Kloster: Leben, Aufgaben und Geschichte erklärt
Ein Kloster ist ein abgegrenzter Lebensraum, in dem Menschen ihren Glauben nach festen Regeln leben. Gebet, Arbeit und das Leben in der Gemeinschaft prägen den Alltag. Klöster gibt es in verschiedenen Religionen; diese Seite richtet den Blick vor allem auf christliche Klöster.
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Was macht einen Ort zum Kloster?
Das Wort Kloster bedeutet „abgeschlossener Raum“. Der Rückzug soll Menschen ermöglichen, sich besonders auf ihren Glauben zu konzentrieren. Abgeschlossen heißt aber nicht unbedingt, dass niemand das Kloster betreten darf.
Klöster liegen häufig abseits oder sind durch Mauern, Hecken oder Büsche begrenzt. Zur Anlage können Wohnräume, ein Gebetsraum, Werkstätten und Gärten gehören. Welche Gebäude vorhanden sind, hängt von der Gemeinschaft und ihren Aufgaben ab.
Kloster
Ein Kloster ist ein abgegrenzter Lebens- und Glaubensort. Dort lebt eine religiöse Gemeinschaft nach festen Regeln. Typisch sind gemeinsame Gebetszeiten, Arbeit und ein geregelter Tagesablauf.
Viele Klöster empfangen auch Gäste. Sie können beispielsweise Führungen, Seminare, Gebetswochen, Kulturveranstaltungen oder Erholungsaufenthalte anbieten.
Ein Kloster verbindet Rückzug und Gemeinschaft: Die Bewohner ziehen sich aus manchen Bereichen des gewöhnlichen Alltags zurück, leben aber nicht allein, sondern in einer geregelten Gemeinschaft.
Wie leben christliche Ordensleute?
Eine christliche Ordensgemeinschaft besteht aus Männern oder Frauen, die unter der Leitung eines Oberen oder einer Oberin nach bestimmten Regeln zusammenleben. Das Wort „Orden“ kommt vom lateinischen ordo und bedeutet unter anderem „Ordnung“.
Zu den Ordensleuten gehören beispielsweise Mönche, Nonnen, Ordensbrüder, Ordensschwestern und Ordenspriester. Ihr Alltag unterscheidet sich je nach Gemeinschaft. Häufig gehören Gebet, Arbeit, gemeinschaftliche Zeiten und eine besondere Kleidung, die Ordenstracht, dazu.
Evangelische Räte
Die Evangelischen Räte sind drei Verpflichtungen vieler christlicher Ordensleute: Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam. Sie werden als besondere Form der Nachfolge Jesu verstanden.
- Ehelosigkeit: Ordensleute verzichten auf Ehe und Partnerschaft.
- Armut: Persönlicher Besitz und der Umgang mit Gütern werden durch die Regeln der Gemeinschaft begrenzt.
- Gehorsam: Die Mitglieder ordnen sich den gemeinsamen Regeln und der Leitung ihrer Gemeinschaft unter.
Der Eintritt in einen Orden soll freiwillig erfolgen. Diese Lebensform ist eine besondere religiöse Berufung und keine Pflicht für alle Christinnen und Christen. Man kann christlich leben, ohne jemals ein Kloster zu betreten.
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Viele christliche Ordensleute verbinden und . Zu den Evangelischen Räten gehören Ehelosigkeit, und .
Warum waren Klöster im Mittelalter so wichtig?
Im Mittelalter waren große Klöster religiöse, soziale und wirtschaftliche Gemeinschaften. Manche funktionierten ähnlich wie kleine Städte. Sie benötigten Wohnräume, Nahrung, Werkstätten, Krankenpflege und eine geordnete Verwaltung.
Menschen traten aus unterschiedlichen Gründen ein:
- Sie wollten ein religiöses Leben führen und hofften auf ihr Seelenheil.
- Sie suchten Bildung und geordnete Lebensverhältnisse.
- Mönche und Nonnen genossen hohes gesellschaftliches Ansehen.
- Ein Kloster konnte Nahrung sowie einen sicheren Wohn- und Schlafplatz bieten.
Das Leben war trotzdem nicht unbedingt bequem. Askese, feste Regeln und der Verzicht auf persönliche Freiheiten gehörten dazu.
Eine Gemeinschaft mit vielen Berufen
Ein weitgehend selbstversorgendes Kloster musste zahlreiche Arbeiten selbst erledigen. Dort wirkten unter anderem Bauern, Müller, Bäcker, Braumeister, Schmiede, Tischler, Krankenpfleger, Ärzte, Theologen und Fachleute für Bauaufgaben.
Vom Korn bis zum Brot waren mehrere Schritte nötig: Bauern bauten Getreide an, ein Müller mahlte es und ein Bäcker verarbeitete das Mehl. Werkzeuge mussten hergestellt oder repariert und Vorräte gelagert werden. Das Beispiel zeigt, warum ein großes Kloster viele Berufe und Gebäude benötigte.
