Menstruationszyklus: Phasen und Hormone erklärt
Der Menstruationszyklus ist ein wiederkehrender, hormonell gesteuerter Vorgang: Eine Eizelle reift heran, die Gebärmutterschleimhaut wird für eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet, und ohne Schwangerschaft beginnt mit der nächsten Menstruation ein neuer Zyklus. Tag 1 ist immer der erste Blutungstag.
Auf dieser Seite lernst du, die Vorgänge in Eierstock und Gebärmutter zusammenzuführen. Zeitangaben dienen dabei als Modell, denn ein echter Zyklus kann deutlich vom 28-Tage-Beispiel abweichen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wie wird ein Zyklus gezählt?
Ein Zyklus reicht vom ersten Tag einer Menstruation bis zum Tag vor der nächsten Menstruation. Beginnt die nächste Blutung, ist wieder Tag 1.
Ein häufig verwendetes Modell zeigt einen Zyklus mit ungefähr 28 Tagen. Es ist kein Fahrplan, der bei jedem Menschen gleich abläuft. Auch der Eisprung liegt nicht automatisch an einem bestimmten Kalendertag.
Menstruation
Die Menstruation, auch Periode oder Regelblutung genannt, ist die Abstoßung der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut zusammen mit etwas Blut durch die Scheide.
Bei vielen Menschen dauert die Blutung etwa 3 bis 7 Tage. Eine Quelle nennt für den gesamten Blutverlust ungefähr 20 bis 60 Milliliter. Dauer, Stärke und Regelmäßigkeit können sich jedoch unterscheiden.
Der erste Blutungstag ist Tag 1 des neuen Zyklus. „28 Tage“ beschreibt einen häufig verwendeten Durchschnitt, keine feste Regel.
Was geschieht in Eierstock und Gebärmutter?
Zu Beginn laufen zwei Vorgänge gleichzeitig ab: In der Gebärmutter wird die bisherige Schleimhaut abgestoßen, während in einem Eierstock neue Follikel heranreifen.
Follikel
Ein Follikel ist ein flüssigkeitsgefülltes Bläschen im Eierstock. Er enthält eine heranreifende Eizelle.
Während ein Follikel reift, wird die Gebärmutterschleimhaut erneut aufgebaut. Beim Eisprung, auch Ovulation genannt, verlässt eine Eizelle den reifen Follikel und gelangt in den Eileiter. Dort kann sie in den folgenden Stunden von einer Spermienzelle befruchtet werden.
Aus den Resten des Follikels entsteht danach der Gelbkörper. Er produziert vor allem Progesteron. Dieses Hormon verändert und erhält die Gebärmutterschleimhaut so, dass eine befruchtete Eizelle sich einnisten könnte.
Ein 28-Tage-Modell:
- An Tag 1 beginnt die Blutung. Gleichzeitig reifen Follikel heran.
- In der ersten Zyklushälfte wird die Gebärmutterschleimhaut wieder aufgebaut.
- Ungefähr zur Zyklusmitte erfolgt der Eisprung.
- Danach bildet sich der Gelbkörper und unterstützt die vorbereitete Schleimhaut.
- Ohne Schwangerschaft bildet sich der Gelbkörper zurück. Die hormonelle Unterstützung sinkt, die Schleimhaut wird abgestoßen und der nächste Tag 1 beginnt.
Der entscheidende Gedanke: Eierstock und Gebärmutter arbeiten nicht nacheinander wie getrennte Stationen. Ihre Veränderungen laufen zeitlich aufeinander abgestimmt ab.
Wie steuern Hormone den Ablauf?
Hormone sind körpereigene chemische Botenstoffe. Sie übertragen Signale und stimmen die Vorgänge in Eierstock und Gebärmutter aufeinander ab.
- FSH, das follikelstimulierende Hormon, fördert die Reifung eines Follikels.
- Der reifende Follikel bildet Östrogen. Östrogen unterstützt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
- Zur Zyklusmitte steigt die Konzentration von LH, dem luteinisierenden Hormon, steil an. Dieser LH-Anstieg löst den Eisprung aus.
