Apostolisches Glaubensbekenntnis einfach erklärt
Das Apostolische Glaubensbekenntnis, auch Apostolikum genannt, fasst zentrale Aussagen des christlichen Glaubens zusammen. Christinnen und Christen sprechen es gemeinsam im Gottesdienst. Es ist keine naturwissenschaftliche Beweisführung und keine ausführliche Lebensgeschichte Jesu, sondern ein überlieferter Text des Vertrauens und Bekennens.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum sprechen Menschen ein Glaubensbekenntnis?
Ein Bekenntnis bringt in knapper Form zur Sprache, worauf Menschen vertrauen. Das Wort glauben bedeutet hier deshalb mehr als „etwas nur vermuten“: Wer „Ich glaube“ sagt, drückt Vertrauen aus.
Glaubensbekenntnis
Ein Glaubensbekenntnis ist ein gemeinsam überlieferter Text, der wichtige Glaubensaussagen bündelt. Das Apostolikum ermöglicht Christinnen und Christen, ihren Glauben gemeinsam auszusprechen und sich seiner zu vergewissern.
Das persönliche Wort „Ich“ und das gemeinsame Sprechen passen zusammen: Einzelne bekennen den Glauben, verwenden dabei aber denselben Text wie die versammelte Gemeinschaft. Bekenntnisse entstanden im Verlauf der Kirchengeschichte auch dadurch, dass Christinnen und Christen die Bibel für ihre Zeit auslegten und wichtige Inhalte zusammenfassten.
Wie ist das Apostolikum aufgebaut?
Der Text hat drei große Teile. Sie handeln von Gott als Schöpfer, von Jesus Christus und vom Heiligen Geist mit Kirche, Vergebung und Hoffnung.
| Teil | Beginn | Zentrale Inhalte |
|---|---|---|
| 1 | „Ich glaube an Gott“ | Vater, Allmächtiger, Schöpfer von Himmel und Erde |
| 2 | „Und an Jesus Christus“ | Herkunft, Leiden, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und Gericht |
| 3 | „Ich glaube an den Heiligen Geist“ | Kirche, Gemeinschaft, Vergebung, Auferstehung der Toten und ewiges Leben |
Der überlieferte Wortlaut lautet:
Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der erste Teil nennt Gott als . Der zweite Teil handelt von . Der dritte Teil beginnt mit dem Glauben an den .
Wie kannst du die Aussagen über Gott deuten?
Das Wort Vater ist in der vorliegenden Auslegung ein Beziehungsbild: Es steht für Liebe, Fürsorge und Schutz. Es bedeutet nicht, Gott sei ein alter Mann. Weil menschliche Vatererfahrungen auch belastend sein können und das Bild männlich wirkt, nennt die Auslegung ergänzend Bilder wie Mutter, Freund oder Freundin. Zugleich betont sie: Gott übersteigt alle menschlichen Bilder.
Allmächtig wird gewöhnlich als uneingeschränkte Herrschaft und Möglichkeit verstanden. Daraus entsteht eine schwierige Frage: Wie passen Gottes Macht und Liebe zu Leid und Grausamkeit? Eine der vorliegenden Deutungen antwortet mit Vertrauen darauf, dass Gottes Liebe sich letztlich durchsetzt. Das ist eine theologische Deutung, kein abschließender Beweis, der die Leidfrage auflöst.
Die Aussage „Schöpfer des Himmels und der Erde“ ist eine Glaubensaussage über Gott und die Welt. Viele Christinnen und Christen nehmen zugleich Erkenntnisse aus Biologie, Physik und Astronomie an und glauben, Gott stehe hinter der Entstehung und Entwicklung der Welt. Das Bekenntnis beschreibt also nicht den naturwissenschaftlichen Ablauf von Urknall oder Evolution.
Ein Glaubensbild ist nicht dasselbe wie eine wörtliche Beschreibung. Frage bei einer Wendung: Welche Beziehung oder Hoffnung drückt sie aus, und was behauptet sie gerade nicht?
Was bekennt der Teil über Jesus Christus?
Der zweite Teil nennt Jesus den „eingeborenen Sohn“. In den vorliegenden Erklärungen bedeutet das ungefähr: der einzige beziehungsweise besonders geliebte Sohn Gottes. Das Bekenntnis verbindet Jesus von Beginn seines Lebens an mit Gott.
Die Formulierung „geboren von der Jungfrau Maria“ gehört zum überlieferten Wortlaut. Eine der vorliegenden modernen Auslegungen hält die Jungfrauengeburt für eine später entstandene Legende und deutet die Wendung als Aussage über die besondere Verbindung Jesu mit Gott. Diese Bewertung ist eine Position der Auslegung; sie darf nicht unmarkiert mit dem Wortlaut selbst verwechselt werden.
Mit Pontius Pilatus, römischem Statthalter in Judäa von 26 bis 36 n. Chr., nennt der Text eine geschichtliche Person. Danach verdichtet er Leiden, Kreuzigung, Tod und Begräbnis Jesu. Eine Auslegung versteht den Tod so: Jesus bleibt seiner Aufgabe und Gottes Liebe treu und teilt das menschliche Schicksal bis zum Sterben.
„Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ betont in dieser Auslegung zunächst, dass Jesus wirklich starb. Die Auferstehung am dritten Tag ist eine zentrale christliche Glaubensaussage: Jesu Gemeinschaft mit Gott endet nach dieser Hoffnung nicht im Tod; Gott ist stärker als der Tod.
Himmelfahrt meint in der vorliegenden Deutung keine Reise durch die Atmosphäre oder in den Weltraum. „Aufgefahren in den Himmel“ und „zur Rechten Gottes“ drücken die Einheit Jesu mit Gott aus. Das angekündigte Gericht setzt menschlichem Handeln einen Maßstab: die von Jesus gelebte Liebe. Eine Auslegung beschreibt es als gerechtes und liebevolles Aufrichten und Richtigstellen.
Was verbindet Geist, Kirche, Vergebung und Hoffnung?
Der Heilige Geist wird in einer vorliegenden Auslegung als Gottes wirkende Kraft beschrieben. Er führt Menschen zum Glauben und ermutigt sie, Gottes Willen zu tun. Die folgenden Aussagen werden dort als Wirkungen dieses Geistes gelesen.
Heilige christliche Kirche bedeutet dabei nicht, dass eine Kirche oder ihre Mitglieder fehlerfrei wären. „Heilig“ heißt hier: Gott geweiht und auf Gott bezogen. Trotz verschiedener Kirchengemeinschaften richtet sich die Aussage auf die eine weltweite Gemeinschaft der Glaubenden.
Auch die Gemeinschaft der Heiligen meint keine Gruppe moralisch vollkommener Menschen. Gemeint sind Menschen, die zu Gott gehören. Gemeinschaft ist wichtig, weil Menschen ihren Glauben, ihre Erfahrungen und ihre Zweifel miteinander teilen können.
Vergebung der Sünden bezeichnet die Hoffnung, dass Schuld einen Menschen nicht für immer festlegt. Wer zu eigener Schuld steht, kann Vergebung und einen Neuanfang erfahren. Auferstehung der Toten meint die Hoffnung für die Toten insgesamt; sie ist deshalb von der zuvor genannten Auferstehung Jesu zu unterscheiden. Das ewige Leben bezeichnet die Hoffnung, dass Gottes Liebe nicht mit dem Tod endet.
„Amen“ schließt das Bekenntnis ab. Es bedeutet sinngemäß: „So ist es“, „so glaube ich es“ oder „darauf vertraue ich“.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
„Heilig“ bedeutet hier nicht fehlerfrei, sondern . Die Gemeinschaft der Heiligen umfasst Menschen, die . „Amen“ drückt am Ende aus.
Wie unterscheidest du Wortlaut, Geschichte und Auslegung?
Schwierige Aussagen werden klarer, wenn du drei Ebenen trennst:
| Ebene | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Wortlaut | Was steht im überlieferten Text? | „aufgefahren in den Himmel“ |
| historische Einordnung | Was lässt sich über Entstehung und Zeitbezug sagen? | Der Text nennt Pontius Pilatus; Quellen beschreiben verschiedene Entwicklungsstufen des Bekenntnisses. |
| theologische Auslegung | Welche Bedeutung gibt eine Deutung der Aussage? | Himmelfahrt wird als Einheit Jesu mit Gott verstanden. |
Bei der Entstehung ist besondere Vorsicht nötig. Eine Darstellung spricht von einer Einigung der frühen Kirche im 4. Jahrhundert. Eine andere nennt das Romanum, ein altrömisches Taufbekenntnis um 150 n. Chr., als Vorläufer. Eine dritte leitet den Text von Sätzen der zwölf Apostel ab. Das vorliegende Material erklärt das Verhältnis dieser Angaben nicht vollständig. Deshalb wäre die Behauptung „Die zwölf Apostel haben den heutigen Wortlaut gemeinsam verfasst“ nicht gesichert.
Behauptung: „Weil im Bekenntnis ‚aufgefahren in den Himmel‘ steht, muss damit ein Flug in den Weltraum gemeint sein.“
Prüfung:
- Der Wortlaut verwendet tatsächlich das Wort „Himmel“.
- Daraus folgt noch keine naturwissenschaftliche Beschreibung.
- Die vorliegende theologische Auslegung unterscheidet den sichtbaren Himmel von Gottes Bereich.
- Begründetes Urteil: Die Behauptung vermischt Wortlaut und wörtliche Deutung. Nach der erläuterten Auslegung drückt die Wendung Jesu Einheit mit Gott aus.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Apostolisches Glaubensbekenntnis
- Funktion
- Glauben bündeln
- gemeinsam bekennen
- Aufbau
- Gott und Schöpfung
- Jesus Christus
- Geist, Kirche und Hoffnung
- Verstehen
- Bilder deuten
- Wortlaut und Auslegung trennen
- historische Unsicherheit markieren
- Wirkung
- Vertrauen ausdrücken
- Vergebung und Neuanfang hoffen
- Gemeinschaft stärken
- Funktion
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