Wirtschaft

Korrelation verstehen und richtig interpretieren

Korrelation verstehen und richtig interpretieren
Korrelation verstehen und richtig interpretieren
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Eine Korrelation zeigt, ob zwei Merkmale gemeinsam variieren und wie stark ihr Zusammenhang ist. Der Korrelationskoeffizient liegt zwischen $-1$ und $+1$. Er beschreibt einen Zusammenhang, beweist aber keine Ursache.

Auf dieser Seite lernst du, Korrelationswerte zu deuten, ein passendes Korrelationsmaß auszuwählen und wirtschaftliche Kausalbehauptungen kritisch zu prüfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was sagt der Korrelationskoeffizient aus?

Stell dir vor, du untersuchst Preis und Absatzmenge eines Produkts. Steigen die Preise, während die Absatzmenge tendenziell sinkt, liegt ein negativer Zusammenhang vor.

Definition

Korrelation

Eine Korrelation beschreibt die Richtung und Stärke des Zusammenhangs zwischen zwei Variablen. Eine Variable ist ein Merkmal, das unterschiedliche Werte annehmen kann, etwa Preis, Einkommen oder Absatzmenge.

Das Vorzeichen gibt die Richtung an:

  • Bei $r>0$ gehen hohe Werte der einen Variable tendenziell mit hohen Werten der anderen einher.
  • Bei $r<0$ gehen hohe Werte der einen Variable tendenziell mit niedrigen Werten der anderen einher.
  • Bei $r=0$ besteht kein linearer Zusammenhang.

Der Betrag $|r|$ zeigt die Stärke. Je näher er an $1$ liegt, desto stärker ist der lineare Zusammenhang. Je näher er an $0$ liegt, desto schwächer ist er.

  • $r=+1$: vollständig positiver linearer Zusammenhang
  • $r=-1$: vollständig negativer linearer Zusammenhang
  • $r=0$: kein linearer Zusammenhang
Merke

Vorzeichen gleich Richtung, Betrag gleich Stärke. Ein negativer Wert kann also einen sehr starken Zusammenhang ausdrücken.

Feste Grenzen für „schwach“, „mittel“ oder „stark“ sind keine Naturgesetze. Verschiedene Fachgebiete und Auswertungsverfahren verwenden unterschiedliche Richtwerte. Deshalb solltest du den Zahlenwert nennen und die verwendete Einordnung erklären.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage zu $r=-0{,}82$ ist richtig?
Lösung: Es besteht ein starker negativer linearer Zusammenhang. — Der Betrag liegt nahe bei $1$ und weist auf einen starken Zusammenhang hin. Das Minuszeichen zeigt gegenläufige Veränderungen.
Frage 2 von 2MittelIn einem Datensatz gilt $r=0$. Was darfst du daraus schließen?
Lösung: Es wurde kein linearer Zusammenhang festgestellt. — Der Korrelationskoeffizient kann bei $0$ liegen, obwohl die Punkte einem gekrümmten Muster folgen. Deshalb ist ein Streudiagramm wichtig.
Warum gehört ein Streudiagramm zur Auswertung?

Ein einzelner Koeffizient fasst viele Wertepaare zu einer Zahl zusammen. Dabei können wichtige Besonderheiten verborgen bleiben.

Ein Streudiagramm stellt jedes Wertepaar als Punkt dar. Du kannst damit prüfen:

  • Ist überhaupt ein Muster erkennbar?
  • Verläuft das Muster ungefähr geradlinig oder gekrümmt?
  • Gibt es einzelne auffällige Werte, sogenannte Ausreißer?

Das ist besonders für die Pearson-Korrelation wichtig, weil sie lineare Zusammenhänge misst. Ein Ausreißer kann den berechneten Wert außerdem stark verändern.

Beispiel

Zwei Datensätze können denselben Korrelationskoeffizienten besitzen. Im ersten liegen die Punkte ungefähr entlang einer Geraden. Im zweiten bilden sie eine Kurve oder enthalten einen einzelnen weit entfernten Punkt.

Die Zahl allein lässt diesen Unterschied nicht erkennen. Erst das Streudiagramm zeigt, ob eine lineare Interpretation sinnvoll ist.

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Frage 1 von 1MittelEin Streudiagramm zeigt eine deutliche U-Form, der Korrelationskoeffizient liegt nahe bei $0$. Welche Deutung passt?
Lösung: Es kann ein nichtlinearer Zusammenhang bestehen, den der Koeffizient nicht erfasst. — Ein linearer Korrelationskoeffizient kann gegenläufige Abschnitte einer Kurve gegenseitig aufheben. Das sichtbare Muster bleibt trotzdem bedeutsam.
Welches Korrelationsmaß passt zu den Daten?

