Biologie

Diffusion: Teilchenbewegung und Stofftransport

Diffusion: Teilchenbewegung und Stofftransport
Diffusion: Teilchenbewegung und Stofftransport
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Bei der Diffusion verteilen sich Teilchen durch ihre zufällige Eigenbewegung. Besteht ein Konzentrationsunterschied, ergibt sich insgesamt ein Nettotransport vom Bereich höherer zur niedrigeren Konzentration. Er endet beim Konzentrationsausgleich – die Bewegung der einzelnen Teilchen geht jedoch weiter.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum verteilen sich Stoffe von selbst?

Gibst du einen Tropfen Tinte vorsichtig in Wasser, ist die Farbe zunächst an einer Stelle stark konzentriert. Nach einiger Zeit ist das Wasser auch ohne Umrühren gleichmäßig gefärbt.

Definition

Diffusion

Diffusion ist die selbstständige Durchmischung von Teilchen durch ihre dauernde, zufällige Eigenbewegung. Dabei werden Konzentrationsunterschiede abgebaut. Der Vorgang ist passiv: Er benötigt keine zusätzliche Energiezufuhr durch die Zelle.

Die Teilchen bewegen sich ständig und stoßen mit anderen Teilchen zusammen. Dadurch wechseln sie immer wieder zufällig ihre Richtung. Diese ungerichtete Bewegung wird als brownsche Molekularbewegung bezeichnet.

Beispiel

In der Nähe eines Tintentropfens befinden sich zunächst viele Farbstoffteilchen, weiter entfernt nur wenige. Die Teilchen bewegen sich in alle Richtungen. Weil im stark gefärbten Bereich mehr Farbstoffteilchen starten, verlassen ihn insgesamt mehr Teilchen, als gleichzeitig dorthin zurückkehren. So breitet sich die Farbe aus.

Merke

Einzelne Teilchen bewegen sich zufällig. Erst die große Zahl der Teilchen führt zu einer vorhersagbaren Nettobewegung.

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Frage 1 von 1LeichtWas ist die unmittelbare Ursache der Diffusion?
Lösung: Die dauernde, zufällige Eigenbewegung der Teilchen — Diffusion entsteht aus zufälligen Teilchenbewegungen und benötigt keinen zellulären Energieaufwand.
Wie bestimmst du die Richtung des Nettotransports?

Die Konzentration beschreibt, wie viele Teilchen eines Stoffes sich in einem bestimmten Bereich befinden. Ein Unterschied zwischen zwei Bereichen heißt Konzentrationsgefälle oder Konzentrationsgradient.

Definition

Nettotransport

Nettotransport ist die Bilanz aller Teilchenbewegungen. Für die Diffusion gilt: Insgesamt gelangen mehr Teilchen vom Bereich hoher zum Bereich niedriger Konzentration als in die Gegenrichtung.

Du kannst die Richtung in drei Schritten bestimmen:

  1. Vergleiche die Konzentration des betrachteten Stoffes in beiden Bereichen.
  2. Markiere den Bereich mit der höheren und den mit der niedrigeren Konzentration.
  3. Zeichne die Richtung des Nettotransports von hoch nach niedrig ein.
Beispiel

Links befinden sich viele Sauerstoffteilchen, rechts nur wenige. Beide Bereiche sind miteinander verbunden und für Sauerstoff durchlässig. Sauerstoffteilchen bewegen sich in beide Richtungen. In der Bilanz gelangen aber mehr Teilchen von links nach rechts. Der Nettotransport verläuft deshalb nach rechts.

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Frage 1 von 1MittelLinks ist die Konzentration eines gelösten Stoffes höher als rechts. Die Trennschicht ist für ihn durchlässig. Wohin verläuft sein Nettotransport?
Lösung: Von links nach rechts — Einzelne Teilchen wechseln beide Richtungen. Solange das Gefälle besteht, überwiegt jedoch der Transport von der höheren zur niedrigeren Konzentration.
Was geschieht beim Konzentrationsausgleich?

Sind die Konzentrationen gleich, liegt ein dynamisches Gleichgewicht vor. Dynamisch bedeutet: Die Teilchen stehen nicht still.

Teilchen wechseln weiterhin zwischen den Bereichen. Pro Zeit bewegen sich aber im Mittel gleich viele Teilchen in die eine wie in die andere Richtung. Deshalb gibt es keinen gerichteten Nettotransport mehr.

Merke

Konzentrationsausgleich bedeutet nicht Bewegungsstillstand. Er bedeutet: Die entgegengesetzten Teilchenströme sind gleich groß.

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Frage 1 von 1MittelZwei Bereiche haben die gleiche Konzentration und sind durchlässig miteinander verbunden. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Teilchen bewegen sich weiter, aber der Nettotransport ist null. — Bei gleicher Konzentration wechseln im Mittel gleich viele Teilchen in beide Richtungen. Die Bilanz ist daher null.
Wovon hängt die Diffusionsgeschwindigkeit ab?

Diffusion läuft nicht immer gleich schnell. Entscheidend sind mehrere Bedingungen:

  • Temperatur: Bei höherer Temperatur bewegen sich Teilchen schneller. Die Durchmischung wird schneller.
  • Konzentrationsunterschied: Ein größeres Gefälle führt zu einem stärkeren Nettotransport.
  • Strecke: Über eine kürzere Distanz wird der Ausgleich schneller erreicht.
  • Teilchengröße: Kleinere Teilchen diffundieren in der Regel schneller als größere.
  • Medium: In einem weniger zähflüssigen Medium können sich Teilchen leichter bewegen als in einem stärker zähflüssigen.
Beispiel

Je ein Tropfen desselben Farbstoffs kommt in ein Glas kaltes und ein Glas warmes Wasser. Im warmen Wasser bewegen sich die Teilchen schneller. Unter sonst gleichen Bedingungen verteilt sich der Farbstoff dort schneller.