Klöster waren außerdem Orte der Bildung, Kultur und Krankenpflege. Ordensleute sammelten und kopierten Texte, unterrichteten Kinder und versorgten Kranke. Damit übernahmen sie Aufgaben, für die es damals noch keine staatlichen Schulen und Krankenhäuser in heutiger Form gab.
Was zeigt der St. Galler Klosterplan?
Der St. Galler Klosterplan entstand im 9. Jahrhundert im Skriptorium des Klosters Reichenau. Ein Skriptorium war ein Raum oder Arbeitsbereich, in dem Texte geschrieben und abgeschrieben wurden. Der Plan wurde dem damaligen Abt des Klosters St. Gallen gewidmet.
Idealplan
Ein Idealplan zeigt, wie eine Anlage nach bestimmten Vorstellungen optimal aufgebaut sein sollte. Er beweist nicht, dass genau diese Anlage tatsächlich gebaut wurde.
Im Mittelpunkt des Plans steht eine große Kirche. In ihrer Nähe befinden sich wichtige Bereiche des Gemeinschaftslebens:
- der Klausurbereich als besonders geschützter Teil des Klosters,
- das Abthaus für den Abt,
- der Kreuzgang,
- der Speisesaal, auch Refektorium genannt,
- der Schlafsaal,
- Gebäude für Novizen und Kranke.
Hinzu kommen 55 weitere Gebäudetypen. Rund 350 Beschreibungen erklären die vorgesehenen Funktionen. Zu sehen sind unter anderem Ställe, Kräutergarten, Kornkammern, Bäckerei, Mühle, Brauerei, Küchen und Werkstätten.
Krankenversorgung bekommt viel Raum
Die Benediktregel verlangt, die Sorge für Kranke besonders wichtig zu nehmen. Der Plan sieht deshalb ein Arzthaus mit Apotheke, eine Küche und ein Badehaus für Kranke sowie ein eigenes Aderlass-Haus vor.
Aus der Lage und Ausstattung der Gebäude lässt sich eine Priorität erkennen: Mehrere eigene Räume dienen der Versorgung Kranker. Der Plan stellt Krankenpflege also nicht als kleine Nebenaufgabe dar, sondern als wichtigen Teil des Klosterlebens.
Kein reales Kloster wurde nachweislich exakt nach diesem Plan errichtet. Der Plan ist daher eine wichtige Darstellung einer vorgestellten, optimal geordneten Klosterstadt – kein Bauprotokoll eines fertigen Klosters.
Wie veränderten sich Orden im Lauf der Geschichte?
Christliches Ordensleben entstand nicht auf einmal in seiner späteren Form. Seine Aufgaben und Organisationsweisen veränderten sich mit Kirche und Gesellschaft.
- Bis zum 3. JahrhundertChristliches Leben organisiert sich zunehmend; Asketen ziehen sich unter anderem in die Wüsten Syriens und Ägyptens zurück.
- Frühes MittelalterKlöster werden stärker in die Aufgaben von Kirche und Staat eingebunden und entwickeln sich zu Orten der Bildung und Kultur.
- 12. und 13. JahrhundertAus Armutsbewegungen entstehen Bettelorden wie Dominikaner, Franziskaner, Augustiner-Eremiten und Karmeliten.
- 16. JahrhundertIn reformatorischen Ländern werden Klöster geschlossen; die katholische Kirche erneuert ihr Ordensleben.
- Seit dem 17. JahrhundertKongregationen mit einfachen Gelübden und neuen Aufgabenfeldern entstehen.
- 19. JahrhundertZahlreiche neue Gemeinschaften widmen sich besonders Erziehung, Seelsorge, Krankenpflege und Armenfürsorge.
- Seit den 1960er JahrenGroße traditionelle Gemeinschaften geraten in eine Krise; kleinere oder zeitlich begrenzte Formen bleiben teilweise attraktiv.
Die frühen Asketen wollten weltliche Bedürfnisse begrenzen und Jesus besonders konsequent nachfolgen. Manche lebten zunächst als Einsiedler, andere schlossen sich zu Gemeinschaften unter einer Leitung zusammen.
Später übernahmen Orden neue Aufgaben. Bettelorden verbanden gemeinschaftliche Armut besonders mit Seelsorge. Andere Gemeinschaften arbeiteten in Predigt, Schulen, Krankenhäusern, Erziehung, Armenfürsorge oder Missionsarbeit.
Das Grundanliegen eines geistlichen Lebens blieb bestehen. Organisation, Tätigkeiten und Bindungsformen der Ordensgemeinschaften veränderten sich jedoch im Lauf der Geschichte.
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Alles auf einen Blick
- Kloster
- geregeltes Glaubensleben
- Gebet und Arbeit
- Ordensgemeinschaft und Leitung
- Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam
- mittelalterliche Selbstversorgung
- Bildung, Kultur und Krankenpflege
- St. Galler Plan als Idealentwurf
- Wandel der Aufgaben und Gemeinschaftsformen
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