Das Hormonsystem ist ein Nachrichtensystem deines Körpers. Es nutzt chemische Botenstoffe, die Hormone heißen, und steuert damit viele Vorgänge wie Wachstum, Stoffwechsel, Wasserhaushalt, Stressreaktionen und Fortpflanzung. Es arbeitet langsamer als das Nervensystem, kann dafür aber länger anhaltende Wirkungen auslösen.
- Du erklärst, was Hormone sind und wie sie wirken.
- Du unterscheidest endokrine Drüsen, Zielzellen und Rezeptoren.
- Du nennst wichtige Hormondrüsen und Beispiele für Hormone.
- Du verstehst Rückkopplung als Steuerprinzip des Hormonsystems.
Hormone als Botenstoffe
Zellen müssen miteinander kommunizieren. Das Nervensystem sendet schnelle elektrische Signale. Das Hormonsystem verschickt chemische Signale über Körperflüssigkeiten, häufig über das Blut. Diese Signale erreichen viele Zellen, wirken aber nur dort, wo passende Rezeptoren vorhanden sind.
Hormone sind chemische Botenstoffe, die von Zellen gebildet werden und Körperfunktionen regulieren. Hormone wirken an Zielzellen mit passenden Rezeptoren.
Ein Hormon ist also nicht wie ein allgemeiner Befehl an alle Zellen. Es ähnelt eher einer Nachricht, die nur von Zellen mit passendem Empfänger gelesen werden kann. Dieser Empfänger ist der Rezeptor.
Ein Hormon wirkt nur, wenn eine Zielzelle den passenden Rezeptor besitzt.
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Endokrine Drüsen und Zielzellen
Viele Hormone werden in endokrinen Drüsen gebildet. Endokrin bedeutet, dass die Stoffe nach innen abgegeben werden, meist direkt ins Blut. Anders ist es bei exokrinen Drüsen, die Stoffe über Ausführungsgänge abgeben, zum Beispiel Verdauungssaft.
Endokrine Drüsen geben Hormone direkt an das Blut oder die Gewebsflüssigkeit ab. Zielzellen sind Zellen, die ein Hormon erkennen und darauf reagieren können.
Zum Hormonsystem gehören unter anderem Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und Geschlechtsdrüsen. Außerdem können auch einzelne Zellen in Organen hormonähnliche Botenstoffe bilden.
Die Bauchspeicheldrüse hat einen endokrinen Anteil. Dort werden Insulin und Glucagon gebildet, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen.
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Wichtige Hormondrüsen
Die Hypophyse wird oft als wichtige Steuerdrüse beschrieben. Die Drüse steht eng mit dem Hypothalamus im Gehirn in Verbindung. Gemeinsam verbinden diese Bereiche Nervensystem und Hormonsystem.
Der Hypothalamus ist ein Bereich des Zwischenhirns. Er kann Signale aus dem Nervensystem in hormonelle Steuerung übersetzen.
Die Schilddrüse bildet Hormone, die den Energieumsatz und die Entwicklung beeinflussen. Die Nebenschilddrüsen regulieren den Calciumhaushalt. Die Nebennieren bilden unter anderem Hormone für Stressreaktionen und den Salz-Wasser-Haushalt. Die Geschlechtsdrüsen bilden Hormone, die Fortpflanzung und Pubertätsentwicklung mitsteuern.
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Hormone und Rezeptoren
Ein Hormon muss an einen Rezeptor binden, damit eine Zelle reagiert. Manche Rezeptoren sitzen in der Zellmembran. Andere liegen im Zellinneren. Das hängt unter anderem davon ab, ob ein Hormon wasserlöslich oder fettlöslich ist.
Ein Rezeptor ist ein Molekül, das ein bestimmtes Signal erkennen kann. Nach der Bindung eines Hormons löst der Rezeptor eine Reaktion in der Zielzelle aus.
Wasserlösliche Hormone können die Zellmembran meist nicht einfach durchqueren. Häufig koppeln sie außen an Membranrezeptoren an. Fettlösliche Hormone können leichter durch Membranen gelangen und oft im Zellinneren wirken.
