Bedarf einfach erklärt: Bedürfnis bis Nachfrage
Bedarf entsteht, wenn du ein Bedürfnis mit deiner vorhandenen Kaufkraft erfüllen kannst. Kaufkraft bedeutet: Du hast genug Geld für ein passendes Gut oder eine Dienstleistung. Entscheidest du dich anschließend für den Kauf, wird der Bedarf zur Nachfrage.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Vom Bedürfnis zum Bedarf
Stell dir vor, du hast Hunger. Du spürst einen Mangel und möchtest ihn beseitigen. Das ist zunächst ein Bedürfnis.
Bedürfnis
Ein Bedürfnis ist ein empfundenes Mangelgefühl, verbunden mit dem Wunsch, diesen Mangel zu beseitigen.
Nun möchtest du ein Brot kaufen. Wenn du genug Geld dafür hast, wird das Bedürfnis zum Bedarf.
Bedarf
Bedarf ist der Teil der Bedürfnisse, für dessen Befriedigung ausreichende Kaufkraft vorhanden ist. Der Bedarf richtet sich auf ein Gut oder eine Dienstleistung, mit der das Bedürfnis erfüllt werden kann.
Die Grundbeziehung lautet:
Bedürfnis + Kaufkraft = Bedarf
Mila hat Hunger und möchte ein belegtes Brot. Das Brot kostet 4 Euro.
- Der Hunger ist ihr Bedürfnis.
- Das belegte Brot ist das Gut, mit dem sie das Bedürfnis befriedigen möchte.
- Mila hat mindestens 4 Euro. Damit besitzt sie die nötige Kaufkraft.
- Es liegt Bedarf nach einem belegten Brot vor.
Hätte Mila nicht genug Geld, bliebe das Bedürfnis bestehen. Es wäre aber noch kein wirtschaftlich erfüllbarer Bedarf.
Ein Bedürfnis allein ist noch kein Bedarf. Erst die ausreichende Kaufkraft macht daraus Bedarf.
Wie aus Bedarf Nachfrage wird
Bedarf zeigt, dass du etwas zur Bedürfnisbefriedigung kaufen könntest. Erst wenn du dich tatsächlich zum Kauf entschließt und diese Kaufabsicht am Markt wirksam wird, entsteht Nachfrage.
Nachfrage
Nachfrage ist Bedarf, der durch eine konkrete Kaufabsicht am Markt wirksam wird.
Die Begriffskette lautet:
Bedürfnis + Kaufkraft = Bedarf
Bedarf + Kaufwille = Nachfrage
Kaufwille bedeutet hier, dass du bereit bist, dein Geld für das gewünschte Gut oder die Dienstleistung auszugeben.
Noah braucht neue Sportschuhe und kann sie bezahlen.
- Die benötigten Schuhe beruhen auf einem Bedürfnis.
- Weil Noah genug Geld hat, besteht Bedarf.
- Noah entscheidet sich für ein Paar und möchte es kaufen. Dadurch wird sein Bedarf zur Nachfrage.
Entscheidet er sich gegen den Kauf, besteht zwar Bedarf, aber keine konkrete Nachfrage nach diesem Paar.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein empfundener Mangel heißt . Kommt ausreichende Kaufkraft hinzu, entsteht . Wird daraus eine konkrete Kaufabsicht, entsteht .
So erkennst du Bedarf in einem Fall
Mit drei Fragen kannst du eine Situation richtig einordnen:
- Welcher Mangel oder Wunsch liegt vor? Das zeigt das Bedürfnis.
- Ist genug Geld vorhanden? Dann kann Bedarf entstehen.
- Gibt es eine konkrete Kaufabsicht? Dann liegt Nachfrage vor.
Lina möchte mit dem Bus nach Hause fahren. Eine Fahrkarte kostet 3 Euro. Sie hat 5 Euro dabei, möchte aber lieber zu Fuß gehen.
- Lina hat ein Bedürfnis nach Beförderung.
- Sie kann die Fahrkarte bezahlen. Deshalb besteht Bedarf.
- Sie entscheidet sich gegen den Kauf. Daher entsteht in dieser Situation keine Nachfrage nach einer Fahrkarte.
Der entscheidende Unterschied liegt zwischen bezahlen können und kaufen wollen.
Vertiefung: Originärer und derivativer Bedarf
Bedarf kann bei Endverbrauchenden entstehen oder sich daraus bei Unternehmen ableiten.
Originärer Bedarf
Originärer Bedarf ist der Bedarf von Endverbrauchenden. Er hängt nicht von einem anderen Bedarf ab. Ein Beispiel ist der Bedarf einer Person nach Kleidung.
Derivativer Bedarf
Derivativer Bedarf ist ein abgeleiteter Bedarf eines Unternehmens an Material, Energie, Personal oder anderen Produktionsfaktoren. Er entsteht, weil das Unternehmen Güter oder Dienstleistungen für Endverbrauchende anbieten möchte.
Kundinnen und Kunden haben Bedarf an Kuchen und fragen ihn bei einer Bäckerei nach. Der Bedarf der Kundschaft ist originär. Daraus entsteht bei der Bäckerei derivativer Bedarf:
- Für den Kuchen braucht sie Zutaten wie Mehl.
- Für die Herstellung benötigt sie Energie.
- Für die Arbeit braucht sie Personal.
Der Bedarf der Bäckerei entsteht also nicht unabhängig. Er wird aus dem Bedarf der Kundschaft abgeleitet.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage
- Bedürfnis: Mangel und Wunsch nach Beseitigung
- Kaufkraft: macht das Bedürfnis zum Bedarf
- Bedarf: wirtschaftlich erfüllbares Bedürfnis
- Kaufwille: macht den Bedarf zur Nachfrage
- Nachfrage: konkrete Kaufabsicht am Markt
- Originärer Bedarf: entsteht bei Endverbrauchenden
- Derivativer Bedarf: wird daraus bei Unternehmen abgeleitet
Abschluss-Check
Du kannst einen Fall sicher einordnen, wenn du nacheinander nach Bedürfnis, Kaufkraft und Kaufwillen fragst.
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