Wirtschaft

E-Commerce: So funktioniert der Onlinehandel

E-Commerce: So funktioniert der Onlinehandel
E-Commerce: So funktioniert der Onlinehandel
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E-Commerce bedeutet elektronischer Handel: Waren, digitale Inhalte und Dienstleistungen werden über das Internet angeboten, gekauft und verkauft. Dabei verbinden digitale Systeme den Kauf oft mit Zahlung, Lager, Lieferung, Rechnung und Kundenservice.

Auf dieser Seite lernst du, Formen des E-Commerce zu unterscheiden, einen Onlinekauf als Prozess zu erklären und Angebote aus Sicht von Unternehmen und Kundschaft zu beurteilen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was E-Commerce ausmacht

Du bestellst Schuhe in einem Onlineshop, lädst ein E-Book herunter oder schließt online ein Streaming-Abonnement ab: In allen drei Fällen wird ein Geschäft über das Internet angebahnt und abgeschlossen.

Definition

E-Commerce

E-Commerce ist der internetgestützte Kauf und Verkauf von Waren, digitalen Inhalten und Dienstleistungen. Zum Handel gehören nicht nur sichtbare Shopseiten, sondern auch digitale Vorgänge wie Bestellung, Zahlung und Auftragsbearbeitung.

Eine Ware kann nach dem Onlinekauf physisch geliefert werden. Ein digitales Produkt wird dagegen beispielsweise als Download oder Onlinezugang bereitgestellt. Auch Dienstleistungen wie Reisen, Tickets oder Weiterbildungen können online verkauft werden.

E-Business ist der weitere Begriff. Er umfasst zusätzliche digitale Geschäftsprozesse, zum Beispiel interne Beschaffung, Personalverwaltung oder Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern. E-Commerce ist somit ein Teil des E-Business.

Beispiel

Mira bestellt online einen individuell bedruckten Becher. Die Bestellung wird im Shopsystem erfasst, die Zahlung bestätigt und der Auftrag an Produktion oder Lager weitergegeben. Anschließend werden Versand und Rechnung vorbereitet. Der Vertragsschluss gehört zum E-Commerce; die gesamte interne digitale Unternehmensorganisation kann darüber hinaus Teil des E-Business sein.

Merke

Nicht die Art der Lieferung entscheidet über E-Commerce, sondern der internetgestützte Geschäftsabschluss. Deshalb zählen sowohl ein versendetes Buch als auch ein online bereitgestelltes E-Book dazu.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Vorgang ist ein Beispiel für E-Commerce?
Lösung: Du kaufst online eine Konzertkarte und erhältst sie digital. — Beim E-Commerce wird ein Geschäft über das Internet abgeschlossen. Das Produkt kann körperlich oder digital sein.
Frage 2 von 2MittelEin Unternehmen verwaltet sein Personal mit einer internen Software. Warum ist das nicht automatisch E-Commerce?
Lösung: Es ist ein digitaler Geschäftsprozess, aber kein internetgestützter Kauf oder Verkauf. — E-Commerce betrifft Handel. E-Business ist weiter gefasst und kann auch interne digitale Abläufe einschließen.
Wie ein Onlinekauf funktioniert

Hinter einer Bestellseite arbeiten mehrere technische und organisatorische Bereiche zusammen. Ein typischer Ablauf besteht aus folgenden Schritten:

  1. Eine Kundin oder ein Kunde sucht und wählt ein Angebot aus.
  2. Das Shopsystem sammelt Produkt, Menge, Preis und Lieferangaben im Warenkorb.
  3. Beim Bestellabschluss werden die Angaben geprüft und die Zahlung angestoßen.
  4. Die Auftragsbearbeitung aktualisiert den Bestand und übermittelt den Auftrag an Lager oder Anbieter.
  5. Physische Ware wird verpackt und versendet; digitale Inhalte werden online bereitgestellt.
  6. Rechnung, Kundenservice und mögliche Rücksendungen folgen nach dem Kauf.
Definition

Shopsystem

Ein Shopsystem verwaltet unter anderem Produkte, Warenkorb, Bestellungen und Teile der Zahlungsabwicklung. Es bildet die sichtbare Verkaufsfläche und verbindet sie mit weiteren Systemen.

Die Warenwirtschaft erfasst beispielsweise Bestände, Lieferungen und Retouren. Ein Zahlungssystem verarbeitet die gewählte Zahlungsart. Logistik organisiert Lager, Verpackung und Versand. Diese Bereiche müssen verlässlich Daten austauschen, damit etwa kein bereits ausverkauftes Produkt weiter als verfügbar erscheint.

