Nonne: Klosterleben, Gelübde und Alltag erklärt
Eine Nonne ist eine Frau, die ihr Leben einer Religion widmet und zu einer Ordens- oder Klostergemeinschaft gehört. Nonnen leben nach gemeinsamen Regeln. Wie ihr Alltag, ihre Kleidung und ihre religiöse Bindung aussehen, hängt von der Religion, der Gemeinschaft und ihrer Tradition ab.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was bedeutet Nonne?
Das Wort Nonne bezeichnet ein weibliches Mitglied einer religiösen Ordens- oder Klostergemeinschaft. Als männliche Entsprechung wird Mönch verwendet.
Orden
Ein Orden ist eine religiöse Gemeinschaft, deren Mitglieder nach gemeinsamen Regeln leben. Gemeinschaften desselben Ordens beziehen sich auf dieselbe religiöse Tradition oder einen gemeinsamen Gründer.
Im Christentum richten Nonnen ihr Leben auf Gott aus. Gebet, Gemeinschaft und der Dienst an anderen Menschen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Leiterin eines christlichen Frauenklosters heißt Äbtissin oder Äbtin.
Die Wörter Nonne und Ordensschwester werden im Alltag häufig gleich gebraucht. In einer engeren kirchenrechtlichen Bedeutung kann „Nonne“ jedoch speziell eine Schwester eines kontemplativen Ordens bezeichnen. Ein solcher Orden richtet sein gemeinschaftliches Leben besonders stark auf Gebet und religiöse Betrachtung aus. Deshalb ist nicht jede Ordensschwester in jedem Zusammenhang eine Nonne.
Wie wird eine Frau Nonne?
Der Eintritt in eine Gemeinschaft führt nicht sofort zu einer dauerhaften Bindung. Eine neu eingetretene Frau ist zunächst Novizin, also eine Frau in einer Probe- und Ausbildungszeit. Diese Zeit heißt Noviziat.
Im Noviziat lernt sie das Leben der Gemeinschaft, ihre Geschichte und ihre Regeln kennen. Sie nimmt an Gebeten und Gottesdiensten teil und übt den geregelten Alltag ein. Zugleich können sie und die Gemeinschaft prüfen, ob dieser Lebensweg zu ihr passt.
Am Ende kann die Profess stehen. Das ist die feierliche Ablegung eines Gelübdes. Ein Gelübde ist ein religiöses Versprechen. Es wird häufig zunächst für eine begrenzte Zeit abgelegt. Später kann eine dauerhafte Bindung folgen.
Eine Novizin lebt bereits in der Gemeinschaft und lernt deren Regeln kennen. Sie ist aber noch nicht lebenslang gebunden. Erst mit der Profess legt sie ihr Gelübde ab. So bleibt Zeit für eine bewusste Entscheidung.
Der Weg verläuft schrittweise: Eintritt, Noviziat, Profess und möglicherweise später eine lebenslange Bindung.
Was versprechen christliche Nonnen?
Ein christliches Gelübde kann drei zentrale Bindungen umfassen:
- Gehorsam: Die Nonne beachtet die Regeln der Gemeinschaft und folgt ihrer Leitung.
- Besitzverzicht: Sie gibt eigenen Besitz ab und führt ein einfaches gemeinschaftliches Leben.
- Ehelosigkeit: Sie bleibt unverheiratet und richtet ihr Leben in besonderer Weise auf Gott aus.
Diese Versprechen sind keine drei voneinander getrennten Einzelregeln. Gemeinsam gestalten sie den ganzen Lebensweg: Entscheidungen werden in der Gemeinschaft getroffen, der Lebensstil bleibt einfach und die religiöse Bindung steht im Mittelpunkt.
Wenn eine Nonne eine Aufgabe im Kloster übernimmt, betrifft das mehrere Teile des Gelübdes: Sie ordnet sich in die Gemeinschaft ein, arbeitet nicht für persönlichen Besitz und versteht ihre Tätigkeit als Teil ihres religiösen Lebens.
