Kippa: Bedeutung, Tragepraxis und Geschichte
Die Kippa ist eine kleine jüdische Kopfbedeckung. Sie drückt vor allem Ehrfurcht und Respekt gegenüber Gott aus. Wer sie trägt und bei welchen Gelegenheiten, unterscheidet sich jedoch je nach religiöser Strömung, Gemeinde und persönlicher Entscheidung.
Auf dieser Seite lernst du, die Bedeutung der Kippa zu erklären, unterschiedliche Trageweisen einzuordnen und praktische Fragen zu beantworten.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was bedeutet die Kippa?
Kippa
Die Kippa ist eine kleine, meist runde Kopfbedeckung im Judentum. Sie bedeckt den Scheitel oder Hinterkopf. Der Plural lautet Kippot; auf Jiddisch heißt sie auch Yarmulke.
Die Kippa erinnert ihren Träger daran, dass Gott über dem Menschen steht. Sie kann deshalb Ehrfurcht, Demut und Respekt gegenüber Gott ausdrücken. Ihre wichtigste Funktion ist symbolisch: Eine kleine Kippa schützt kaum vor Sonne, Regen oder Wind.
Ein Mann setzt vor dem Gebet eine Kippa auf. Damit zeigt er nicht, dass er ununterbrochen betet. Die Kopfbedeckung erinnert ihn vielmehr daran, Gott auch im Alltag nicht aus dem Denken auszuschließen.
Die Kippa ist vor allem ein religiöses Zeichen – keine gewöhnliche Wetterschutzmütze.
Wer trägt eine Kippa – und wann?
Kippot werden überwiegend von jüdischen Jungen und Männern getragen. Die Praxis ist vielfältig:
- Manche Männer tragen die Kippa den ganzen Tag und nehmen sie nur zum Schlafen ab.
- Andere setzen sie vor allem beim Gebet, beim Toralesen, in der Synagoge oder auf einem jüdischen Friedhof auf.
- In liberalen Gemeinden tragen auch manche Frauen eine Kippa.
- In orthodoxen Gemeinschaften bedecken Männer ihren Kopf häufig ständig, manchmal mit einem Hut über der Kippa.
Diese Unterschiede sind wichtig: Es gibt nicht die eine Trageweise, die für alle Jüdinnen und Juden gilt. Auch andere weibliche Kopfbedeckungen, etwa Tuch oder Perücke in bestimmten orthodoxen Traditionen, dürfen nicht einfach mit der männlichen Kippa gleichgesetzt werden.
Was gilt für Besucher?
Männliche Besucher werden in Synagogen und auf jüdischen Friedhöfen gewöhnlich gebeten, den Kopf zu bedecken – auch wenn sie nicht jüdisch sind. Häufig liegen dafür Leihkippot bereit. Die Kopfbedeckung zeigt Respekt vor dem religiösen Ort und seiner Gemeinschaft.
Eine sichtbare Kippa kann ihren Träger als jüdisch erkennbar machen. Wegen antisemitischer Angriffe tragen manche Männer in Deutschland und anderen europäischen Ländern in bestimmten Situationen stattdessen eine Basecap oder Mütze. Das ist eine Reaktion auf ein Sicherheitsrisiko und sagt nichts gegen die religiöse Bedeutung der Kippa aus.
Was verraten Form, Farbe und Material?
Kippot können gehäkelt, bestickt, einfarbig oder bunt sein. Sie bestehen beispielsweise aus Stoff, Leder, Jeansstoff, Samt oder Wildleder. Auch Größe und Muster unterscheiden sich.
Die Gestaltung kann mit einer religiösen Strömung, einer politischen Nähe, einem Anlass oder dem persönlichen Geschmack zusammenhängen. Gehäkelte Kippot werden zum Beispiel mit bestimmten nationalreligiösen Gruppen verbunden. Bei einer Bar Mizwa, dem Fest der religiösen Mündigkeit eines Jungen, wird mitunter eine besonders glänzende Kippa getragen.
Solche Hinweise sind aber nicht eindeutig. Ein Motiv oder Material erlaubt keinen sicheren Schluss auf sämtliche Überzeugungen eines Menschen.
Eine Kippa kann Zugehörigkeit zeigen, doch ihr Aussehen ist kein zuverlässiges Etikett für die ganze Person.
Wie hält eine Kippa auf dem Kopf?
Eine Kippa hält nicht durch eine besondere Eigenschaft regelmäßiger Träger. Entscheidend sind Platzierung, Passform, Größe und Material.
- Die Kippa wird passend auf dem Scheitel platziert.
- Eine zur Kopfform passende Größe rutscht weniger als ein ungewohntes Leihmodell.
- Größere Kippot können von selbst halten.
- Kleine Kippot lassen sich im Haar mit einer Spange oder Klammer befestigen.
- Auf einem kahlen Kopf haftet Wildleder wegen seiner Reibung vergleichsweise gut.
- Als Notlösung kann Fixier- oder Klettband an der Kippa angebracht werden – nicht am Kopf.
Klammern sind praktisch, werden aber in manchen traditionellen Gemeinschaften nicht gern verwendet. Glatte Leihkippot aus synthetischem Satin rutschen leichter als gut passende eigene Modelle.
Eine kleine Leihkippa rutscht auf glattem Haar. Zuerst wird sie genau auf dem Scheitel platziert. Reicht das nicht, kann eine kleine Haarspange helfen. Auf einem kahlen Kopf wäre dagegen eine gut passende Wildlederkippa meist die geeignetere Wahl.
Wie entwickelte sich die Tragepraxis?
Die heutige Kippa war nicht zu allen Zeiten die übliche jüdische Kopfbedeckung. In biblischer und talmudischer Zeit wurden vermutlich auch große Tücher getragen, die als Sudra bezeichnet werden. Später spielten Hüte und schließlich kleinere, alltagstaugliche Kopfbedeckungen eine größere Rolle.
Bibel und Talmud erwähnen bedeckte und unbedeckte Männer. Sie enthalten jedoch keine allgemeine Vorschrift, nach der jeder jüdische Mann jederzeit eine Kippa tragen muss. Im Talmud werden Vorbilder und Bräuche beschrieben, die das Bedecken des Kopfes mit Gottesfurcht verbinden. Im Mittelalter wurde die regelmäßige Kopfbedeckung stärker als religiöse Regel etabliert; in der Neuzeit verbreitete sich die Kippa breiter.
Das erklärt, warum man zwei Aussagen zugleich festhalten kann:
- Die Kippa besitzt religiöse Bezüge und eine lange Vorgeschichte.
- Die heute verbreitete Form und Tragepraxis haben sich geschichtlich entwickelt.
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Alles auf einen Blick
- Kippa
- Bedeutung
- Ehrfurcht und Respekt gegenüber Gott
- Erinnerung an Gottes Gegenwart
- Tragepraxis
- beim Gebet und an religiösen Orten
- in orthodoxen Gemeinschaften oft auch im Alltag
- in liberalen Gemeinden teilweise auch von Frauen
- Vielfalt
- unterschiedliche Größen, Farben und Materialien
- Hinweise auf Gruppe, Anlass oder Geschmack sind nicht eindeutig
- Halt
- Scheitelposition und passende Form
- Spange bei Haaren, Wildleder bei kahlem Kopf
- Geschichte
- ältere Kopfbedeckungen wie die Sudra
- heutige Praxis geschichtlich entwickelt
- Bedeutung
Abschluss-Check
Du kannst die Kippa nun als religiöses Zeichen erklären, unterschiedliche Trageweisen respektvoll einordnen und praktische sowie historische Fragen voneinander unterscheiden.
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