Schwangerschaft: Entwicklung, Versorgung und Geburt
Bei einer Schwangerschaft entwickelt sich eine befruchtete Eizelle durch Zellteilung, Einnistung, Organanlage und Wachstum bis zur Geburt. Dabei versorgen Plazenta und Nabelschnur das ungeborene Kind, während Fruchtblase und Fruchtwasser es schützen. Die medizinische Zählung beginnt schon am ersten Tag der letzten Monatsblutung – deshalb spricht man meist von 40 Schwangerschaftswochen.
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Von der Befruchtung zur Einnistung
Was geschieht in den ersten Tagen? Nach dem Eisprung kann eine Eizelle im Eileiter, der Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter, auf ein Spermium treffen. Verschmelzen beide, entsteht eine einzige befruchtete Zelle.
Zygote
Die Zygote ist die Zelle, die durch die Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht.
Während die Zygote zur Gebärmutter wandert, teilt sie sich. Die neuen Zellen bleiben zunächst zusammen. Ungefähr nach 30 Stunden sind es zwei Zellen, nach 40 Stunden vier und nach etwa drei Tagen ungefähr 16.
Aus dem Zellverband entsteht die Blastozyste: eine Hohlkugel mit einer äußeren Zellschicht und einer inneren Zellgruppe. Aus der inneren Zellgruppe entwickelt sich der Embryo. Die äußere Schicht beteiligt sich später an der Bildung der Plazenta.
Etwa sechs bis sieben Tage nach der Befruchtung verbindet sich die Blastozyste mit der gut durchbluteten Schleimhaut der Gebärmutter. Dieser Vorgang heißt Einnistung.
Reihenfolge prüfen: Befruchtung → Zygote → Zellteilungen auf dem Weg zur Gebärmutter → Blastozyste → Einnistung.
Der entscheidende Gedanke: Die Einnistung geschieht nicht direkt bei der Befruchtung. Dazwischen liegen mehrere Zellteilungen und die Wanderung durch den Eileiter.
Wie werden Embryo und Fetus unterschieden?
In der frühen Entwicklung werden Körperform und Organe angelegt. In der späteren Entwicklung wachsen und reifen die bereits angelegten Organe weiter.
Embryo
Als Embryo wird das ungeborene Kind in den ersten acht Wochen der Entwicklung bezeichnet. In dieser Zeit werden die Organe angelegt und die grundlegende Körperform entsteht.
Fetus
Ab der 9. Entwicklungswoche wird das ungeborene Kind Fetus oder Fötus genannt. Nun stehen Wachstum, Reifung der Organe, Bewegungen und die weitere Entwicklung der Sinne im Vordergrund.
Verschiedene Darstellungen setzen die Grenze nicht immer gleich, weil sie Entwicklungswochen und medizinisch gezählte Schwangerschaftswochen unterschiedlich verwenden. Wichtig ist deshalb immer der Bezugspunkt. Auf dieser Seite meint „Entwicklungswoche“ die Zeit seit der Befruchtung.
Embryonalzeit: Organe werden angelegt. Fetalzeit: Organe reifen weiter und der Körper wächst. „Angelegt“ bedeutet noch nicht „vollständig ausgereift“.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Durch die Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht die . Nach mehreren Zellteilungen bildet sich die . In der werden die Organe angelegt. In der wachsen Körper und Organe weiter.
Wie wird das ungeborene Kind versorgt und geschützt?
Nach der Einnistung entsteht an der Gebärmutterwand die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt. Sie bildet eine Austauschfläche zwischen dem mütterlichen und dem kindlichen Versorgungssystem.
Plazenta
Die Plazenta ermöglicht den Stoffaustausch: Sauerstoff, Nährstoffe und bestimmte Abwehrstoffe gelangen zum Kind. Kohlenstoffdioxid und andere Stoffwechselendprodukte werden in die Gegenrichtung abtransportiert. Das Blut von Mutter und Kind mischt sich dabei normalerweise nicht direkt.
Die Nabelschnur verbindet den kindlichen Körper mit der Plazenta. Sie ist also der Transportweg zwischen Kind und Austauschfläche.
Die Fruchtblase umgibt das ungeborene Kind. In ihr befindet sich Fruchtwasser. Es dämpft Stöße und trägt zusammen mit der Fruchtblase zum Schutz vor Krankheitserregern bei.
