Wirtschaft

Geld einfach erklärt: Funktionen, Formen und Wert

Geld einfach erklärt: Funktionen, Formen und Wert
Geld einfach erklärt: Funktionen, Formen und Wert
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Geld ist ein allgemein anerkanntes Tausch- und Zahlungsmittel. Es erleichtert den Handel, macht Werte vergleichbar und lässt sich für spätere Ausgaben aufbewahren. Dabei kann Geld als Münze, Banknote oder Kontoguthaben vorkommen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum erleichtert Geld den Tausch?

Stell dir vor, du möchtest ein Fahrrad gegen einen Schreibtisch tauschen. Der Besitzer des Schreibtischs braucht aber kein Fahrrad. Ohne Geld müsstest du lange nach einer Person suchen, die genau dein Fahrrad möchte und gleichzeitig den passenden Schreibtisch anbietet.

Mit Geld wird der Tausch in zwei Schritte geteilt:

  1. Du verkaufst dein Fahrrad gegen Geld.
  2. Mit dem Geld kaufst du einen Schreibtisch.

Die beiden Geschäfte müssen weder mit derselben Person noch zur selben Zeit stattfinden. Das erleichtert auch die Arbeitsteilung: Menschen und Unternehmen können sich auf bestimmte Leistungen spezialisieren und diese gegen Geld anbieten.

Merke

Geld verbindet Tauschgeschäfte, auch wenn Angebot und Wunsch nicht unmittelbar zusammenpassen.

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Frage 1 von 1LeichtWarum erleichtert Geld den Tausch?
Lösung: Eine Person kann erst etwas verkaufen und später bei jemand anderem etwas kaufen. — Geld trennt den Verkauf einer Leistung vom späteren Kauf einer anderen Leistung. Dadurch entfällt die Suche nach einem direkten Tauschpartner mit genau passenden Wünschen.
Welche drei Funktionen hat Geld?
Definition

Tausch- und Zahlungsmittel

Mit Geld kannst du Waren und Dienstleistungen bezahlen oder Schulden begleichen. Voraussetzung ist, dass die Beteiligten das Geld akzeptieren.

Kaufst du auf einem Flohmarkt Schuhe für 35 Euro, verwendest du Geld als Tausch- und Zahlungsmittel.

Definition

Recheneinheit

Preise drücken den Wert unterschiedlicher Waren und Leistungen in derselben Einheit aus. So kannst du etwa ein Buch für 15 Euro mit einem Spiel für 30 Euro vergleichen.

Die Recheneinheit zeigt nicht, welches Produkt für dich wichtiger ist. Sie schafft lediglich einen gemeinsamen Wertmaßstab.

Definition

Wertspeicher

Du kannst Geld heute einnehmen und erst später ausgeben. Dafür muss seine Kaufkraft ausreichend erhalten bleiben.

Legst du einen Teil deines Geldes für eine spätere Anschaffung zurück, nutzt du die Wertspeicherfunktion.

Ein Vorgang kann mehrere Funktionen verbinden: Wenn du Preise vergleichst und anschließend bezahlst, nutzt du Geld zuerst als Recheneinheit und dann als Zahlungsmittel.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Bezahlen dient Geld als . Beim Preisvergleich dient es als . Beim Sparen für eine spätere Ausgabe dient es als .

Lösungen: Lücke 1: Tauschmittel; Lücke 2: Recheneinheit; Lücke 3: Wertspeicher. Frage dich jeweils: Wird gerade bezahlt, verglichen oder Geld für später aufbewahrt?
In welchen Formen begegnet dir Geld?
Definition

Bargeld

Bargeld besteht aus Münzen und Banknoten. Du kannst es unmittelbar übergeben.

Definition

Buchgeld

Buchgeld ist ein Guthaben auf einem Bankkonto. Es wird beispielsweise durch eine Überweisung oder eine Kartenzahlung von einem Konto auf ein anderes übertragen.

Bargeld und Buchgeld lassen sich ineinander umwandeln. Bei einer Abhebung sinkt dein Kontoguthaben, während dein Bargeldbestand steigt. Bei einer Einzahlung geschieht das Gegenteil.

Eine Bankkarte oder ein Smartphone ist meistens ein Bezahlwerkzeug, nicht automatisch eine eigene Geldform. Das Werkzeug ermöglicht den Zugriff auf ein Konto oder eine hinterlegte Kreditkarte. Auch das umgangssprachliche Wort „Plastikgeld“ bezeichnet daher keine eigenständige Geldform.

Elektronisches Geld kann dagegen außerhalb eines gewöhnlichen Bankkontos gespeichert sein, etwa als aufgeladenes Guthaben auf einer Karte.

Beispiel

Du bezahlst ein Kinoticket mit einer Debitkarte. Das Geld liegt nicht in der Karte. Die Karte stößt die Belastung deines Kontos an. Bezahlen musst du trotzdem können, auch wenn das Kartenlesegerät oder die Verbindung ausfällt; deshalb haben verschiedene Zahlungsformen unterschiedliche praktische Vor- und Nachteile.

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Frage 1 von 1MittelDu hebst 20 Euro von deinem Girokonto ab. Was verändert sich?
Lösung: Dein Buchgeld sinkt um 20 Euro und dein Bargeld steigt um 20 Euro. — Bei der Abhebung wechselt die Geldform. Ohne Gebühren bleibt die Summe aus deinem Bargeld und Kontoguthaben gleich.
Wie bewegt sich Geld im Wirtschaftskreislauf?

