Biologie

Osmose einfach erklärt: Wasserbewegung in Zellen

Osmose einfach erklärt: Wasserbewegung in Zellen
Osmose einfach erklärt: Wasserbewegung in Zellen
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Bei der Osmose bewegt sich Wasser durch eine semipermeable Membran zur Seite mit der höheren Konzentration gelöster Teilchen. Der Vorgang ist passiv: Die Zelle muss dafür keine zusätzliche Energie bereitstellen.

Auf dieser Seite lernst du, die Richtung der Wasserbewegung vorherzusagen und die Folgen für Zellen zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Bedingungen braucht Osmose?

Stell dir ein Gefäß vor, das durch eine Membran geteilt ist. Auf beiden Seiten befindet sich Wasser, aber auf einer Seite ist mehr Zucker gelöst.

Definition

Semipermeable Membran

Eine semipermeable Membran ist nur für bestimmte Teilchen durchlässig. Im vereinfachten Osmosemodell kann Wasser hindurchtreten, während die gelösten Zucker- oder Salzteilchen zurückgehalten werden.

Osmose setzt drei Dinge voraus:

  1. ein Lösungsmittel, biologisch meist Wasser,
  2. unterschiedlich hohe Konzentrationen gelöster Teilchen,
  3. eine Membran, die Wasser, aber nicht die betrachteten gelösten Teilchen passieren lässt.

Fehlt die Membran oder können alle beteiligten Teilchen ungehindert hindurchtreten, beschreibt dieses Modell keine Osmose.

Merke

Nicht allein der Konzentrationsunterschied entscheidet. Die Membran muss Wasser und gelöste Teilchen unterschiedlich behandeln.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Situation ermöglicht Osmose im beschriebenen Modell?
Lösung: Zwei Lösungen sind durch eine Membran getrennt, die Wasser, aber nicht den gelösten Zucker durchlässt. — Für Osmose muss Wasser die Trennschicht passieren können, während mindestens ein gelöster Stoff zurückgehalten wird.
In welche Richtung bewegt sich das Wasser?

Wasserteilchen bewegen sich ständig in beide Richtungen durch die Membran. Gibt es auf einer Seite mehr gelöste Teilchen, ergibt sich jedoch eine Nettobewegung zu dieser stärker konzentrierten Seite: Insgesamt gelangt dorthin mehr Wasser als zurück.

Beispiel

Eine Membran trennt Seite A mit wenig gelöstem Salz von Seite B mit viel gelöstem Salz. Nur Wasser kann die Membran passieren.

  1. Vergleiche die Konzentrationen: Auf Seite B befinden sich mehr gelöste Teilchen.
  2. Prüfe die Membran: Salz bleibt zurück, Wasser kann hindurch.
  3. Leite die Richtung ab: Wasser bewegt sich netto von A nach B.
  4. Prüfe die Folge: Seite B wird verdünnt und ihr Flüssigkeitsvolumen nimmt zunächst zu.

Die Richtung kannst du mit einer kurzen Entscheidungskette bestimmen:

  1. Welche Teilchen können die Membran passieren?
  2. Auf welcher Seite sind mehr zurückgehaltene gelöste Teilchen?
  3. Wasser bewegt sich netto zu dieser Seite.
  4. Überlege anschließend, wie sich Volumen und Druck verändern.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelLinks befindet sich eine schwache, rechts eine starke Zuckerlösung. Die Membran lässt nur Wasser durch. Was geschieht zunächst?
Lösung: Wasser bewegt sich netto von links nach rechts. — Rechts sind mehr gelöste Teilchen. Deshalb strömt Wasser netto durch die Membran zur rechten Seite und verdünnt sie.
Frage 2 von 2SchwerEine Membran lässt Wasser und den gelösten Stoff gleichermaßen passieren. Warum lässt sich die Richtung nicht mit der einfachen Osmoseregel bestimmen?
Lösung: Weil der gelöste Stoff nun ebenfalls die Konzentrationsverteilung verändern kann. — Die einfache Regel gilt für ein Modell, in dem Wasser passieren kann und der betrachtete gelöste Stoff zurückgehalten wird.
Wie unterscheidet sich Osmose von anderen Transportarten?
Definition

Diffusion

Diffusion ist die selbstständige Verteilung von Teilchen aufgrund ihrer Eigenbewegung. Netto bewegen sich die betrachteten Teilchen vom Bereich ihrer höheren zur niedrigeren Konzentration.

Ein Tropfen Tinte verteilt sich beispielsweise im Wasser. Dabei wird keine semipermeable Membran benötigt.

Osmose ist eine besondere Form der Diffusion: Betrachtet wird die Bewegung des Lösungsmittels durch eine semipermeable Membran. Wasser bewegt sich dabei netto zur Seite mit mehr gelösten, zurückgehaltenen Teilchen.

