Pilze: Aufbau, Ernährung und Bedeutung einfach erklärt
Pilze sind eukaryotische Lebewesen: Ihre Zellen besitzen einen Zellkern. Sie bilden ein eigenes Reich, betreiben keine Photosynthese und nehmen organische Stoffe aus ihrer Umgebung auf. Was du als „Pilz“ siehst, ist bei vielen Arten nur der Fruchtkörper; der größte Teil lebt als verborgenes Mycel.
Auf dieser Seite lernst du, Pilze zu erkennen, ihren Aufbau und ihre Ernährung zu erklären und ihre Bedeutung für Natur und Menschen zu beurteilen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Pilze als eigenes Reich erkennen
Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere. Sie gehören als Fungi zu einem eigenen Reich der Lebewesen. Zu ihnen zählen einzellige Hefen, Schimmelpilze und große Pilze wie Steinpilze oder Trüffeln.
Eukaryot
Ein Eukaryot ist ein Lebewesen, dessen Zellen einen echten, von einer Membran umgebenen Zellkern besitzen. Pilze, Pflanzen und Tiere sind Eukaryoten; Bakterien sind es nicht.
Drei Merkmale helfen dir bei der Abgrenzung:
- Pilze besitzen kein Chlorophyll und betreiben keine Photosynthese. Sie müssen deshalb bereits vorhandene organische Stoffe aufnehmen.
- Typische Pilzzellen besitzen eine Zellwand mit Chitin. Tierzellen haben keine Zellwand.
- Pilze nehmen gelöste Nährstoffe aus ihrer Umgebung auf. Pflanzen stellen organische Stoffe durch Photosynthese selbst her.
Pilze ähneln Pflanzen durch ihre Zellwand und Tieren durch ihre heterotrophe Ernährung. Die Kombination ihrer Merkmale macht sie zu einem eigenen Reich.
Vom Zellfaden zum Fruchtkörper
Der Körper vieler Pilze besteht aus feinen Zellfäden, den Hyphen. Viele verzweigte Hyphen bilden zusammen das Mycel. Dieses Geflecht wächst meist verborgen im Boden, in Holz oder in einem anderen nährstoffhaltigen Material.
Fruchtkörper
Der Fruchtkörper ist die sichtbare Fortpflanzungsstruktur bestimmter Pilze. In oder an ihm entstehen Sporen. Er ist nicht der gesamte Pilz.
Stell dir einen Apfelbaum mit Äpfeln vor: Das weit verzweigte Mycel entspricht in dieser Analogie dem Baum, der Fruchtkörper einem Apfel. Der Vergleich zeigt, dass der sichtbare Teil nur eine zeitweilige Fortpflanzungsstruktur ist. Anders als ein Baum besitzt ein Pilz jedoch keine echten Wurzeln, Blätter oder Früchte.
Sporen dienen der Vermehrung und Verbreitung. Unter passenden Bedingungen kann aus einer Spore eine Hyphe und daraus ein neues Mycel entstehen. Sporen sind keine Pflanzensamen: Sie erfüllen eine ähnliche Verbreitungsfunktion, sind aber anders aufgebaut und entstehen anders.
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Viele verzweigte Zellfäden heißen zusammen . Ein einzelner Zellfaden heißt . Der meist sichtbare Teil eines Hutpilzes ist der . Der Verbreitung dienen die .
Wie Pilze an Nährstoffe gelangen
Pilze ernähren sich heterotroph. Das bedeutet: Sie können organische Nährstoffe nicht allein aus Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid herstellen. Stattdessen erschließen sie vorhandenes organisches Material.
Dabei findet ein Teil der Verdauung außerhalb des Pilzkörpers statt. Der Pilz gibt Stoffe an seine Umgebung ab, die größere Nahrungsbestandteile zerlegen. Die gelösten Abbauprodukte nimmt er anschließend durch seine Zellmembran auf. Das große, verzweigte Mycel bietet dafür viel Kontaktfläche.
Je nach Nährstoffquelle lassen sich drei wichtige Lebensweisen unterscheiden:
- Zersetzer bauen tote organische Stoffe wie Holz oder Laub ab. Dadurch werden unter anderem Wasser, Kohlenstoffdioxid und Mineralstoffe wieder verfügbar.
- Parasiten entziehen einem lebenden Wirt Nährstoffe und schädigen ihn dabei. Beispiele sind Wurzelschwamm an Bäumen und Fußpilz beim Menschen.
- Symbiosepartner leben mit einem anderen Organismus so zusammen, dass beide profitieren.
Bei einer Mykorrhiza verbindet sich ein Pilz mit Pflanzenwurzeln. Die Pflanze liefert dem Pilz organische Stoffe, etwa Zucker. Der Pilz verbessert im Gegenzug die Versorgung der Pflanze mit Wasser und Mineralstoffen. Birkenpilz und Birke sind ein Beispiel.
Wie neue Pilze entstehen
Pilze können sich ungeschlechtlich oder geschlechtlich fortpflanzen. Bei beiden Wegen können Sporen entstehen. Aus einer passenden Spore wächst zunächst eine Hyphe; durch Verzweigung entsteht ein Mycel.
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung entsteht ein neuer Pilz ohne Verschmelzung verschiedener Paarungstypen. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung kommen Zellkerne kompatibler Pilzpartner zusammen. Der genaue Ablauf unterscheidet sich zwischen Pilzgruppen.
Für viele höhere Pilze lässt sich der Ablauf vereinfacht so ordnen: Spore → Hyphe → Primärmycel → Vereinigung kompatibler Mycelien → zweikerniges Sekundärmycel → Fruchtkörper → neue Sporen. Dieses Modell gilt nicht unverändert für alle Pilze.
Feuchtigkeit, Temperatur und ein geeignetes Substrat beeinflussen Keimung und Wachstum. Licht wird nicht für Photosynthese gebraucht, kann bei manchen Arten aber ein Signal für die Bildung von Fruchtkörpern sein.
Warum Pilze wichtig und manchmal gefährlich sind
Als Zersetzer bauen Pilze tote Biomasse ab. So halten sie Stoffkreisläufe in Gang. Als Symbiosepartner unterstützen sie andere Lebewesen, etwa Pflanzen bei der Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen.
Menschen nutzen Pilze ebenfalls:
- Hefen der Gattung Saccharomyces ermöglichen durch alkoholische Gärung das Backen und Bierbrauen.
- Penicillin wird aus Pilzen gewonnen.
- Bestimmte Fruchtkörper dienen als Lebensmittel.
Pilze können aber auch Lebensmittel verderben, Materialien abbauen, Krankheiten auslösen oder giftig sein. Sichtbare Ähnlichkeit reicht nicht aus, um einen Pilz als essbar zu bestimmen.
Iss einen selbst gesammelten Pilz nur, wenn er zweifelsfrei bestimmt wurde. Bei Unsicherheit darfst du ihn nicht verzehren; eine qualifizierte Pilzsachverständige oder ein qualifizierter Pilzsachverständiger muss die Art prüfen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
Pilze lassen sich verstehen, wenn du Aufbau, Ernährung und Wirkung miteinander verbindest.
- Pilze
- eigenes eukaryotisches Reich
- Hyphen bilden das Mycel
- Fruchtkörper bilden Sporen
- heterotrophe Ernährung durch Aufnahme gelöster Stoffe
- Zersetzer, Parasiten oder Symbiosepartner
- nützlich und zugleich potenziell gefährlich
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