Wenn eine Schülerfirma Pausen-Snacks verkauft, muss sie entscheiden: Backt sie mehr Muffins, mehr Brezeln oder beides? Die Küche, die Zeit und die Nachfrage setzen Grenzen. Genau solche Entscheidungen gibt es auch in echten Unternehmen. Dort hilft das Produktionsprogramm.
- Du kannst erklären, was ein Produktionsprogramm ist.
- Du unterscheidest Programmbreite und Programmtiefe.
- Du erkennst, warum Nachfrage, Lagerbestand und Kapazität wichtig sind.
- Du kannst erklären, wann ein Produktionsprogramm optimal ist.
- Du verstehst den Unterschied zwischen keinem Engpass, einem Engpass und mehreren Engpässen.
Was ein Produktionsprogramm festlegt
Ein Unternehmen verkauft nicht einfach „irgendetwas“. Es muss planen, welche Produkte es anbietet und welche Mengen davon hergestellt werden. Diese Planung nennt man Produktionsprogramm.
Das Produktionsprogramm ist der Plan eines Unternehmens, welche Produkte oder Dienstleistungen in welchem Zeitraum und in welcher Menge hergestellt oder angeboten werden.
Wichtig sind dabei drei Fragen:
- Was wird produziert?
- Wie viel wird produziert?
- Für welchen Zeitraum gilt der Plan?
Ein Fahrradhersteller kann zum Beispiel planen: Im nächsten Monat sollen 400 Cityräder, 250 Mountainbikes und 100 E-Bikes produziert werden. Das ist schon ein Produktionsprogramm, weil Produktarten, Mengen und Zeitraum feststehen.
Eine Bäckerei plant für Montag:
- 300 Brötchen
- 80 Croissants
- 40 Kuchenstücke
Das Produktionsprogramm der Bäckerei sagt also nicht nur: „Wir backen.“ Es sagt genauer: „Wir backen diese Produkte in diesen Mengen für diesen Tag.“
Ein Produktionsprogramm macht aus einer allgemeinen Idee einen konkreten Produktionsplan: Produkt, Menge und Zeitraum gehören zusammen.
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Programmbreite und Programmtiefe
Wenn du dir ein Regal im Supermarkt anschaust, siehst du oft viele Produktgruppen: Getränke, Süßigkeiten, Brot, Milchprodukte. Innerhalb einer Produktgruppe gibt es dann Varianten, zum Beispiel verschiedene Sorten Joghurt. Genau so kann man auch ein Produktionsprogramm beschreiben.
Die Programmbreite sagt, wie viele verschiedene Produktgruppen ein Unternehmen herstellt. Eine Produktgruppe ist eine Gruppe ähnlicher Produkte, zum Beispiel Fahrräder, Roller oder Helme.
Die Programmbreite beschreibt die Anzahl der unterschiedlichen Produktgruppen im Produktionsprogramm.
Die Programmtiefe schaut genauer in eine Produktgruppe hinein. Sie sagt, wie viele Varianten es dort gibt. Eine Variante ist eine bestimmte Ausführung eines Produkts, zum Beispiel ein Fahrrad in verschiedenen Größen, Farben oder Ausstattungen.
Die Programmtiefe beschreibt die Anzahl der Produktvarianten innerhalb einer Produktgruppe.
Ein Unternehmen stellt drei Produktgruppen her:
- Fahrräder
- Fahrradhelme
- Fahrradschlösser
Die Programmbreite beträgt 3.
Bei den Fahrrädern gibt es Cityrad, Mountainbike, Rennrad und E-Bike. Diese Produktgruppe hat also eine Programmtiefe von 4.
Ein breites Produktionsprogramm kann viele Kundengruppen ansprechen. Es ist aber oft schwerer zu planen. Ein tiefes Produktionsprogramm bietet innerhalb einer Produktgruppe viele Auswahlmöglichkeiten. Das kann Kunden freuen, aber Lager, Einkauf und Produktion komplizierter machen.
Breite fragt: Wie viele Produktgruppen gibt es? Tiefe fragt: Wie viele Varianten gibt es innerhalb einer Produktgruppe?
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Planung nach Zeitraum
Ein Produktionsprogramm kann weit in die Zukunft schauen oder sehr genau für die nächsten Tage geplant sein. Deshalb unterscheidet man nach dem Planungszeitraum.
Das strategische Produktionsprogramm ist langfristig. Strategisch bedeutet: Es geht um grundlegende Entscheidungen für die Zukunft. Ein Unternehmen entscheidet zum Beispiel, ob es künftig auch E-Bikes herstellen will.
Ein strategisches Produktionsprogramm legt langfristig fest, in welchen Produktfeldern ein Unternehmen tätig sein will.