Wie sieht der Alltag im Kloster aus?
Der Tagesablauf folgt festen Regeln. Zu bestimmten Zeiten kommen die Nonnen zum Gebet oder Gottesdienst zusammen. Manche Klöster kennen mehrere Gebetszeiten am Tag und auch Gebete in der Nacht. Es gibt jedoch keinen überall identischen Stundenplan.
Zwischen den Gebetszeiten erledigen Nonnen notwendige Arbeiten. Dazu können Putzen, Wäschewaschen und die Pflege kranker oder alter Mitschwestern gehören. Auch die Hilfe für Menschen außerhalb der Gemeinschaft kann Teil ihres Dienstes sein.
Christliche Ordenskleidung heißt Habit. Häufig gehören schlichte Gewänder und ein Schleier dazu. Farbe und Form können sich je nach Orden unterscheiden. Die Kleidung macht die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft sichtbar und passt zum einfachen Lebensstil.
Klöster waren außerdem Orte, an denen Wissen gesammelt und weitergegeben wurde. Dazu gehörten etwa Kenntnisse über Heilkräuter und die Pflege kranker Menschen. Manche Klöster übernahmen auch Bildungsaufgaben. Das galt jedoch nicht für jede Zeit und jedes Kloster in gleicher Weise.
Ein geregelter Alltag bedeutet nicht, dass alle Klöster gleich sind. Gebetszeiten, Kleidung und Aufgaben richten sich nach den Regeln der jeweiligen Gemeinschaft.
Warum leben nicht alle Nonnen gleich?
Nonnen gibt es im Christentum und im Buddhismus. In beiden Religionen können Gemeinschaft, Regeln, religiöse Übungen und ein einfacher Lebensstil wichtig sein. Die religiösen Begründungen und konkreten Ordnungen sind jedoch verschieden.
Christliche Nonnen leben in einer Ordensgemeinschaft mit Ausrichtung auf Gott. Ihr Alltag kann durch Gottesdienst, Stundengebet, Arbeit und Dienst an anderen geprägt sein.
Im Buddhismus bezeichnet „Nonne“ ebenfalls ein weibliches Ordensmitglied. Es gibt jedoch mehrere Stufen und Formen: vollordinierte Nonnen, Novizinnen, Frauen in Ausbildung und besondere Gemeinschaften mit einer bestimmten Zahl von Regeln. Nicht jede religiös lebende buddhistische Frau besitzt deshalb denselben Ordinationsstatus. Ordination bedeutet hier die religiöse Aufnahme in den buddhistischen Orden.
Buddhistische Ordenskleidung wird Robe genannt. Ihr Aussehen unterscheidet sich nach Land und Tradition. Pauschale Aussagen wie „Buddhistische Nonnen tragen immer weiße Kleidung“ sind daher unzuverlässig. Manche weiß gekleideten Frauengemeinschaften gelten eher als religiöse Laiengemeinschaften und nicht als Gemeinschaften vollordinierter Nonnen.
Vergleiche religiöse Lebensformen sorgfältig: Eine sichtbare Ähnlichkeit wie schlichte Kleidung beweist noch nicht, dass Regeln, Ordination und religiöse Bedeutung gleich sind.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Nonne
- Gemeinschaft: Orden oder Kloster
- Weg: Noviziat und Profess
- Christliches Gelübde: Gehorsam, Besitzverzicht und Ehelosigkeit
- Alltag: Gebet, Arbeit und Dienst
- Christliche Kleidung: Habit
- Buddhistische Kleidung: Robe
- Vielfalt: Regeln und Status hängen von Tradition und Gemeinschaft ab
Abschluss-Check
Du kannst das Leben einer Nonne nun als religiöse Lebensform erklären: Es entsteht durch einen schrittweisen Eintritt, gemeinsame Regeln und einen geregelten Alltag. Zugleich weißt du, warum genaue Aussagen immer die jeweilige Religion, Tradition und Gemeinschaft berücksichtigen müssen.
Mit Google fortfahren