In einer jüdischen Gemeinde gibt es viele Fragen: Wie wird ein Fest gefeiert? Was bedeutet ein Abschnitt aus einem heiligen Text? Und wer kann zuhören, erklären und beim Nachdenken helfen? Dafür gibt es Rabbiner und Rabbinerinnen.
Was macht ein Rabbiner?
Ein Rabbiner ist ein jüdischer Gelehrter und religiöser Lehrer. Das Wort Rabbi kommt aus dem Hebräischen und bedeutet etwa „mein Lehrer“. Rabbinerinnen gibt es in vielen jüdischen Gemeinden. Welche Aufgaben sie übernehmen und ob sie als Rabbinerinnen anerkannt werden, hängt von der jeweiligen jüdischen Richtung ab.
Rabbinerinnen und Rabbiner beschäftigen sich intensiv mit jüdischen Texten, Bräuchen und Regeln. Sie erklären nicht nur Wissen. Sie helfen Menschen auch dabei, dieses Wissen auf ihr Leben zu beziehen.
Eine Familie möchte wissen, wie sie ein jüdisches Fest vorbereiten kann. Sie fragt einen Rabbiner. Er erklärt die Tradition und bespricht mit der Familie, was für sie wichtig ist.
Ein Rabbiner ist vor allem Lehrer, Berater und Gelehrter im Judentum.
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Wichtige Texte verstehen
Damit Rabbinerinnen und Rabbiner gut lehren können, lernen sie viele Jahre. Besonders wichtig ist die Tora. Im engeren Sinn meint sie die fünf Bücher Mose. Sie gehören zu den heiligen Schriften des Judentums.
Ein weiterer wichtiger Text ist der Talmud. Er sammelt Gespräche und Überlegungen jüdischer Gelehrter zu Regeln und zum Leben. Dort werden oft verschiedene Meinungen miteinander verglichen.
In der Tora steht ein Gebot. Eine Rabbinerin erklärt, was dieses Gebot bedeuten kann. Danach schaut sie in den Talmud, um zu sehen, wie Gelehrte darüber nachgedacht haben.
Jüdisches Lernen bedeutet oft auch: Fragen stellen, genau zuhören und unterschiedliche Deutungen prüfen.
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Aufgaben in der Gemeinde
Eine Gemeinde ist eine Gruppe von Menschen, die zu einer Religionsgemeinschaft gehört und gemeinsam ihr religiöses Leben gestaltet. Rabbinerinnen und Rabbiner unterrichten Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie führen Gespräche mit Menschen, die Sorgen haben. Diese Begleitung nennt man Seelsorge.
Sie können auch bei Hochzeiten, Trauerfeiern oder Festen mitwirken. Dabei ist ihre Aufgabe je nach Gemeinde unterschiedlich.
Ein Jugendlicher bereitet sich auf seine Bar Mizwa vor. Das ist die Feier, bei der ein jüdischer Junge religiös mündig wird. Eine Rabbinerin kann mit ihm lernen, Fragen beantworten und ihn auf die Feier vorbereiten.
Rabbinerinnen und Rabbiner arbeiten für Menschen: Sie lehren, begleiten und helfen beim gemeinsamen religiösen Leben.
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Rabbiner sind keine Priester
Manchmal vergleichen Menschen einen Rabbiner mit einem Pfarrer. Das hilft nur teilweise. Ein Rabbiner ist kein Priester und hat nicht automatisch eine besondere Rolle, die nur er im Gottesdienst übernehmen darf.
Die Synagoge ist das jüdische Haus für Gebet, Lernen und Zusammenkommen. In manchen Gemeinden leitet ein Rabbiner einen Gottesdienst. Es gibt aber auch andere Personen, die dabei Aufgaben übernehmen. Ein Kantor oder eine Kantorin leitet zum Beispiel häufig Gebete und Gesänge.
Beim Gottesdienst liest eine Person aus der Tora vor. Eine andere Person leitet Gesänge. Der Rabbiner hält vielleicht eine Ansprache oder erklärt den gelesenen Text.
Wer welche Aufgabe übernimmt, kann sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden.
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Unterschiede im Judentum
Im Judentum gibt es verschiedene Richtungen und Gemeinden. Deshalb sind Ausbildung und Aufgaben von Rabbinerinnen und Rabbinern nicht überall gleich.
Orthodox nennt man jüdische Richtungen, die religiöse Regeln und Überlieferungen besonders verbindlich verstehen. In orthodoxen Gemeinden sind Rabbiner traditionell Männer. Liberal bedeutet hier: Eine jüdische Richtung deutet Traditionen in manchen Fragen anders als orthodoxe Gemeinden. Progressiv ist eine weitere Bezeichnung für solche liberalen jüdischen Richtungen. In vielen liberalen und progressiven Gemeinden gibt es auch Rabbinerinnen.
Zwei jüdische Gemeinden feiern denselben Feiertag. Beide orientieren sich an jüdischen Traditionen. Trotzdem kann die Gestaltung des Gottesdienstes oder die Aufgabe einer Rabbinerin unterschiedlich sein.
Es gibt nicht nur eine einzige Form jüdischen Lebens. Unterschiede zwischen Gemeinden verdienen Respekt.
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Zusammenfassung
Ein Rabbiner oder eine Rabbinerin ist ein jüdischer Gelehrter, Lehrer und Berater. Sie kennen die Tora und den Talmud und helfen Menschen, jüdische Traditionen zu verstehen. Sie unterrichten, begleiten Gemeindemitglieder und können Gottesdienste mitgestalten. Ihre genaue Rolle hängt von der jeweiligen jüdischen Gemeinde ab.
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