Das mittelfristige Produktionsprogramm ist weniger grundsätzlich. Mittelfristig bedeutet: Es geht oft um Monate oder ein Jahr. Hier plant das Unternehmen grob, welche Produktgruppen in welchen Mengen produziert werden sollen.
Ein mittelfristiges Produktionsprogramm plant grobe Mengen für Produkte oder Produktgruppen über einen längeren, aber überschaubaren Zeitraum.
Das kurzfristige Produktionsprogramm ist besonders genau. Kurzfristig bedeutet: Es geht um nahe Zeiträume wie Tage, Wochen oder einen Monat. Hier stehen oft genaue Varianten und Stückzahlen.
Ein kurzfristiges Produktionsprogramm legt genau fest, welche Produktvarianten in welchen Mengen in naher Zeit produziert werden.
Ein Fahrradhersteller plant so:
Strategisch: In den nächsten Jahren sollen auch E-Bikes angeboten werden.
Mittelfristig: Im nächsten Jahr sollen 10 000 Fahrräder hergestellt werden, davon viele E-Bikes.
Kurzfristig: In der nächsten Woche werden 120 schwarze E-Bikes Modell S und 80 blaue Cityräder Modell C produziert.
Je kürzer der Zeitraum ist, desto genauer wird das Produktionsprogramm meistens. Langfristig geht es eher um Richtung. Kurzfristig geht es um konkrete Mengen und Varianten.
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Nachfrage, Lagerbestand und Kapazität
Ein Unternehmen produziert nicht nur nach Lust und Laune. Es muss wissen, was Kunden kaufen wollen, was noch auf Lager liegt und was die Produktion überhaupt schaffen kann.
Die Nachfrage bedeutet: So viele Produkte wollen Kunden voraussichtlich kaufen. Der Lagerbestand ist die Menge fertiger Produkte, die schon im Lager liegt. Die Kapazität ist das, was ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum höchstens leisten kann, zum Beispiel mit Maschinen, Personal, Material und Zeit.
Die Nachfrage ist die erwartete Kaufmenge der Kunden.
Der Lagerbestand ist die vorhandene Menge fertiger Produkte im Lager.
Die Kapazität ist die maximale Leistungsfähigkeit eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum.
Diese drei Größen hängen zusammen. Wenn die Nachfrage hoch ist, aber schon viele Produkte im Lager liegen, muss weniger neu produziert werden. Wenn die Nachfrage hoch ist und das Lager leer ist, braucht das Unternehmen mehr Produktion. Wenn die Kapazität nicht reicht, muss es auswählen.
Ein Unternehmen erwartet 500 Bestellungen für Schultaschen. Im Lager liegen noch 120 Schultaschen. Dann müssen nur 380 Schultaschen neu hergestellt werden, wenn jede Bestellung bedient werden soll.
Rechnung: \(500 - 120 = 380\)
Gute Produktionsplanung beginnt nicht bei der Maschine. Sie beginnt mit Nachfrage, Lagerbestand und Kapazität.
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Wenn Kapazität knapp wird: Engpass
Manchmal wollen Kunden mehr kaufen, als das Unternehmen herstellen kann. Dann gibt es eine knappe Stelle. Diese knappe Stelle nennt man Engpass.
Ein Engpass ist eine knappe Ressource, die die mögliche Produktion begrenzt.
Eine Ressource ist ein Mittel, das für die Produktion gebraucht wird. Das können Maschinenstunden, Arbeitszeit, Material, Räume oder Fachpersonal sein.
Eine Ressource ist etwas, das ein Unternehmen zur Produktion benötigt, zum Beispiel Material, Maschinenzeit oder Arbeitskraft.
Ein Engpass wirkt wie ein Flaschenhals: Alles muss durch diese knappe Stelle. Wenn eine Spezialmaschine nur 100 Stunden pro Woche verfügbar ist, kann das Unternehmen nicht beliebig viele Produkte herstellen, die genau diese Maschine brauchen.
Eine Druckerei kann mit einer besonderen Maschine pro Woche höchstens 60 Stunden arbeiten. Produkt A braucht 1 Stunde pro Stück. Produkt B braucht 3 Stunden pro Stück.
Wenn sehr viele Kunden beide Produkte bestellen, reicht die Maschinenzeit nicht für alles. Die Maschine ist dann der Engpass.
Bei einem Engpass muss das Unternehmen entscheiden, wofür die knappe Ressource genutzt wird. Es sollte nicht einfach das teuerste Produkt wählen. Ein hoher Verkaufspreis sagt noch nicht, wie viel Gewinnbeitrag pro knapper Stunde entsteht.