Beispiel

Ein Shop zeigt noch ein Paar Turnschuhe in Größe 40 an. Nach der Bestellung meldet das Shopsystem den Auftrag an die Warenwirtschaft. Der Bestand sinkt auf null, die Zahlung wird bestätigt und das Lager erhält den Versandauftrag. Ohne diese Verbindung könnten mehrere Personen dasselbe letzte Paar bestellen.

Automatisierung verringert wiederkehrende Handarbeit, beseitigt aber nicht jede Aufgabe. Produkte müssen gepflegt, technische Fehler behoben, Fragen beantwortet und Rücksendungen bearbeitet werden.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im wählt die Kundin das Produkt und schließt die Bestellung ab. Die aktualisiert den Bestand. Ein verarbeitet die gewählte Zahlungsart. Die organisiert bei physischer Ware Verpackung und Versand.

Lösungen: Lücke 1: Shopsystem; Lücke 2: Warenwirtschaft; Lücke 3: Zahlungssystem; Lücke 4: Logistik. Die Systeme übernehmen verschiedene Aufgaben: Verkauf im Shopsystem, Bestandsführung in der Warenwirtschaft, Bezahlung im Zahlungssystem und Versand in der Logistik.
Wer mit wem handelt

Abkürzungen wie B2C beschreiben, welche Akteure an einer Transaktion beteiligt sind. Das B steht für Business, also Unternehmen. C bedeutet Consumer, also Privatperson. A beziehungsweise G bezeichnet eine öffentliche Einrichtung oder Behörde.

FormBeziehungBeispiel
B2CUnternehmen an PrivatpersonEin Modeunternehmen verkauft Schuhe im Onlineshop.
B2BUnternehmen an UnternehmenEine Werkstatt bestellt online Arbeitshandschuhe.
C2CPrivatperson an PrivatpersonEine Person verkauft ein gebrauchtes Fahrrad über einen Marktplatz.
B2A/B2GUnternehmen an öffentliche EinrichtungEin IT-Unternehmen beteiligt sich online an einem öffentlichen Auftrag.
C2BPrivatperson an UnternehmenEine Fotografin bietet einem Unternehmen ein Bild zur Nutzung an.

D2C beschreibt zusätzlich den Vertriebsweg: Ein Hersteller verkauft direkt an Endkunden, ohne Groß- oder Einzelhändler dazwischen. Ein D2C-Verkauf an eine Privatperson ist deshalb zugleich ein B2C-Geschäft.

Beispiel

Eine Müslifabrik verkauft ihre Produkte im eigenen Onlineshop direkt an Familien. Der Verkauf ist B2C, weil ein Unternehmen an Privatpersonen verkauft. Zugleich ist er D2C, weil der Hersteller den Zwischenhandel überspringt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtEine Schülerin verkauft ihr gebrauchtes Smartphone online an einen anderen Schüler. Welche Form passt?
Lösung: C2C — C2C bezeichnet eine Transaktion zwischen Privatpersonen.
Frage 2 von 2MittelEin Hersteller verkauft selbst produzierte Trinkflaschen im eigenen Shop direkt an Privatkunden. Welche Beschreibung ist am genauesten?
Lösung: Der Verkauf ist B2C und zugleich D2C. — B2C benennt die beteiligten Akteure. D2C beschreibt zusätzlich, dass der Hersteller direkt verkauft.
Marktplatz oder eigener Shop

Ein Unternehmen muss entscheiden, über welchen digitalen Kanal es verkauft. Ein Marktplatz bringt viele Anbieter und Nachfragende auf einer Plattform zusammen. Ein eigener Shop wird vom Unternehmen selbst betrieben oder in dessen Auftrag eingerichtet.

KriteriumMarktplatzEigener Shop
Startmeist schneller Zugang zu vorhandener KundschaftShop und Abläufe müssen aufgebaut werden
Kostenhäufig Gebühren oder VerkaufsprovisionenKosten für System, Betrieb, Marketing und Zahlungsabwicklung
Reichweite zu Beginnoft höhermuss meist erst aufgebaut werden
Gestaltung und Markedurch Plattformregeln begrenztweitgehend selbst steuerbar
KundenzugangPlattform steht zwischen den Beteiligtendirekte Kundenbeziehung möglich
Abhängigkeitvon Regeln und Zugang der Plattformvon eigener Technik und Kundengewinnung
WettbewerbAngebote sind direkt vergleichbarhängt vom erreichbaren Markt ab
Beispiel

Ein kleines Unternehmen möchte handgefertigte Rucksäcke testen. Es hat wenig Startreichweite, möchte aber später eine eigene Marke aufbauen.

