Wirtschaft

Controlling einfach erklärt: planen und steuern

Controlling einfach erklärt: planen und steuern
Controlling einfach erklärt: planen und steuern
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Controlling unterstützt die Unternehmensführung dabei, Ziele zu planen, Entwicklungen zu beobachten und begründete Maßnahmen einzuleiten. Es bedeutet deshalb mehr als nachträgliche Kontrolle: Entscheidend ist der Kreislauf aus Planung, Information, Vergleich, Ursachenanalyse und Steuerung.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was leistet Controlling?

Ein Unternehmen setzt sich Ziele: Es möchte beispielsweise Kosten begrenzen, lieferfähig bleiben oder langfristig neue Märkte erschließen. Das Controlling verbindet solche Ziele mit geeigneten Informationen und hilft dem Management bei Entscheidungen.

Definition

Controlling

Controlling ist ein Teil des Führungssystems. Es unterstützt Planung, Information, Kontrolle und Steuerung, indem es Daten zusammenführt, Abweichungen erklärt und Handlungsoptionen vorbereitet.

Die Daten stammen häufig aus dem Rechnungswesen, aber auch aus Produktion, Vertrieb, Personal oder dem Unternehmensumfeld. Das Rechnungswesen dokumentiert etwa Kosten und Ergebnisse. Das Controlling fragt zusätzlich: Was bedeuten diese Zahlen für die Ziele und welche Entscheidung folgt daraus?

Controllerinnen und Controller beraten und koordinieren. Sie liefern Entscheidungshilfen, treffen aber nicht automatisch selbst die obersten Unternehmensentscheidungen.

Merke

Kontrolle blickt vor allem auf das Erreichte zurück. Controlling nutzt diesen Rückblick, um gegenwärtige und zukünftige Entscheidungen zu verbessern.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Controlling am besten?
Lösung: Es verbindet Planung, Information, Kontrolle und Steuerung. — Controlling verwendet vergangene und aktuelle Daten, richtet sie aber auf Ziele und zukünftige Entscheidungen aus.
Wie funktioniert der Steuerungskreislauf?

Controlling folgt einem wiederkehrenden Ablauf:

  1. Ziel festlegen: Was soll bis wann erreicht werden?
  2. Plan- oder Sollwert bestimmen: Welcher messbare Wert passt zum Ziel?
  3. Istwert erfassen: Was wurde tatsächlich erreicht?
  4. Abweichung bestimmen: Wie unterscheiden sich Ist und Plan?
  5. Ursachen analysieren: Warum ist die Abweichung entstanden?
  6. Handlungsoptionen abwägen: Welche Maßnahme unterstützt das Gesamtziel?
  7. Wirkung kontrollieren: Hat die Maßnahme funktioniert?
  8. Erwartung oder Plan anpassen: Welche Entwicklung ist nun wahrscheinlich?

Der letzte Schritt führt wieder zur Planung. Deshalb ist Controlling ein Lern- und Rückkopplungsprozess.

Abweichungen sind normal. Eine negative Abweichung kann auf ein Problem hinweisen. Eine positive Abweichung kann eine Chance zeigen, aber ebenfalls Anpassungen erfordern: Steigt der Absatz stärker als geplant, müssen vielleicht Produktion und Beschaffung nachziehen.

Gut zu wissen

Eine Abweichung beweist noch keine Ursache. Höhere Materialkosten können beispielsweise durch einen gestiegenen Preis, einen höheren Verbrauch, eine größere Produktionsmenge oder einen Buchungsfehler entstehen. Erst die Ursachenanalyse schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

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Frage 1 von 1MittelDer Absatz liegt deutlich über dem Plan. Was ist der nächste sinnvolle Controllingschritt?
Lösung: Ursachen und Folgen untersuchen und betroffene Teilpläne prüfen. — Nach dem Vergleich folgt die Ursachenanalyse. Anschließend werden passende Maßnahmen und ihre Wirkungen auf verbundene Pläne geprüft.
Operativ oder strategisch?

Operatives und strategisches Controlling betrachten verschiedene Zeithorizonte, müssen aber zusammenpassen.

MerkmalOperatives ControllingStrategisches Controlling
Blickrichtungkurz- bis mittelfristige Umsetzunglangfristige Entwicklung
Typische FragenWerden Budget, Kosten und Ergebnis erreicht?Welche Chancen, Risiken und Erfolgspotenziale entstehen?
Datenvor allem interne, quantitative Datenzusätzlich externe und qualitative Informationen
Zwecklaufende Prozesse und Ergebnisse steuernExistenz und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sichern

Die genauen Planungshorizonte unterscheiden sich je nach Unternehmen. Häufig arbeitet das operative Controlling mit Monaten oder wenigen Jahren, während das strategische Controlling mehrere Jahre betrachtet.

