Salāt: Das islamische Ritualgebet erklärt
Salāt ist das islamische Ritualgebet. Es gehört zu den fünf Säulen des Islam und verbindet festgelegte Gebetszeiten, Rezitationen und Körperhaltungen. Nach der verbreiteten islamischen Lehre wird es fünfmal am Tag in Richtung der Kaaba in Mekka verrichtet.
Auf dieser Seite lernst du, Salāt von einem persönlichen Bittgebet zu unterscheiden, die fünf Gebete einzuordnen und den grundlegenden Ablauf zu erklären.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was Salāt von einem freien Gebet unterscheidet
Salāt
Salāt ist ein Ritualgebet mit festgelegten Zeiten, Gebetsrichtungen, Texten und Körperhaltungen. Es ist die zweite der fünf Säulen des Islam.
Die fünf Säulen bezeichnen grundlegende religiöse Pflichten: das Glaubensbekenntnis, das Ritualgebet, die soziale Pflichtabgabe, das Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka.
Salāt ist nicht dasselbe wie ein persönliches Bittgebet. Bei einem Bittgebet kann ein Mensch eigene Bitten aussprechen. Die Salāt folgt dagegen einer geregelten Form. Zu ihr gehören Rezitationen sowie Stehen, Verbeugung, Niederwerfung und Sitzen.
Ritualgebet bedeutet nicht einfach „Gebet“, sondern ein Gebet mit einer bestimmten Ordnung.
Wann die fünf täglichen Gebete stattfinden
Die Gebete sind an Zeitfenster gebunden. Deshalb hängt ihre genaue Uhrzeit vom Ort, vom Datum und vom Sonnenstand ab.
| Gebet | Lage im Tageslauf | Pflicht-Rakʿāt |
|---|---|---|
| Fadschr | von der Morgendämmerung bis zum Sonnenaufgang | 2 |
| Zuhr | nach dem höchsten Sonnenstand | 4 |
| ʿAsr | am Nachmittag | 4 |
| Maghrib | kurz nach Sonnenuntergang | 3 |
| ʿIschāʾ | in der Nacht | 4 |
Eine Rakʿa ist ein wiederkehrender Gebetsabschnitt. Die Mehrzahl lautet Rakʿāt. Je nach Gebetszeit wird die Grundfolge unterschiedlich oft wiederholt.
Bei der genauen Bestimmung einzelner Zeitfenster gibt es Unterschiede zwischen islamischen Rechtsschulen. Das betrifft beispielsweise den Beginn des Nachmittags- und des Nachtgebets.
Am Morgen beginnt die Morgendämmerung, aber die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Dieses Zeitfenster gehört zum Fadschr-Gebet. Es umfasst zwei Pflicht-Rakʿāt.
Der entscheidende Gedanke lautet: Nicht eine überall gleiche Uhrzeit bestimmt das Gebet, sondern die Lage im Tageslauf.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Das Gebet vor Sonnenaufgang heißt . Nach dem höchsten Sonnenstand folgt . Das Gebet kurz nach Sonnenuntergang heißt .
Was vor dem Gebet vorbereitet wird
Für die Salāt sind die Gebetsrichtung und rituelle Reinheit wichtig.
Qibla
Die Qibla ist die Gebetsrichtung zur Kaaba in Mekka. In einer Moschee zeigt meist eine Nische oder eine andere Markierung diese Richtung an.
Vor dem Gebet wird eine rituelle Teilwaschung vorgenommen. Sie heißt Wudu. Dabei werden unter anderem Gesicht, Hände beziehungsweise Arme, Kopf und Füße gereinigt. Für bestimmte Situationen gibt es eine vollständige Körperwaschung, den Ghusl.
Auch Kleidung und Gebetsplatz sollen rituell rein sein. Ein Gebetsteppich kann einen sauberen Platz schaffen, ist aber keine zwingende Voraussetzung.
Eine Person möchte draußen beten. Sie prüft die Gebetsrichtung und sucht einen sauberen Untergrund. Ein sauberer Gebetsteppich kann dabei helfen. Entscheidend ist jedoch der reine Gebetsplatz, nicht der Besitz eines Teppichs.