Ein Marktplatz erleichtert den schnellen Produkttest, weil dort bereits Menschen suchen. Dafür fallen Gebühren an und Konkurrenzangebote stehen direkt daneben. Ein eigener Shop gibt mehr Kontrolle über Darstellung und Kundenbeziehung, benötigt jedoch Technik und eigenes Marketing.

Eine begründete Entscheidung kann deshalb lauten: zunächst eine kleine Auswahl auf einem Marktplatz testen und gleichzeitig einen eigenen Shop als langfristigen Markenkanal aufbauen. Diese Lösung ist nicht immer richtig; sie passt hier zu den genannten Zielen und Voraussetzungen.

Merke

Der beste Verkaufskanal ergibt sich nicht aus einem einzelnen Vorteil. Vergleiche Reichweite, Kosten, Kontrolle, Aufwand, Abhängigkeit und Kundenbeziehung passend zum Geschäftsmodell.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin neu gegründeter Betrieb will ein Produkt schnell bei vorhandener Nachfrage testen und kann zunächst wenig in Reichweite investieren. Welcher Kanal passt eher zum Ziel?
Lösung: Ein etablierter Marktplatz — Für einen schnellen Test kann ein Marktplatz durch sein bestehendes Kundennetzwerk nützlich sein. Gebühren und Abhängigkeit müssen trotzdem geprüft werden.
Frage 2 von 2SchwerEin Unternehmen will seine Marke selbst gestalten, die Kundenbeziehung kontrollieren und Plattformabhängigkeit verringern. Was spricht am stärksten für einen eigenen Shop?
Lösung: Die größere Kontrolle über Auftritt und direkten Kundenkontakt — Der eigene Shop stärkt Kontrolle und direkten Zugang, verlagert aber Technik, Marketing und Pflichten zum Betreiber.
Chancen und Risiken richtig abwägen

E-Commerce kann räumliche Grenzen und Öffnungszeiten teilweise überwinden. Unternehmen erreichen größere Zielgruppen, testen Nischenangebote und automatisieren wiederkehrende Abläufe. Kundinnen und Kunden können viele Angebote bequem suchen und vergleichen.

Diese Chancen haben Bedingungen. Größere Reichweite bedeutet oft auch mehr Wettbewerb. Automatisierung senkt manche Aufwände, während Technik, Marketing, Zahlungssicherheit, Lager, letzte Lieferstrecke und Retouren neue Kosten verursachen können. Persönliche Beratung ist online außerdem schwieriger abzubilden.

PerspektiveMögliche ChanceMögliche Belastung
Unternehmengrößere Reichweite und skalierbare AbläufeWettbewerb, Marketing- und Technikaufwand
Kundschaftbequemer Zugang und mehr Vergleichsmöglichkeitenunübersichtliche Angebote und fehlender persönlicher Kontakt
Logistikdigital gesteuerte Bestände und LieferungenVerpackung, Versand und Retouren
GesellschaftZugang zu Nischen und entfernten MärktenDruck auf lokale Geschäfte und zusätzliche Lieferverkehre

Digitale Kundendaten können Nachfrageprognosen und passende Empfehlungen verbessern. Gleichzeitig tragen Anbieter Verantwortung für Datenschutz und sichere Zahlungen. Personalisierte Empfehlungen sollen deshalb nicht mit einer neutralen Marktübersicht verwechselt werden: Sie zeigen eine Auswahl, die durch Daten und Verkaufsziele beeinflusst sein kann.

Ein Onlineangebot prüfen

Vor einer Bestellung kannst du systematisch vorgehen:

  1. Bedarf klären: Welches Problem soll das Produkt lösen?
  2. Budget festlegen: Welche Gesamtausgabe ist vertretbar?
  3. Kriterien bestimmen: Vergleiche zum Beispiel Qualität, Haltbarkeit, Preis, Lieferzeit und Rückgabebedingungen.
  4. Gesamtkosten prüfen: Beachte Preis, Versand und weitere erkennbare Kosten.
  5. Informationen kontrollieren: Sind Anbieter, Verfügbarkeit, Lieferzeit und Bestellpflicht verständlich angegeben?
  6. Kaufanreize erkennen: Prüfe, ob Zeitdruck, Empfehlungen oder auffällige Hervorhebungen deine Gewichtung verändern.
  7. Entscheidung begründen: Notiere, welches Angebot deine wichtigsten Kriterien am besten erfüllt.
Beispiel

Lea vergleicht zwei Kopfhörer. Modell A kostet weniger, Modell B ist nach den angegebenen Eigenschaften haltbarer und hat eine für sie passendere Bauform. Lea gewichtet Haltbarkeit und Passform stärker als den niedrigsten Preis. Eine auffällige Empfehlung „Beliebt“ reicht ihr nicht als Kriterium, weil sie nichts über die Eignung für ihren Bedarf aussagt. Sie entscheidet sich begründet für Modell B, sofern die Gesamtkosten in ihr Budget passen.