Beispiel

Ein Unternehmen möchte langfristig ein neues Produktfeld aufbauen. Das strategische Controlling untersucht Marktveränderungen, Risiken und benötigte Fähigkeiten. Daraus entstehen operative Teilziele: Das operative Controlling plant etwa Budgets, Kapazitäten und kurzfristige Maßnahmen und prüft regelmäßig ihre Umsetzung.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aufgabe gehört überwiegend zum strategischen Controlling?
Lösung: Langfristige Marktchancen und Risiken für ein neues Geschäftsfeld untersuchen. — Strategisches Controlling betrachtet langfristige Erfolgspotenziale und das Unternehmensumfeld. Operatives Controlling steuert die konkrete Umsetzung mit detaillierten Zahlen.
Plan-Ist-Vergleich und Abweichung

Ein Plan-Ist-Vergleich stellt einen vorgesehenen Wert dem tatsächlich erreichten Wert gegenüber. Eine mögliche Rechenkonvention lautet:

$$\text{Abweichung} = \text{Istwert} - \text{Planwert}$$

Damit das Vorzeichen verständlich bleibt, musst du immer die betrachtete Größe nennen. Bei Kosten ist eine positive Differenz meist ungünstig, weil die Istkosten über dem Plan liegen. Bei Umsatz kann eine positive Differenz günstig sein. Das Vorzeichen allein reicht also nicht für eine Bewertung.

Beispiel

Eine Produktionsabteilung plant Materialkosten von 100.000 Euro. Tatsächlich entstehen 112.000 Euro.

  1. Absolute Abweichung: $112.000\,€ - 100.000\,€ = 12.000\,€$
  2. Prozentuale Abweichung bezogen auf den Planwert: $12.000\,€ : 100.000\,€ \cdot 100 = 12\,\%$
  3. Einordnung: Die Istkosten liegen 12.000 Euro beziehungsweise 12 Prozent über dem Plan.
  4. Diagnose: Das ist noch keine Ursachenfeststellung. Geprüft werden müssen zum Beispiel Einkaufspreis, Verbrauch, Produktionsmenge und mögliche Buchungsfehler.
  5. Maßnahme: Erst nach dieser Prüfung lassen sich Optionen wie eine neue Preisverhandlung oder eine Anpassung des Produktionsprozesses begründen.

Ein guter Vergleich nennt immer Größe, Zeitraum, Einheit, Bezugswert und Rechenkonvention. Sonst können dieselben Zahlen unterschiedlich verstanden werden.

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Frage 1 von 1MittelDie Kosten liegen 12 Prozent über dem Plan. Welche Aussage ist fachlich zulässig?
Lösung: Es gibt eine ungünstige Kostenabweichung; ihre Ursache muss noch untersucht werden. — Aus dem Plan-Ist-Vergleich folgt zunächst nur die Abweichung. Für eine Maßnahme brauchst du eine Ursachenanalyse und den betrieblichen Zusammenhang.
Kennzahlen auswählen und berichten

Eine Kennzahl verdichtet einen messbaren Sachverhalt. Beispiele sind Umsatz, Deckungsbeitrag, Liquidität oder Lieferterminzuverlässigkeit. Eine Kennzahl wird erst dann steuerungsrelevant, wenn ihre Definition, ihr Zielwert und ihr Zusammenhang mit dem Unternehmensziel klar sind.

Isolierte Kennzahlen können fehlsteuern. Wer nur die produzierte Stückzahl erhöht, könnte dabei mehr Ausschuss erzeugen oder Liefertermine verfehlen. Deshalb sollte ein Kennzahlensystem finanzielle Größen und passende Leistungsgrößen verbinden.

Beispiel

Ein Zusatzauftrag umfasst 1.000 Stück. Der Preis beträgt 30 Euro je Stück, die variablen Kosten betragen 25 Euro je Stück. Freie Kapazität ist vorhanden.

Der Stückdeckungsbeitrag beträgt $30\,€ - 25\,€ = 5\,€$. Der gesamte zusätzliche Deckungsbeitrag beträgt $1.000 \cdot 5\,€ = 5.000\,€$.

Kurzfristig kann der Auftrag das Ergebnis um 5.000 Euro verbessern, sofern keine weiteren entscheidungsrelevanten Kosten oder negativen Folgewirkungen entstehen. Bei einem Engpass müsste dagegen der Deckungsbeitrag je Engpasseinheit betrachtet werden.

