Volkswirtschaftslehre einfach erklärt

Volkswirtschaftslehre einfach erklärt
Volkswirtschaftslehre einfach erklärt
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Die Volkswirtschaftslehre (VWL) untersucht, wie Menschen, Unternehmen und der Staat mit knappen Mitteln umgehen und wie ihre Entscheidungen auf Märkten und in der Gesamtwirtschaft zusammenwirken.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was untersucht die Volkswirtschaftslehre?

Stell dir vor, viele Menschen möchten Wohnungen, Lebensmittel, Mobilität und Freizeitangebote nutzen. Die dafür nötigen Mittel sind jedoch begrenzt. Deshalb müssen Haushalte, Unternehmen und staatliche Institutionen Entscheidungen treffen.

Definition

Volkswirtschaftslehre

Die Volkswirtschaftslehre ist ein Teil der Wirtschaftswissenschaften. Sie untersucht wirtschaftliche Entscheidungen, Märkte und gesamtwirtschaftliche Vorgänge. Dabei fragt sie besonders, wie knappe Güter und Ressourcen verwendet und verteilt werden.

Zu ihren Themen gehören zum Beispiel:

  • die Bildung von Preisen durch Angebot und Nachfrage;
  • Entscheidungen von Haushalten und Unternehmen;
  • Einkommen, Beschäftigung und Inflation;
  • wirtschaftliches Wachstum;
  • Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Wirtschaftspolitik.

Eine Volkswirtschaft ist nicht vollständig von anderen Ländern getrennt. Importe und Exporte verbinden sie mit weiteren Volkswirtschaften.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Frage gehört zur Volkswirtschaftslehre?
Lösung: Wie wirken die Entscheidungen vieler Haushalte und Unternehmen auf Märkte und Gesamtwirtschaft? — Die VWL untersucht wirtschaftliche Entscheidungen und ihre Zusammenhänge auf Märkten oder in der gesamten Volkswirtschaft.
Warum führt Knappheit zum Wirtschaften?

Ein Bedürfnis ist das Gefühl eines Mangels zusammen mit dem Wunsch, diesen Mangel zu beseitigen. Hunger, der Wunsch nach einer Wohnung oder das Bedürfnis nach Mobilität sind Beispiele.

Güter dienen dazu, Bedürfnisse zu befriedigen. Dazu gehören materielle Gegenstände wie Brot und Fahrräder sowie immaterielle Leistungen oder Rechte wie eine anwaltliche Beratung oder eine Lizenz.

Definition

Knappheit

Knappheit liegt vor, wenn von einem Gut oder einer Ressource weniger verfügbar ist, als Menschen davon verwenden möchten. Dann muss entschieden werden, wofür die begrenzten Mittel eingesetzt werden.

Knappheit bedeutet nicht unbedingt, dass etwas selten vorkommt. Auch herstellbare Güter bleiben wirtschaftlich knapp, weil ihre Produktion Arbeit, Material, Boden oder Kapital beansprucht.

Merke

Vielfältige Bedürfnisse treffen auf begrenzte Mittel. Deshalb müssen Menschen auswählen, priorisieren und wirtschaften.

In einer Marktwirtschaft helfen Preise bei der Verteilung knapper Güter. Werden Güter stärker nachgefragt, als sie angeboten werden, entsteht ein Zuteilungsproblem. Ohne den Preis als Lenkungsmittel wäre ein anderes Verteilungsverfahren nötig.

Das ökonomische Prinzip

Das ökonomische Prinzip beschreibt zwei Arten, knappe Mittel einzusetzen:

  • Maximalprinzip: Mit gegebenen Mitteln soll ein möglichst großes Ergebnis erreicht werden.
  • Minimalprinzip: Ein festgelegtes Ergebnis soll mit möglichst wenig Mitteln erreicht werden.
Beispiel

Du hast für einen Einkauf 20 Euro zur Verfügung und möchtest damit die für dich nützlichste Zusammenstellung kaufen. Die Mittel sind vorgegeben, das Ergebnis soll möglichst groß sein: Du handelst nach dem Maximalprinzip.

Willst du dagegen eine festgelegte Einkaufsliste möglichst günstig beschaffen, ist das Ergebnis vorgegeben und der Mitteleinsatz soll klein sein: Das ist das Minimalprinzip.

Im Alltag handeln Menschen nicht immer streng nach diesem Prinzip. Informationen können fehlen, und Entscheidungen können spontan oder durch Gewohnheiten beeinflusst sein.