Aktiver Transport unterscheidet sich davon durch seinen Energiebedarf. Er kann Stoffe entgegen ihrem Konzentrationsgefälle transportieren. Osmose selbst ist dagegen passiv.

VorgangWas bewegt sich im Mittelpunkt?Membran nötig?Zusätzliche Energie nötig?
Diffusionbetrachtete Teilchen entlang ihres Konzentrationsgefällesnicht grundsätzlichnein
OsmoseWasser durch eine semipermeable Membranjanein
aktiver Transportein Stoff, auch gegen sein Konzentrationsgefällejaja
Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Beispiel zeigt Osmose?
Lösung: Wasser tritt durch eine semipermeable Membran zu einer konzentrierteren Zuckerlösung. — Osmose bezeichnet hier die passive Wasserbewegung durch eine semipermeable Membran.
Frage 2 von 2MittelEin Stoff wird von niedriger zu hoher Konzentration transportiert und dafür wird Energie benötigt. Welche Transportart passt?
Lösung: aktiver Transport — Der Transport gegen das Konzentrationsgefälle benötigt Energie und ist deshalb aktiv.
Was geschieht mit Zellen in verschiedenen Lösungen?

Die Begriffe hypoton, isoton und hyperton gelten immer im Vergleich zwischen zwei Lösungen, zum Beispiel zwischen Zellinnerem und Außenlösung.

Definition

Tonizität

Die Tonizität beschreibt im vereinfachten Zellmodell, wie sich die Konzentration gelöster Teilchen einer Lösung im Vergleich zu einer anderen Lösung auf die Wasserbewegung auswirkt.

Außenlösung im Vergleich zum ZellinnerenGelöste Teilchen außenNettobewegung des Wassersmögliche Folge
hypotonwenigerin die ZelleZelle schwillt an; eine Tierzelle kann platzen
isotonetwa gleich konzentriertkeine dauerhafte NettobewegungZellvolumen bleibt ungefähr gleich
hypertonmehraus der ZelleZelle verliert Wasser und schrumpft

Auch im isotonischen Zustand können einzelne Wassermoleküle die Membran in beide Richtungen passieren. Es fehlt lediglich eine dauerhafte Nettobewegung.

Bei Pflanzenzellen wirkt die Zellwand einer starken Ausdehnung entgegen. Verliert das Pflanzengewebe dagegen Wasser, nimmt seine Stabilität ab.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine tierische Zelle wird in eine Außenlösung mit deutlich weniger gelösten Teilchen gegeben. Was ist zu erwarten?
Lösung: Wasser strömt netto in die Zelle, sodass sie anschwillt. — Außen befinden sich weniger gelöste Teilchen. Wasser bewegt sich daher netto zur stärker konzentrierten Zellinnenseite.
Frage 2 von 2SchwerZwei Zellen liegen in derselben Salzlösung, ihre Membranen halten Salz aber unterschiedlich gut zurück. Warum könnten sie verschieden reagieren?
Lösung: Die Durchlässigkeit der Membran beeinflusst, welche Konzentrationsunterschiede eine osmotische Wasserbewegung bewirken. — Eine Vorhersage braucht sowohl Angaben zu den Konzentrationen als auch zur selektiven Durchlässigkeit der Membran.
Wie erklärt Osmose Kirschen, Salat und Pflanzen?

Salat im salzigen Dressing

Das Dressing enthält viele gelöste Salzteilchen. Es ist gegenüber dem Zellinneren der Salatblätter stärker konzentriert.

Beispiel

So leitest du die Beobachtung her:

  1. Die Zellmembran lässt Wasser passieren.
  2. Außerhalb der Zellen befinden sich mehr gelöste Teilchen.
  3. Wasser verlässt die Zellen netto.
  4. Das Pflanzengewebe verliert Wasser und Stabilität.
  5. Die Blätter werden schlaff.

Kirschen nach Regen

In einer reifen Kirsche sind viele Stoffe, besonders Zucker, gelöst. Regenwasser enthält vergleichsweise wenige gelöste Stoffe. Wasser kann deshalb in das Fruchtgewebe eindringen. Das Volumen und der Innendruck steigen; die Kirsche kann aufplatzen.

