Politik

Volkssouveränität einfach erklärt

Volkssouveränität einfach erklärt
Volkssouveränität einfach erklärt
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Volkssouveränität bedeutet: Die höchste Staatsgewalt geht vom Volk aus. Staatliche Organe dürfen Macht ausüben, weil diese Macht durch Wahlen, Abstimmungen oder eine nachvollziehbare Kette gewählter Vertretungen legitimiert ist.

Auf dieser Seite erfährst du, wie diese Legitimation funktioniert und warum Volkssouveränität keine unbegrenzte Herrschaft der Mehrheit bedeutet.

Deine Lernziele

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Was bedeutet Volkssouveränität?

Das Wort Souverän bezeichnet die höchste Entscheidungsgewalt. In einer Demokratie liegt diese Gewalt nicht bei einer einzelnen Herrscherin oder einem einzelnen Herrscher. Das Volk ist der Souverän.

Definition

Volkssouveränität

Volkssouveränität ist das Verfassungsprinzip, nach dem die Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Das Volk ist damit die oberste Quelle staatlicher Legitimität.

Legitimität bedeutet hier: Staatliche Herrschaft ist begründet und anerkennungswürdig, weil sie auf demokratisch festgelegte Weise auf den Willen des Volkes zurückgeführt werden kann.

Das Grundgesetz fasst den Kern in Artikel 20 Absatz 2 zusammen: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Es ergänzt, dass diese Gewalt in Wahlen und Abstimmungen sowie durch die Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt wird.

Merke

Volkssouveränität bedeutet nicht, dass alle Menschen jede staatliche Entscheidung selbst treffen. Entscheidend ist, dass sich staatliche Macht direkt oder indirekt auf das Volk zurückführen lässt.

Volkssouveränität ist nicht dasselbe wie die Souveränität eines Staates. Staatliche Souveränität bezeichnet vor allem die Fähigkeit eines Staates, seine inneren und äußeren Angelegenheiten selbst zu regeln. Volkssouveränität beantwortet dagegen die Frage: Von wem erhält staatliche Herrschaft ihre Berechtigung?

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Volkssouveränität?
Lösung: Staatliche Macht muss sich auf den Willen des Volkes zurückführen lassen. — Das Volk ist die Quelle staatlicher Legitimität. Die Staatsgewalt wird jedoch nach verfassungsrechtlichen Regeln ausgeübt.
Wie führt eine Wahl zu staatlicher Legitimation?

In einer repräsentativen Demokratie wählen die Bürgerinnen und Bürger Personen, die für eine begrenzte Zeit politische Entscheidungen treffen. Diese gewählten Personen heißen Abgeordnete. Ihr Auftrag, die Wählerinnen und Wähler zu vertreten, wird als Mandat bezeichnet.

Eine einfache Legitimationskette sieht so aus:

  1. Wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger wählen den Bundestag.
  2. Die gewählten Abgeordneten beschließen Gesetze.
  3. Der Bundestag wählt außerdem die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler.
  4. Parlament und Regierung können ihre staatlichen Aufgaben wahrnehmen, weil ihre Stellung über diese Kette auf eine Wahl zurückgeht.
Beispiel

Die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler wird nicht unmittelbar von der Bevölkerung gewählt. Trotzdem besteht demokratische Legitimation: Das Volk wählt die Abgeordneten des Bundestages, und der Bundestag wählt die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler.

Die entscheidende Verbindung lautet daher:

Volk → gewählter Bundestag → Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler

Ist ein Teil dieser Kette nicht selbst direkt gewählt, spricht man von indirekter oder mittelbarer Legitimation. Eine unmittelbare Volkswahl aller staatlichen Amtsträger ist für Volkssouveränität nicht erforderlich.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei der Bundestagswahl wählt das Volk die . Der Bundestag wählt anschließend die . Die Regierung ist dadurch demokratisch legitimiert.

Lösungen: Lücke 1: Abgeordneten; Lücke 2: Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler; Lücke 3: indirekt. Verfolge die Kette Schritt für Schritt: Das Volk wählt den Bundestag. Der gewählte Bundestag wählt die Leitung der Bundesregierung.
Wann entscheidet das Volk direkt oder indirekt?

Bei direkter Legitimation wählen die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger ein staatliches Organ oder eine Vertretung unmittelbar. Bundestag, Landtage sowie Stadt- und Gemeinderäte erhalten ihre Legitimation auf diese Weise.

Bei indirekter Legitimation wird eine Person oder ein Organ durch bereits gewählte Vertreter bestimmt. Beispiele sind die Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers durch den Bundestag und die Wahl einer Ministerpräsidentin oder eines Ministerpräsidenten durch ein Landesparlament.

Davon lässt sich die direkte Demokratie unterscheiden: Bei ihr stimmt das Volk selbst über eine Sachfrage ab. Solche Abstimmungen werden in Deutschland vor allem auf kommunaler Ebene und auf Landesebene genutzt.

Beispiel

Drei Fälle im Vergleich:

  • Du wählst Abgeordnete für den Bundestag: direkte Legitimation des Parlaments.
  • Der Bundestag wählt die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler: indirekte Legitimation der Regierungsspitze.
  • Bürgerinnen und Bürger stimmen selbst über eine Sachfrage ab: direkte demokratische Entscheidung.

