Biologie

Hormonwirkung: Rezeptoren und Regelkreise verstehen

Hormonwirkung: Rezeptoren und Regelkreise verstehen
Hormonwirkung: Rezeptoren und Regelkreise verstehen
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Hormone sind körpereigene Botenstoffe. Sie können sich weit im Körper verteilen, wirken aber nur an Zellen mit einem passenden Rezeptor. Die Bindung löst in der Zielzelle eine Reaktion aus. Negative Rückkopplung verhindert, dass dauerhaft zu viel Hormon gebildet wird.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum reagieren nur bestimmte Zellen?

Hormondrüsen geben Hormonmoleküle ab. Bei der endokrinen Wirkung gelangen sie über das Blut durch den Körper. Trotzdem reagieren nicht alle Zellen auf sie.

Definition

Zielzelle

Eine Zielzelle besitzt einen Rezeptor, an den ein bestimmtes Hormon binden kann. Zellen ohne passenden Rezeptor reagieren auf dieses Hormon nicht.

Ein Rezeptor ist eine Bindungsstelle an oder in einer Zelle. Hormon und Rezeptor müssen räumlich zueinander passen. Dieses Prinzip heißt Rezeptorspezifität und lässt sich mit Schlüssel und Schloss vergleichen.

Die Wirkung verläuft in vier Schritten:

  1. Ein Hormon erreicht eine Zelle.
  2. Es bindet an den passenden Rezeptor.
  3. Die Bindung löst in der Zelle ein Signal aus.
  4. Die Zielzelle antwortet, zum Beispiel durch eine veränderte Stoffwechselaktivität.
Beispiel

Stell dir ein Radiosignal vor: Der Sender verbreitet sein Programm über ein großes Gebiet. Nur ein Radio, das auf die passende Frequenz eingestellt ist, empfängt es. Entsprechend erreicht ein Hormon viele Zellen, doch nur Zellen mit passendem Rezeptor „empfangen“ das Signal.

Merke

Nicht der Aufenthaltsort des Hormons allein entscheidet über die Wirkung, sondern der passende Rezeptor der Zielzelle.

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Frage 1 von 1LeichtWarum reagiert eine Zelle nicht auf ein Hormon, obwohl das Hormon sie erreicht?
Lösung: Der Zelle fehlt der passende Rezeptor. — Ein Hormon wirkt rezeptorspezifisch: Ohne passende Bindungsstelle entsteht kein entsprechendes Signal in der Zelle.
Wo sitzen Hormonrezeptoren?

Rezeptoren können auf der Zellmembran oder im Inneren der Zelle liegen. In beiden Fällen beginnt die Wirkung mit der Bindung des Hormons.

RezeptorortBeispiele aus den HormongruppenGrundidee
ZellmembranPeptidhormone wie InsulinDie Bindung außen löst eine Signalkette im Zellinneren aus.
ZellinneresSteroidhormone wie Cortisol und Schilddrüsenhormone wie ThyroxinDas Hormon bindet an einen intrazellulären Rezeptor.

Die chemische Einteilung allein genügt nicht für eine einfache Zuordnung: Schilddrüsenhormone sind Aminosäurederivate, besitzen aber intrazelluläre Rezeptoren. Deshalb solltest du den Rezeptorort nicht allein aus der Obergruppe „Aminosäurederivat“ ableiten.

Beispiel

Thyroxin wird in der Schilddrüse gebildet. Es bindet in seinen Zielzellen an intrazelluläre Rezeptoren und fördert dort die Bildung von Enzymen des Energiestoffwechsels. Dadurch steigt die Stoffwechselrate.

Die Zellantwort hält nicht unbegrenzt an. Unter anderem begrenzt der Abbau des Hormons in Zielgeweben die Wirkungsdauer.

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Frage 1 von 1MittelEin Hormon bindet außen an einen Rezeptor der Zellmembran. Was geschieht als Nächstes?
Lösung: Die Bindung löst eine Signalkette im Zellinneren aus. — Ein Membranrezeptor nimmt das Signal außen auf und gibt es über eine intrazelluläre Signalkette weiter.
Wie weit reicht ein Hormonsignal?

Hormone lassen sich auch danach unterscheiden, wie weit ihr Signal reicht.

Definition

Wirkungsreichweite

Die Wirkungsreichweite beschreibt, ob ein Botenstoff auf die abgebende Zelle, auf benachbarte Zellen oder auf entfernte Zielzellen wirkt.

  • Autokrin: Der Botenstoff wirkt auf die Zelle zurück, die ihn abgegeben hat.
  • Parakrin: Der Botenstoff wirkt lokal auf nahe gelegene Zielzellen.
  • Endokrin: Das Hormon wird über das Blut verteilt und wirkt an entfernten Zielzellen.

Diese Begriffe beschreiben den Weg des Signals. Auch bei jeder dieser Reichweiten bleibt ein passender Rezeptor notwendig.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Wirkt ein Botenstoff auf die abgebende Zelle zurück, heißt die Wirkung . Erreicht er nahe gelegene Zielzellen, wirkt er . Gelangt ein Hormon über das Blut zu entfernten Zielzellen, wirkt es .

Lösungen: Lücke 1: autokrin; Lücke 2: parakrin; Lücke 3: endokrin. Entscheide nach der Entfernung: eigene Zelle = autokrin, Nachbarzellen = parakrin, entfernte Zielzellen über das Blut = endokrin.
Wie begrenzt negative Rückkopplung die Wirkung?

