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Make-or-Buy-Analyse

Make-or-Buy-Analyse in BWL: Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug mit Kostenvergleich verständlich erklärt.

In einer Firma steht oft eine einfache Frage im Raum: Machen wir etwas selbst oder kaufen wir es ein? Das kann bei Bauteilen, Schulheften, Apps, Maschinen oder Dienstleistungen passieren. Eine gute Entscheidung braucht mehr als ein Bauchgefühl. Du vergleichst Kosten, Zeit, Qualität und Risiken Schritt für Schritt.

Deine Lernziele
  • Du erklärst, was eine Make-or-Buy-Analyse ist.
  • Du unterscheidest Eigenfertigung und Fremdbezug.
  • Du vergleichst Kosten mit einer einfachen Rechnung.
  • Du erkennst wichtige qualitative Entscheidungskriterien.
  • Du begründest eine Make-or-Buy-Entscheidung nachvollziehbar.

Die Grundfrage: selbst machen oder einkaufen

Stell dir vor, eine Schülerfirma verkauft bedruckte T-Shirts. Sie kann die T-Shirts selbst bedrucken. Oder sie kann den Druck bei einer Druckerei bestellen. Genau diese Wahl steckt hinter Make or Buy.

Definition

Make-or-Buy-Analyse bedeutet: Ein Unternehmen prüft, ob es ein Produkt oder eine Leistung selbst erstellt oder von außen einkauft.

Eigenfertigung bedeutet: Das Unternehmen macht die Leistung selbst.

Fremdbezug bedeutet: Das Unternehmen kauft die Leistung bei einem anderen Unternehmen ein.

Bei Make bleibt mehr im eigenen Unternehmen. Man kann Abläufe, Qualität und Wissen oft besser steuern. Dafür braucht man aber Personal, Zeit, Maschinen oder besonderes Können.

Bei Buy nutzt man einen externen Anbieter. Das kann schneller oder günstiger sein. Dafür entsteht oft eine Abhängigkeit vom Lieferanten.

Beispiel

Eine Bäckerei braucht Marmelade für Berliner.

Make: Die Bäckerei kocht die Marmelade selbst. Sie bestimmt Geschmack und Qualität genau.

Buy: Die Bäckerei kauft Marmelade bei einem Lieferanten. Das spart Zeit, macht sie aber abhängig von Preis und Lieferung.

Merke

Make heißt: selbst herstellen. Buy heißt: extern einkaufen. Die bessere Wahl hängt vom konkreten Fall ab.

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Kostenvergleich: die Zahlen sauber prüfen

Oft beginnt die Analyse mit den Kosten. Aber du darfst nicht nur den Einkaufspreis anschauen. Du musst alle Kosten berücksichtigen, die durch Make oder Buy entstehen.

Definition

Kosten sind bewerteter Verbrauch von Gütern und Leistungen. Einfach gesagt: Kosten zeigen, was ein Unternehmen für eine Entscheidung aufwenden muss.

Fixkosten sind Kosten, die in einem bestimmten Zeitraum gleich bleiben, auch wenn mehr oder weniger produziert wird.

Variable Kosten verändern sich mit der Produktionsmenge.

Gesamtkosten sind alle Kosten einer Variante zusammen.

Bei Eigenfertigung können zum Beispiel Material, Löhne, Strom, Maschinen, Wartung und Lagerung anfallen. Bei Fremdbezug zählen Einkaufspreis, Versand, Kontrolle, Vertragskosten und mögliche Nacharbeit.

Beispiel

Ein Unternehmen braucht 1.000 Metallteile.

Eigenfertigung: Fixkosten für Maschine und Einrichtung: 8.000 Euro
Variable Kosten pro Stück: 6 Euro
Gesamtkosten: \(8.000 + 1.000 \cdot 6 = 14.000\) Euro

Fremdbezug: Preis pro Stück beim Lieferanten: 12 Euro
Zusätzliche Prüfkosten: 1.000 Euro
Gesamtkosten: \(1.000 \cdot 12 + 1.000 = 13.000\) Euro

Nach den Kosten wäre Fremdbezug um 1.000 Euro günstiger.

Merke

Vergleiche Make und Buy mit Gesamtkosten. Ein einzelner Stückpreis reicht nicht aus.

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Stückkosten und Menge: warum die Entscheidung kippen kann

Manchmal ist Make bei kleinen Mengen teuer, aber bei großen Mengen günstig. Das liegt daran, dass sich Fixkosten auf mehr Stücke verteilen. Deshalb ist die Menge in der Make-or-Buy-Analyse sehr wichtig.

Definition

Stückkosten sind die Kosten pro hergestelltem oder gekauftem Stück.

Der Break-even-Punkt ist die Menge, bei der zwei Varianten gleich teuer sind. Davor oder danach ist jeweils eine Variante günstiger.

Wenn ein Unternehmen eine Maschine kaufen muss, entstehen hohe Fixkosten. Bei wenigen Stückzahlen fallen diese Fixkosten stark ins Gewicht. Bei vielen Stückzahlen verteilen sie sich auf mehr Produkte.

Beispiel

Ein Unternehmen vergleicht Make und Buy.

Make: Fixkosten: 10.000 Euro
Variable Kosten pro Stück: 4 Euro

Buy: Preis pro Stück: 9 Euro

Bei 1.000 Stück: Make: \(10.000 + 1.000 \cdot 4 = 14.000\) Euro
Buy: \(1.000 \cdot 9 = 9.000\) Euro
Buy ist günstiger.