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Frage 1 von 1MittelEine Schule möchte 30 benötigte Hefte zu möglichst geringen Kosten beschaffen. Welches Prinzip passt?
Lösung: Minimalprinzip — Beim Minimalprinzip steht das Ziel fest. Gesucht wird der geringste notwendige Mitteleinsatz.
Wie unterscheiden sich Mikro- und Makroökonomie?

Die VWL betrachtet wirtschaftliche Vorgänge auf zwei Ebenen.

Definition

Mikroökonomie

Die Mikroökonomie untersucht Entscheidungen einzelner Akteure wie Haushalte und Unternehmen sowie Vorgänge auf einzelnen Märkten. Typische Fragen betreffen Angebot, Nachfrage, Preise, Produktion und Konsum.

Definition

Makroökonomie

Die Makroökonomie betrachtet zusammengefasste Vorgänge einer ganzen Volkswirtschaft oder größerer Wirtschaftsräume. Zu ihren Themen gehören Inflation, Beschäftigung, Einkommen, Wachstum sowie Geld- und Finanzpolitik.

Beispiel

Der Preis eines Schokoriegels sinkt, und ein Geschäft verkauft mehr davon. Die Reaktion der Käufer auf den Preis ist eine mikroökonomische Frage.

Steigen dagegen die Preise vieler Waren und Dienstleistungen über längere Zeit, untersucht die Makroökonomie die gesamtwirtschaftliche Inflation.

Die Ebenen hängen zusammen: Eine Veränderung des gesamtwirtschaftlichen Zinsniveaus kann zum Beispiel die Investitionsentscheidung eines einzelnen Unternehmens beeinflussen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Frage ist makroökonomisch?
Lösung: Wie entwickelt sich die Inflation in einer Volkswirtschaft? — Makroökonomie untersucht zusammengefasste Größen und Prozesse der Gesamtwirtschaft.
Frage 2 von 2MittelEin Unternehmen verschiebt eine Investition, nachdem das allgemeine Zinsniveau gestiegen ist. Was zeigt das Beispiel?
Lösung: Ein makroökonomischer Rahmen kann eine einzelwirtschaftliche Entscheidung beeinflussen. — Mikro- und Makroökonomie bezeichnen verschiedene Betrachtungsebenen, deren Vorgänge sich gegenseitig beeinflussen können.
Wozu verwendet die VWL Modelle?

Eine Volkswirtschaft ist zu komplex, um jeden Einfluss gleichzeitig zu betrachten. Deshalb arbeitet die VWL mit vereinfachten Darstellungen.

Definition

Ökonomisches Modell

Ein ökonomisches Modell besteht aus ausgewählten Annahmen. Es vereinfacht die Wirklichkeit, damit ein bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang gezielt untersucht werden kann.

Ein Modell kann etwa untersuchen, wie sich Angebot und Nachfrage auf einen Preis auswirken. Andere Einflüsse werden dabei zunächst ausgeblendet. Das macht den Zusammenhang übersichtlicher, bedeutet aber auch, dass das Modell die Wirklichkeit nicht vollständig abbildet.

Definition

Homo oeconomicus

Der Homo oeconomicus ist ein Modell eines Menschen, der verfügbare Informationen nutzt, rational entscheidet und die Möglichkeit mit dem größten eigenen Nutzen wählt.

Echte Menschen erfüllen diese Annahme nicht immer. Ihre Informationen und Denkfähigkeiten sind begrenzt. Auch Gewohnheiten, spontane Entscheidungen und soziale Einflüsse können ihr Verhalten verändern.

Merke

Ein Modell ist keine Kopie der Wirklichkeit. Sein Nutzen liegt darin, einen Zusammenhang unter klaren Annahmen untersuchen zu können.

Mathematik, Statistik und Ökonometrie unterstützen die VWL dabei, Annahmen präzise zu formulieren und wirtschaftliche Daten quantitativ zu untersuchen. Ergebnisse bleiben von den gewählten Annahmen, den Daten und dem betrachteten Zusammenhang abhängig.

