit, dass die Zusammensetzung noch stark von der Weltordnung des Jahres 1945 geprägt sei und heutige geopolitische Verhältnisse nicht ausreichend abbilde. Das ist eine politische Reformposition, kein bereits beschlossener Zustand.

Eine Reform ist besonders schwierig: Sie benötigt eine Änderung der UN-Charta und muss schließlich auch von allen fünf ständigen Mitgliedern ratifiziert werden.

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Frage 1 von 1SchwerEin Veto blockiert den Sicherheitsrat. Welche Einschätzung ist richtig?
Lösung: Die Generalversammlung kann beraten, ihre Beschlüsse bleiben aber unverbindlich. — Eine Blockade kann politische Beratung in der Generalversammlung auslösen. Die besondere rechtliche Stellung des Sicherheitsrats und das Veto verschwinden dadurch nicht.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • UN-Sicherheitsrat
    • Zusammensetzung
      • fünf ständige und zehn nichtständige Mitglieder
      • eine Stimme für jedes Mitglied
    • Friedenssicherung
      • Konflikte untersuchen und Lösungen empfehlen
      • Sanktionen und militärische Maßnahmen beschließen
    • Abstimmung
      • mindestens neun Ja-Stimmen
      • Veto nur bei inhaltlichen Entscheidungen
    • Grenzen
      • Blockade durch ein Veto
      • schwierige Reform der Zusammensetzung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWer kann bei einer inhaltlichen Entscheidung ein Veto einlegen?
Lösung: Jedes der fünf ständigen Mitglieder — Das Vetorecht gehört zu den besonderen Befugnissen der fünf ständigen Mitglieder. Bei Verfahrensfragen gilt es nicht.
Frage 2 von 3MittelEin Staat wird für zwei Jahre in den Sicherheitsrat gewählt. Welche Aussage folgt daraus?
Lösung: Er darf mit abstimmen, besitzt aber kein Vetorecht. — Ein nichtständiges Mitglied wirkt an Entscheidungen mit. Sanktionen werden jedoch vom Sicherheitsrat gemeinsam beschlossen.
Frage 3 von 3SchwerVierzehn Mitglieder unterstützen eine inhaltliche Maßnahme, ein ständiges Mitglied stimmt dagegen. Was zeigt der Fall?
Lösung: Eine große Mehrheit genügt nicht, wenn ein ständiges Mitglied sein Veto einsetzt. — Der Fall zeigt zugleich die Macht und die mögliche Blockadewirkung des Vetorechts. Deshalb steht es im Mittelpunkt vieler Reformdebatten.

Du hast den Kern verstanden, wenn du bei einem neuen Fall zuerst nach vier Punkten fragst: Geht es um eine Verfahrensfrage oder eine inhaltliche Entscheidung? Gibt es mindestens neun Ja-Stimmen? Stimmt ein ständiges Mitglied dagegen? Welche Maßnahme soll beschlossen werden?

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