Biologie

Mikroorganismen: Arten, Nutzen und Risiken

Mikroorganismen: Arten, Nutzen und Risiken
Mikroorganismen: Arten, Nutzen und Risiken
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Mikroorganismen sind meist mikroskopisch kleine Lebewesen. Dazu gehören unter anderem Bakterien, Archaeen, mikroskopische Pilze, Mikroalgen und Protozoen. Viren werden oft zusammen mit ihnen behandelt, sind aber keine Zellen und gelten nicht als Lebewesen.

Auf dieser Seite lernst du, die wichtigsten Gruppen zu unterscheiden und ihre nützlichen, harmlosen oder schädlichen Wirkungen einzuordnen.

Deine Lernziele

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Woran erkennst du Mikroorganismen?

Mikroorganismen begegnen dir beispielsweise im Joghurt, im Boden, auf deiner Haut und in Gewässern. Einzelne Organismen sind meist nur unter dem Mikroskop sichtbar. Sie kommen nahezu überall vor.

Definition

Mikroorganismen

Mikroorganismen, auch Mikroben genannt, sind überwiegend mikroskopisch kleine Organismen, die aus einer oder wenigen Zellen bestehen. Der Begriff bezeichnet keine einheitliche Verwandtschaftsgruppe.

Viele Mikroorganismen sind Einzeller: Eine einzige Zelle erfüllt alle lebenswichtigen Aufgaben. Einzellig bedeutet jedoch nicht immer mikroskopisch klein. Die einzellige Blasenalge kann beispielsweise mehrere Zentimeter groß werden.

Merke

Mikroskopisch klein und einzellig bedeuten nicht dasselbe. Die meisten Mikroorganismen sind klein und einzellig, doch es gibt Ausnahmen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Mikroorganismen am besten?
Lösung: Sie sind meist mikroskopisch kleine Organismen aus einer oder wenigen Zellen. — Mikroorganismen bilden eine vielfältige Gruppe und kommen im Boden, im Wasser, in der Luft sowie auf und in anderen Organismen vor.
Welche Gruppen gehören dazu?

Für den Vergleich ist der Zellkern besonders hilfreich. Er enthält bei vielen Zellen das Erbgut und ist von einer Hülle umgeben.

  • Prokaryoten besitzen keinen Zellkern. Dazu gehören Bakterien und Archaeen.
  • Eukaryoten besitzen einen Zellkern. Dazu gehören mikroskopische Pilze, Mikroalgen und Protozoen.
GruppeZellbauTypische Besonderheit
Bakterieneinzellig, ohne ZellkernViele sind harmlos oder nützlich; einige verursachen Krankheiten.
Archaeeneinzellig, ohne ZellkernEinige leben bei großer Hitze, starker Salzkonzentration oder ohne Sauerstoff.
Mikroskopische Pilzemit ZellkernHefen sind einzellig; Schimmelpilze bilden fädige Zellverbände.
Mikroalgenmit ZellkernViele betreiben Fotosynthese.
Protozoeneinzellig, mit ZellkernSie ernähren sich von anderen Organismen oder organischen Stoffen; einige leben als Parasiten.
Virenkeine ZellenSie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und vermehren sich nur in Wirtszellen.
Gut zu wissen

Welche Pilze als Mikroorganismen bezeichnet werden, hängt von der verwendeten Abgrenzung ab. Mikroskopische Formen wie Hefen und Schimmelpilze werden häufig einbezogen. Große Fruchtkörper wie ein Speisepilz sind dagegen keine Mikroorganismen.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Merkmal unterscheidet ein Bakterium von einem Protozoon?
Lösung: Das Bakterium besitzt keinen Zellkern, das Protozoon besitzt einen Zellkern. — Beide Gruppen besitzen Erbgut. Entscheidend ist hier der Zellkern: Bakterien sind Prokaryoten, Protozoen Eukaryoten.
Frage 2 von 2MittelUnter dem Mikroskop siehst du einen Einzeller mit Zellkern. Welche Einordnung ist möglich?
Lösung: Es könnte sich um ein Protozoon oder eine einzellige Mikroalge handeln. — Ein Zellkern weist auf einen Eukaryoten hin. Für eine genauere Einordnung brauchst du weitere Merkmale, etwa Fotosynthese oder Ernährungsweise.
Wie halten Mikroorganismen Stoffkreisläufe in Gang?