Ein adressatengerechter Controllingbericht beantwortet knapp fünf Fragen:

  1. Was ist passiert? Plan, Ist und Abweichung nennen.
  2. Warum könnte es passiert sein? Belegte Ursachen von noch unsicheren Vermutungen trennen.
  3. Was bedeutet es für das Ziel? Folgen und Zusammenhänge erklären.
  4. Welche Optionen gibt es? Maßnahmen mit möglichen Vor- und Nachteilen darstellen.
  5. Wann wird die Wirkung geprüft? Verantwortungsbereich und Kontrolltermin festlegen.
Merke

Ein guter Bericht liefert nicht möglichst viele Zahlen, sondern die für die Entscheidung nötigen Informationen: so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Verfasse selbst einen Kurzbericht

Nutze noch einmal den Übungsfall mit 100.000 Euro geplanten und 112.000 Euro tatsächlichen Materialkosten. Der Einkaufspreis ist unverändert, die Produktionsmenge liegt 8 Prozent über dem Plan und der Materialverbrauch je Stück wird noch geprüft.

Verfasse vier bis fünf Sätze. Nenne die Abweichung, eine belegte Teilursache, die verbleibende Unsicherheit, eine Handlungsoption und einen Kontrolltermin.

Beispiel

Musterlösung: Die Materialkosten liegen mit 112.000 Euro um 12.000 Euro beziehungsweise 12 Prozent über dem Plan. Die um 8 Prozent höhere Produktionsmenge erklärt einen Teil der Mehrkosten; ob zusätzlich mehr Material je Stück verbraucht wurde, ist noch offen. Deshalb sollte zunächst der Materialverbrauch je Stück mit dem Planwert verglichen werden. Danach kann entschieden werden, ob der Produktionsprozess angepasst werden muss. Das Controlling prüft die Wirkung der gewählten Maßnahme im nächsten Monatsbericht.

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Frage 1 von 1SchwerEin Bericht nennt nur: „Materialkosten 12 Prozent über Plan“. Welche Ergänzung verbessert ihn am stärksten?
Lösung: Ursachenstatus, Handlungsoptionen und einen Termin zur Wirkungskontrolle ergänzen. — Entscheidungsorientiertes Berichten verbindet Abweichung, gesicherte Erkenntnisse, Unsicherheit, Optionen und Rückkopplung.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Controlling
    • Planung
      • Ziele und Planwerte
      • verbundene Teilpläne
    • Information
      • Rechnungswesen und weitere Daten
      • Kennzahlen und Berichte
    • Kontrolle
      • Istwerte und Abweichungen
      • Ursachenanalyse
    • Steuerung
      • Handlungsoptionen
      • Wirkungskontrolle und Neuplanung
    • Zeithorizonte
      • operativ
      • strategisch
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWorin unterscheidet sich Controlling von bloßer Kontrolle?
Lösung: Es nutzt Informationen und Vergleiche auch für Planung und zukünftige Steuerung. — Controlling bereitet Entscheidungen vor und begleitet ihre Umsetzung; die Unternehmensleitung bleibt für ihre Entscheidungen verantwortlich.
Frage 2 von 3MittelFür Kosten sind 80.000 Euro geplant, tatsächlich entstehen 84.000 Euro. Was folgt bei der Konvention „Ist minus Plan“?
Lösung: Die Kostenabweichung beträgt plus 4.000 Euro und muss auf ihre Ursachen untersucht werden. — Der Vergleich ergibt $84.000\,€ - 80.000\,€ = 4.000\,€$. Für Kosten ist die positive Differenz ungünstig; ihre Ursache bleibt zunächst offen.
Frage 3 von 3SchwerEin Betrieb steigert die Stückzahl, während Ausschuss und verspätete Lieferungen zunehmen. Welche Reaktion entspricht gutem Controlling?
Lösung: Stückzahl, Qualität und Termintreue gemeinsam bewerten und die Ursachen der Zielkonflikte untersuchen. — Controlling verbindet passende Finanz- und Leistungskennzahlen. So werden Zielkonflikte sichtbar und Maßnahmen können am Gesamtziel ausgerichtet werden.

Du beherrschst den Kern des Controllings, wenn du nicht bei einer Abweichung stehen bleibst: Du ordnest sie ein, prüfst mögliche Ursachen, entwickelst Handlungsoptionen und planst die nächste Wirkungskontrolle.

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