Biologie

Hormonsystem: Hormone, Drüsen und Regelkreise

Hormonsystem: Hormone, Drüsen und Regelkreise
Hormonsystem: Hormone, Drüsen und Regelkreise
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Das Hormonsystem steuert viele Körpervorgänge mit chemischen Botenstoffen. Hormone gelangen meist über das Blut zu ihren Zielzellen. Dort wirken sie nur, wenn ein passender Rezeptor vorhanden ist. Regelkreise passen die Hormonausschüttung an den Bedarf des Körpers an.

Deine Lernziele

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Wie übermitteln Hormone eine Nachricht?
Definition

Hormon

Ein Hormon ist ein körpereigener chemischer Signalstoff. Es wird von hormonbildenden Zellen freigesetzt und reguliert bestimmte Vorgänge im Körper.

Hormone beeinflussen unter anderem Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und die Anpassung an Belastungen. Schon sehr geringe Mengen können eine Wirkung auslösen.

Bei der typischen endokrinen Signalübertragung geschieht Folgendes:

  1. Eine Hormondrüse bildet ein Hormon.
  2. Sie gibt das Hormon direkt ins Blut ab.
  3. Das Blut verteilt es im Körper.
  4. Das Hormon bindet an einen passenden Rezeptor.
  5. In der Zielzelle wird eine Reaktion oder Signalkette ausgelöst.
Merke

Das Blut verteilt die Botschaft. Der passende Rezeptor entscheidet, welche Zelle darauf reagiert.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt ein Hormon richtig?
Lösung: Es ist ein chemischer Signalstoff, der Körpervorgänge reguliert. — Hormone sind Signalstoffe. Sie übermitteln Informationen zwischen hormonbildenden Zellen und passenden Zielzellen.
Welche Organe gehören zum Hormonsystem?

Endokrine Drüsen besitzen keinen Ausführungsgang für ihre Hormone. Sie geben die Hormone direkt ins Blut ab. Im Gegensatz dazu geben exokrine Drüsen Stoffe über einen Ausführungsgang ab.

Organ oder DrüseBeispiele für HormoneGenannte Aufgabe
HypothalamusTRH sowie weitere freisetzende und hemmende Hormonesteuert vor allem die Hypophyse
HypophyseTSH, ACTH, FSH, LH, Wachstumshormonsteuert mehrere Drüsen oder wirkt direkt auf Zielzellen
SchilddrüseT3 und T4beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel
NebenschilddrüsenParathormonreguliert Kalzium- und Phosphatspiegel
NebennierenCortisol, Adrenalin, Noradrenalinbeteiligt an Stressreaktion und Stoffwechsel
BauchspeicheldrüseInsulin, Glucagonreguliert den Blutzuckerspiegel
Eierstöcke und HodenSexualhormonebeeinflussen Fortpflanzung und Geschlechtsmerkmale
ZirbeldrüseMelatoninreguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus

Die Tabelle zeigt Beispiele, keine vollständige Liste aller Hormone. Auch einzelne, verstreut liegende Zellen können Hormone bilden.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Bauchspeicheldrüse – Insulin und Glucagon — Insulin und Glucagon regulieren den Blutzuckerspiegel und werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet.
Warum reagieren nicht alle Zellen auf ein Hormon?
Definition

Zielzelle

Eine Zielzelle ist eine Zelle, die einen passenden Rezeptor für ein bestimmtes Hormon besitzt und deshalb auf dieses Signal reagieren kann.

Ein Rezeptor ist eine Bindungsstelle an der Zelloberfläche oder im Zellinneren. Das Schlüssel-Schloss-Modell veranschaulicht seine Spezifität:

  • Das Hormon entspricht dem Schlüssel.
  • Der passende Rezeptor entspricht dem Schloss.
  • Nur wenn beide zusammenpassen, wird eine Reaktion ausgelöst.

Die Analogie hat eine Grenze: Ein Hormon öffnet kein echtes Schloss. Seine Bindung verändert Vorgänge in der Zielzelle und kann eine Signalkette auslösen.