Der Körper muss Hormone bedarfsgerecht bilden. Bei einer negativen Rückkopplung bremst das Ergebnis eines Regelkreises frühere Stationen desselben Regelkreises.

Definition

Negative Rückkopplung

Ist genügend Hormon oder Hormonwirkung vorhanden, wird die weitere Anregung abgeschwächt. Sinkt die Wirkung, fällt diese Hemmung geringer aus. So kann sich der geregelte Zustand stabilisieren.

Ein Thermostat veranschaulicht das Prinzip: Die Heizung erhöht die Temperatur. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, beendet der Thermostat das Heizsignal. Das Ergebnis wirkt also bremsend auf seine eigene weitere Entstehung.

Der Schilddrüsenregelkreis

  1. Der Hypothalamus gibt das Freisetzungshormon TRH ab.
  2. TRH regt die Hypophyse zur Abgabe von TSH an.
  3. TSH regt die Schilddrüse an.
  4. Die Schilddrüse bildet die Schilddrüsenhormone T4 und T3. Thyroxin ist T4.
  5. Die Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel.
  6. Eine hohe Konzentration an Schilddrüsenhormonen hemmt den Hypothalamus. Dadurch entstehen weniger TRH und in der Folge weniger TSH.
Merke

Bei negativer Rückkopplung meldet das Ergebnis sinngemäß: „Es ist genug vorhanden – bremse die weitere Produktion.“

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Frage 1 von 1MittelDie Konzentration der Schilddrüsenhormone steigt. Welche Reaktion passt zur negativen Rückkopplung?
Lösung: Der Hypothalamus bildet weniger TRH, sodass die weitere Anregung abnimmt. — Mehr Schilddrüsenhormon verstärkt die hemmende Rückmeldung. Weniger TRH führt über die Hypophyse zu weniger TSH und damit zu geringerer Anregung der Schilddrüse.
Wie untersuchst du eine Störung?

Bei einer Störung solltest du zuerst klären, an welcher Stelle der Wirkungskette das Problem liegt:

  1. Wird das Hormon in ausreichender Menge gebildet?
  2. Erreicht es die betrachtete Zelle?
  3. Besitzt die Zelle einen passenden Rezeptor?
  4. Kann die Zelle nach der Bindung antworten?
  5. Funktioniert die bremsende Rückkopplung?

Ein hoher Hormonspiegel beweist daher nicht automatisch eine starke Wirkung. Fehlen funktionsfähige Rezeptoren, kann viel Hormon vorhanden sein, während die Zielzellen trotzdem kaum reagieren.

Zwei Hormone mit entgegengesetzter Wirkung

Insulin und Glukagon werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, Glukagon erhöht ihn. Muss der Blutzuckerspiegel sinken, passt daher die Wirkung von Insulin; muss er steigen, passt die Wirkung von Glukagon.

Beispiel

In einem Modell ist genügend Hormon im Blut vorhanden, die betrachteten Zellen besitzen aber keine passenden Rezeptoren. Mehr von demselben Hormon behebt das Grundproblem nicht: Ohne Rezeptor kann das Signal nicht aufgenommen werden.

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Frage 1 von 2MittelWelches Hormon passt, wenn der Blutzuckerspiegel gesenkt werden soll?
Lösung: Insulin — Insulin senkt den Blutzuckerspiegel. Glukagon erhöht ihn.
Frage 2 von 2SchwerIm Blut befindet sich viel von einem Hormon, aber bestimmte Zellen reagieren nicht. Welche Untersuchung ist als Nächstes besonders sinnvoll?
Lösung: Prüfen, ob die Zellen funktionsfähige passende Rezeptoren besitzen. — Für die Hormonwirkung müssen Transport, passender Rezeptor und Zellantwort funktionieren. Bei ausbleibender Reaktion trotz vorhandenem Hormon ist der Rezeptor eine naheliegende Prüfstation.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Hormonwirkung
    • Zielzelle: passender Rezeptor nötig
    • Rezeptorort: Zellmembran oder Zellinneres
    • Zellantwort: Signal löst Reaktion aus
    • Reichweite: autokrin, parakrin oder endokrin
    • Regelung: negative Rückkopplung begrenzt Produktion
    • Störungsanalyse: Bildung, Transport, Rezeptor, Antwort und Rückkopplung prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas macht eine Körperzelle zur Zielzelle eines Hormons?
Lösung: Sie besitzt einen passenden Rezeptor. — Entscheidend ist der passende Rezeptor. Lage und Entfernung allein bestimmen nicht, ob eine Zelle reagiert.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge beschreibt die Schilddrüsenachse richtig?
Lösung: Hypothalamus → TRH → Hypophyse → TSH → Schilddrüse → T3 und T4 — TRH aus dem Hypothalamus regt die Hypophyse an. Diese gibt TSH ab, das die Schilddrüse zur Bildung von T3 und T4 anregt.
Frage 3 von 3SchwerDie hemmende Rückmeldung der Schilddrüsenhormone an den Hypothalamus fällt aus. Welche Entwicklung ist nach dem beschriebenen Modell zu erwarten?
Lösung: Die bremsende Wirkung nimmt ab, sodass TRH und die nachgeschaltete Anregung erhöht bleiben können. — Fällt die negative Rückkopplung aus, fehlt ein Bremssignal. Frühere Stationen des Regelkreises können deshalb stärker oder länger aktiv bleiben.

Du kannst Hormonwirkung nun als zusammenhängende Kette prüfen: Hormonbildung und Verteilung → passender Rezeptor → Signal in der Zielzelle → Zellantwort → begrenzende Rückkopplung.

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