Wirtschaft

Entgeltabrechnung verstehen: Brutto, Netto, Abzüge

Entgeltabrechnung verstehen: Brutto, Netto, Abzüge
Entgeltabrechnung verstehen: Brutto, Netto, Abzüge
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Eine Entgeltabrechnung zeigt dir, wie sich dein Arbeitsentgelt in einem bestimmten Zeitraum zusammensetzt. Du erkennst, wie aus dem Bruttoentgelt durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge das Nettoentgelt und schließlich der Auszahlungsbetrag entstehen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wozu dient eine Entgeltabrechnung?

Die Entgeltabrechnung macht die Zusammensetzung deiner Vergütung nachvollziehbar. Sie dokumentiert unter anderem Entgeltbestandteile, Abzüge und den Betrag, der ausgezahlt wird.

Definition

Entgeltabrechnung

Eine Entgeltabrechnung ist die Abrechnung der finanziellen Vergütung aus einem Arbeitsverhältnis für einen bestimmten Zeitraum. Entgelt ist dabei der Oberbegriff für Lohn und Gehalt.

Die Begriffe lassen sich so unterscheiden:

  • Gehalt ist normalerweise eine feste monatliche Vergütung.
  • Lohn kann sich beispielsweise nach Arbeitszeit oder Leistung verändern.
  • Entgelt umfasst beide Vergütungsformen.

Die Abrechnung hilft Beschäftigten, Arbeitgebern und zuständigen Stellen dabei, Zahlungen und Abzüge nachzuvollziehen. Arbeitgeber müssen die Zusammensetzung des Entgelts abrechnen; die Beträge werden in Euro ausgewiesen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine Entgeltabrechnung am besten?
Lösung: Sie zeigt für einen Zeitraum, wie sich Entgelt, Abzüge und Auszahlung zusammensetzen. — Die Entgeltabrechnung dokumentiert eine Abrechnungsperiode. Sie ersetzt weder den Arbeitsvertrag noch beschränkt sie sich auf den Überweisungsbetrag.
Wie ist die Abrechnung aufgebaut?

Du kannst eine Entgeltabrechnung gedanklich in drei Bereiche zerlegen.

Kopfteil

Hier findest du Angaben zur beschäftigten Person, zum Arbeitgeber und zum Abrechnungszeitraum. Dazu können beispielsweise Name, Anschrift, Beschäftigungsbeginn, Steuermerkmale und Sozialversicherungsdaten gehören.

Finanzteil

Dieser Bereich zeigt die eigentliche Rechnung. Typische Positionen sind:

  • Grundvergütung, Zuschläge, Prämien oder Sachbezüge;
  • Gesamtbrutto;
  • Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer oder Solidaritätszuschlag;
  • Arbeitnehmerbeiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung;
  • Nettoentgelt.

Informationsteil

Am Ende steht der Auszahlungsbetrag. Dort können auch weitere Angaben wie die verwendete Bankverbindung erscheinen.

Merke

Lies eine Abrechnung nicht nur von oben nach unten. Suche zuerst den Abrechnungszeitraum, dann das Gesamtbrutto, anschließend die Abzüge und zuletzt den Auszahlungsbetrag.

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Frage 1 von 1MittelDu möchtest prüfen, wie sich dein Nettoentgelt ergibt. Welcher Bereich ist dafür besonders wichtig?
Lösung: Der Finanzteil mit Bruttoentgelt und einzelnen Abzügen — Der Rechenweg vom Brutto zum Netto steht im Finanzteil. Kopf- und Informationsteil liefern ergänzende Angaben.
Wie wird aus Brutto Netto?

Der Rechenweg beginnt beim Gesamtbrutto. Es kann neben der Grundvergütung weitere Entgeltbestandteile enthalten, etwa Zuschläge, Prämien, Provisionen oder geldwerte Vorteile.

Vom maßgeblichen Brutto werden Steuern und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen. Vereinfacht gilt:

$$\text{Nettoentgelt} = \text{Bruttoentgelt} - \text{Steuern} - \text{Arbeitnehmerbeiträge}$$

Welche Beträge tatsächlich abgezogen werden, hängt vom Einzelfall und von den jeweils geltenden Regeln ab. Steuerwerte, Beitragssätze und Grenzwerte können sich ändern. Deshalb eignet sich eine ältere Musterabrechnung nicht zur Berechnung eines heutigen Entgelts.

Beispiel

Ein historisches Lernbeispiel mit Rechenstand 2021 nennt bei einem Bruttoentgelt von 2.100,00 € folgende Abzüge:

PositionBetrag
Lohnsteuer216,08 €
Solidaritätszuschlag0,00 €
Kirchensteuer16,82 €
Krankenversicherung153,30 €
Rentenversicherung195,30 €
Arbeitslosenversicherung25,20 €
Pflegeversicherung37,28 €

Zuerst werden alle Abzüge addiert:

$$216{,}08 + 0{,}00 + 16{,}82 + 153{,}30 + 195{,}30 + 25{,}20 + 37{,}28 = 643{,}98\text{ €}$$

Dann werden sie vom Bruttoentgelt abgezogen:

$$2.100{,}00\text{ €} - 643{,}98\text{ €} = 1.456{,}02\text{ €}$$

Das historische Nettoentgelt beträgt damit 1.456,02 €. Der entscheidende Gedanke ist die Reihenfolge: Abzüge zusammenfassen und anschließend vom Brutto abziehen. Die alten Einzelwerte sind keine aktuellen Beitragssätze.

