Kirchenraum erkunden und verstehen
Ein Kirchenraum ist der Innenraum eines christlichen Gotteshauses. Seine Bereiche und Gegenstände zeigen, dass Menschen dort Gottesdienste feiern, beten, zuhören und als Gemeinde zusammenkommen. Kirchen können jedoch sehr unterschiedlich aussehen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Kirche kann Gebäude und Gemeinschaft bedeuten
Das Wort Kirche hat mehrere Bedeutungen. Es kann das Gebäude meinen, in dem sich Christinnen und Christen versammeln. Es kann aber auch die christliche Gemeinde oder Gemeinschaft bezeichnen.
Kirchenraum
Der Kirchenraum ist der Innenraum eines Kirchengebäudes. Zu ihm gehören verschiedene Bereiche und Ausstattungsstücke, die beim Gottesdienst und bei anderen Feiern genutzt werden.
Beispiel: Der Satz „Die Kirche hat einen hohen Turm“ meint ein Gebäude. Der Satz „Die Kirche versammelt sich zum Gottesdienst“ meint die Gemeinschaft der Menschen.
So orientierst du dich im typischen Kirchengebäude
Kirchen unterscheiden sich in Größe, Form, Baustil und Material. Trotzdem lässt sich ein häufiger Grundaufbau beschreiben. Er ist eine Orientierung und keine Regel für jedes einzelne Gebäude.
Bei vielen Kirchen steht der Kirchturm im Westen. An seinem Fuß liegt häufig der Eingang. Nach Osten schließt sich das Kirchenschiff an. Dort stehen die Bänke für die Besucherinnen und Besucher. Das Kirchenschiff endet in der Apsis, in der sich der Altarraum befinden kann.
Eine Empore ist ein erhöhter Bereich, den man in manchen Kirchen über eine Treppe vom Eingangsbereich aus erreicht.
Ein häufiger Weg durch die Kirche lautet: Eingang beim Turm – Kirchenschiff mit Bänken – Apsis und Altarraum. Prüfe diese Ordnung immer am konkreten Gebäude, denn Kirchen sehen nicht alle gleich aus.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der langgestreckte Bereich mit den Bänken heißt . Sein östlicher Abschluss wird in der typischen Beschreibung genannt. Ein erhöhter Bereich über dem unteren Kirchenraum ist die .
Gegenstände verraten, was im Raum geschieht
Im Altarraum befinden sich häufig ein Kreuz, Kerzen und Blumen. Fast immer steht dort auch ein Lesepult: der Ambo.
Ambo
Der Ambo ist ein Lesepult im Altarraum. Sein Name wird als „Tisch des Wortes“ erklärt. Von dort werden Texte vorgelesen.
Eine Kanzel ist ein erhöhter Ort, von dem die Predigt gesprochen wird. Ambo und Kanzel sind daher nicht dasselbe: Der Ambo ist ein Lesepult; die Kanzel ist besonders mit der Predigt verbunden.
Auch ein Taufbecken kann zu den typischen Gegenständen gehören. Welche Gegenstände vorhanden sind und wie sie aussehen, hängt von der jeweiligen Kirche ab.
Du beobachtest in einem Kirchenraum drei Dinge:
- Die Bänke sind auf den Altarraum ausgerichtet.
- Dort stehen ein Kreuz und Kerzen.
- Daneben befindet sich ein Ambo.
Auswertung: Die Blickrichtung der Bänke zeigt, wo sich die Aufmerksamkeit der versammelten Menschen bündelt. Kreuz und Kerzen kennzeichnen den Altarraum. Der Ambo zeigt, dass das Vorlesen von Texten zum Geschehen in diesem Raum gehört. So erschließt du die Nutzung aus mehreren Beobachtungen, statt nur Gegenstände aufzuzählen.
