Wenn du vor einem wichtigen Termin etwas an dein Handgelenk schreibst, soll es dich erinnern. Tefillin erfüllen beim jüdischen Gebet eine ähnliche Aufgabe. Sie machen Glauben sichtbar und spürbar.
Was sind Tefillin?
Tefillin sind ein Paar kleiner schwarzer Lederkapseln mit langen Lederriemen. In ihnen liegen handgeschriebene Abschnitte aus der Tora, den fünf Büchern Mose im Judentum. Auf Deutsch nennt man Tefillin auch Gebetsriemen.
Sie gehören zu einer religiösen Gebetspraxis. Die Kapseln und Riemen helfen Betenden, sich bewusst an Gott und an Gottes Gebote zu erinnern.
- Du kannst erklären, was Tefillin sind.
- Du kannst Arm-Tefillin und Kopf-Tefillin unterscheiden.
- Du weißt, warum Tefillin beim Gebet wichtig sind.
- Du kennst Unterschiede in jüdischen Traditionen.
Ein Betender bereitet sich auf das Morgengebet vor. Er nimmt zwei kleine Lederkapseln mit Riemen aus ihrer Hülle. Beide Teile zusammen heißen Tefillin.
Tefillin sind Gebetsgegenstände mit Texten aus der Tora. Sie erinnern im Gebet an Gott und an Gottes Gebote.
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Zwei Teile für Arm und Kopf
Ein Satz Tefillin hat zwei Teile. Die Arm-Tefillin ist die Kapsel für den Oberarm. Die Kopf-Tefillin ist die Kapsel, die vorn am Kopf über der Stirn sitzt.
Die Riemen halten die Kapseln fest. Die Arm-Tefillin wird am nicht bevorzugten Arm angelegt: Rechtshänder meist links, Linkshänder meist rechts. So bleibt die bevorzugte Hand zum Anlegen frei.
Mira sieht ein Bild vom Morgengebet. Sie erkennt einen Riemen am Oberarm und eine Kapsel über der Stirn. Jetzt kann sie beide Teile der Tefillin benennen.
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Texte als Erinnerung
In den Kapseln liegen kleine Stücke Pergament. Pergament ist ein festes Schreibmaterial aus Tierhaut. Darauf stehen hebräische Texte aus der Tora.
Ein wichtiger Text beginnt mit dem Schma Jisrael, einem zentralen jüdischen Glaubensbekenntnis. Darin geht es um den Glauben an den einen Gott und darum, Gott zu lieben. Die Tora spricht außerdem davon, Gottes Worte als Zeichen an Hand und Kopf zu tragen.
Stell dir einen Satz vor, der dir besonders wichtig ist. Du schreibst ihn auf und schaust ihn oft an, damit du ihn nicht vergisst. Die Texte in den Tefillin helfen Betenden, sich beim Gebet an Gottes Worte zu erinnern.
In der Arm-Tefillin stehen die Textabschnitte zusammen auf einem Pergamentstreifen. In der Kopf-Tefillin liegen sie in getrennten Fächern.
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Warum werden Tefillin getragen?
Eine Mitzwa ist ein Gebot im Judentum. Das Anlegen von Tefillin ist für viele jüdische Menschen eine Mitzwa. Es erinnert an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten und an die Verbindung zu Gott.
Der Gedanke dahinter ist: Gottes Worte sollen nicht vergessen werden. Der Kopf kann an das Denken erinnern. Der Arm und die Hand können an das Handeln erinnern. So wird das Gebet mit dem ganzen Menschen verbunden.
Jonas weiß, dass er anderen fair helfen soll. Wenn er wirklich hilft, setzt er diesen Gedanken in die Tat um. Tefillin können Betende daran erinnern, Glauben nicht nur zu denken, sondern auch zu leben.
Tefillin erinnern an Gottes Gebote: mit dem Kopf verstehen und mit den Händen handeln.
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Wann und von wem werden sie getragen?
Das Morgengebet ist ein Gebet am Beginn des Tages. Viele Menschen tragen Tefillin an Werktagen beim Morgengebet. Der Schabbat ist der jüdische Ruhetag von Freitagabend bis Samstagabend. An ihm werden Tefillin in der Regel nicht angelegt. Auch an wichtigen Festtagen gelten besondere Regeln.
Die Praxis ist im Judentum nicht überall gleich. In orthodoxen Gemeinden, die sich besonders eng an überlieferte religiöse Regeln halten, und in vielen konservativen Gemeinden ist das Tragen von Tefillin traditionell vor allem Männerpraxis. In einigen liberalen oder egalitären Gemeinden tragen auch Frauen Tefillin. Auch das Wickeln der Riemen kann sich je nach Tradition unterscheiden.
Zwei jüdische Familien beten nach unterschiedlichen Traditionen. Beide verwenden vielleicht Tefillin, wickeln die Riemen aber etwas anders. Das bedeutet nicht, dass eine Familie ihren Glauben weniger ernst nimmt.
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Zusammenfassung
Tefillin sind jüdische Gebetsriemen mit zwei Lederkapseln und Riemen. In den Kapseln stehen Texte aus der Tora. Ein Teil wird am Arm getragen, ein anderer am Kopf.
Sie erinnern beim Gebet an Gott, an die Befreiung aus Ägypten und an Gottes Gebote. Für viele Betende verbinden sie Denken und Handeln. Wann und von wem Tefillin getragen werden, kann je nach jüdischer Richtung und Tradition unterschiedlich sein.
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