Adrenalin bindet an Rezeptoren auf Zielzellen und kann dadurch schnell körperliche Reaktionen bei Belastung mitauslösen, etwa eine erhöhte Herzfrequenz.
Die Wirkung eines Hormons entsteht nicht nur durch das Hormon selbst, sondern durch das Zusammenspiel von Hormon, Rezeptor und Zielzelle.
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Regelkreise und Rückkopplung
Das Hormonsystem muss Hormonmengen genau regulieren. Zu wenig oder zu viel Signal kann Körperfunktionen aus dem Gleichgewicht bringen. Deshalb arbeiten viele Hormonachsen mit Rückkopplung.
Negative Rückkopplung bedeutet: Das Ergebnis eines Vorgangs bremst seine weitere Verstärkung. So kann ein Wert in einem sinnvollen Bereich gehalten werden.
Ein vereinfachtes Beispiel: Wenn genug Schilddrüsenhormone im Blut vorhanden sind, wird die Anregung der Schilddrüse über übergeordnete Steuerstellen verringert. Sinkt der Hormonspiegel, kann die Anregung wieder steigen.
Ein Thermostat ist kein Hormonbeispiel, aber als Vergleich hilfreich: Wird es warm genug, wird die Heizung gebremst. Wird es zu kalt, wird sie wieder aktiviert.
Rückkopplung verhindert, dass hormonelle Signale dauerhaft immer stärker werden. Dieses Prinzip stabilisiert innere Bedingungen.
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Beispiel Blutzucker: Insulin und Glucagon
Der Blutzuckerspiegel muss in einem geeigneten Bereich bleiben. Nach einer Mahlzeit steigt oft der Glucosegehalt im Blut. Dann hilft Insulin, Glucose aus dem Blut in Zellen aufzunehmen oder zu speichern. Wenn der Blutzucker sinkt, wirkt Glucagon in die Gegenrichtung.
Antagonisten sind Gegenspieler. Im Hormonsystem können zwei Hormone entgegengesetzte Wirkungen auf dieselbe Regelgröße haben.
Insulin und Glucagon sind ein gutes Beispiel für ein Gegenspieler-Prinzip. Beide kommen aus der Bauchspeicheldrüse, wirken aber unterschiedlich. Dadurch kann der Körper besser auf Essen, Bewegung und Nahrungsabstände reagieren.
Nach dem Essen fördert Insulin die Aufnahme und Speicherung von Glucose. Zwischen Mahlzeiten kann Glucagon helfen, gespeicherte Glucose verfügbar zu machen.
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Zusammenspiel mit Nervensystem und Immunsystem
Das Hormonsystem arbeitet nicht isoliert. Es steht eng mit dem Nervensystem in Verbindung. Der Hypothalamus kann Informationen aus dem Körper und der Umwelt in hormonelle Steuerung übersetzen. Auch das Immunsystem und das Hormonsystem beeinflussen sich gegenseitig.
Stressreaktionen zeigen das Zusammenspiel besonders deutlich: Wahrnehmung, Nervensystem, Nebennierenhormone, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel greifen ineinander.
Hormone wirken oft langsamer als Nervenimpulse, dafür länger. Ein Nervenreiz kann in Millisekunden wirken. Ein Hormon kann Minuten, Stunden oder länger Einfluss haben. Beide Systeme ergänzen sich deshalb.
Nervensystem und Hormonsystem sind zwei Kommunikationssysteme des Körpers. Schnell und kurz trifft auf langsamer und länger anhaltend.
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Zusammenfassung
Das Hormonsystem steuert Körperfunktionen mithilfe chemischer Botenstoffe. Hormone werden von endokrinen Drüsen oder hormonbildenden Zellen abgegeben und wirken an Zielzellen mit passenden Rezeptoren. Wichtige Drüsen sind unter anderem Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und Geschlechtsdrüsen.
Hormone regulieren Stoffwechsel, Wachstum, Wasserhaushalt, Stressreaktionen und Fortpflanzung. Regelkreise mit negativer Rückkopplung halten Hormonspiegel und Körperwerte stabil. Das Hormonsystem arbeitet eng mit Nervensystem und Immunsystem zusammen.
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