In einer Firma reicht manchmal eine Maschine nicht für alle Aufträge. Dann muss jemand entscheiden, welches Produkt zuerst hergestellt wird. Genau hier hilft der relative Deckungsbeitrag. Er zeigt dir, womit die knappe Zeit oder Kapazität am besten genutzt wird.
- Du kannst den relativen Deckungsbeitrag erklären.
- Du kannst Stückdeckungsbeitrag, Engpass und Engpasseinheit unterscheiden.
- Du kannst den relativen Deckungsbeitrag mit einer Formel berechnen.
- Du kannst Produkte bei einem Engpass sinnvoll ordnen.
- Du erkennst den Unterschied zwischen absolutem und relativem Deckungsbeitrag.
Warum ein Engpass die Entscheidung verändert
Stell dir vor, eine Bäckerei kann nur 6 Stunden am Tag einen bestimmten Ofen nutzen. Sie könnte Kuchen oder Brote backen. Beide bringen Geld ein, aber beide brauchen unterschiedlich lange im Ofen.
Ein Engpass ist eine knappe Ressource, die die Produktion begrenzt. Eine Ressource ist etwas, das ein Unternehmen braucht, zum Beispiel Maschinenzeit, Arbeitszeit, Material oder Lagerplatz. Wenn davon nicht genug vorhanden ist, kann das Unternehmen nicht einfach alles herstellen, was möglich oder nachgefragt wäre.
Ein Engpass liegt vor, wenn eine benötigte Ressource begrenzt ist und dadurch nicht alle gewünschten Produkte oder Aufträge hergestellt werden können.
Eine Maschine steht pro Tag nur 8 Stunden zur Verfügung.
Produkt A braucht 2 Stunden pro Stück. Produkt B braucht 1 Stunde pro Stück.
Wenn viele Bestellungen für beide Produkte vorliegen, reicht die Maschinenzeit nicht für alles. Die Maschine ist dann der Engpass.
Bei einem Engpass zählt nicht nur, wie viel ein Produkt pro Stück bringt. Entscheidend ist auch, wie stark es die knappe Ressource beansprucht.
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Vom Verkaufspreis zum Stückdeckungsbeitrag
Bevor du den relativen Deckungsbeitrag berechnest, brauchst du den Stückdeckungsbeitrag. Er zeigt, wie viel ein einzelnes verkauftes Produkt zur Deckung der fixen Kosten beiträgt. Fixe Kosten sind Kosten, die in einem Zeitraum ungefähr gleich bleiben, zum Beispiel Miete. Variable Kosten ändern sich mit der Produktionsmenge, zum Beispiel Material pro Stück.
Der Stückdeckungsbeitrag ist der Verkaufspreis pro Stück minus variable Kosten pro Stück.
Der Stückdeckungsbeitrag ist noch nicht der Gewinn. Er ist ein Beitrag. Aus diesem Beitrag werden zuerst fixe Kosten gedeckt. Erst wenn alle fixen Kosten gedeckt sind, entsteht Gewinn.
Ein Unternehmen verkauft einen Tisch für 120 Euro.
Für Holz, Schrauben und Verpackung fallen variable Kosten von 70 Euro pro Tisch an.
Der Stückdeckungsbeitrag beträgt 50 Euro. Jeder verkaufte Tisch liefert also 50 Euro zur Deckung der fixen Kosten und danach zum Gewinn.
Der Stückdeckungsbeitrag beantwortet die Frage: Wie viel bringt ein Stück nach Abzug der variablen Kosten?
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Was der relative Deckungsbeitrag bedeutet
Jetzt kommt die eigentliche Entscheidung bei knapper Kapazität. Zwei Produkte können einen unterschiedlichen Stückdeckungsbeitrag haben. Trotzdem kann das Produkt mit dem kleineren Stückdeckungsbeitrag besser sein, wenn es viel weniger knappe Zeit braucht.