Wie eine Rakʿa abläuft
Vor dem Beginn fasst die betende Person die Absicht, welches Gebet sie verrichten will. Sie richtet sich zur Qibla aus und beginnt im Stehen mit der Formel Allāhu akbar, sinngemäß „Gott ist unermesslich groß“.
Eine Rakʿa enthält in vereinfachter Form diese Abschnitte:
- Stehen und Rezitation: Im Stehen werden festgelegte Texte gesprochen.
- Verbeugung: Der Oberkörper wird nach vorn gebeugt, die Hände liegen etwa auf Kniehöhe.
- Aufrichten: Die betende Person kehrt in eine aufrechte Haltung zurück.
- Erste Niederwerfung: Knie, Hände und Stirn berühren den Boden; zu Einzelheiten gibt es rechtsschulische Unterschiede.
- Sitzen: Die Person richtet sich zu einer sitzenden Haltung auf.
- Zweite Niederwerfung: Die Niederwerfung wird wiederholt.
Je nach Gebet folgen weitere Rakʿāt. In der zweiten und in der letzten Rakʿa gehört eine sitzende Phase mit dem Taschahhud, einem Glaubensbekenntnis innerhalb des Gebets, zum Ablauf.
Zum Abschluss wendet die betende Person den Kopf nach rechts und anschließend nach links. Dabei spricht sie jeweils einen Friedensgruß.
Eine Rakʿa ist nicht nur eine Bewegung. Sie verbindet Rezitation, mehrere Körperhaltungen und ihre festgelegte Reihenfolge.
Wie Gemeinschaft und Vielfalt sichtbar werden
Salāt kann allein oder gemeinsam verrichtet werden. Beim Gemeinschaftsgebet steht ein Imam der versammelten Gruppe vor und leitet das Gebet.
Der Adhan ist der Gebetsruf. Traditionell ruft ihn der Muezzin. Vor dem gemeinsamen Beginn kann außerdem die Iqāma, ein zweiter Gebetsruf, gesprochen werden.
Eine besondere Bedeutung hat das gemeinschaftliche Mittagsgebet am Freitag. Es umfasst eine Chutba, also eine Predigt. Nach verbreiteten Regelungen ist die Teilnahme für muslimische Männer verpflichtend und für Frauen sowie Jugendliche freiwillig. Konkrete Regeln und gelebte Praxis können sich unterscheiden.
Neben den täglichen Pflichtgebeten gibt es Gebete für besondere Anlässe, etwa Fest-, Finsternis-, Regen- oder Totengebete. Auch Reisen können zu angepassten Formen führen.
Vertiefung: Warum Angaben voneinander abweichen können
Die verbreitete islamische Norm geht von fünf täglichen Pflichtgebeten aus. Es gibt jedoch innerislamische Minderheitspositionen, die koranische Aussagen anders auslegen. Auch bei Zeitgrenzen, einzelnen Bewegungen und ergänzenden Gebeten unterscheiden sich Rechtsschulen.
Historisch ist zudem nicht abschließend geklärt, wann alle fünf Gebetszeiten ihre spätere feste Form erhielten. Deshalb solltest du zwischen drei Ebenen unterscheiden:
- der heute verbreiteten religiösen Norm,
- unterschiedlichen Auslegungen innerhalb des Islam,
- historischen Forschungsfragen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Salāt
- gehört zu den fünf Säulen des Islam
- folgt fünf täglichen Gebetsfenstern
- richtet sich zur Kaaba in Mekka
- setzt rituelle Reinheit voraus
- besteht aus unterschiedlich vielen Rakʿāt
- verbindet Rezitationen und Körperhaltungen
- kann allein oder gemeinschaftlich stattfinden
- zeigt Unterschiede zwischen Rechtsschulen und Auslegungen
Abschluss-Check
Du kannst Salāt nun als geregeltes islamisches Ritualgebet erklären: Fünf Gebetsfenster strukturieren den Tag, die Qibla bestimmt die Richtung, rituelle Reinheit bereitet das Gebet vor und Rakʿāt verbinden Rezitationen mit Körperhaltungen.
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