Für einen Onlineshop in Deutschland gehören klare Anbieter-, Preis-, Versand-, Liefer- und Datenschutzinformationen sowie ein eindeutig als kostenpflichtig erkennbarer Bestellabschluss zu den grundlegenden Anforderungen. Konkrete Rechtsregeln können sich ändern und vom Angebot abhängen; eine allgemeine Lernseite ersetzt daher keine Prüfung des Einzelfalls.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Shop zeigt ein Produkt günstig an, nennt die Versandkosten aber erst sehr spät. Welches Kriterium fehlt zunächst für einen fairen Vergleich?
Lösung: Die vollständige Gesamtausgabe — Eine Kaufentscheidung braucht die erkennbaren Gesamtkosten, nicht nur den zuerst hervorgehobenen Produktpreis.
Frage 2 von 2SchwerEine Empfehlung im Shop passt zu früheren Suchanfragen. Welche Schlussfolgerung ist angemessen?
Lösung: Die Empfehlung kann personalisiert sein und sollte mit eigenen Kriterien geprüft werden. — Daten können Empfehlungen relevanter machen. Deine Entscheidung sollte trotzdem auf Bedarf, Budget und überprüfbaren Eigenschaften beruhen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • E-Commerce
    • Angebote
      • Waren, digitale Inhalte, Dienstleistungen
    • Beteiligte
      • B2C, B2B, C2C, B2A, C2B
    • Vertriebsweg
      • Marktplatz, eigener Shop, D2C
    • Ablauf
      • Auswahl, Bestellung, Zahlung, Bereitstellung
    • Systeme
      • Shopsystem, Warenwirtschaft, Zahlung, Logistik
    • Chancen
      • Reichweite, Vergleich, Automatisierung, Nischen
    • Risiken
      • Wettbewerb, Technik, Daten, Logistik, Retouren
    • Kaufprüfung
      • Bedarf, Budget, Kriterien, Gesamtkosten, Informationen

E-Commerce verbindet einen digitalen Geschäftsabschluss mit mehreren technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Entscheidungen. Ein erfolgreicher Verkaufskanal muss zum Unternehmen passen; ein gutes Kaufangebot muss zu deinem Bedarf passen und transparent prüfbar sein.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 5LeichtWas kennzeichnet E-Commerce im Kern?
Lösung: Ein Kauf oder Verkauf wird internetgestützt abgeschlossen. — E-Commerce umfasst auch digitale Inhalte und Dienstleistungen. Entscheidend ist der internetgestützte Geschäftsabschluss.
Frage 2 von 5MittelEin Hersteller verkauft im eigenen Onlineshop direkt an Privatpersonen. Welche Einordnung stimmt?
Lösung: B2C und D2C — B2C beschreibt Unternehmen und Privatkundschaft; D2C beschreibt den direkten Weg vom Hersteller zum Endkunden.
Frage 3 von 5MittelWarum benötigt ein eigener Shop meistens eigenes Marketing?
Lösung: Weil das Vorhandensein eines Shops noch keine ausreichende Sichtbarkeit erzeugt. — Ein eigener Shop bietet Kontrolle, muss aber von der Zielgruppe erst gefunden werden.
Frage 4 von 5SchwerEin junges Unternehmen braucht schnelle Reichweite, will aber langfristig Marke und Kundenbeziehung kontrollieren. Welche Entscheidung berücksichtigt beide Ziele?
Lösung: Zunächst einen Marktplatz testen und parallel einen eigenen Kanal aufbauen — Eine Kombination kann kurzfristigen Marktzugang und langfristige Kontrolle verbinden. Ob sie passt, hängt von Kosten und verfügbaren Ressourcen ab.
Frage 5 von 5SchwerEin Shop hebt ein Angebot stark hervor. Wie prüfst du es am sinnvollsten?
Lösung: Du vergleichst Gesamtkosten und überprüfbare Eigenschaften mit deinem Bedarf und Budget. — Eine begründete Konsumentscheidung trennt Kaufanreize von überprüfbaren Kriterien und berücksichtigt die vollständigen Kosten.

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