Regelmäßige Wahlen begrenzen politische Macht zeitlich. Sind Bürgerinnen und Bürger mit den Gewählten unzufrieden, können sie bei der nächsten Wahl andere Vertreterinnen und Vertreter wählen.

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Frage 1 von 2MittelDer Bundestag wählt die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler. Warum passt das zur Volkssouveränität?
Lösung: Der Bundestag wurde vom Volk gewählt und vermittelt dadurch demokratische Legitimation. — Volkssouveränität kann mittelbar wirken. Entscheidend ist die nachvollziehbare Legitimationskette vom Volk über das gewählte Parlament zur Regierung.
Frage 2 von 2SchwerIn einem Staat wird das Parlament frei gewählt, die Regierung aber vom Parlament bestimmt. Was folgt daraus?
Lösung: Die Regierung kann indirekt demokratisch legitimiert sein. — Prüfe nicht nur, wer unmittelbar gewählt wurde. Verfolge, ob die staatliche Macht über gewählte Vertretungen auf das Volk zurückgeführt werden kann.
Warum darf eine Mehrheit nicht alles entscheiden?

Volkssouveränität gibt einer politischen Mehrheit keine unbegrenzte Macht. Auch gewählte Parlamente und Regierungen sind an die Verfassung, die Gesetze und das Recht gebunden.

Der Rechtsstaat schützt Menschen vor staatlicher Willkür. Grundrechte sichern unter anderem persönliche Freiheit und politische Beteiligung. Eine demokratisch bestimmte Mehrheit darf solche Rechte nicht einfach abschaffen.

Auch die Gewaltenteilung begrenzt Macht. Sie verteilt zentrale staatliche Aufgaben:

GewaltAufgabeBeispiel
Legislativebeschließt GesetzeBundestag und Landtage
Exekutiveführt Gesetze ausRegierung, Behörden und Verwaltung
Judikativespricht Rechtunabhängige Gerichte

Diese Aufteilung soll Machtmissbrauch erschweren. Gerichte müssen beispielsweise ohne Druck der Regierung nach den Gesetzen entscheiden können.

Gut zu wissen

Volkssouveränität beantwortet die Frage nach der Herkunft staatlicher Macht. Rechtsstaat, Grundrechte und Gewaltenteilung bestimmen wichtige Grenzen und Regeln ihrer Ausübung. Erst ihr Zusammenspiel trägt einen demokratischen Verfassungsstaat.

Eine Wahl allein beweist deshalb noch nicht, dass ein politisches System vollständig demokratisch handelt. Zusätzlich kommt es darauf an, ob Opposition möglich ist, Grundrechte geschützt werden und staatliche Macht kontrolliert wird.

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Frage 1 von 2MittelEine gewählte Parlamentsmehrheit will unabhängige Gerichte abschaffen. Warum ist das demokratisch problematisch?
Lösung: Die Mehrheit greift damit die Gewaltenteilung und die rechtsstaatliche Begrenzung ihrer Macht an. — Demokratische Legitimation ist keine unbeschränkte Vollmacht. Unabhängige Gerichte kontrollieren die Anwendung des Rechts und schützen vor staatlicher Willkür.
Frage 2 von 2SchwerEin Staat veranstaltet Wahlen, verbietet aber jede Opposition und lässt Regierungskritik nicht zu. Was lässt sich begründet sagen?
Lösung: Die Wahlen allein reichen nicht aus, um eine funktionierende demokratische Ordnung zu belegen. — Volkssouveränität braucht wirksame Beteiligung. Ohne politischen Wettbewerb, geschützte Rechte und kontrollierte Macht kann eine Wahl ihren demokratischen Sinn verlieren.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Volkssouveränität
    • Volk als Quelle staatlicher Legitimität
    • Wahlen und Abstimmungen als Beteiligungsformen
    • Direkte und indirekte Legitimationsketten
    • Repräsentative Entscheidungen durch gewählte Parlamente
    • Verfassungsbindung und Grundrechte als Grenzen
    • Gewaltenteilung als Schutz vor Machtmissbrauch
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWer ist in einer Demokratie nach dem Prinzip der Volkssouveränität die oberste Quelle staatlicher Legitimität?
Lösung: Das Volk — Volkssouveränität bedeutet, dass sich staatliche Herrschaft auf den Willen des Volkes zurückführen lassen muss.
Frage 2 von 3MittelWelche Legitimationskette ist für die Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers richtig?
Lösung: Volk → Bundestag → Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler — Das Volk wählt den Bundestag. Der Bundestag wählt anschließend die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler.
Frage 3 von 3SchwerEine Regierung wurde über freie Wahlen legitimiert. Später schränkt sie Grundrechte ein und verhindert die Kontrolle durch Gerichte. Welche Beurteilung ist überzeugend?
Lösung: Die ursprüngliche Wahl rechtfertigt den Abbau rechtsstaatlicher und demokratischer Grenzen nicht. — Prüfe demokratische Herrschaft nicht allein anhand einer Wahl. Volkssouveränität wirkt zusammen mit Rechtsstaat, Grundrechten und wirksamer Machtkontrolle.

Du hast das Prinzip verstanden, wenn du bei einem staatlichen Amt oder Organ zwei Fragen beantworten kannst: Wie führt seine Macht auf das Volk zurück, und welche rechtlichen Grenzen muss es beachten?

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