Wärme ist hier nicht die Energiequelle eines aktiven Zelltransports. Sie verändert die Geschwindigkeit der ohnehin vorhandenen zufälligen Teilchenbewegung.

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Frage 1 von 2MittelZwei gleiche Farbstofftropfen werden in gleich große Wassergläser gegeben. Nur die Temperatur unterscheidet sich. In welchem Glas erfolgt die Durchmischung schneller?
Lösung: Im wärmeren Glas — Höhere Temperatur bedeutet schnellere Teilchenbewegung und damit unter sonst gleichen Bedingungen schnellere Diffusion.
Frage 2 von 2SchwerWelcher Versuchsaufbau ermöglicht voraussichtlich den schnellsten Konzentrationsausgleich?
Lösung: Hohe Temperatur, kurze Strecke und wenig zähflüssiges Medium — Schnelle Teilchenbewegung, eine kurze Diffusionsstrecke und geringer Widerstand begünstigen eine rasche Diffusion.
Wie gelangen Stoffe durch Zellmembranen?

Eine Zellmembran ist selektiv permeabel: Sie lässt manche Stoffe passieren, andere nicht oder nur mithilfe bestimmter Proteine. Deshalb entscheidet nicht allein das Konzentrationsgefälle über den Transportweg.

Einfache Diffusion

Kleine, unpolare Moleküle und Gase wie Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid können die Membran ohne Transportprotein passieren. Ihr Nettotransport folgt dem Konzentrationsgefälle.

Erleichterte Diffusion

Ionen und manche größeren oder polaren Teilchen können die Membran nicht frei durchqueren. Passende Membranproteine ermöglichen trotzdem einen passiven Transport entlang des Gefälles:

  • Kanalproteine bilden einen Durchgang durch die Membran.
  • Carrierproteine binden bestimmte Teilchen und vermitteln deren Transport.

„Erleichtert“ bedeutet also nicht „mit zusätzlicher Energie“, sondern „mithilfe eines Membranproteins“.

Abgrenzung zum aktiven Transport

Soll ein Stoff gegen sein Konzentrationsgefälle transportiert werden, reicht Diffusion nicht aus. Ein solcher aktiver Transport benötigt Energie. Lebende Zellen können dadurch wichtige Konzentrationsunterschiede aufrechterhalten.

Beispiel

Außerhalb einer Zelle befinden sich viele Teilchen eines Stoffes, innerhalb nur wenige.

  • Kann der Stoff die Membran frei passieren, gelangt er durch einfache Diffusion netto in die Zelle.
  • Benötigt er ein passendes Kanal- oder Carrierprotein, erfolgt der Transport entlang des Gefälles durch erleichterte Diffusion.
  • Soll der Stoff trotz höherer Innenkonzentration weiter in die Zelle gelangen, ist ein energieabhängiger aktiver Transport nötig.
Gut zu wissen

Osmose betrifft die passive Bewegung von Wasser durch eine selektiv permeable Membran. Sie ist eng mit Diffusion verwandt, bildet aber einen eigenen Lernschwerpunkt.

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Frage 1 von 2LeichtWelcher Transportweg benötigt ein Membranprotein, aber keine Energiezufuhr durch die Zelle?
Lösung: Erleichterte Diffusion — Bei der erleichterten Diffusion vermitteln Kanäle oder Carrier den passiven Transport entlang des Konzentrationsgefälles.
Frage 2 von 2SchwerEin Stoff soll von einer niedrigeren zu einer höheren Konzentration transportiert werden. Welche Aussage passt?
Lösung: Der Transport verläuft gegen das Gefälle und benötigt Energie. — Ein Transport gegen das Konzentrationsgefälle ist aktiver Transport. Die bloße Anwesenheit eines Proteins macht ihn nicht passiv.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Diffusion
    • Ursache: zufällige Eigenbewegung der Teilchen
    • Richtung: netto von hoher zu niedriger Konzentration
    • Zielzustand: dynamisches Gleichgewicht
    • schneller durch: höhere Temperatur, größeres Gefälle, kürzere Strecke
    • Membrantransport: einfach oder durch Kanal und Carrier erleichtert
    • Abgrenzung: aktiver Transport benötigt Energie
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWas beschreibt ein Konzentrationsgefälle?
Lösung: Einen Konzentrationsunterschied zwischen zwei Bereichen — Das Gefälle ermöglicht die Vorhersage der Nettorichtung: von höherer zu niedrigerer Konzentration.
Frage 2 von 4MittelIn einem Gefäß ist ein Stoff bereits gleichmäßig verteilt. Was beobachtest du auf Teilchenebene?
Lösung: Zufällige Bewegung ohne gerichteten Nettotransport — Im Gleichgewicht bewegen sich Teilchen weiterhin, doch die Bewegungen in beide Richtungen gleichen sich aus.
Frage 3 von 4SchwerAußen ist die Konzentration eines Ions höher als innen. Das Ion kann die Membran nur durch einen passenden Kanal passieren. Welcher Vorgang ist zu erwarten?
Lösung: Erleichterte Diffusion netto nach innen — Der Kanal ermöglicht den passiven Transport. Das Konzentrationsgefälle bestimmt die Nettorichtung von außen nach innen.
Frage 4 von 4SchwerEin Stoff wird trotz höherer Konzentration im Zellinneren weiter von außen nach innen gebracht. Was lässt sich daraus ableiten?
Lösung: Der Transport erfolgt gegen das Konzentrationsgefälle und benötigt Energie. — Eine weitere Anreicherung auf der bereits höher konzentrierten Seite kennzeichnet aktiven, energieabhängigen Transport.

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