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Sünde

Sünde bedeutet eine Verfehlung gegen Gottes Willen. Der Begriff wird mit Beispielen aus dem Christentum erklärt.

Wenn du jemanden unfair behandelst, kann dich das noch lange beschäftigen. Vielleicht möchtest du dich entschuldigen und etwas wiedergutmachen. Im Religionsunterricht geht es bei Sünde um solche Fragen – und um die Beziehung zu Gott.

Deine Lernziele
  • Du erklärst, was viele Christinnen und Christen mit Sünde meinen.
  • Du unterscheidest einzelne Sünden von Sünde als gestörter Beziehung zu Gott.
  • Du beschreibst, was Reue, Umkehr und Vergebung bedeuten.

Was mit Sünde gemeint ist

Im Alltag nennen Menschen manchmal ein Stück Kuchen eine „Sünde“. Im christlichen Glauben ist das Wort viel ernster gemeint.

Für viele Christinnen und Christen ist Sünde alles, was gegen Gottes Willen und gegen die Liebe zu Gott, anderen Menschen oder sich selbst gerichtet ist. Sünde kann durch Taten, Worte oder bewusstes Unterlassen entstehen. Ein unerwünschter Gedanke allein ist nicht automatisch Sünde. Wichtig ist, wie du mit ihm umgehst.

Definition

Ein Gebot ist eine Regel oder Weisung Gottes. Die Zehn Gebote sind bekannte Beispiele aus der Bibel. Sie sollen Menschen helfen, gerecht und liebevoll zu leben.

Beispiel

Mila sieht, dass ein Mitschüler auf dem Schulhof ausgelacht wird. Sie macht mit, obwohl sie merkt, dass es ihn verletzt. Das Auslachen widerspricht dem Gedanken, andere Menschen zu achten.

Merke

Sünde meint nicht einfach ein Versehen. Sie betrifft Liebe, Verantwortung und die Beziehung zu Gott.

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Einzelne Sünden und Gottesferne

Du kannst dir eine Freundschaft vorstellen: Eine Lüge kann Vertrauen beschädigen. Wiederholen sich Lügen, wird die Beziehung immer schwieriger. Ähnlich beschreiben viele Christinnen und Christen Sünde.

Eine Verfehlung ist eine einzelne Handlung oder Unterlassung, die nicht richtig war. Daneben spricht das Christentum oft von Sünde als einer Grundhaltung: Menschen vertrauen Gott nicht, drehen sich nur um sich selbst oder übergehen andere. Diese Haltung wird auch Gottesferne genannt. Gottesferne bedeutet: Die Beziehung zu Gott ist gestört oder Menschen leben, als spiele Gott keine Rolle.

Beispiel

Noah nimmt heimlich Geld aus der Jacke seines Bruders. Das ist eine einzelne Verfehlung. Wenn Noah danach nur noch an seinen Vorteil denkt und keine Verantwortung übernehmen will, zeigt sich darin auch eine Haltung, die Beziehungen beschädigt.

Gut zu wissen

Nicht alle christlichen Kirchen erklären Sünde in allen Einzelheiten gleich. Gemeinsam ist vielen: Sünde schadet Beziehungen zu Gott, zu anderen Menschen und zu sich selbst.

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Biblische Geschichten als Bilder

Die Bibel erzählt nicht nur Regeln. Sie erzählt Geschichten, in denen Menschen Grenzen übertreten, neidisch werden oder Verantwortung vermeiden. Diese Geschichten zeigen: Sünde hat Folgen für Menschen und ihre Beziehungen.

Die Erzählung von Adam und Eva wird häufig als Sündenfall bezeichnet. Sündenfall meint die biblische Geschichte, in der die ersten Menschen Gottes Grenze nicht beachten. Christinnen und Christen deuten die Geschichte unterschiedlich. Viele verstehen sie als Bild dafür, dass Menschen immer wieder selbst bestimmen wollen, was gut ist, statt Gott zu vertrauen.