Typische Engpässe sind zu wenig Maschinenzeit, fehlendes Material, zu wenig Fachpersonal oder begrenzte Lager- und Liefermöglichkeiten.
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Das optimale Produktionsprogramm
Nun kommt die wichtigste Entscheidungsfrage: Welche Produkte soll ein Unternehmen produzieren, damit es mit seinen Möglichkeiten das beste Ergebnis erreicht? Dieses Ergebnis beschreibt das optimale Produktionsprogramm.
Das optimale Produktionsprogramm ist die Kombination aus Produkten und Mengen, die unter den gegebenen Grenzen den höchsten wirtschaftlichen Erfolg bringt.
Der wirtschaftliche Erfolg wird in einfachen Schulaufgaben oft mit dem Deckungsbeitrag gemessen. Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Variable Kosten sind Kosten, die mit der Produktionsmenge steigen oder sinken, zum Beispiel Materialkosten pro Stück.
Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus variable Kosten. Er zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.
Variable Kosten sind Kosten, die sich mit der produzierten Menge verändern.
Die Grundformel lautet:
Ein Produkt wird für 50 Euro verkauft. Die variablen Kosten betragen 30 Euro.
Der Deckungsbeitrag beträgt 20 Euro pro Stück.
Wenn es keinen Engpass gibt, ist die Entscheidung einfach: Produkte mit positivem Deckungsbeitrag können hergestellt werden, solange sie auch verkauft werden können. Positiv bedeutet: Der Deckungsbeitrag ist größer als 0.
Wenn es genau einen Engpass gibt, reicht der normale Deckungsbeitrag pro Stück nicht aus. Dann brauchst du den relativen Deckungsbeitrag. Er zeigt den Deckungsbeitrag pro Einheit der knappen Ressource, zum Beispiel pro Maschinenstunde.
Der relative Deckungsbeitrag ist der Deckungsbeitrag pro Engpasseinheit.
Die Grundidee lautet:
Produkt A hat einen Deckungsbeitrag von 30 Euro und braucht 2 Maschinenstunden.
Produkt A bringt 15 Euro Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde.
Produkt B hat einen Deckungsbeitrag von 24 Euro und braucht 1 Maschinenstunde.
Produkt B bringt 24 Euro Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde.
Bei knappem Maschinenplatz ist Produkt B zuerst sinnvoll, obwohl Produkt A den höheren Deckungsbeitrag pro Stück hat.
Ohne Engpass zählt: Hat das Produkt einen positiven Deckungsbeitrag? Bei einem Engpass zählt: Wie viel Deckungsbeitrag bringt das Produkt pro knapper Ressource?
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Entscheidungswege im Überblick
Du kannst dir die Entscheidung wie eine kleine Wegkarte vorstellen. Zuerst prüfst du, ob es einen Engpass gibt. Dann wählst du die passende Methode.
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Bei mehreren Engpässen wird es schwieriger. Dann kann zum Beispiel gleichzeitig Maschinenzeit und Fachpersonal knapp sein. Eine einfache Rangfolge reicht oft nicht mehr. In der BWL nutzt man dafür genauere Rechenverfahren, zum Beispiel lineare Optimierung. Für den Einstieg genügt: Mehrere Engpässe brauchen eine gemeinsame Betrachtung aller Grenzen.
Ein Betrieb produziert Tische und Stühle. Für beide braucht er Holz und Arbeitszeit. Wenn Holz knapp ist und gleichzeitig nur wenige Arbeitsstunden verfügbar sind, darf das Unternehmen nicht nur auf Holz oder nur auf Arbeitszeit schauen. Beide Grenzen beeinflussen die beste Lösung.
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Zusammenfassung
Das Produktionsprogramm legt fest, welche Produkte oder Dienstleistungen in welchem Zeitraum und in welcher Menge hergestellt werden. Es hilft Unternehmen, aus Nachfrage, Lagerbestand und Kapazität einen konkreten Plan zu machen.
Die Programmbreite beschreibt, wie viele Produktgruppen es gibt. Die Programmtiefe beschreibt, wie viele Varianten innerhalb einer Produktgruppe angeboten werden. Langfristige Planung heißt strategisch, mittelfristige Planung ist gröber, kurzfristige Planung ist besonders konkret.
Ein Engpass entsteht, wenn eine Ressource knapp ist und die Produktion begrenzt. Ohne Engpass kann ein Unternehmen Produkte mit positivem Deckungsbeitrag produzieren, wenn sie nachgefragt werden. Bei einem Engpass entscheidet der relative Deckungsbeitrag, also der Deckungsbeitrag pro knapper Ressource.
Das optimale Produktionsprogramm beantwortet die Frage: Welche Produkte und Mengen bringen unter den vorhandenen Grenzen das beste Ergebnis?
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