Wenn Kirschen nach starkem Regen platzen oder Gurkenscheiben in Salz Wasser verlieren, steckt Osmose dahinter. Es geht dabei nicht um irgendeinen Zauber der Zelle, sondern um Wasserbewegung durch eine besondere Membran. Danach kannst du vorhersagen, ob Zellen anschwellen, schrumpfen oder gleich bleiben.
- Ich kann Osmose als Wasserbewegung durch eine semipermeable Membran erklären.
- Ich kann semipermeabel, hypertonisch, hypotonisch und isotonisch verwenden.
- Ich kann Osmose von Diffusion unterscheiden.
- Ich kann Beispiele mit Pflanzenzellen und Tierzellen auswerten.
- Ich kann typische Prüfungsaufgaben zur Richtung der Wasserbewegung lösen.
Der Kern der Osmose
Osmose ist eng mit Diffusion verwandt. Der besondere Punkt ist die Membran: Sie lässt Wasser hindurch, hält aber viele gelöste Teilchen wie Salz oder Zucker zurück.
Osmose
Osmose ist die passive Bewegung von Wasser durch eine semipermeable Membran. Wasser wandert netto zu der Seite, auf der mehr gelöste Teilchen sind.
semipermeable Membran
Eine semipermeable Membran ist halbdurchlässig: Bestimmte Teilchen können hindurch, andere nicht. In Schulaufgaben ist sie häufig für Wasser durchlässig, aber nicht für Salz oder Zucker.
Warum wandert Wasser zur stärker konzentrierten Seite? Dort sind viele gelöste Teilchen. Dadurch sind dort weniger "freie" Wassermoleküle pro Volumen verfügbar. Wasser bewegt sich so lange netto dorthin, bis der Unterschied kleiner wird oder ein Gegendruck entsteht.
Ein Beutel aus semipermeabler Membran enthält Zuckerwasser. Außen liegt reines Wasser.
- Zucker kann die Membran nicht passieren.
- Wasser kann die Membran passieren.
- Innen sind mehr gelöste Teilchen als außen.
- Wasser wandert netto in den Beutel.
- Der Beutel wird praller.
Bei Osmose fragst du: Wo sind mehr gelöste Teilchen, die nicht durch die Membran kommen? Dorthin wandert Wasser netto.
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Hypotonisch, hypertonisch, isotonisch
In Aufgaben werden Lösungen oft miteinander verglichen. Die Begriffe beschreiben immer eine Lösung im Vergleich zu einer anderen.
hypotonisch
Eine hypotonische Lösung enthält weniger gelöste Teilchen als die Vergleichslösung.
hypertonisch
Eine hypertonische Lösung enthält mehr gelöste Teilchen als die Vergleichslösung.
isotonisch
Isotonisch bedeutet: Beide Lösungen haben ungefähr gleich viele gelöste Teilchen. Es gibt dann keinen dauerhaften Netto-Wasserstrom.
Eine rote Blutzelle liegt in drei verschiedenen Lösungen.
- In einer hypotonischen Lösung ist außen weniger Salz als innen. Wasser strömt in die Zelle. Die Zelle schwillt an.
- In einer hypertonischen Lösung ist außen mehr Salz als innen. Wasser verlässt die Zelle. Die Zelle schrumpft.
- In einer isotonischen Lösung ist der Salzgehalt passend. Die Zellform bleibt stabil.
Rote Blutzellen haben keine Zellwand. Deshalb können starke Wasserbewegungen ihre Form schnell verändern.
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Osmose bei Pflanzenzellen
Pflanzenzellen haben zusätzlich zur Zellmembran eine feste Zellwand. Dadurch platzen sie in Wasser normalerweise nicht einfach. Stattdessen entsteht ein Innendruck, der die Pflanze stabil hält.
Turgor
Turgor ist der Druck des Zellinneren gegen die Zellwand. Er entsteht, wenn Wasser in eine Pflanzenzelle einströmt und die Zellwand dagegenhält.
Wenn Pflanzenzellen viel Wasser aufnehmen, werden sie prall. Das hilft Blättern und Stängeln, stabil zu bleiben. Verlieren Pflanzenzellen Wasser, löst sich die Zellmembran teilweise von der Zellwand. Das nennt man Plasmolyse.
Plasmolyse
Plasmolyse ist das Schrumpfen des Zellinhalts einer Pflanzenzelle in einer hypertonischen Umgebung. Die Zellmembran zieht sich dabei von der Zellwand zurück.
Du streust Salz auf Gurkenscheiben.
- Außen entsteht eine hypertonische Umgebung mit vielen gelösten Salzteilchen.
- Die Zellmembranen der Gurkenzellen lassen Wasser durch.
- Wasser wandert aus den Zellen nach außen.
- Die Gurkenscheiben werden weicher und es sammelt sich Flüssigkeit.
Das ist Osmose im Alltag.
Tierische Zellen ändern bei Osmose vor allem ihr Volumen. Pflanzenzellen zeigen zusätzlich den Turgor, weil sie eine Zellwand haben.
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Osmose und Diffusion unterscheiden
Osmose ist ein Spezialfall des passiven Transports. Trotzdem lohnt sich die saubere Unterscheidung, weil Prüfungsaufgaben genau darauf zielen.
Diffusion
Diffusion ist die Verteilung beliebiger beweglicher Teilchen vom Bereich hoher zur niedrigeren Konzentration. Eine Membran kann beteiligt sein, muss es aber nicht.
Bei Osmose steht meist Wasser im Mittelpunkt. Die gelösten Teilchen können die Membran nicht frei passieren, deshalb verschiebt sich das Wasser.
Ordne die Fälle zu:
- Parfümgeruch verteilt sich im Zimmer. Das ist Diffusion, weil Duftmoleküle sich im Raum verteilen.
- Sauerstoff gelangt aus der Lunge ins Blut. Das ist Diffusion durch dünne Zellschichten.
- Wasser strömt in eine Kirsche mit viel Zucker. Das ist Osmose, weil Wasser durch eine halbdurchlässige Haut zur stärker konzentrierten Seite wandert.
In manchen Fachtexten wird Osmose als besondere Diffusion beschrieben. Für Schulaufgaben ist die praktische Regel wichtig: Sobald Wasser durch eine semipermeable Membran wegen gelöster Teilchen wandert, nennst du es Osmose.
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Prüfungsmodus: Richtung schnell bestimmen
Gehe bei Osmoseaufgaben immer in derselben Reihenfolge vor. Erst Membran prüfen, dann gelöste Teilchen vergleichen, dann Wasserpfeil setzen.
Aufgabe: Eine Pflanzenzelle mit Salzgehalt innen liegt in destilliertem Wasser.
- Membran: Wasser kann durch, viele gelöste Teilchen nicht.
- Vergleich: Außen sind fast keine gelösten Teilchen, innen mehr.
- Wasserbewegung: Wasser wandert netto in die Zelle.
- Folge: Der Turgor steigt, die Zelle wird prall.
Antwortsatz: Die Umgebung ist hypotonisch im Vergleich zum Zellinneren.
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Alles auf einen Blick
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Abschluss-Check
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Zusammenfassung
Osmose ist die passive Bewegung von Wasser durch eine semipermeable Membran. Wasser wandert netto zu der Seite mit mehr gelösten Teilchen, wenn diese Teilchen die Membran nicht frei passieren können. Hypotonisch, hypertonisch und isotonisch beschreiben Konzentrationsvergleiche. Tierzellen können anschwellen oder schrumpfen; Pflanzenzellen verändern vor allem ihren Turgor und können bei Wasserverlust plasmolysieren.
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