Biologie

Antikörper: Aufbau, Bindung und Funktion

Antikörper: Aufbau, Bindung und Funktion
Antikörper: Aufbau, Bindung und Funktion
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Antikörper sind Proteine der spezifischen Immunabwehr. Ihre Bindungsstellen passen zu bestimmten Antigenen. Durch die Bindung können Antikörper Erreger oder andere Antigene blockieren, vernetzen oder für weitere Abwehrvorgänge markieren.

Deine Lernziele

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Woran erkennt ein Antikörper sein Ziel?

Ein Antigen ist eine Struktur, an die ein passender Antikörper spezifisch binden kann. Antigene können beispielsweise zu Bakterien oder Viren gehören. Der Antikörper ist dagegen ein Abwehrprotein des Körpers.

Definition

Antikörper

Antikörper, auch Immunglobuline genannt, sind Proteine der spezifischen Immunabwehr. Sie binden mit ihren Bindungsstellen an passende Antigene.

Die Bindung wird oft mit einem Schlüssel und einem Schloss verglichen: Nur wenn die räumlichen Strukturen zueinander passen, kann eine stabile Bindung entstehen. Das bedeutet nicht, dass ein Antikörper einen ganzen Erreger als Ganzes erkennt. Entscheidend ist das passende Antigen.

Beispiel

Auf der Oberfläche eines Erregers befindet sich ein bestimmtes Antigen. Ein Antikörper mit passender Bindungsstelle kann daran binden. Ein Antikörper mit anders geformter Bindungsstelle passt nicht und bindet daher nicht spezifisch an dieses Antigen.

Merke

Das Antigen ist das Ziel der Bindung. Der Antikörper ist das passende Abwehrprotein.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage unterscheidet Antigen und Antikörper richtig?
Lösung: Ein Antigen ist die passende Zielstruktur; ein Antikörper ist ein bindendes Abwehrprotein. — Antikörper binden an passende Antigene. Deshalb darfst du die beiden Begriffe nicht vertauschen.
Frage 2 von 2MittelZwei Antikörper besitzen unterschiedlich geformte Bindungsstellen. Was folgt daraus am ehesten?
Lösung: Sie können zu unterschiedlichen Antigenen passen. — Unterschiedliche variable Regionen ermöglichen unterschiedliche Bindungsstellen und damit die Bindung an verschiedene Antigene.
Wie ermöglicht der Aufbau die Bindung?

Ein Antikörper ist vereinfacht Y-förmig. Er besteht aus vier Polypeptidketten, also Ketten aus Aminosäurebausteinen:

  • zwei gleichen leichten Ketten;
  • zwei gleichen schweren Ketten.

An den Enden der beiden Y-Arme liegen die variablen Regionen. Sie bilden die Antigen-Bindungsstellen. „Variabel“ bedeutet hier: Ihre Struktur kann sich zwischen verschiedenen Antikörpern unterscheiden.

Andere Abschnitte gehören zur konstanten Region. Diese Region bindet nicht selbst an das Antigen. Sie kann jedoch an Zelloberflächen binden und weitere Teile der Immunantwort mit aktivieren.

Gut zu wissen

Der Körper benötigt nicht für jeden möglichen Antikörper ein vollständig eigenes Gen. In B-Lymphozyten werden Genbausteine unterschiedlich zusammengestellt. So kann eine große Vielfalt verschiedener Antikörper entstehen.

Beispiel

Ein Antikörper besitzt an seinen beiden Armen gleichartige Bindungsstellen. Passen diese zu einem bestimmten Antigen, kann er daran binden. Die variable Region bestimmt also, was erkannt wird; die konstante Region unterstützt, wie es danach weitergeht.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Teil entscheidet unmittelbar darüber, ob ein Antikörper zu einem Antigen passt?
Lösung: die variable Region mit der Bindungsstelle — Die Form der Bindungsstelle entsteht in der variablen Region. Dort entscheidet sich die spezifische Passung.
Wie entstehen passende Antikörper?

Antikörper werden von Plasmazellen ausgeschüttet. Plasmazellen entstehen aus aktivierten B-Lymphozyten, kurz B-Zellen.

Der vereinfachte Ablauf lautet:

  1. Eine B-Zelle kommt mit einem passenden Antigen in Kontakt.
  2. Die B-Zelle wird aktiviert.
  3. Sie entwickelt sich zu einer Plasmazelle.
  4. Die Plasmazelle produziert und schüttet große Mengen passender Antikörper aus.
  5. Die Antikörper binden spezifisch an das Antigen.
Merke

Antikörper werden nicht selbst zu Plasmazellen: Eine aktivierte B-Zelle entwickelt sich zur Plasmazelle, und die Plasmazelle bildet Antikörper.

Beispiel

Trifft eine geeignete B-Zelle auf ihr passendes Antigen und wird aktiviert, entsteht daraus eine Plasmazelle. Die ausgeschütteten Antikörper besitzen Bindungsstellen für dieses Antigen. Ein unpassendes Antigen löst nicht dieselbe spezifische Bindung aus.

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Frage 1 von 1MittelWelche Reihenfolge beschreibt die Antikörperbildung richtig?
Lösung: Antigenkontakt – Aktivierung der B-Zelle – Plasmazelle – Antikörperausschüttung — Der Weg führt von der passenden B-Zelle über ihre Aktivierung und Differenzierung zur antikörperbildenden Plasmazelle.
Was geschieht nach der Bindung?