Beispiel

Kain ist in einer biblischen Erzählung neidisch auf seinen Bruder Abel. Er lässt seinen Neid nicht stoppen und tötet Abel. Die Geschichte zeigt, wie ein Gefühl zu einer zerstörerischen Tat werden kann.

Merke

Biblische Geschichten wollen nicht nur erklären, was passiert ist. Sie fragen auch: Wo zerstören Misstrauen, Neid oder Machtstreben unser Zusammenleben?

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Schuld erkennen und umkehren

Wenn Menschen merken, dass sie Unrecht getan haben, sprechen sie von Schuld. Schuld bedeutet hier: Jemand trägt Verantwortung dafür, dass ein anderer Mensch oder eine Beziehung Schaden genommen hat.

Reue heißt, das eigene Unrecht ehrlich zu bedauern. Umkehr bedeutet, die bisherige Richtung zu verlassen und anders zu handeln. Wiedergutmachung heißt, einen verursachten Schaden nach Möglichkeit zu verringern oder auszugleichen. Das reicht weiter als ein schnelles „Sorry“.

Vergebung bedeutet, Schuld nicht festzuhalten und einen Neuanfang zu ermöglichen. Vergebung kann von Gott erbeten oder zwischen Menschen geschenkt werden.

Beispiel

Aylin hat ein Gerücht weitergeschickt. Sie merkt, wie sehr es ihre Mitschülerin verletzt. Aylin beendet das Gerücht, entschuldigt sich und stellt richtig, was sie behauptet hat. Das sind Schritte von Reue, Umkehr und Wiedergutmachung.

Gut zu wissen

Vergebung kann Beziehungen neu ermöglichen. Sie bedeutet nicht, dass die verletzte Person sofort wieder vertrauen muss oder dass Folgen verschwinden. Niemand darf zu Vergebung gedrängt werden.

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Vergebung im Christentum

Viele Christinnen und Christen glauben: Kein Mensch lebt vollkommen. Deshalb gehören Gottes Vergebung und ein Neuanfang zum Kern des Glaubens.

Die Evangelien sind die vier biblischen Bücher, die vom Leben, Wirken, Tod und der Botschaft Jesu erzählen. Dort begegnet Jesus Menschen, die schuldig geworden sind, nicht mit Ausgrenzung. Er ruft sie dazu auf, ihr Leben zu ändern.

Auferstehung bedeutet, dass Jesus nach christlichem Glauben nach seinem Tod von Gott zu neuem Leben erweckt wurde. Christinnen und Christen deuten Jesu Leben, Tod und Auferstehung als Zeichen: Gottes Liebe und Vergebung sind stärker als Schuld.

Die Beichte ist ein kirchliches Gespräch, in dem Menschen Schuld aussprechen und Gottes Vergebung zugesagt bekommen können. Besonders in der katholischen Kirche hat sie eine wichtige Rolle. Evangelische Christinnen und Christen betonen ebenfalls die Vergebung durch Gottes Gnade. Gnade bedeutet Gottes unverdiente Zuwendung zu Menschen.

Beispiel

Ein Schüler hat seinen Freund bewusst ausgeschlossen. Er kann die Zeit nicht zurückdrehen. Aber er kann ehrlich zuhören, sich entschuldigen, sein Verhalten ändern und um Vergebung bitten. Ein Neuanfang bleibt möglich, auch wenn Vertrauen Zeit braucht.

Merke

Vergebung ist keine Erlaubnis, anderen weiter zu schaden. Sie soll Menschen helfen, Verantwortung zu übernehmen und neu zu handeln.

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Zusammenfassung

Sünde ist im Christentum mehr als ein kleiner Fehler. Sie meint einzelne Verfehlungen und eine gestörte Beziehung zu Gott, anderen Menschen und sich selbst.

Gebote und biblische Geschichten helfen dabei, Unrecht zu erkennen. Reue, Umkehr und Wiedergutmachung sind wichtige Schritte. Christinnen und Christen vertrauen darauf, dass Gottes Vergebung einen Neuanfang möglich macht.