‹ Religion

Islam

Islam im Überblick: Allah, Mohammed, Koran, Moschee, fünf Säulen, Ramadan, Feste und Regeln für den Unterricht.

In deiner Klasse haben manche Kinder vielleicht schon einmal vom Ramadan erzählt oder eine Moschee gesehen. Vielleicht kennst du auch Menschen, die Musliminnen oder Muslime sind. Hier erfährst du, was ihnen im Islam wichtig sein kann.

Was ist der Islam?

Der Islam ist eine Weltreligion, also ein Glaube, der in vielen Ländern verbreitet ist. Menschen, die ihr angehören, heißen Musliminnen und Muslime. Sie glauben an einen einzigen Gott. Auf Arabisch nennen sie Gott Allah. Allah ist also kein anderer Gott, sondern das arabische Wort für Gott.

Das Wort Islam wird oft mit Hingabe zu Gott verbunden. Für viele Musliminnen und Muslime gehört dazu, verantwortlich, gerecht und friedlich mit anderen Menschen umzugehen.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, wer Musliminnen und Muslime sind.
  • Du kennst wichtige Glaubensquellen im Islam.
  • Du kannst die fünf Säulen des Islam beschreiben.
  • Du weißt, was Ramadan, Moschee und wichtige Feste bedeuten.
Beispiel

Aylin sagt: „Ich bin Muslimin.“ Damit meint sie: Sie gehört zur Religion Islam. Wenn sie Allah sagt, spricht sie von Gott auf Arabisch.

Merke

Allah bedeutet auf Arabisch Gott. Musliminnen und Muslime glauben an einen Gott.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Muhammad und der Koran

Vor etwa 1400 Jahren lebte Muhammad auf der Arabischen Halbinsel. Musliminnen und Muslime verstehen ihn als Propheten. Ein Prophet ist ein Mensch, der Gottes Botschaft an andere Menschen weitergibt.

Nach islamischem Glauben erhielt Muhammad Botschaften von Gott. Diese Botschaften wurden gesammelt und stehen im Koran. Der Koran ist die heilige Schrift des Islam. Er ist für Musliminnen und Muslime besonders wichtig, wenn sie über Glauben und gutes Handeln nachdenken.

Beispiel

Ein Schüler fragt, warum jemand im Ramadan fastet. Seine Freundin erklärt: „Viele Musliminnen und Muslime orientieren sich dabei am Koran und an ihrem Glauben.“

Gut zu wissen

Musliminnen und Muslime verehren Gott, nicht Muhammad. Muhammad ist für sie ein wichtiger Prophet und ein Vorbild.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Die fünf Säulen

Stell dir fünf stabile Säulen vor, die ein Dach tragen. Die fünf Säulen des Islam sind fünf wichtige religiöse Grundpflichten. Sie helfen vielen Musliminnen und Muslimen, ihren Glauben im Alltag zu leben.

Die erste Säule heißt Schahada. Das ist das Glaubensbekenntnis: Es bezeugt den Glauben an den einen Gott und daran, dass Muhammad Gottes Gesandter ist.

Die zweite Säule heißt Salat. Das sind rituelle Gebete, also Gebete mit einem festgelegten Ablauf, zu festen Zeiten. Viele Musliminnen und Muslime beten fünfmal am Tag.

Die dritte Säule heißt Zakat. Das ist die Pflicht, Menschen in Not zu unterstützen und einen Teil des Besitzes zu teilen.

Die vierte Säule heißt Saum. Saum bedeutet Fasten im Monat Ramadan.

Die fünfte Säule heißt Hadsch. Das ist die Pilgerfahrt nach Mekka. Eine Pilgerfahrt ist eine Reise aus religiösem Grund zu einem wichtigen Ort. Wer gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage ist, soll diese Reise einmal im Leben machen.

Beispiel

Omar spart einen Teil seines Taschengeldes für eine Hilfsaktion. Das erinnert an die Idee der Zakat: Wer genug hat, soll andere nicht vergessen.

Interaktive Lernkarten wird geladen ...