Im einfachen Wirtschaftskreislauf stehen sich private Haushalte und Unternehmen gegenüber. Dabei verlaufen Geldströme und reale Leistungen in entgegengesetzte Richtungen.

Reale LeistungRichtungGegenläufiger Geldstrom
ArbeitsleistungHaushalt → UnternehmenLohn oder Gehalt → Haushalt
Ware oder DienstleistungUnternehmen → HaushaltKonsumausgabe → Unternehmen
Beispiel

Eine Bäckerei beschäftigt Samira. Samira stellt ihre Arbeitsleistung bereit und erhält dafür Gehalt. Kauft sie später Brot, fließt Geld an die Bäckerei zurück, während das Brot zu ihr gelangt.

Das Modell ist bewusst vereinfacht. In einem erweiterten Wirtschaftskreislauf kommen unter anderem Staat, Banken, Zentralbank und Ausland hinzu. Dann entstehen weitere Zahlungen wie Steuern, Sozialleistungen, Kredite, Zinsen und Investitionen.

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Frage 1 von 1MittelEin Haushalt kauft einen Tisch bei einem Unternehmen. Welche Beschreibung stimmt?
Lösung: Der Tisch fließt zum Haushalt, das Geld zum Unternehmen. — Der reale Güterstrom führt vom Unternehmen zum Haushalt. Der zugehörige Geldstrom verläuft als Gegenleistung zurück zum Unternehmen.
Wovon hängt der Wert des Geldes ab?
Definition

Kaufkraft

Die Kaufkraft gibt an, welche Menge an Waren und Dienstleistungen du mit einem bestimmten Geldbetrag kaufen kannst.

Kostet eine Kugel Eis 0,50 Euro, erhältst du für 2 Euro vier Kugeln. Steigt der Preis auf 1 Euro, reichen dieselben 2 Euro nur noch für zwei Kugeln. Bezogen auf Eis ist die Kaufkraft des Geldbetrags gesunken.

Ein einzelner höherer Preis beweist jedoch noch keine Inflation.

Definition

Inflation

Inflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau steigt. Im Durchschnitt kannst du dann für denselben Geldbetrag weniger kaufen.

Definition

Deflation

Deflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau sinkt. Das klingt zunächst vorteilhaft, kann aber Käufe aufschieben lassen und dadurch Absatz, Produktion und Beschäftigung belasten.

Geld funktioniert nicht hauptsächlich wegen des Materialwerts einer Münze oder Banknote. Entscheidend sind das Vertrauen in seine Akzeptanz und die Erwartung, dass es auch künftig Kaufkraft besitzt. Starke Preissteigerungen schwächen deshalb besonders die Wertspeicherfunktion.

Merke

Einzelpreise können steigen oder fallen. Inflation beschreibt eine breite Veränderung des Preisniveaus, nicht nur die Verteuerung eines einzelnen Produkts.

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Frage 1 von 2MittelDer Preis für Erdbeeren steigt am Saisonende, viele andere Preise bleiben gleich. Was lässt sich sicher sagen?
Lösung: Erdbeeren sind teurer geworden; daraus allein lässt sich keine allgemeine Inflation ableiten. — Eine einzelne Preisänderung kann beispielsweise durch ein knapperes Angebot entstehen. Für eine Aussage über Inflation müssen viele Preise gemeinsam betrachtet werden.
Frage 2 von 2SchwerWarum kann Inflation die Wertspeicherfunktion des Geldes schwächen?
Lösung: Gespartes Geld kann später weniger Waren und Dienstleistungen kaufen. — Beim Sparen wird Kaufkraft in die Zukunft verschoben. Steigt das allgemeine Preisniveau, reicht ein unveränderter Geldbetrag später für weniger Güter und Leistungen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Geld
    • Funktionen: bezahlen, vergleichen, aufbewahren
    • Formen: Bargeld, Buchgeld, elektronisches Guthaben
    • Bezahlwerkzeuge: Karte, Smartphone, Überweisung
    • Wirtschaftskreislauf: Leistungen und gegenläufige Geldströme
    • Wert: Kaufkraft hängt vom Preisniveau ab
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Situation zeigt die Recheneinheit des Geldes?
Lösung: Du vergleichst ein Buch für 15 Euro mit einem Spiel für 30 Euro. — Als Recheneinheit schafft Geld einen gemeinsamen Maßstab, mit dem sich Werte und Preise vergleichen lassen.
Frage 2 von 3MittelDu bezahlst mit dem Smartphone. Welche Aussage ist am genauesten?
Lösung: Das Smartphone ist ein Bezahlwerkzeug, das meist auf ein Konto oder eine hinterlegte Karte zugreift. — Entscheidend ist, welcher Geldbestand belastet wird. Das Smartphone ist der technische Zugangsweg zur Zahlung.
Frage 3 von 3SchwerEine Schülerin sagt: „Wenn der Preis meines Lieblingsgetränks steigt, herrscht Inflation.“ Wie verbesserst du die Aussage?
Lösung: Ein einzelner Preisanstieg reicht nicht; Inflation bezeichnet den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. — Prüfe zuerst, ob nur ein einzelner Preis oder viele Preise im Durchschnitt steigen. Erst die breite Preisniveauänderung beschreibt Inflation.

Du hast den Kern verstanden, wenn du bei einer Alltagssituation drei Fragen beantworten kannst: Welche Geldfunktion wird genutzt? In welcher Form liegt das Geld vor? Welche reale Leistung und welcher Geldstrom gehören zusammen?

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