Bedürfnisse einfach erklärt: Arten und Wirtschaft
Ein Bedürfnis entsteht, wenn du einen Mangel empfindest und ihn beseitigen möchtest. Manche Bedürfnisse sind lebenswichtig, andere erhöhen die Lebensqualität. Erst wenn ein konkreter Wunsch mit ausreichender Kaufkraft verbunden ist, wird daraus wirtschaftlich ein Bedarf; als geäußerte Kaufabsicht am Markt wird er zur Nachfrage.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du ein Bedürfnis?
Du bist durstig, möchtest mit Freunden zusammen sein oder wünschst dir neue Kopfhörer. In allen drei Fällen fehlt dir etwas oder du möchtest deine Situation verbessern. Das empfundene Fehlen heißt Mangelgefühl.
Bedürfnis
Ein Bedürfnis ist ein Mangelgefühl, das mit dem Wunsch verbunden ist, den Mangel zu beseitigen. Es muss sich nicht auf ein kaufbares Produkt richten: Auch Schlaf, Freundschaft oder Sicherheit können Bedürfnisse sein.
Im Alltag klingt „Bedürfnis“ oft nach etwas Notwendigem und „Wunsch“ nach etwas Zusätzliches. In der Wirtschaftslehre wird Bedürfnis weiter verstanden: Auch der Wunsch nach einer Reise oder einer teuren Uhr kann ein Bedürfnis sein. Wie dringend ein Bedürfnis ist, wird erst bei seiner Einordnung deutlich.
Nach dem Sport hast du Durst. Das Mangelgefühl ist der Durst, dein Bedürfnis ist zu trinken. Ob du Wasser kaufst, Leitungswasser trinkst oder gerade kein Getränk bekommst, ändert nichts daran, dass das Bedürfnis besteht.
Wie werden Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage unterschieden?
Die drei Begriffe beschreiben Schritte auf dem Weg vom Mangel zum Markt:
- Bedürfnis: Du empfindest einen Mangel und möchtest ihn beseitigen.
- Bedarf: Du entscheidest dich für ein bestimmtes Gut oder eine Dienstleistung und hast genug Geld dafür. Kaufkraft bedeutet hier, dass deine verfügbaren finanziellen Mittel für den geplanten Kauf ausreichen.
- Nachfrage: Du äußerst deine Kaufabsicht am Markt, zum Beispiel durch eine Bestellung.
Bedürfnis plus Konkretisierung und ausreichende Kaufkraft führt zum Bedarf. Bedarf plus geäußerte Kaufabsicht führt zur Nachfrage.
Leas Füße frieren: Sie braucht Schuhe. Das ist ihr Bedürfnis. Sie wählt ein Paar für einen Preis aus, den sie bezahlen kann: Nun hat sie Bedarf nach diesem Paar. Als sie im Geschäft erklärt, dass sie es kaufen möchte, wird der Bedarf als Nachfrage sichtbar.
Ohne ausreichendes Geld bleibt ein konkreter Kaufwunsch ein Bedürfnis. Und wer ein Produkt bezahlen könnte, es aber nicht kaufen möchte, fragt es nicht nach.
Nach welchen Kriterien lassen sich Bedürfnisse einteilen?
Ein Bedürfnis kann gleichzeitig zu mehreren Arten gehören. Die Einordnung hängt davon ab, welche Frage du stellst.
Wie dringend ist es?
- Existenzbedürfnisse sichern das Leben und die grundlegende Versorgung, zum Beispiel Nahrung, Wasser und Kleidung.
- Kulturbedürfnisse entstehen im gesellschaftlichen und kulturellen Leben, zum Beispiel der Wunsch, Bücher zu lesen oder Konzerte zu besuchen.
- Luxusbedürfnisse sind nicht lebensnotwendig und richten sich auf besonders aufwendige oder teure Dinge, zum Beispiel eine teure Uhr.
Die Grenzen sind nicht in jeder Lebenslage gleich. Eine Sache kann je nach Situation unterschiedlich wichtig sein. Entscheidend ist deshalb die Begründung, nicht nur das Beispielwort.
Wer empfindet oder befriedigt es?
- Individualbedürfnisse betreffen einzelne Menschen und können häufig von ihnen selbst befriedigt werden, zum Beispiel Trinken oder Lesen.
- Kollektivbedürfnisse werden von vielen Menschen geteilt oder können nur gemeinsam befriedigt werden, zum Beispiel eine sichere Wasserversorgung oder Umweltschutz.
Richtet es sich auf etwas Kaufbares?
- Materielle Bedürfnisse richten sich auf konkrete Güter, etwa ein Fahrrad.
- Immaterielle Bedürfnisse richten sich auf Nichtgegenständliches, etwa Freundschaft, Liebe oder Sicherheit.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Wunsch nach Trinkwasser zur grundlegenden Versorgung ist ein . Der Wunsch einer Stadt nach zuverlässiger Wasserversorgung ist ein . Freundschaft ist ein Bedürfnis. Der Wunsch nach einem konkreten Fahrrad ist ein Bedürfnis.
Warum musst du dich zwischen Wünschen entscheiden?
Bedürfnisse können sich immer wieder verändern und gelten grundsätzlich als unbegrenzt. Zeit, Geld und verfügbare Dinge sind dagegen begrenzt. Solche begrenzten Mittel nennt man knapp.
Dein Taschengeld reicht entweder für einen Kinobesuch oder für ein Buch, das du gern lesen möchtest, aber nicht für beides. Entscheidest du dich für das Buch, verzichtest du zunächst auf den Kinobesuch. Entscheidest du dich für das Kino, verschiebst du den Buchkauf. Beide Entscheidungen befriedigen ein Bedürfnis, aber nicht dasselbe.
Eine gute Begründung nennt deshalb drei Punkte:
- Welches Bedürfnis ist dir in dieser Situation wichtiger?
- Welches knappe Mittel begrenzt dich?
- Worauf verzichtest du durch deine Entscheidung?
Wie lösen Bedürfnisse wirtschaftliches Handeln aus?
Menschen versuchen, Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn daraus Bedarf und Nachfrage entstehen, erhalten Unternehmen ein Signal: Sie können passende Güter oder Dienstleistungen anbieten und ihre Produktion planen.
Originärer und derivativer Bedarf
Originärer Bedarf ist der Bedarf der Endverbrauchenden und hängt nicht von einem anderen Produktionsbedarf ab. Derivativer Bedarf entsteht daraus bei Unternehmen, weil sie Material, Energie oder Arbeit für die Herstellung benötigen.
Eine Kundin hat Bedarf nach einem Kuchen. Dieser originäre Bedarf führt in der Bäckerei zu derivativem Bedarf: Sie benötigt unter anderem Zutaten, Energie und Personal, um Kuchen herzustellen.
Nicht jedes Bedürfnis führt zu einem Kauf. Freundschaft oder Schlaf zeigen, dass Bedürfnisse auch ohne Markt und Produkt bestehen können.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Bedürfnisse
- entstehen aus Mangelgefühlen
- unterscheiden sich in ihrer Dringlichkeit
- können individuell oder kollektiv sein
- können materiell oder immateriell sein
- treffen auf knappe Mittel und verlangen Entscheidungen
- werden mit Konkretisierung und Kaufkraft zum Bedarf
- werden durch geäußerte Kaufabsicht zur Nachfrage
- können bei Unternehmen derivativen Bedarf auslösen
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