Rosch ha-Schana: Bedeutung und Bräuche
Rosch ha-Schana bedeutet „Kopf des Jahres“ und ist das jüdische Neujahrsfest. Es verbindet den hoffnungsvollen Beginn eines neuen Jahres mit Rückblick, Selbstprüfung und Umkehr. Gefeiert wird am 1. und 2. Tischri; anschließend führen zehn Tage der Besinnung zu Jom Kippur.
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Was wird an Rosch ha-Schana gefeiert?
Rosch ha-Schana
Der hebräische Name bedeutet „Kopf des Jahres“. Rosch ha-Schana ist das jüdische Neujahrsfest und eröffnet die Hohen Feiertage.
Das Fest erinnert an die Erschaffung der Welt. Es gilt außerdem als Tag des Gerichts: Menschen prüfen ihr vergangenes Handeln, bitten um Vergebung und richten sich neu aus.
Dabei geht es nicht nur um Schuld und Reue. Zum Fest gehören auch Hoffnung, Gemeinschaft und Vorfreude auf ein gutes neues Jahr.
Rosch ha-Schana fällt auf den 1. und 2. Tag des jüdischen Monats Tischri, meist im September oder Oktober. Wie andere jüdische Feste beginnt es bereits am Vorabend.
Rosch ha-Schana verbindet zwei Blickrichtungen: zurück auf das eigene Handeln und nach vorn auf einen guten Neuanfang.
Wie führen die Festtage zu Jom Kippur?
Der zeitliche Zusammenhang hilft dir, die Bedeutung des Festes zu verstehen:
- Am 1. und 2. Tischri wird Rosch ha-Schana gefeiert.
- Damit beginnt eine zehntägige Zeit der Besinnung, Buße und Umkehr. Sie wird auch Tage der Ehrfurcht genannt.
- In dieser Zeit spielen Gebet, Wohltätigkeit und die Bitte um Vergebung eine wichtige Rolle.
- Den Abschluss bildet Jom Kippur, der Versöhnungstag und große Fasttag.
Die zehn Tage werden daher genauer als Buß- und Besinnungszeit beschrieben. Nicht alle diese Tage sind einfach eine durchgehende „Fastenzeit“.
Wie machen Zeichen die Festgedanken sichtbar?
Viele Bräuche verbinden eine Handlung oder einen Gegenstand mit einer religiösen Bedeutung.
| Zeichen oder Brauch | Bedeutung |
|---|---|
| Schofar | Ruf zu Besinnung und Umkehr |
| Apfel in Honig | Wunsch nach einem süßen und guten Jahr |
| Rundes Festbrot | Kreislauf des Jahres und Verbindung von Vergangenheit und Zukunft |
| Granatapfel | Wunsch nach vielen guten Taten |
| Weiße Ausstattung | Reinheit und besondere Würde des Tages |
Schofar
Der Schofar ist ein Blasinstrument aus einem Tierhorn und wird häufig als Widderhorn beschrieben. Sein durchdringender Klang ruft dazu auf, das eigene Leben und die eigenen Werte zu prüfen.
Im Gottesdienst wird der Schofar in festgelegten Tonfolgen geblasen. Fällt der Festtag auf einen Schabbat, wird er nach der beschriebenen religiösen Praxis nicht geblasen.
Eine Familie tunkt Apfelstücke in Honig. Der süße Geschmack ist nicht nur Teil der Mahlzeit: Er macht den Wunsch nach einem guten und „süßen“ neuen Jahr sinnlich erfahrbar.
Ein religiöses Zeichen hat eine sicht- oder hörbare Seite und eine damit verbundene Bedeutung. Der Gegenstand allein bewirkt die innere Veränderung nicht.
Was bedeutet der Taschlich-Brauch?
Am Nachmittag des ersten Festtages kann der Taschlich-Brauch stattfinden. „Taschlich“ bedeutet „Du wirst werfen“.
Dabei werden Taschen symbolisch geleert. Fussel oder Brotkrumen werden in fließendes Wasser geworfen. Die Handlung steht dafür, Sünden und alte Lasten abzulegen.
Die Krümel stellen Belastendes symbolisch dar. Wenn sie ins Wasser geworfen werden, wird eine innere Absicht sichtbar: Vergangenes nicht festzuhalten, Fehler zu bereuen und einen neuen Weg zu beginnen.
Das Wasser entfernt Schuld nicht buchstäblich. Taschlich ist ein Zeichen für Umkehr und innere Neuausrichtung.
Wie deutest du einen Festbrauch?
Mit drei Schritten kannst du einen Brauch erklären:
- Beobachten: Was tun, sehen, hören oder schmecken die Menschen?
- Deuten: Für welche religiöse Idee steht die Handlung?
- Verbinden: Wie passt diese Idee zum Fest als Ganzem?
Beobachtung: Ein Apfel wird in Honig getaucht.
Deutung: Die Süße steht für den Wunsch nach einem guten neuen Jahr.
Verbindung: Der Brauch zeigt die hoffnungsvolle Seite von Rosch ha-Schana. Gleichzeitig erinnern andere Bräuche wie der Schofarton an Selbstprüfung und Umkehr.
Die Bräuche bilden kein unveränderliches Pflichtprogramm für jede Gemeinde. Die Beschreibungen zeigen unterschiedliche Schwerpunkte, etwa beim Gottesdienst, bei der Ausstattung und bei den Speisen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Rosch ha-Schana
- Zeitpunkt → 1. und 2. Tischri
- Rückblick → eigenes Handeln prüfen
- Neuanfang → Hoffnung und gute Taten
- Schofar → Ruf zu Besinnung und Umkehr
- Taschlich → Sünden und Lasten symbolisch ablegen
- Festessen → Wünsche durch Speisen ausdrücken
- Weiterer Weg → zehn Tage bis Jom Kippur
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