Wenn ein Antikörper an sein passendes Antigen bindet, entsteht ein Antigen-Antikörper-Komplex. Die Bindung kann unterschiedliche Abwehrvorgänge auslösen oder erleichtern.

  • Neutralisation: Antikörper blockieren wichtige Bindungsstellen eines Antigens. Dadurch kann dessen Wirkung verhindert werden.
  • Agglutination: Antikörper vernetzen beispielsweise Bakterien oder Viren. Die verklumpten Ziele können von Fresszellen leichter gefunden und aufgenommen werden.
  • Präzipitation: Antikörper vernetzen gelöste Antigene. Diese fallen aus und können anschließend von Fresszellen aufgenommen werden.
  • Komplementaktivierung: Antigen-Antikörper-Komplexe können eine Kaskade von Komplementproteinen aktivieren, die zur Zerstörung von Viren oder krank machenden Zellen beiträgt.
Beispiel

Mehrere Antikörper binden gleichzeitig an Antigene auf verschiedenen Bakterien und verbinden diese miteinander. Es entstehen größere Ansammlungen. Dieser Vorgang heißt Agglutination. Fresszellen können die verklumpten Ziele anschließend leichter aufnehmen.

Merke

Antikörper beseitigen ein Ziel nicht immer allein. Ihre Bindung kann es blockieren, vernetzen oder weitere Abwehrbestandteile aktivieren.

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Frage 1 von 2LeichtWie heißt der Komplex aus einem Antigen und einem daran gebundenen Antikörper?
Lösung: Antigen-Antikörper-Komplex — Der Name nennt beide Bindungspartner: Antigen und Antikörper.
Frage 2 von 2SchwerAntikörper verbinden mehrere Bakterien zu größeren Ansammlungen. Welcher Vorgang liegt vor?
Lösung: Agglutination — Das Vernetzen ganzer Bakterien oder Viren führt zur Agglutination. Präzipitation betrifft dagegen gelöste Antigene.
Welche Rolle spielen Antikörper bei Immunisierungen?

Bei der aktiven Immunisierung erhält der Körper vorsorglich ungefährliche Antigene eines Erregers. Das Immunsystem reagiert selbst darauf und bildet unter anderem Gedächtniszellen. Diese unterstützen bei einem späteren Kontakt eine schnellere und wirksamere spezifische Abwehr.

Bei der passiven Immunisierung werden bereits fertige, spezifische Antikörper verabreicht. Sie können unmittelbar gegen das passende Antigen wirken. Der Körper muss diese Antikörper dafür nicht erst selbst bilden.

MerkmalAktive ImmunisierungPassive Immunisierung
Verabreicht werdenungefährliche Antigenefertige spezifische Antikörper
Eigene Immunantwortwird ausgelöstAntikörper werden direkt zugeführt
Gedächtniszellenwerden gebildetwerden durch die zugeführten Antikörper nicht gebildet
Grundideevorsorglich ein immunologisches Gedächtnis aufbauenpassende Antikörper unmittelbar bereitstellen
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Frage 1 von 2MittelEiner Person werden fertige Antikörper gegen ein bestimmtes Antigen verabreicht. Um welche Form handelt es sich?
Lösung: passive Immunisierung — Fertige Antikörper kennzeichnen die passive Immunisierung. Ungefährliche Antigene kennzeichnen die aktive Immunisierung.
Frage 2 von 2SchwerWarum kann eine aktive Immunisierung bei einem späteren Kontakt mit dem Erreger helfen?
Lösung: Weil das Immunsystem selbst reagiert und Gedächtniszellen bildet. — Gedächtniszellen ermöglichen eine verbesserte Reaktion auf einen späteren Kontakt mit dem bekannten Antigen.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Antikörper
    • Aufbau
      • zwei leichte und zwei schwere Ketten
      • variable und konstante Regionen
    • Entstehung
      • passende B-Zelle wird aktiviert
      • Plasmazelle schüttet Antikörper aus
    • Bindung
      • variable Region passt zum Antigen
      • Antigen-Antikörper-Komplex entsteht
    • Wirkungen
      • Neutralisation
      • Agglutination und Präzipitation
      • Komplementaktivierung
    • Immunisierung
      • aktiv: Antigene und Gedächtniszellen
      • passiv: fertige Antikörper
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Zelle schüttet große Mengen Antikörper aus?
Lösung: Plasmazelle — Eine passend aktivierte B-Zelle entwickelt sich zur Plasmazelle. Diese produziert und verteilt die Antikörper.
Frage 2 von 3MittelEin Antikörper bindet nicht an ein bestimmtes Antigen. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Seine variable Bindungsstelle passt nicht zu diesem Antigen. — Spezifische Bindung verlangt eine passende Struktur von variabler Region und Antigen.
Frage 3 von 3SchwerEin Stoff blockiert die Bindungsstellen eines Antikörpers. Welche direkte Folge ist zu erwarten?
Lösung: Der Antikörper kann sein passendes Antigen schlechter binden. — Ohne freie, passend geformte Bindungsstellen kann der Antigen-Antikörper-Komplex nicht wie vorgesehen entstehen.

Du hast den Zusammenhang nun als Kette verstanden: passende B-Zelle → Plasmazelle → spezifischer Antikörper → Antigenbindung → Abwehrwirkung. Entscheidend ist dabei die variable Region, denn ihre Form bestimmt, welches Antigen gebunden werden kann.

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