Nicht jedes Maß passt zu jeder Art von Variable. Vor der Auswertung prüfst du deshalb das Skalenniveau und die Form des Zusammenhangs.

Definition

Pearson-Korrelation

Die Pearson-Korrelation misst den linearen Zusammenhang zwischen zwei metrischen Variablen. Metrische Werte sind Zahlen, bei denen Abstände sinnvoll verglichen werden können, etwa Körpergröße oder Einkommen.

Nach dem Ausgangsmaterial gehören außerdem die Verteilung der Daten und ein ungefähr linearer Verlauf zu den zu prüfenden Voraussetzungen. Die Linearität kontrollierst du mit einem Streudiagramm.

Definition

Spearman-Rangkorrelation

Bei Spearman werden die Messwerte in Ränge umgewandelt. Das Verfahren eignet sich insbesondere für ordinale Daten, bei denen eine Reihenfolge feststeht, die Abstände aber nicht zuverlässig vergleichbar sind.

Ein Beispiel für ordinale Daten sind Rangplätze oder abgestufte Bewertungen.

Definition

Punktbiseriale Korrelation

Die punktbiseriale Korrelation passt zu einer dichotomen und einer metrischen Variable. Dichotom bedeutet, dass es genau zwei Ausprägungen gibt, etwa „studiert“ und „nicht studiert“.

Die beiden Ausprägungen werden als $0$ und $1$ codiert. Die andere Variable kann beispielsweise das Gehalt sein.

Beispiel

Du möchtest drei Fragen untersuchen:

  1. Hängen Körpergröße und Gewicht zusammen? Beide Variablen sind metrisch: Pearson kommt infrage.
  2. Hängen Rangplatz und abgestufte Zufriedenheit zusammen? Die Angaben sind ordinal: Spearman kommt infrage.
  3. Hängen Studienstatus und Gehalt zusammen? Eine Variable ist dichotom, die andere metrisch: Die punktbiseriale Korrelation passt.

Die Auswahl des Maßes ersetzt nicht die Prüfung der jeweiligen Voraussetzungen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Für zwei metrische Variablen und einen linearen Zusammenhang kommt die infrage. Bei ordinalen Daten eignet sich die . Eine dichotome und eine metrische Variable können mit der untersucht werden.

Lösungen: Lücke 1: Pearson-Korrelation; Lücke 2: Spearman-Rangkorrelation; Lücke 3: punktbiserialen Korrelation. Entscheidend sind die Arten der beiden Variablen: metrisch und metrisch, ordinal beziehungsweise rangbasiert oder dichotom und metrisch.
Wie unterscheiden sich Stärke und Signifikanz?

Eine Stichprobe enthält nur einen Teil der Grundgesamtheit. Eine beobachtete Korrelation könnte daher zufällig entstanden sein.

Bei einer Signifikanzprüfung werden zwei Hypothesen gegenübergestellt:

  • Nullhypothese $H_0$: In der Grundgesamtheit besteht keine Korrelation.
  • Alternativhypothese $H_1$: In der Grundgesamtheit besteht eine Korrelation.

Vor der Prüfung wird ein Signifikanzniveau festgelegt, häufig $5\,\%$. Ist der p-Wert kleiner als $0{,}05$, wird die Nullhypothese verworfen.

Merke

Der Korrelationskoeffizient beschreibt Richtung und Stärke. Der p-Wert beurteilt, wie gut das Ergebnis unter der Nullhypothese erklärbar wäre. Ein kleiner p-Wert macht eine Korrelation nicht automatisch stark.

Beispiel

Bei zehn Teilnehmenden wurde für Körpergröße und Gewicht $r=0{,}86$ und $p=0{,}001$ ermittelt.

  • Das Pluszeichen zeigt einen positiven Zusammenhang.
  • Der Betrag $0{,}86$ weist nach der im Ausgangsmaterial verwendeten Einordnung auf einen sehr hohen Zusammenhang hin.
  • Der p-Wert liegt unter $0{,}05$; das Ergebnis ist auf diesem Signifikanzniveau statistisch signifikant.
  • Aus der Korrelation allein folgt trotzdem keine Kausalität.