Der relative Deckungsbeitrag setzt den Stückdeckungsbeitrag ins Verhältnis zu einer Engpasseinheit. Eine Engpasseinheit ist eine Einheit der knappen Ressource, zum Beispiel eine Maschinenstunde, eine Arbeitsminute oder ein Quadratmeter Lagerfläche.
Der relative Deckungsbeitrag ist der Deckungsbeitrag pro Einheit des Engpasses.
Wenn die Maschine knapp ist, misst du zum Beispiel Euro pro Maschinenstunde. Wenn Arbeitszeit knapp ist, misst du Euro pro Arbeitsstunde. So kannst du Produkte fair vergleichen.
Produkt A hat einen Stückdeckungsbeitrag von 48 Euro und braucht 4 Maschinenstunden.
Produkt A bringt 12 Euro pro Maschinenstunde.
Produkt B hat einen Stückdeckungsbeitrag von 35 Euro und braucht 2 Maschinenstunden.
Produkt B bringt 17,50 Euro pro Maschinenstunde.
Obwohl Produkt A pro Stück mehr bringt, nutzt Produkt B die knappe Maschinenzeit besser.
Der relative Deckungsbeitrag beantwortet die Frage: Wie viel Deckungsbeitrag bringt eine Einheit der knappen Ressource?
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Schritt für Schritt rechnen
In Aufgaben gehst du am besten immer gleich vor. So vermeidest du, dass du nur nach dem höchsten Stückdeckungsbeitrag entscheidest.
Zuerst prüfst du, welche Ressource knapp ist. Dann berechnest du für jedes Produkt den Stückdeckungsbeitrag. Danach teilst du diesen Wert durch die Engpasseinheiten pro Stück. Am Ende ordnest du die Produkte nach dem relativen Deckungsbeitrag.
Ein Unternehmen stellt Rucksäcke und Sporttaschen an derselben Maschine her. Die Maschine ist knapp.
Rucksack: Verkaufspreis 80 Euro Variable Kosten 50 Euro Maschinenzeit 1 Stunde
Sporttasche: Verkaufspreis 100 Euro Variable Kosten 60 Euro Maschinenzeit 2 Stunden
Schritt 1: Stückdeckungsbeitrag berechnen.
Rucksack:
Sporttasche:
Schritt 2: Relativen Deckungsbeitrag berechnen.
Rucksack:
Sporttasche:
Schritt 3: Entscheiden.
Der Rucksack hat 30 Euro pro Maschinenstunde. Die Sporttasche hat 20 Euro pro Maschinenstunde. Bei knapper Maschinenzeit sollte der Rucksack vorrangig produziert werden.
Die Einheit ist wichtig. Wenn du durch Stunden teilst, erhältst du Euro pro Stunde. Wenn du durch Minuten teilst, erhältst du Euro pro Minute. Vergleiche nur Werte mit derselben Einheit.
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Absoluter und relativer Deckungsbeitrag unterscheiden
Der absolute Deckungsbeitrag ist ein Deckungsbeitrag als Eurobetrag für eine Menge oder einen Zeitraum. Er kann zum Beispiel zeigen, wie viel Deckungsbeitrag alle verkauften Stücke eines Produkts in einem Monat zusammen liefern.
Der relative Deckungsbeitrag schaut anders hin. Er fragt: Wie viel bringt dieses Produkt pro Engpasseinheit? Deshalb ist er bei einem Engpass oft die bessere Entscheidungsgrundlage.
Der absolute Deckungsbeitrag ist die Summe der Deckungsbeiträge in Euro, zum Beispiel für ein Produkt, eine Produktgruppe oder einen Zeitraum.
Der relative Deckungsbeitrag ist der Deckungsbeitrag je Einheit der knappen Ressource.
Produkt X hat 90 Euro Stückdeckungsbeitrag und braucht 3 Stunden.
Produkt Y hat 70 Euro Stückdeckungsbeitrag und braucht 1 Stunde.