- Aus dem Follikelrest entsteht der Gelbkörper. Er bildet vor allem Progesteron und außerdem Östrogen.
- Progesteron bereitet die aufgebaute Schleimhaut weiter auf eine mögliche Einnistung vor und hemmt vorübergehend die Reifung eines weiteren Follikels.
Die Hormonsteuerung arbeitet mit Rückkopplungen: Ein gebildetes Hormon kann die weitere Ausschüttung anderer Hormone bremsen oder fördern. So hemmt Östrogen zunächst die FSH-Ausschüttung; hohe Östrogenwerte stehen zur Zyklusmitte wahrscheinlich mit einer positiven Rückkopplung und dem starken LH-Anstieg in Verbindung.
Nach dem Eisprung kann die Basaltemperatur, also die Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen und vor körperlicher Aktivität, um etwa 0,3 bis 0,8 °C ansteigen. Das ist eine Folge der Progesteronwirkung und zeigt einen Verlauf im Nachhinein; ein einzelner Temperaturwert bestimmt nicht sicher den Eisprung.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Das Hormon fördert zunächst die Follikelreifung. Der starke Anstieg von löst den Eisprung aus. Danach bildet der Gelbkörper vor allem .
Was geschieht mit und ohne Schwangerschaft?
Nach dem Eisprung sind zwei Verläufe möglich.
Ohne Schwangerschaft: Die Eizelle wird nicht befruchtet. Der Gelbkörper bildet sich zurück, die Progesteronproduktion nimmt ab und die Gebärmutterschleimhaut wird nicht mehr erhalten. Ihre oberste Schicht löst sich. Mit der Menstruation beginnt ein neuer Zyklus.
Bei Einnistung: Eine befruchtete Eizelle kann sich in die vorbereitete Gebärmutterschleimhaut einnisten. Dann sorgen hormonelle Signale dafür, dass die Produktion von Östrogen und Progesteron zunächst weitergeht. Die Menstruation bleibt bei einer Schwangerschaft meistens aus.
Nicht die Eizelle selbst wird als Menstruationsblutung ausgeschieden. Die Blutung besteht vor allem aus abgestoßenem Gewebe der Gebärmutterschleimhaut und etwas Blut.
Welche Angaben sind Modellwerte?
Phasen helfen beim Ordnen, aber ihre Grenzen sind nicht bei allen Menschen gleich. Besonders die Angabe „Eisprung an Tag 14“ ist nur ein Modell für einen ungefähr 28-tägigen Zyklus.
Kalender, Apps, Temperaturmessung und Ovulationstests können Beobachtungen sammeln. Aus dem Ausgangsmaterial lässt sich jedoch keine sichere Genauigkeit dieser Methoden und keine alleinige Eignung zur Schwangerschaftsverhütung ableiten. Eine vorhergesagte Zyklusmitte ist deshalb kein Beweis für den tatsächlichen Eisprung.
Auch hormonelle Verhütungsmittel verändern den Ablauf. Die Pille kann den Eisprung verhindern und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindern. Eine Blutung in der Pillenpause ist eine Abbruchblutung und nicht dasselbe wie die Menstruation eines natürlichen Zyklus.
Der Menstruationszyklus ist ein biologischer Vorgang. Aus seinem Ablauf lassen sich keine Geschlechterrollen oder Eigenschaften einer Person ableiten.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Menstruationszyklus
- Zählung: Tag 1 ist der erste Blutungstag; 28 Tage sind ein Modell
- Eierstock: FSH fördert die Follikelreifung; der LH-Anstieg löst den Eisprung aus; der Gelbkörper bildet Progesteron
- Gebärmutter: Die Schleimhaut wird aufgebaut, weiter vorbereitet und ohne Schwangerschaft abgestoßen
- Einordnung: Zykluszeiten sind individuell; Biologie bestimmt keine Geschlechterrolle
Abschluss-Check
Du kannst den Zyklus sicher erklären, wenn du immer zwei Ebenen verknüpfst: Was geschieht in Eierstock und Gebärmutter? und welches Hormon steuert den nächsten Schritt?
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