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Frage 1 von 2MittelEin Modell nimmt an, dass Käufer nur auf den Preis eines Gutes reagieren. Warum kann diese Vereinfachung sinnvoll sein?
Lösung: Sie macht den Einfluss des Preises gezielt untersuchbar. — Modelle vereinfachen bewusst. Dadurch wird ein einzelner Zusammenhang analysierbar, während die Übertragbarkeit des Ergebnisses geprüft werden muss.
Frage 2 von 2SchwerEin Modell sagt eine Entscheidung falsch voraus. Welche Schlussfolgerung ist angemessen?
Lösung: Man prüft, ob Annahmen, Daten oder ausgeblendete Einflüsse für den Fall ungeeignet waren. — Eine Abweichung verlangt eine Prüfung der Modellbedingungen. Sie widerlegt weder automatisch jede Modellnutzung noch die beobachtete Wirklichkeit.
Was unterscheidet VWL und BWL?

VWL und Betriebswirtschaftslehre (BWL) gehören beide zu den Wirtschaftswissenschaften. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihren Blickwinkel.

BereichTypischer BlickwinkelBeispiel
VWLMärkte, wirtschaftliche Akteure und GesamtwirtschaftWie verändert eine allgemeine Zinsänderung Investitionen und Beschäftigung?
BWLProzesse und Entscheidungen eines einzelnen UnternehmensLohnt sich eine bestimmte Investition für diesen Betrieb?

Dieselbe Situation kann daher aus beiden Perspektiven untersucht werden. Eine Investition betrifft aus betriebswirtschaftlicher Sicht Kosten und Nutzen eines einzelnen Unternehmens. Aus volkswirtschaftlicher Sicht kann gefragt werden, wie viele Investitionen zusammen Produktion, Nachfrage oder Beschäftigung beeinflussen.

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Frage 1 von 2MittelEin Betrieb überlegt, wie er seine Produktionskosten senken kann. Welche Zuordnung passt am besten?
Lösung: Die Frage ist vor allem betriebswirtschaftlich, weil interne Prozesse eines einzelnen Betriebs betrachtet werden. — Der Betrachtungsgegenstand entscheidet: BWL fokussiert den einzelnen Betrieb, VWL größere wirtschaftliche Zusammenhänge.
Frage 2 von 2SchwerNach einer Steueränderung prüft ein Unternehmen seine Kosten. Gleichzeitig wird untersucht, wie die Änderung Investitionen in der ganzen Volkswirtschaft beeinflusst. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Der erste Blick ist betriebswirtschaftlich, der zweite volkswirtschaftlich. — BWL und VWL können dieselbe Maßnahme betrachten, stellen aber wegen ihres unterschiedlichen Blickwinkels andere Fragen.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Volkswirtschaftslehre
    • Knappheit und wirtschaftliche Entscheidungen
    • Mikroökonomie: einzelne Akteure und Märkte
    • Makroökonomie: gesamtwirtschaftliche Prozesse
    • Modelle: vereinfachen und analysieren
    • Wirtschaftspolitik: Beeinflussungsmöglichkeiten untersuchen
    • Abgrenzung zur BWL: Gesamtzusammenhang statt Einzelbetrieb

Die VWL beginnt bei der Knappheit: Bedürfnisse treffen auf begrenzte Mittel. Sie untersucht die daraus entstehenden Entscheidungen auf der Ebene einzelner Akteure und Märkte sowie auf der Ebene der Gesamtwirtschaft. Modelle helfen, Zusammenhänge sichtbar zu machen, müssen aber wegen ihrer vereinfachenden Annahmen kritisch auf den jeweiligen Fall bezogen werden.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas ist der Ausgangspunkt wirtschaftlichen Handelns?
Lösung: Bedürfnisse treffen auf begrenzte Mittel. — Knappheit zwingt dazu, zwischen möglichen Verwendungen begrenzter Mittel auszuwählen.
Frage 2 von 3MittelOrdne die Frage zu: Wie verändert ein höherer Preis die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt?
Lösung: Mikroökonomie — Fragen zu Preis und Nachfrage auf einem einzelnen Markt gehören typischerweise zur Mikroökonomie.
Frage 3 von 3SchwerEine Prognose setzt vollständig rationale Akteure voraus, obwohl viele Menschen nur unvollständige Informationen besitzen. Wie solltest du die Prognose beurteilen?
Lösung: Ihre Aussagekraft hängt davon ab, wie stark die Modellannahme im untersuchten Fall von der Wirklichkeit abweicht. — Prüfe bei Modellergebnissen immer Annahmen, ausgeblendete Einflüsse und den Geltungsbereich.

Wenn du Knappheit, Betrachtungsebene und Modellannahmen erkennst, kannst du viele volkswirtschaftliche Fragen bereits sinnvoll einordnen.

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