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Zehn Gebote

Die Zehn Gebote geben religiöse Regeln für das Zusammenleben. Inhalt, Herkunft und Bedeutung werden verständlich erklärt.

Wenn viele Menschen zusammenleben, brauchen sie Regeln, damit niemand unfair behandelt wird. Das gilt auf dem Pausenhof, in der Familie und in einer Stadt. Die Zehn Gebote sind sehr alte Wegweisungen, über die Menschen bis heute nachdenken.

Was sind die Zehn Gebote?

Die Zehn Gebote sind grundlegende Weisungen aus der Bibel. Sie sind im Judentum und im Christentum wichtig. Sie fragen danach, wie Menschen zu Gott stehen und wie sie mit anderen Menschen umgehen.

Ein Gebot ist eine Regel, die zu einem Verhalten auffordert oder vor einem Verhalten warnt. Die Zehn Gebote sind also nicht nur Verbote. Sie sollen Leben, Vertrauen und ein faires Zusammenleben schützen.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, woher die Zehn Gebote stammen.
  • Du kannst wichtige Themen der Gebote benennen.
  • Du kannst Situationen aus dem Alltag passenden Geboten zuordnen.
  • Du weißt, warum Gebote unterschiedlich gezählt werden können.
Beispiel

In einer Klasse nimmt niemand heimlich Stifte aus fremden Mäppchen. Niemand verbreitet eine erfundene Geschichte über einen Mitschüler. Solche Regeln helfen, dass sich alle sicher fühlen.

Merke

Die Zehn Gebote geben Orientierung für den Glauben und das Zusammenleben.

Mose und die biblische Erzählung

In der Bibel wird Mose als Führer des Volkes Israel erzählt. Nachdem das Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden ist, erhält Mose am Berg Sinai Weisungen von Gott. Deshalb zeigen Bilder die Zehn Gebote oft auf zwei Steintafeln bei Mose.

Die Tora ist im Judentum der Name für die fünf Bücher Mose. Dort stehen die Zehn Gebote in zwei ähnlichen Fassungen: im zweiten und im fünften Buch Mose.

Beispiel

Stell dir vor, eine Gruppe beginnt nach einer schweren Zeit ein neues Leben. Damit nicht wieder die Stärkeren über die Schwächeren bestimmen, vereinbart die Gruppe Regeln. In der biblischen Geschichte sollen die Gebote dem befreiten Volk helfen, verantwortlich zusammenzuleben.

Gut zu wissen

Die Zehn Gebote gehören zuerst zur jüdischen Tradition. Christinnen und Christen haben sie aus der jüdischen Bibel übernommen.

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Zwei Richtungen: Gott und Mitmenschen

Ein Teil der Gebote bezieht sich auf Gott. Sie handeln davon, Gott zu vertrauen, Gottes Namen respektvoll zu gebrauchen und Zeiten für Glauben und Ruhe bewusst zu gestalten.

Andere Gebote beziehen sich auf Mitmenschen. Sie schützen Familie, Leben, Beziehungen, Sachen und Wahrheit. Ein guter Ruf bedeutet, dass andere einem Menschen vertrauen und ihn nicht durch Lügen schlechtmachen.

Beispiel

Jemand stellt ein erfundenes peinliches Bild von einer Mitschülerin in einen Chat. Andere glauben es und reden über sie. Das schadet ihrem guten Ruf und passt nicht zu dem Gebot gegen falsche Aussagen.

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Merke

Die Gebote verbinden Glauben und Alltag: Wer Gott achtet, soll auch Menschen achten.

Die zehn Themen

Die Zählung ist nicht in jeder jüdischen und christlichen Tradition gleich. Manche Traditionen fassen Aussagen zusammen, andere teilen sie auf. Zum Beispiel wird das Verbot, andere Götter zu verehren, mancherorts mit dem Bilderverbot zusammengezählt. Andere Traditionen zählen diese Aussagen getrennt und fassen dafür die Verbote des Begehrens zusammen.

In einer verbreiteten christlichen Zählung lassen sich die Themen so ordnen:

  1. Gott soll an erster Stelle stehen.
  2. Gottes Name soll nicht für Lügen, Beleidigungen oder leere Schwüre benutzt werden.
  3. Feiertage und Zeiten für Gott sollen bewusst gestaltet werden.
  4. Eltern und andere Menschen mit Verantwortung sollen geachtet werden.
  5. Das Leben jedes Menschen soll geschützt werden.
  6. Das Gebot spricht vom Ehebruch; heute wird es oft als Aufforderung zu treuen und verantwortungsvollen Beziehungen gedeutet.
  7. Niemand soll Sachen wegnehmen, die anderen gehören.
  8. Niemand soll über andere lügen oder sie unfair beschuldigen.
  9. und 10. Niemand soll planen, anderen ihre Sachen oder Beziehungen wegzunehmen.

Eigentum sind Dinge, die einer Person gehören, zum Beispiel ein Fahrrad, Geld oder ein Handy. Neid ist das unangenehme Gefühl, etwas besitzen zu wollen, das jemand anderes hat. Die letzten Gebote fragen deshalb nicht nur nach Taten, sondern auch danach, ob Wünsche andere Menschen schädigen sollen.

Beispiel

Du findest auf dem Schulhof ein Handy. Du gibst es im Sekretariat ab oder suchst die Person, der es gehört. So achtest du ihr Eigentum.

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Die Gebote auf heute übertragen

Die Gebote stammen aus einer Zeit, die ganz anders war als unsere. Manche alten Wörter und Vorstellungen wirken heute fremd. Trotzdem bleiben Fragen wichtig: Sage ich die Wahrheit? Respektiere ich Grenzen? Nutze ich meine Macht fair?

Deuten bedeutet, einen alten Text so zu verstehen, dass seine Grundidee für heute klar wird. Dabei darfst du Fragen stellen und überlegen, wie die Idee in einer neuen Situation helfen kann.

Beispiel

Das Gebot, Eltern zu ehren, bedeutet nicht, dass Kinder alles still hinnehmen müssen. Wenn ein Kind Angst hat, Gewalt erlebt oder unfair behandelt wird, soll es Hilfe bei einer Vertrauensperson suchen.

Gut zu wissen

Die Zehn Gebote sind keine Liste mit einer fertigen Antwort für jede Situation. Jüdische und christliche Menschen legen sie unterschiedlich aus und wenden ihre Grundideen auf den Alltag an.

Merke

Ein Gebot heute zu deuten heißt: seine Grundidee verstehen und verantwortlich handeln.

Zusammenfassung

Die Zehn Gebote sind biblische Weisungen, die im Judentum und im Christentum bedeutsam sind. Die Bibel verbindet sie mit Mose und dem Berg Sinai. Sie handeln von der Beziehung zu Gott und vom fairen Umgang mit anderen Menschen.

Sie erinnern daran, Leben zu schützen, ehrlich zu sein und fremdes Eigentum zu achten. Ihre Zählung kann unterschiedlich sein. Ihre große Frage bleibt aber aktuell: Wie gelingt ein gutes Zusammenleben?