Nach Stückdeckungsbeitrag sieht Produkt X besser aus. Bei einem Maschinenengpass ist Produkt Y besser, weil es pro Stunde mehr Deckungsbeitrag bringt.
Wenn 10 Stück X verkauft werden, beträgt der absolute Deckungsbeitrag von X:
Das ist eine Summe in Euro. Es ist kein Wert pro Engpasseinheit.
Ohne Engpass zählt oft, ob ein Produkt einen positiven Stückdeckungsbeitrag liefert. Mit genau einem Engpass zählt für die Rangfolge der relative Deckungsbeitrag.
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Produktionsprogramm bei einem Engpass
Ein Produktionsprogramm ist der Plan, welche Produkte in welchen Mengen hergestellt werden. Bei genau einem Engpass kannst du mit dem relativen Deckungsbeitrag eine Rangfolge bilden. Dann produzierst du zuerst möglichst viel vom besten Produkt, danach vom zweitbesten und so weiter, bis die knappe Kapazität verbraucht ist.
Dabei beachtest du auch Absatzgrenzen. Eine Absatzgrenze ist die Höchstmenge, die ein Unternehmen voraussichtlich verkaufen kann. Es wäre nicht sinnvoll, mehr zu produzieren, als verkauft werden kann.
Eine Maschine hat 10 Stunden freie Kapazität.
Produkt A: Stückdeckungsbeitrag 30 Euro Zeitbedarf 1 Stunde Absatzgrenze 4 Stück Relativer Deckungsbeitrag 30 Euro pro Stunde
Produkt B: Stückdeckungsbeitrag 50 Euro Zeitbedarf 2 Stunden Absatzgrenze 10 Stück Relativer Deckungsbeitrag 25 Euro pro Stunde
Produkt A steht in der Rangfolge vorne. Das Unternehmen produziert zuerst 4 Stück A. Das braucht 4 Stunden.
Es bleiben 6 Stunden. Produkt B braucht 2 Stunden pro Stück. Also können noch 3 Stück B produziert werden.
Gesamtdeckungsbeitrag:
Das Produktionsprogramm lautet: 4 Stück A und 3 Stück B.
Die relative Deckungsbeitragsrechnung passt besonders gut, wenn genau ein Engpass vorliegt. Bei mehreren Engpässen braucht man meist ein anspruchsvolleres Rechenverfahren.
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Typische Fehler vermeiden
Ein häufiger Fehler ist die Entscheidung nach dem höchsten Verkaufspreis. Das ist zu grob, weil variable Kosten fehlen. Ein zweiter Fehler ist die Entscheidung nach dem höchsten Stückdeckungsbeitrag, obwohl eine knappe Ressource vorliegt.
Auch die Einheit kann zu Fehlern führen. Wenn ein Produkt in Minuten und ein anderes in Stunden angegeben ist, musst du zuerst umrechnen. Sonst vergleichst du falsche Werte.
Produkt A bringt 24 Euro Stückdeckungsbeitrag und braucht 30 Minuten.
Produkt B bringt 30 Euro Stückdeckungsbeitrag und braucht 1 Stunde.
Rechne beide Werte pro Stunde:
Produkt A: 30 Minuten sind 0,5 Stunden.
Produkt B:
Produkt A ist besser, obwohl Produkt B den höheren Stückdeckungsbeitrag hat.
Vergleiche beim relativen Deckungsbeitrag immer dieselbe Engpasseinheit. Erst umrechnen, dann entscheiden.
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Zusammenfassung
Der relative Deckungsbeitrag hilft dir bei Produktionsentscheidungen, wenn eine Ressource knapp ist. Er zeigt, wie viel Deckungsbeitrag ein Produkt pro Engpasseinheit bringt.
Du berechnest zuerst den Stückdeckungsbeitrag: Verkaufspreis minus variable Kosten pro Stück. Danach teilst du diesen Wert durch den Verbrauch der knappen Ressource pro Stück.
Formel:
Das Produkt mit dem höchsten relativen Deckungsbeitrag nutzt den Engpass am besten.
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