In einem Ökosystem übernehmen Mikroorganismen verschiedene Aufgaben. Viele fotosynthetisch aktive Mikroorganismen bauen aus anorganischen Ausgangsstoffen Biomasse auf und setzen dabei Sauerstoff frei. Solche Organismen wirken als Produzenten.

Andere Mikroorganismen bauen tote organische Stoffe ab. Als Destruenten wandeln sie organisches Material in anorganische Stoffe um. Dieser Vorgang heißt Mineralisation. Die freigesetzten Mineralstoffe können Pflanzen wieder aufnehmen.

Beispiel

Ein Blatt fällt auf den Waldboden. Bakterien und Pilze bauen seine organischen Bestandteile ab. Dabei entstehen anorganische Stoffe, die in den Boden gelangen. Eine Pflanze nimmt diese Mineralstoffe über ihre Wurzeln auf und verwendet sie zum Aufbau neuer Biomasse. So werden Stoffe erneut nutzbar.

Manche Mikroorganismen leben in einer Symbiose mit anderen Arten. Das ist eine Lebensgemeinschaft, von der beide Partner profitieren. Wurzelknöllchenbakterien versorgen beispielsweise Hülsenfrüchte mit nutzbaren Stickstoffverbindungen und erhalten dafür Nährstoffe von der Pflanze.

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Frage 1 von 1MittelWas ist die wichtigste Leistung eines Destruenten?
Lösung: Er wandelt tote organische Stoffe in wieder nutzbare anorganische Stoffe um. — Destruenten ermöglichen durch Abbau und Mineralisation, dass gebundene Stoffe wieder in den Kreislauf gelangen.
Wo nutzen oder schaden Mikroorganismen?

Mikroorganismen sind nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Ihre Wirkung hängt von der Art, ihren Eigenschaften und der jeweiligen Situation ab.

In Lebensmitteln

Milchsäurebakterien wandeln Zucker in Milchsäure um. Dadurch entstehen beispielsweise Joghurt, Käse oder Sauerkraut. Die Säure verändert den Geschmack und kann das Wachstum schädlicher Keime hemmen.

Hefen wandeln Zucker in Alkohol und Kohlenstoffdioxid um. Beim Brotbacken bildet das Kohlenstoffdioxid Gasbläschen, die den Teig lockern. Bei der Herstellung von Bier oder Wein ist außerdem der entstehende Alkohol wichtig.

Beispiel

Ein Brotteig enthält Hefe, Zucker und Wasser. Die Hefe nimmt Zucker auf und bildet Kohlenstoffdioxid. Das Gas bleibt teilweise als Bläschen im Teig eingeschlossen. Der Teig geht auf. Entscheidend ist also nicht die Größe der Hefezellen, sondern ihr Stoffwechsel.

Auf und in deinem Körper

Mikroorganismen auf der Haut und in deinem Darm können die Ansiedlung von Krankheitserregern erschweren. Darmbakterien unterstützen außerdem die Verdauung und bilden unter anderem Vitamin K. Das Zusammenleben vieler Mikroorganismen mit dem Menschen ist daher nützlich oder harmlos.

Als Krankheitserreger

Pathogen bedeutet krankheitserregend. Einige Bakterien, Pilze oder Protozoen können Krankheiten verursachen. Andere Arten derselben großen Gruppen sind harmlos oder nützlich. Auch Viren können Krankheiten auslösen, obwohl sie keine Lebewesen sind.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Milchsäurebakterien bilden aus Zucker . Hefen lockern Brotteig durch . Ein krankheitserregender Organismus heißt . Eine nützliche Lebensgemeinschaft verschiedener Arten heißt .