Merke

Die fünf Säulen sind keine fünf Gebäude. Sie sind wichtige Formen, den islamischen Glauben zu leben.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Moschee und Gebet

Eine Moschee ist ein Gebetshaus für Musliminnen und Muslime. Dort können Menschen beten, den Koran lesen, Unterricht besuchen oder sich als Gemeinschaft treffen. Viele Moscheen haben ein Minarett. Das ist ein hoher Turm, der zu einer Moschee gehören kann.

Beim Gebet richten sich viele Musliminnen und Muslime nach Mekka aus. Mekka ist eine Stadt in Saudi-Arabien und ein besonders heiliger Ort im Islam. In Mekka steht die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude im Hof der großen Moschee.

Beispiel

Eine Schulklasse besucht eine Moschee. Vor dem Gebetsraum ziehen viele Gäste ihre Schuhe aus. Die Lehrerin erklärt: Das zeigt Respekt vor diesem Ort. Bei einem Besuch fragt man vorher nach den Regeln der Gemeinde.

Gut zu wissen

Eine Moschee ist mehr als ein Gebäude zum Beten. Sie kann auch ein Treffpunkt für Bildung, Gespräche und Hilfe sein.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Ramadan und Feste

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Ein Mondkalender richtet seine Monate nach dem Mond. Deshalb wandert der Ramadan im Laufe der Jahre durch die Jahreszeiten.

Viele erwachsene Musliminnen und Muslime fasten im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Fasten bedeutet hier: In dieser Zeit nichts essen und nichts trinken. Kinder, kranke Menschen, Reisende und weitere Personen sind davon ausgenommen. Für viele geht es im Ramadan nicht nur um Essen. Sie wollen bewusster leben, beten, dankbar sein und anderen helfen.

Am Ende des Ramadan feiern viele Familien das Fest des Fastenbrechens, auch Zuckerfest genannt. Ein weiteres wichtiges Fest ist das Opferfest. Wie Familien diese Feste feiern, kann sehr unterschiedlich sein.

Beispiel

Nach Sonnenuntergang kommt eine Familie zusammen und isst gemeinsam. Dieses Essen zum Fastenbrechen heißt Iftar. Manche laden Verwandte oder Nachbarinnen und Nachbarn ein.

Merke

Ramadan ist ein Monat des Fastens und der Besinnung. Nicht jeder muslimische Mensch fastet gleich oder muss fasten.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Vielfalt und Zusammenleben

Der Islam wird auf der ganzen Welt gelebt. Es gibt zum Beispiel sunnitische und schiitische Musliminnen und Muslime. Das sind zwei große Glaubensrichtungen, also Gruppen innerhalb einer Religion mit unterschiedlichen Traditionen und Auffassungen.

Auch Kleidung, Essen, Sprache und Gebete können von Familie zu Familie verschieden sein. Manche Musliminnen tragen ein Kopftuch, andere nicht. Manche Menschen gehen oft in die Moschee, andere seltener. Aus einer Religion kann man nie alles über einen einzelnen Menschen ableiten.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Islamismus ist eine politische extremistische Ideologie, also eine Vorstellung davon, wie Staat und Gesellschaft sein sollen. Dabei werden religiöse Begriffe für Macht, Ausgrenzung oder Gewalt missbraucht. Das ist nicht dasselbe wie der Islam als Religion und nicht dasselbe wie Musliminnen und Muslime.

Beispiel

Zwei Freunde sind Muslime, aber ihre Familien feiern Feste unterschiedlich. Das ist kein Widerspruch. Menschen können dieselbe Religion auf verschiedene Weise leben.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Der Islam ist eine große Weltreligion. Musliminnen und Muslime glauben an einen Gott, den sie Allah nennen. Muhammad ist für sie ein Prophet, und der Koran ist ihre heilige Schrift.

Wichtige Formen des Glaubens sind die fünf Säulen: Glaubensbekenntnis, Gebet, Hilfe für Bedürftige, Fasten im Ramadan und Pilgerfahrt nach Mekka. Moscheen sind Orte für Gebet und Gemeinschaft. Menschen leben den Islam unterschiedlich – deshalb sind Respekt und neugierige Fragen besonders wichtig.