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Frage 1 von 1MittelEine historische Abrechnung nennt 2.100,00 € Bruttoentgelt und insgesamt 643,98 € Abzüge. Wie hoch ist das Nettoentgelt?
Lösung: 1.456,02 € — Rechne 2.100,00 € minus 643,98 €. Das ergibt 1.456,02 € Nettoentgelt.
Welche Aufgaben haben die Abzüge?

Nicht jeder Abzug hat denselben Zweck. Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gehören zu unterschiedlichen Gruppen.

  • Die Lohnsteuer ist eine Steuer auf Arbeitslohn. Ihre laufende Höhe hängt unter anderem vom Entgelt und von den gespeicherten Steuermerkmalen ab.
  • Die Kirchensteuer kann zusätzlich anfallen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Der Solidaritätszuschlag kann als weiterer steuerlicher Abzug erscheinen.
  • Die Krankenversicherung dient der gesundheitlichen Absicherung.
  • Die Pflegeversicherung unterstützt bei Pflegebedürftigkeit.
  • Die Rentenversicherung sichert insbesondere im Alter und bei bestimmten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit ab.
  • Die Arbeitslosenversicherung unterstützt bei Arbeitslosigkeit und bei der Wiedereingliederung in Arbeit.
Gut zu wissen

Für die Sozialversicherung kann ein anderes Bemessungsentgelt gelten als für die Steuer. Bestimmte Entgeltbestandteile können steuer- oder beitragsfrei sein, und Beitragsbemessungsgrenzen können die Berechnung begrenzen. Deshalb darfst du nicht automatisch jeden Prozentsatz auf das gesamte Gesamtbrutto anwenden.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Abzug gehört zur gesetzlichen Sozialversicherung?
Lösung: Der Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung — Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind die vier hier relevanten Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung.
Warum können Netto und Auszahlung verschieden sein?

Das Nettoentgelt entsteht zunächst nach dem Abzug von Steuern und Arbeitnehmerbeiträgen. Der Auszahlungsbetrag ist dagegen der Betrag, der am Ende tatsächlich überwiesen wird.

Nach der Nettoberechnung können weitere Zu- oder Abflüsse folgen, zum Beispiel:

  • ein Arbeitgeberzuschuss zur privaten Kranken- oder Pflegeversicherung;
  • die Überweisung vermögenswirksamer Leistungen;
  • ein Vorschuss;
  • eine Pfändung;
  • ein bereits im Brutto enthaltener Sachbezug, der nicht noch einmal bar ausgezahlt wird.
Beispiel

Steht auf einer Abrechnung ein Nettoentgelt von 2.000 € und wird davon ein Vorschuss von 200 € verrechnet, beträgt die Auszahlung 1.800 €. Das Nettoentgelt bleibt trotzdem 2.000 €; nur der tatsächlich überwiesene Betrag verändert sich.

Typische Fehler beim Lesen sind:

  • Bruttoentgelt mit Auszahlungsbetrag zu verwechseln;
  • alle Abzüge als Steuern zu bezeichnen;
  • Sachbezüge wie eine zusätzliche Barauszahlung zu behandeln;
  • historische Beitragssätze ungeprüft auf aktuelle Abrechnungen zu übertragen;
  • nur den Endbetrag zu prüfen und einzelne Entgeltbestandteile zu übersehen.
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Frage 1 von 1SchwerAuf einer Abrechnung stehen 2.000 € Nettoentgelt und ein verrechneter Vorschuss von 200 €. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Der Auszahlungsbetrag beträgt 1.800 €. — Vom Nettoentgelt wird der Vorschuss für die Auszahlung abgezogen: 2.000 € minus 200 € sind 1.800 €.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Entgeltabrechnung
    • Stammdaten und Abrechnungszeitraum
    • Entgeltbestandteile ergeben das Gesamtbrutto
    • Steuern mindern das Brutto
    • Sozialversicherungsbeiträge mindern das Brutto
    • Ergebnis der Abzüge ist das Nettoentgelt
    • Weitere Zu- und Abflüsse führen zum Auszahlungsbetrag
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Größe steht am Anfang des vereinfachten Abrechnungswegs?
Lösung: Das Gesamtbrutto — Vom Gesamtbrutto führen Steuern und Arbeitnehmerbeiträge zum Nettoentgelt.
Frage 2 von 3MittelAuf einer vereinfachten Abrechnung stehen 2.500 € Brutto und 700 € Steuern sowie Arbeitnehmerbeiträge. Wie hoch ist das Nettoentgelt?
Lösung: 1.800 € — Rechne 2.500 € minus 700 €. Das Nettoentgelt beträgt 1.800 €.
Frage 3 von 3SchwerEine Person vergleicht nur Nettoentgelt und Kontoeingang. Der Kontoeingang ist niedriger. Welche Erklärung solltest du zuerst prüfen?
Lösung: Ob nach der Nettoberechnung weitere Abzüge wie ein Vorschuss verrechnet wurden — Prüfe die Positionen zwischen Nettoentgelt und Auszahlungsbetrag. Dort können beispielsweise Vorschüsse, vermögenswirksame Leistungen oder Sachbezüge berücksichtigt sein.

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