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Sensitivität in der Wirtschaft einfach erklärt

Sensitivität in der Wirtschaft einfach erklärt
Sensitivität in der Wirtschaft einfach erklärt
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Sensitivität zeigt, wie empfindlich ein wirtschaftliches Ergebnis auf veränderte Einflussgrößen reagiert. Bei einer Sensitivitätsanalyse veränderst du gezielt Parameter, berechnest das Ergebnis erneut und suchst nach kritischen Grenzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bedeutet Sensitivität in der Wirtschaft?

Stell dir vor, ein Unternehmen plant eine Investition. Die Rechnung beruht auf Annahmen über Preise, Einnahmen, Ausgaben oder Zinsen. Ändert sich eine Annahme, kann sich auch das Ergebnis verändern.

Definition

Sensitivität

Sensitivität ist die Änderungsempfindlichkeit einer Ergebnisgröße gegenüber einer Einflussgröße. Sie beantwortet die Frage: Wie stark reagiert der Output, wenn sich ein Input verändert?

Die Ergebnisgröße kann beispielsweise der Kapitalwert, die interne Verzinsung oder die Rangfolge mehrerer Planungsalternativen sein. Als Einflussgröße kommen etwa Investitionskosten, Einnahmen, Ausgaben oder ein Marktzins infrage.

Im Finanzmarkt bezeichnet Sensitivität außerdem die Kursreaktion auf einen veränderten Risikofaktor. Ein Basispunkt entspricht dabei 0,01 Prozentpunkten.

Merke

Wirtschaftliche Sensitivität verbindet immer eine Änderung des Inputs mit der dadurch ausgelösten Änderung des Outputs.

Das Wort hat auch andere Bedeutungen. Bei einem diagnostischen Test bezeichnet Sensitivität den Anteil der tatsächlich positiven Fälle, die richtig erkannt werden. Diese Bedeutung darfst du nicht mit der wirtschaftlichen Änderungsempfindlichkeit gleichsetzen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Frage untersucht wirtschaftliche Sensitivität?
Lösung: Wie reagiert ein Ergebnis auf eine veränderte Einflussgröße? — Wirtschaftliche Sensitivität betrachtet die Beziehung zwischen einer Inputänderung und der daraus folgenden Outputänderung.
Wie läuft eine Sensitivitätsanalyse ab?

Eine Sensitivitätsanalyse folgt einem klaren Denkweg:

  1. Ergebnis festlegen: Bestimme, welche Größe du beurteilen willst, etwa den Kapitalwert.
  2. Einflussgrößen auswählen: Lege fest, welche Parameter verändert werden sollen.
  3. Ausgangslage berechnen: Ermittle das Ergebnis mit den ursprünglichen Annahmen.
  4. Parameter variieren: Verändere einen Parameter oder eine festgelegte Parametergruppe.
  5. Ergebnis neu berechnen: Beobachte, wie sich die Ergebnisgröße verändert.
  6. Grenzen und Rangfolgen prüfen: Suche nach einem kritischen Wert oder einem Wechsel der vorteilhaftesten Alternative.
  7. Entscheidung beurteilen: Schätze ein, wie robust die Planung gegenüber Unsicherheit ist.
Definition

Kritischer Wert

Ein kritischer Wert ist der Parameterwert, bei dem eine Alternative ihre Vorteilhaftigkeit verliert oder sich die Rangfolge von Alternativen ändert.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Zuerst wird eine festgelegt. Danach wird mindestens eine verändert und das Ergebnis . Die Grenze, an der die Vorteilhaftigkeit verloren geht, heißt .

Lösungen: Lücke 1: Ergebnisgröße; Lücke 2: Einflussgröße; Lücke 3: neu berechnet; Lücke 4: kritischer Wert. Die Analyse führt von der gewählten Ergebnisgröße über veränderte Inputs zur Neuberechnung und schließlich zur kritischen Grenze.
Wie deutest du ein Investitionsbeispiel?