Weg eines Sauerstoffteilchens: mütterliches Blut → Austausch an der Plazenta → Blutgefäße der Nabelschnur → kindlicher Körper.
Dabei wechseln Stoffe die Seite, nicht aber das gesamte Blut. Deshalb bedeutet „verbunden“ nicht „ein gemeinsamer Blutkreislauf“.
Warum zählt eine Schwangerschaft 40 Wochen?
Medizinisch beginnt die Zählung am ersten Tag der letzten Monatsblutung. Der genaue Tag der Befruchtung ist meist unbekannt; sie findet gewöhnlich ungefähr zwei Wochen nach diesem Zählbeginn statt.
40 Wochen × 7 Tage ergeben 280 Tage. Diese 40 Wochen enthalten also ungefähr zwei Wochen vor der Befruchtung. Von der Befruchtung bis zur Geburt sind es im Durchschnitt ungefähr 38 Wochen.
Ein Kalendermonat ist länger als vier Wochen. Deshalb sind 40 Wochen nicht einfach zehn Kalendermonate, sondern ungefähr neun Kalendermonate.
Eine Angabe „10. Schwangerschaftswoche“ bedeutet bei medizinischer Zählung nicht, dass die Befruchtung zehn Wochen zurückliegt. Sie liegt meist ungefähr acht Wochen zurück, weil die Zählung rund zwei Wochen früher beginnt.
Was kann die Entwicklung gefährden?
Die Plazenta lässt lebenswichtige Stoffe passieren, hält aber nicht alle schädlichen Stoffe zurück. Gleichzeitig sind die Entgiftungsorgane des Embryos und Fetus noch nicht vollständig entwickelt.
- Alkohol kann die Entwicklung des Gehirns und anderer Organe schädigen.
- Nikotin und weitere Stoffe aus Tabakrauch können die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen und das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten erhöhen.
- Drogen können unter anderem Fehlbildungen, Abhängigkeit und Frühgeburten verursachen.
- Medikamente können je nach Wirkstoff unterschiedlich wirken und sollten in der Schwangerschaft medizinisch abgeklärt werden.
- Eine ausreichende Versorgung der Schwangeren mit Nährstoffen ist auch für das ungeborene Kind wichtig.
Die Plazenta ist eine Austauschfläche mit Barrierefunktion, aber kein lückenloser Filter. Was in den mütterlichen Blutkreislauf gelangt, kann unter Umständen auch das ungeborene Kind erreichen.
Was geschieht bei der Geburt?
Gegen Ende der Schwangerschaft liegt das Kind häufig mit dem Kopf zum Geburtskanal. Regelmäßige Wehen sind wiederholte Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur. Sie werden stärker und helfen, den Muttermund zu öffnen und das Kind durch den Geburtskanal zu bewegen.
Die Schädelknochen des Kindes sind noch nicht vollständig miteinander verwachsen. Dadurch können sie sich bei der Passage etwas gegeneinander verschieben und der Kopf passt sich vorübergehend an.
Nach der Geburt des Kindes lösen weitere Wehen die Plazenta von der Gebärmutterwand. Plazenta und Eihäute werden als Nachgeburt ausgestoßen. Mit dem ersten Atemzug entfaltet sich die Lunge; anschließend wird die Nabelschnur durchtrennt.
Ablauf in Grundzügen: regelmäßige Wehen → Öffnung des Muttermunds → Geburt des Kindes → erster Atemzug → Nachgeburt.
Die Nachgeburt ist also nicht die Geburt eines weiteren Kindes, sondern das Ablösen und Ausstoßen von Plazenta und Eihäuten.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Schwangerschaft
- Frühe Entwicklung: Befruchtung → Zygote → Blastozyste → Einnistung
- Embryonalzeit: Körperform und Organe werden angelegt
- Fetalzeit: Wachstum, Reifung, Bewegung und Sinne
- Versorgung: Plazenta und Nabelschnur
- Schutz: Fruchtblase, Fruchtwasser und Plazentaschranke
- Zeitrechnung: etwa 38 Wochen ab Befruchtung, 40 Wochen ab letzter Monatsblutung
- Geburt: Wehen → Geburt des Kindes → Nachgeburt
Abschluss-Check
Prüfe dich selbst: Kannst du den Weg Befruchtung → Einnistung → Embryonalzeit → Fetalzeit → Geburt erklären und an jeder Station sagen, was neu geschieht? Dann hast du den Kern der Seite verstanden.
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