Hormone können an verschiedenen Organen unterschiedliche Wirkungen haben. Entscheidend sind der vorhandene Rezeptor und die Reaktion, die in der jeweiligen Zelle auf die Bindung folgt.

Beispiel

Insulin wird über das Blut im Körper verteilt. Trotzdem reagiert nicht jede Zelle gleich. Nur Zellen mit einem geeigneten Insulinrezeptor können das Signal erkennen und eine entsprechende Reaktion auslösen.

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Frage 1 von 1MittelEin Hormon erreicht zwei Zelltypen. Nur Zelltyp A besitzt den passenden Rezeptor. Was ist zu erwarten?
Lösung: Zelltyp A reagiert auf das Hormon, Zelltyp B nicht. — Der Rezeptor macht eine Zelle zur Zielzelle. Fehlt er, kann das Hormon seine spezifische Wirkung dort nicht auslösen.
Wie steuern Hypothalamus und Hypophyse andere Drüsen?

Der Hypothalamus ist ein Teil des Gehirns. Er überwacht Körperzustände und verbindet dadurch die zentrale nervöse Steuerung mit dem Hormonsystem. Über Hormone beeinflusst er vor allem die Hypophyse an der Gehirnbasis.

Eine häufige hormonelle Befehlskette verläuft so:

  1. Der Hypothalamus gibt ein Freisetzungs- oder Hemmhormon ab.
  2. Die Hypophyse reagiert mit einem Steuerhormon.
  3. Das Steuerhormon erreicht eine nachgeordnete Hormondrüse.
  4. Diese Drüse bildet Hormone, die an Zielzellen wirken.

Diese Hierarchie gilt nicht ohne Ausnahme:

  • Das Wachstumshormon der Hypophyse kann direkt auf Zielzellen wirken.
  • Die Bauchspeicheldrüse kann unabhängig von dieser Befehlskette auf Veränderungen des Blutzuckers reagieren.
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Frage 1 von 1MittelWelche Reihenfolge zeigt die typische hormonelle Hierarchie?
Lösung: Hypothalamus – Hypophyse – nachgeordnete Hormondrüse – Zielzelle — In der typischen Hierarchie gibt der Hypothalamus das erste Hormonsignal. Die Hypophyse leitet die Steuerung an eine weitere Drüse weiter.
Wie regelt der Körper die Schilddrüse?

Die Schilddrüsenachse zeigt eine vollständige hormonelle Befehlskette:

  1. Der Hypothalamus setzt TRH frei. TRH ist ein Freisetzungshormon und wirkt auf die Hypophyse.
  2. Die Hypophyse gibt daraufhin TSH ab. TSH ist ein Steuerhormon und wirkt auf die Schilddrüse.
  3. Die Schilddrüse produziert und verteilt T3 und T4.
  4. T3 und T4 wirken an passenden Zielzellen und beeinflussen unter anderem Stoffwechselvorgänge.

Die Steuerung endet nicht bei der Zielwirkung. Sind ausreichend Schilddrüsenhormone vorhanden, reduziert der Hypothalamus die TRH-Ausschüttung. Dadurch wird die weitere Stimulation abgeschwächt.

Definition

Negative Rückkopplung

Bei einer negativen Rückkopplung schwächt das Ergebnis eines Vorgangs seine weitere Entstehung ab. So hilft der Regelkreis, ein hormonelles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Beispiel

Steigt die Konzentration von T3 und T4 ausreichend an, wird weniger TRH freigesetzt. Damit erhält die Hypophyse weniger Anstoß zur TSH-Ausschüttung, und die Schilddrüse wird weniger stark angeregt.

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Frage 1 von 1MittelDie Konzentration von T3 und T4 ist ausreichend hoch. Welche Reaktion passt zur beschriebenen negativen Rückkopplung?
Lösung: Der Hypothalamus verringert die TRH-Ausschüttung. — Ausreichend T3 und T4 wirken als Rückmeldung. Der Hypothalamus reduziert daraufhin das erste Steuersignal der Achse.
Wie halten Insulin und Glucagon den Blutzucker im Gleichgewicht?