Bei 3.000 Stück: Make: \(10.000 + 3.000 \cdot 4 = 22.000\) Euro
Buy: \(3.000 \cdot 9 = 27.000\) Euro
Make ist günstiger.

Gut zu wissen

Der Break-even-Punkt liegt hier bei 2.000 Stück, denn dann kosten beide Varianten 18.000 Euro. Ab mehr als 2.000 Stück ist Make günstiger.

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Nicht nur Geld: Qualität, Zeit und Ressourcen

Eine Make-or-Buy-Analyse endet nicht bei der Rechnung. Unternehmen müssen auch prüfen, ob sie die Leistung gut, schnell und zuverlässig schaffen. Zahlen helfen, aber sie entscheiden nicht allein.

Definition

Ressourcen sind Mittel, die ein Unternehmen einsetzen kann. Dazu gehören Personal, Maschinen, Geld, Material, Zeit und Wissen.

Qualitative Kriterien sind Entscheidungspunkte, die man nicht einfach in Euro messen kann. Dazu gehören Qualität, Risiko, Know-how, Flexibilität und Image.

Ein externer Anbieter kann sehr erfahren sein und hohe Qualität liefern. Vielleicht kann das eigene Team die Leistung aber besser an besondere Wünsche anpassen. Auch der Zeitfaktor zählt: Wenn ein Projekt schnell fertig sein muss, kann ein fertiger Anbieter im Vorteil sein.

Beispiel

Eine Schule möchte eine Lern-App nutzen.

Make: Die Schule lässt eine eigene App entwickeln. Sie passt genau zum Unterricht, braucht aber Zeit, Geld und Fachwissen.

Buy: Die Schule kauft eine fertige App-Lizenz. Sie kann schnell starten, muss aber mit den vorhandenen Funktionen leben.

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Strategische Wirkung: Wissen, Abhängigkeit und Risiko

Manche Entscheidungen wirken lange nach. Wenn ein Unternehmen eine wichtige Leistung dauerhaft einkauft, kann eigenes Wissen verloren gehen. Wenn es alles selbst macht, kann es sich aber auch überlasten.

Definition

Know-how bedeutet besonderes Fachwissen und praktische Erfahrung.

Abhängigkeit bedeutet: Ein Unternehmen ist stark auf einen anderen Anbieter angewiesen.

Risiko ist die Möglichkeit, dass etwas anders läuft als geplant und Schaden entsteht.

Bei Make baut das Unternehmen eigenes Know-how auf. Das kann wichtig sein, wenn die Leistung zum Kern des Geschäfts gehört. Bei Buy kann das Unternehmen schneller handeln und sich auf andere Aufgaben konzentrieren. Es muss aber prüfen, ob ein Lieferant zuverlässig ist.

Beispiel

Ein Fahrradhersteller entwickelt eine besondere Bremse.

Make kann sinnvoll sein, wenn die Bremse das wichtigste Verkaufsargument ist. Das Unternehmen schützt sein Wissen und kann die Technik weiter verbessern.

Buy kann sinnvoll sein, wenn es bereits sichere Standardbremsen gibt und andere Hersteller diese günstiger liefern können.

Merke

Je wichtiger eine Leistung für den Wettbewerb ist, desto genauer muss das Unternehmen prüfen, ob es das Wissen im eigenen Haus behalten sollte.

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Eine Entscheidung begründen

Am Ende brauchst du eine klare Empfehlung. Eine Empfehlung ist mehr als ein Satz wie „Make ist besser“. Du begründest sie mit Zahlen und Kriterien.

Definition

Eine Entscheidungsmatrix ist eine Tabelle, in der mehrere Kriterien geordnet bewertet werden. Sie hilft, Make und Buy übersichtlich zu vergleichen.

Du kannst für jedes Kriterium Punkte vergeben. Wichtige Kriterien können stärker gewichtet werden. Trotzdem bleibt die Matrix nur ein Hilfsmittel. Die Begründung muss zur Situation passen.

Beispiel

Ein Unternehmen braucht eine neue Verpackung.

Kosten: Buy ist günstiger.
Zeit: Buy ist schneller.
Qualität: Make erlaubt bessere Kontrolle.
Know-how: Verpackung ist nicht das Kerngeschäft.
Risiko: Es gibt mehrere zuverlässige Lieferanten.

Empfehlung: Fremdbezug ist sinnvoll, weil die Verpackung nicht strategisch zentral ist und Buy günstiger sowie schneller ist.

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Zusammenfassung

Eine Make-or-Buy-Analyse hilft Unternehmen bei der Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug. Make bedeutet selbst herstellen. Buy bedeutet von außen einkaufen.

Du vergleichst zuerst die Gesamtkosten. Dabei beachtest du Fixkosten, variable Kosten, Stückkosten und die Produktionsmenge. Manchmal ist Buy bei kleinen Mengen günstiger, während Make bei großen Mengen günstiger wird.

Danach prüfst du qualitative Kriterien. Dazu gehören Qualität, Zeit, Ressourcen, Know-how, Abhängigkeit und Risiko. Eine gute Empfehlung verbindet Zahlen mit diesen Kriterien.

Merke

Die beste Make-or-Buy-Entscheidung ist nicht automatisch die billigste. Sie ist die Variante, die zu Kosten, Qualität, Zeit, Ressourcen und langfristiger Strategie am besten passt.