Lösungen: Lücke 1: Milchsäure; Lücke 2: Kohlenstoffdioxid; Lücke 3: pathogen; Lücke 4: Symbiose. Ordne immer den Prozess seiner Wirkung zu: Milchsäuregärung verändert Lebensmittel, Kohlenstoffdioxid lockert Teig, pathogen bezeichnet eine krankmachende Wirkung und bei einer Symbiose profitieren beide Partner.
Wie ordnest du ein unbekanntes Beispiel ein?

Gehe bei einer unbekannten Beobachtung schrittweise vor:

  1. Prüfe die Zellstruktur: Liegt eine Zelle vor oder handelt es sich um ein Virus?
  2. Suche nach einem Zellkern: Ohne Zellkern kommen Bakterien oder Archaeen infrage; mit Zellkern beispielsweise Mikroalgen, Protozoen oder Pilze.
  3. Beobachte die Lebensweise: Betreibt der Organismus Fotosynthese, baut er tote Stoffe ab oder nutzt er einen Wirt?
  4. Beurteile seine Wirkung: Ist er in dieser Situation nützlich, harmlos oder krankheitserregend?
Beispiel

Ein unbekannter Einzeller aus einem Teich besitzt einen Zellkern und betreibt Fotosynthese. Damit ist er kein Bakterium, denn Bakterien besitzen keinen Zellkern. Die Verbindung aus Zellkern und Fotosynthese spricht für eine Mikroalge.

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Frage 1 von 2MittelEin Organismus wird zur Joghurtherstellung genutzt, bildet Milchsäure und besitzt keinen Zellkern. Was ist er?
Lösung: Ein Milchsäurebakterium — Die Kombination aus fehlendem Zellkern und Milchsäurebildung bei der Joghurtherstellung kennzeichnet hier ein Milchsäurebakterium.
Frage 2 von 2SchwerIn einem Boden fehlen plötzlich fast alle Destruenten. Welche Folge ist am ehesten zu erwarten?
Lösung: Tote organische Stoffe sammeln sich an, und Pflanzen erhalten weniger freigesetzte Mineralstoffe. — Destruenten verbinden den Abbau toter Biomasse mit der Rückführung anorganischer Nährstoffe in den Stoffkreislauf.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Mikroorganismen
    • Zelluläre Gruppen: Bakterien und Archaeen ohne Zellkern
    • Zelluläre Gruppen: Pilze, Mikroalgen und Protozoen mit Zellkern
    • Ökologische Rolle: Produzenten bauen Biomasse auf
    • Ökologische Rolle: Destruenten mineralisieren tote Stoffe
    • Bedeutung für Menschen: Lebensmittel und Körpergemeinschaften
    • Wirkungen: harmlos, nützlich oder pathogen
    • Grenzfall Viren: keine Zellen und kein eigener Stoffwechsel
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWarum gelten Viren nicht als Lebewesen?
Lösung: Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und vermehren sich nur in Wirtszellen. — Viren sind keine Zellen und können ihre Vermehrung nicht selbstständig durchführen. Deshalb werden sie von Lebewesen abgegrenzt.
Frage 2 von 3MittelEin Brotteig mit lebender Hefe geht auf, ein Teig mit abgetöteter Hefe nicht. Welche Erklärung passt?
Lösung: Nur lebende Hefezellen wandeln Zucker um und bilden dabei Kohlenstoffdioxid. — Der Teig wird durch Gasbläschen gelockert. Das Kohlenstoffdioxid entsteht beim Stoffwechsel lebender Hefezellen.
Frage 3 von 3SchwerEin Stoffkreislauf soll nach einer Störung wieder funktionieren. Welche Maßnahme unterstützt unmittelbar die Rückführung gebundener Stoffe?
Lösung: Die Tätigkeit von Destruenten fördern, die tote Biomasse mineralisieren. — Destruenten setzen beim Abbau anorganische Stoffe frei. Pflanzen können diese aufnehmen und daraus neue Biomasse bilden.

Wenn du Zellbau, Lebensweise und Wirkung getrennt prüfst, kannst du Mikroorganismen auch in neuen Situationen begründet einordnen.

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