Die Bauchspeicheldrüse folgt nicht zwingend der Steuerung durch Hypothalamus und Hypophyse. Ihre hormonbildenden Zellen beteiligen sich direkt an der Regulation des Blutzuckerspiegels.

  • Insulin senkt den Blutzuckerspiegel.
  • Glucagon erhöht den Blutzuckerspiegel.

Beide Hormone wirken gegensinnig. Dadurch kann der Körper Abweichungen in beide Richtungen ausgleichen. Das Stabilisieren innerer Bedingungen wird Homöostase genannt.

Beispiel

Nach einer Mahlzeit ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Insulin wirkt diesem Anstieg entgegen und senkt den Wert wieder. Ist der Blutzuckerspiegel dagegen zu niedrig, wirkt Glucagon in die entgegengesetzte Richtung und erhöht ihn.

Merke

Insulin senkt, Glucagon erhöht den Blutzuckerspiegel. Entscheidend ist immer die Richtung der Abweichung.

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Frage 1 von 1SchwerNach einer längeren Essenspause ist der Blutzuckerspiegel niedrig. Welches Hormonsignal passt zum vereinfachten Regelkreis?
Lösung: Glucagon wirkt und erhöht den Blutzuckerspiegel. — Bei niedrigem Blutzucker ist eine Gegenwirkung nach oben nötig. Diese Aufgabe übernimmt im vereinfachten Regelkreis Glucagon.
Was kann bei einer Hormonstörung geschehen?

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann entstehen, wenn ein Hormon zu stark oder zu schwach produziert wird oder wenn eine Stufe des Regelkreises gestört ist. Mögliche Ursachen sind unter anderem Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Tumoren, Verletzungen oder genetische Einflüsse.

Bei beeinträchtigter Insulinproduktion kann der Blutzuckerspiegel zu hoch werden. Eine Unterfunktion der Nebennieren kann zur Addison-Krankheit führen. Solche Beispiele zeigen, dass eine Störung je nach betroffener Drüse sehr unterschiedliche Folgen haben kann.

Anhaltende Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, starker Durst oder häufiges Wasserlassen können viele Ursachen haben. Einzelne Beschwerden beweisen keine Hormonstörung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

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Frage 1 von 1SchwerIn der Schilddrüsenachse wird trotz eines Bedarfs kaum TSH ausgeschüttet. Welche unmittelbare Folge ist im beschriebenen Modell zu erwarten?
Lösung: Die Schilddrüse wird schwächer zur Bildung von T3 und T4 angeregt. — TSH verbindet die Hypophyse mit der Schilddrüse. Fällt dieses Steuersignal aus, wird die nachgeordnete Drüse schwächer angeregt.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Hormonsystem
    • Signalweg: Drüse, Blut, Rezeptor, Zielzelle
    • Zentrale Steuerung: Hypothalamus und Hypophyse
      • Schilddrüsenachse: TRH, TSH, T3 und T4
    • Unabhängige Regelung: Bauchspeicheldrüse
      • Blutzucker: Insulin senkt, Glucagon erhöht
    • Gleichgewicht: negative Rückkopplung und Homöostase
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas macht eine Zelle zur Zielzelle eines Hormons?
Lösung: Sie besitzt einen passenden Rezeptor. — Eine Zielzelle kann das Signal erkennen, weil sie den passenden Rezeptor besitzt.
Frage 2 von 3MittelWelche Zuordnung beschreibt die Schilddrüsenachse richtig?
Lösung: TRH wirkt auf die Hypophyse, TSH auf die Schilddrüse. — Die Achse verläuft vom Hypothalamus über TRH zur Hypophyse und über TSH weiter zur Schilddrüse.
Frage 3 von 3SchwerBei einer Zielzelle fehlt der passende Rezeptor, obwohl genügend Hormon im Blut vorhanden ist. Was folgt daraus?
Lösung: Die Zielzelle kann das Hormonsignal nicht spezifisch erkennen und reagiert nicht wie vorgesehen. — Für die Wirkung sind sowohl das Hormonsignal als auch der passende Rezeptor nötig. Eine Störung kann daher an verschiedenen Stellen des Signalwegs liegen.

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