Eine mögliche Ergebnisformulierung lautet: „Zwischen Körpergröße und Gewicht bestand in der Stichprobe ein hoher positiver Zusammenhang, $r=0{,}86$, $p=0{,}001$.“

Ein ungerichteter Test fragt, ob überhaupt ein Zusammenhang besteht. Ein gerichteter Test legt die erwartete Richtung vorher fest. Die Entscheidung für eine gerichtete Prüfung darf nicht erst nach Betrachtung des Ergebnisses getroffen werden.

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Frage 1 von 1MittelEine Untersuchung ergibt $r=0{,}12$ und $p=0{,}01$. Welche Aussage ist angemessen?
Lösung: Der Zusammenhang ist schwach, aber auf dem 5-Prozent-Niveau statistisch signifikant. — Stärke und Signifikanz beantworten verschiedene Fragen. Ein schwacher Zusammenhang kann bei geeigneter Stichprobe signifikant sein.
Warum beweist Korrelation keine Ursache?

Angenommen, Eisverkäufe und Besuche im Freibad steigen zur gleichen Zeit. Daraus folgt nicht, dass Eisessen Freibadbesuche verursacht.

Eine Drittvariable kann beide Entwicklungen beeinflussen. In diesem Beispiel könnte warmes Wetter sowohl den Eisverkauf als auch die Zahl der Freibadbesuche erhöhen.

Bei einer Kausalbehauptung solltest du mindestens drei Möglichkeiten prüfen:

  1. Ursache: A könnte B beeinflussen.
  2. Gegenrichtung: Vielleicht beeinflusst B stattdessen A.
  3. Drittvariable: Ein weiteres Merkmal könnte A und B gemeinsam beeinflussen.
Beispiel

In Wirtschaftsdaten gehen höhere Preise möglicherweise mit einer geringeren Absatzmenge einher. Die negative Korrelation allein beweist jedoch nicht, dass allein der Preis den Rückgang verursacht hat.

Auch Einkommen, Werbung, Konkurrenzangebote, Saison oder Veränderungen des Produkts könnten eine Rolle spielen. Für eine Kausalaussage braucht man deshalb zusätzliche theoretische Begründungen und ein geeignetes Untersuchungsdesign.

Gut zu wissen

Auch eine gute Vorhersage beweist keine Verursachung. Eine Variable kann helfen, eine andere vorherzusagen, obwohl beide nur auf eine gemeinsame Drittvariable reagieren.

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Frage 1 von 1SchwerIn Städten korrelieren die Zahl der Beschäftigten und die Umsätze vieler Geschäfte positiv. Welche Prüfung ist am wichtigsten, bevor du mehr Beschäftigte als Ursache höherer Einzelumsätze bezeichnest?
Lösung: Prüfen, ob etwa die Stadtgröße beide Werte gemeinsam erhöht. — Die Stadtgröße ist eine plausible Drittvariable: Größere Städte können zugleich mehr Beschäftigte und höhere Gesamtumsätze haben.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Korrelation
    • beschreibt Richtung durch das Vorzeichen
    • beschreibt Stärke durch den Betrag
    • liegt zwischen $-1$ und $+1$
    • wird zusammen mit einem Streudiagramm beurteilt
    • verlangt ein zu den Variablen passendes Maß
    • trennt Effektstärke und statistische Signifikanz
    • beweist ohne weitere Untersuchung keine Kausalität
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bedeutet das Minuszeichen bei $r=-0{,}64$?
Lösung: Die Variablen verändern sich tendenziell in entgegengesetzte Richtungen. — Das Vorzeichen beschreibt ausschließlich die Richtung. Über Signifikanz informiert erst eine zusätzliche Prüfung.
Frage 2 von 3MittelDu untersuchst den Zusammenhang zwischen einer Schulnote als Rangordnung und einem ebenfalls ordinal abgestuften Zufriedenheitswert. Welches Maß passt eher?
Lösung: Spearman-Rangkorrelation — Beide Angaben bilden vor allem Reihenfolgen ab. Deshalb ist ein rangbasiertes Maß passend.
Frage 3 von 3SchwerEine Analyse zeigt eine starke signifikante Korrelation zwischen Werbeausgaben und Umsatz. Welche Schlussfolgerung ist zulässig?
Lösung: Werbeausgaben und Umsatz hängen in den untersuchten Daten stark zusammen; eine Ursache ist damit noch nicht bewiesen. — Für eine Kausalaussage müsstest du unter anderem Gegenrichtung, Drittvariablen und das Untersuchungsdesign prüfen.

Du kannst eine Korrelation sicher deuten, wenn du nacheinander Richtung, Stärke, Datenart, Streudiagramm, Signifikanz und mögliche Alternativerklärungen prüfst.

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