Glocken und Feiern zeigen die Nutzung
Im Kirchturm hängen häufig Glocken. Sie können zur vollen Stunde die Uhrzeit anzeigen. Außerdem läuten sie Gottesdienste, christliche Festtage und besondere Feiern ein.
Zu den in Kirchen gefeierten Anlässen gehören Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Der Kirchenraum ist deshalb nicht nur ein Gebäude zum Anschauen. Er wird von einer Gemeinschaft zu verschiedenen Zeiten und Anlässen genutzt.
Typische Merkmale gelten nicht ausnahmslos. Formulierungen wie „häufig“, „oft“ oder „in vielen Kirchen“ sind wichtig, weil Bauweise und Ausstattung verschieden sein können.
Reale und virtuelle Erkundungen vergleichen
Bei einer virtuellen Kirchenerkundung bewegst du dich mithilfe digitaler Ansichten durch ein Kirchengebäude. Manche Angebote zeigen Innen- und Außenräume als 360-Grad- oder 3-D-Ansicht. So lassen sich auch weit entfernte Kirchen ohne Anreise betrachten.
Virtuelle Rundgänge sparen Zeit, Organisationsaufwand und Kosten. Details wie Deckengemälde oder eine Kuppel können aus günstigen Blickwinkeln untersucht werden. Dafür braucht man einen stabilen Internetzugang und ein geeignetes Gerät; ein größerer Bildschirm erleichtert die Orientierung.
Eine virtuelle Tour ersetzt jedoch nicht alles. Die unmittelbare sinnliche und atmosphärische Erfahrung eines realen Kirchenraums als besonderem Ort der Stille lässt sich digital nicht vollständig wiedergeben.
Virtuell ist besonders praktisch für Orientierung und genaue Bildbeobachtung. Real erlebst du den Ort unmittelbar. Beide Formen können sich ergänzen.
Einen Kirchenraum selbstständig untersuchen
Gehe bei einer realen oder virtuellen Erkundung in vier Schritten vor:
- Orientieren: Suche Eingang, Kirchenschiff, Apsis und Altarraum.
- Beobachten: Beschreibe Lage, Form und Aussehen ausgewählter Gegenstände genau.
- Benennen: Ordne sichere Fachbegriffe wie Kirchturm, Ambo oder Empore zu.
- Deuten: Erkläre vorsichtig, welche Nutzung eine Beobachtung erkennen lässt.
Trenne dabei Beobachtung und Deutung. „Im Turm hängen Glocken“ ist eine Beobachtung. „Die Glocken können einen Gottesdienst ankündigen“ erklärt ihre mögliche Funktion.
Aufgabe: Du siehst Bänke, die zu einem Bereich mit Kreuz, Kerzen und Lesepult ausgerichtet sind. Beschreibe, was du sicher beobachten kannst, und deute anschließend die Funktion des Bereichs.
Lösung: Sicher beobachten kannst du die Blickrichtung der Bänke sowie Kreuz, Kerzen und Lesepult. Das Lesepult kannst du als Ambo bestimmen. Aus der Anordnung lässt sich schließen, dass der Bereich für den Gottesdienst wichtig ist und dass die versammelten Menschen von ihren Plätzen aus dorthin blicken und vorgelesenen Texten zuhören können.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Kirchenraum
- Bedeutung
- Gotteshaus
- Ort der Gemeinde
- Aufbau
- Kirchturm und Eingang
- Kirchenschiff mit Bänken
- Apsis und Altarraum
- Empore
- Ausstattung
- Ambo
- Kanzel
- Kreuz, Kerzen und Blumen
- Nutzung
- Gottesdienste
- Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen
- Vorlesen und Predigt
- Erkundung
- beobachten und benennen
- Funktion begründet deuten
- real und virtuell vergleichen
- Bedeutung
Abschluss-Check
Du kannst einen Kirchenraum nun nicht nur benennen, sondern systematisch erschließen: erst beobachten, dann Fachbegriffe zuordnen und schließlich die Nutzung begründet deuten.
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