Überdüngte Pflanzen

Eine sehr hohe Mineralstoffkonzentration im Boden kann dazu führen, dass Wasser die Pflanzenzellen verlässt. Die Pflanze verliert Wasser und kann verwelken. Mehr gelöste Mineralstoffe bedeuten daher nicht automatisch eine bessere Wasserversorgung.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum wird Salat in salzigem Dressing häufig schlaff?
Lösung: Wasser verlässt die Pflanzenzellen netto, weil die Außenlösung stärker konzentriert ist. — Die salzreiche Außenlösung ist hyperton gegenüber dem Zellinneren. Das Gewebe verliert Wasser und damit Stabilität.
Frage 2 von 2SchwerEine Pflanze welkt kurz nach sehr starker Düngung, obwohl der Boden feucht ist. Welche Erklärung passt zum Osmosemodell?
Lösung: Die hohe Konzentration gelöster Stoffe im Boden kann Wasser aus den Pflanzenzellen ziehen. — Eine stark konzentrierte Bodenlösung kann gegenüber den Zellen hyperton sein. Dann geben die Zellen netto Wasser ab.
Warum endet die Wasserbewegung nicht immer beim Konzentrationsausgleich?

Im geteilten Gefäß steigt auf der Seite mit mehr gelösten Teilchen der Flüssigkeitsspiegel. Die höhere Flüssigkeitssäule erzeugt einen hydrostatischen Gegendruck, der der weiteren Wasseraufnahme entgegenwirkt.

Definition

Osmotischer Druck

Der osmotische Druck beschreibt das mit dem Konzentrationsunterschied verbundene Bestreben einer Lösung, durch eine semipermeable Membran Wasser aufzunehmen. Ein größerer Konzentrationsunterschied bewirkt im vereinfachten Modell einen stärkeren osmotischen Effekt.

Eine dauerhafte Nettobewegung kann aufhören, wenn ein entgegengesetzter Druck den osmotischen Effekt ausgleicht. Die Konzentrationen müssen dabei nicht vollständig gleich geworden sein. Einzelne Wassermoleküle bewegen sich weiterhin in beide Richtungen; gleich groß sind nun die gegenläufigen Wasserströme.

Bei einer Pflanzenzelle kann die Zellwand einen solchen Gegendruck aufbauen und die weitere Ausdehnung begrenzen.

Vertiefung: Umkehrosmose

Wird von außen ein Druck ausgeübt, der größer als der osmotische Druck ist, lässt sich die spontane Flussrichtung umkehren. Wasser wird dann von der stärker konzentrierten Seite zur Seite mit weniger gelösten Stoffen gedrückt. Dieser Vorgang heißt Umkehrosmose und benötigt äußeren Druck.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum kann der Flüssigkeitsspiegel im Gefäß aufhören zu steigen, obwohl die Konzentrationen noch verschieden sind?
Lösung: Der hydrostatische Gegendruck kann den osmotischen Effekt ausgleichen. — Osmotischer Effekt und hydrostatischer Gegendruck können sich ausgleichen, bevor gleiche Konzentrationen erreicht sind.
Frage 2 von 2SchwerWelche Bedingung ermöglicht Umkehrosmose?
Lösung: Ein äußerer Druck überwindet den osmotischen Druck und erzwingt den Wasserfluss in Gegenrichtung. — Bei der Umkehrosmose wird die spontane osmotische Richtung durch ausreichend großen äußeren Druck umgekehrt.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Osmose
    • Voraussetzungen: Wasser, Konzentrationsunterschied, semipermeable Membran
    • Richtung: netto zur Seite mit mehr gelösten Teilchen
    • Zellen: hypoton hinein, isoton ohne Nettotransport, hyperton hinaus
    • Folgen: Volumen- und Druckänderung
    • Begrenzung: hydrostatischer oder Zellwand-Gegendruck
    • Umkehrung: äußerer Druck bei der Umkehrosmose
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt Osmose korrekt?
Lösung: Wasser bewegt sich passiv durch eine semipermeable Membran zur Seite mit mehr gelösten, zurückgehaltenen Teilchen. — Osmose ist ein passiver Wassertransport, dessen Nettorichtung von Konzentrationen und Membrandurchlässigkeit abhängt.
Frage 2 von 3MittelEine Zelle enthält mehr gelöste Teilchen als ihre Außenlösung. Die Membran lässt Wasser, aber nicht diese Teilchen passieren. Was erwartest du?
Lösung: Wasser bewegt sich netto in die Zelle und ihr Volumen nimmt zunächst zu. — Gerade weil die gelösten Stoffe zurückgehalten werden, entsteht eine osmotische Nettobewegung des Wassers in die Zelle.
Frage 3 von 3SchwerZwei Lösungen sind durch eine Membran getrennt. Rechts sind mehr gelöste Teilchen, aber der Flüssigkeitsspiegel ist dort bereits deutlich höher. Welche Vorhersage ist fachlich am sorgfältigsten?
Lösung: Die Konzentration begünstigt einen Wasserfluss nach rechts, der hydrostatische Gegendruck kann ihn jedoch abschwächen oder ausgleichen. — Für die Nettorichtung müssen sowohl der osmotische Effekt als auch ein möglicher entgegengesetzter Druck berücksichtigt werden.

Passend dazu