Eine untersuchte Investition besitzt bei unveränderten Investitionskosten eine interne Verzinsung von 6,90 %. Als erwarteter Mindestzins sind 5,00 % vorgegeben.

Steigende Investitionskosten senken die interne Verzinsung. Bei einer Kostenerhöhung von 23,22 % schneidet der Graph der internen Verzinsung die Vorgabe von 5,00 %. Dieser Punkt ist der kritische Wert.

Beispiel

Ausgangslage: Die interne Verzinsung beträgt 6,90 % und liegt damit über der Vorgabe von 5,00 %.

Änderung: Die Investitionskosten werden schrittweise erhöht und die interne Verzinsung wird jedes Mal neu bestimmt.

Grenze: Bei einer Erhöhung um 23,22 % erreicht die interne Verzinsung genau 5,00 %.

Entscheidung: Nach dem dargestellten Modell bleibt die Investition bei einer Kostenerhöhung von höchstens 23,22 % gerade noch vorteilhaft. Oberhalb dieser Grenze unterschreitet sie die Zinsvorgabe.

Bei einer Untersuchung des Kapitalwerts gilt ein anderes Ergebnismaß. Dort liegt die maßgebliche Wirtschaftlichkeitsschwelle bei einem Kapitalwert von null.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelDie Investitionskosten steigen im beschriebenen Modell um 15 %. Was folgt aus dem kritischen Wert von 23,22 %?
Lösung: Die Investition liegt noch innerhalb des vorteilhaften Bereichs. — Die Investition bleibt bis zur kritischen Kostenerhöhung von 23,22 % gerade noch vorteilhaft. Ihr genauer interner Zins bei 15 % ist jedoch nicht angegeben.
Frage 2 von 2SchwerDie Kosten steigen um mehr als 23,22 %. Wie ist das Ergebnis im dargestellten Modell zu beurteilen?
Lösung: Die interne Verzinsung fällt unter die Vorgabe von 5,00 %. — Oberhalb der Schnittstelle liegt die interne Verzinsung unter dem geforderten Zins. Damit geht die Vorteilhaftigkeit nach diesem Kriterium verloren.
Welche Analyseform passt zu welcher Frage?

Nicht jede Sensitivitätsanalyse untersucht denselben Ausschnitt.

AnalyseformLeitfrageErgebnis
Faktor-ScreeningWelche Inputs wirken nennenswert?Rangliste der Einflussfaktoren, aber keine genaue Einflussgröße
Lokale SensitivitätsanalyseWas geschieht bei kleinen Änderungen um einen vorgegebenen Wert?Aussage über die Empfindlichkeit in der Umgebung dieses Werts
Globale SensitivitätsanalyseWie wirken Inputs über ihren vollständigen Definitionsbereich?Quantitativer Vergleich ihrer Beiträge zur Varianz des Outputs

Die lokale Analyse eignet sich für kleine Änderungen nahe der Ausgangslage. Ihre Aussage darfst du nicht ohne Prüfung auf weit entfernte Werte übertragen.

Die globale Analyse berücksichtigt den gesamten festgelegten Wertebereich. In komplexen Modellen kann sie bestimmen, welchen prozentualen Anteil einzelne Eingangsvariablen an der Varianz der Ausgangsgröße haben.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Unternehmen möchte zunächst nur herausfinden, welche von vielen Parametern überhaupt nennenswert wirken. Welche Methode passt?
Lösung: Faktor-Screening — Das Faktor-Screening filtert wichtige Faktoren heraus und ordnet sie nach ihrem relativen Einfluss.
Frage 2 von 2SchwerEine kleine Änderung ist nahe dem Ausgangswert unproblematisch. Warum beweist das noch keine allgemeine Stabilität?
Lösung: Eine lokale Aussage gilt nur für die untersuchte Umgebung des Ausgangswerts. — Eine Reaktion kann sich außerhalb der untersuchten Umgebung verändern. Deshalb darf eine lokale Aussage nicht ungeprüft verallgemeinert werden.
Wie unterstützt die Analyse wirtschaftliche Entscheidungen?

Eine Sensitivitätsanalyse kann mehrere Aufgaben erfüllen:

  • Sie macht die Reaktionen eines Modells verständlicher.
  • Sie zeigt, welche Einflussgrößen besonders wichtig sind.
  • Sie bestimmt kritische Werte und mögliche Rangwechsel.
  • Sie macht Unsicherheit in Planungen sichtbar.
  • Sie unterstützt die Risikobewertung.
  • Sie kann Modelle vereinfachen, wenn bestimmte Inputs nur geringen Einfluss haben.
  • Sie hilft bei der Validierung, weil Modelle nur Ausschnitte der Realität abbilden.

Bei einem Produktionsprogramm kann beispielsweise geprüft werden, ob ein veränderter Engpass oder Deckungsbeitrag die Rangfolge der Produkte verändert. Im Controlling lässt sich untersuchen, wie empfindlich eine Entscheidung auf abweichende Planwerte reagiert.

Merke

Eine Entscheidung ist robust, wenn sie bei plausiblen Änderungen der Annahmen bestehen bleibt. Ein Ergebnis, das schon bei kleinen Änderungen kippt, verlangt besondere Vorsicht.

Welche Grenzen musst du beachten?

Eine Sensitivitätsanalyse liefert keine sichere Vorhersage. Ihre Aussage hängt vom gewählten Modell, den untersuchten Parametern und dem Variationsbereich ab.

Wenn alle übrigen Variablen konstant gehalten werden, lässt sich der isolierte Einfluss eines Parameters erkennen. Wechselwirkungen zwischen gleichzeitig veränderten Größen können dabei jedoch außerhalb der Untersuchung bleiben.

Auch ein rechnerisch robustes Ergebnis ersetzt keine vollständige Entscheidung. Qualität, Beschäftigung, Strategie und andere nicht im Modell enthaltene Gesichtspunkte können zusätzlich wichtig sein.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Alternative bleibt bei allen untersuchten Parameteränderungen auf Rang eins. Welche Schlussfolgerung ist angemessen?
Lösung: Die Rangfolge ist innerhalb des untersuchten Modells und Variationsbereichs robust. — Robustheit ist immer auf die geprüften Annahmen begrenzt. Nicht modellierte Wirkungen müssen gesondert beurteilt werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Sensitivität in der Wirtschaft
    • Input und Output
    • Parameteränderung
    • Neuberechnung
    • Kritischer Wert
    • Robustheit und Unsicherheit
    • Lokale, globale und rangordnende Analyse
    • Grenzen des Modells
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas kennzeichnet einen kritischen Wert?
Lösung: An ihm verliert eine Alternative ihre Vorteilhaftigkeit oder die Rangfolge ändert sich. — Der kritische Wert markiert eine entscheidungsrelevante Grenze.
Frage 2 von 3MittelWarum wird nach einer Parameteränderung das Ergebnis neu berechnet?
Lösung: Damit sichtbar wird, wie empfindlich der Output auf den veränderten Input reagiert. — Erst der Vergleich von Ausgangs- und neuem Ergebnis macht die Reaktion des Modells erkennbar.
Frage 3 von 3SchwerZwei Planungsalternativen tauschen nach einer kleinen Kostenänderung ihre Rangfolge. Was zeigt das?
Lösung: Die ursprüngliche Rangfolge ist gegenüber dieser Kostenänderung empfindlich. — Wenn bereits eine kleine Änderung die Rangfolge umkehrt, ist die ursprüngliche Entscheidung gegenüber diesem Parameter nicht besonders robust.

Du kannst Sensitivität nun als Beziehung zwischen einer Inputänderung und einer Outputreaktion erklären. Für wirtschaftliche Entscheidungen prüfst du zusätzlich, wo kritische Grenzen liegen und wie weit die Aussage des verwendeten Modells reicht.

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