Biologie

Nahrungsnetz: Aufbau, Pfeile und Energiefluss

Nahrungsnetz: Aufbau, Pfeile und Energiefluss
Nahrungsnetz: Aufbau, Pfeile und Energiefluss
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Ein Nahrungsnetz verbindet mehrere Nahrungsketten eines Ökosystems. Es zeigt, welche Organismen einander als Nahrung dienen. Dabei weist jeder Pfeil von der Nahrung zum Fresser – also in die Richtung, in der Stoffe und Energie weitergegeben werden.

Auf dieser Seite lernst du, ein Nahrungsnetz aufzubauen, die Rollen der Organismen zu bestimmen und mögliche Folgen einer Störung begründet vorherzusagen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Von der Nahrungskette zum Nahrungsnetz

Eine Nahrungskette zeigt nur einen ausgewählten Weg durch die Nahrungsbeziehungen. Zum Beispiel:

Samen → Maus → Fuchs

Der Pfeil bedeutet: Die Samen werden von der Maus gefressen, die Maus wird vom Fuchs gefressen.

In einem Ökosystem hat ein Tier meist mehr als eine Nahrungsquelle und mehr als einen Fressfeind. Eine Maus frisst beispielsweise Samen, Nüsse und Insekten. Sie kann von Katzen, Füchsen und Greifvögeln gefressen werden. Verbindest du solche Beziehungen, entsteht ein Nahrungsnetz.

Definition

Nahrungsnetz

Ein Nahrungsnetz ist ein Modell aus mehreren miteinander verbundenen Nahrungsketten. Es stellt verzweigte Nahrungsbeziehungen innerhalb eines Ökosystems dar.

Merke

Eine Nahrungskette ist ein einzelner Weg. Ein Nahrungsnetz verbindet viele mögliche Wege.

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Frage 1 von 1LeichtWoran erkennst du ein Nahrungsnetz?
Lösung: Mehrere Nahrungsketten sind durch gemeinsame Organismen miteinander verbunden. — Ein Netz entsteht erst durch Verzweigungen und Verbindungen zwischen mehreren Nahrungsketten.
Rollen und Trophiestufen bestimmen

Organismen lassen sich nach ihrer Ernährungsrolle ordnen. Eine solche Ernährungsstufe heißt Trophiestufe.

Definition

Produzenten

Produzenten sind grüne Pflanzen und Algen. Mithilfe von Licht bauen sie aus anorganischen Ausgangsstoffen energiereiche organische Stoffe und damit Biomasse auf.

Definition

Konsumenten

Konsumenten nehmen organische Stoffe auf, indem sie Pflanzen oder andere Tiere fressen. Pflanzenfresser heißen Primärkonsumenten. Tiere, die Primärkonsumenten fressen, sind Sekundärkonsumenten. Weitere Konsumentenstufen können folgen.

Definition

Destruenten

Destruenten oder Zersetzer bauen totes organisches Material und Ausscheidungen ab. Dazu gehören unter anderem Bakterien, Pilze und Regenwürmer. Dabei werden anorganische Stoffe freigesetzt, die Produzenten wieder nutzen können.

Destruenten sind nicht einfach nur das letzte Glied einer einzigen Kette: Abgestorbenes Material kann auf jeder Trophiestufe entstehen. Deshalb besitzen Destruenten im Nahrungsnetz eine besondere, mit vielen Organismen verbundene Rolle.

Ein Organismus muss außerdem nicht in jeder Nahrungskette dieselbe Konsumentenstufe haben. Seine Einordnung hängt davon ab, was er in der betrachteten Beziehung frisst.

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Frage 1 von 1MittelEine Insektenlarve frisst eine Wasserpflanze. Ein kleiner Fisch frisst die Larve. Welche Einordnung passt?
Lösung: Wasserpflanze: Produzent; Larve: Primärkonsument; kleiner Fisch: Sekundärkonsument — Die Wasserpflanze ist Produzent. Die pflanzenfressende Larve ist Primärkonsument, und der Fisch steht in dieser Kette eine Konsumentenstufe höher.
Pfeile richtig setzen

Bei Nahrungsnetzen zeigt der Pfeil nicht die Bewegungsrichtung des Jägers. Er zeigt, wohin Nahrung, Stoffe und gebundene Energie gelangen.

Beispiel

Ein Hase frisst Gras, ein Fuchs frisst den Hasen.

Richtig ist:

Gras → Hase → Fuchs

Lies die Pfeile als „wird gefressen von“: Gras wird vom Hasen gefressen. Der Hase wird vom Fuchs gefressen.

So gehst du beim Zeichnen vor:

  1. Notiere alle vorgegebenen Organismen.
  2. Kläre für jedes Paar, welcher Organismus als Nahrung dient.
  3. Zeichne den Pfeil von der Nahrung zum Fresser.
  4. Suche nach Verzweigungen: Hat ein Organismus mehrere Fresser oder nutzt ein Fresser mehrere Nahrungsquellen?
  5. Prüfe jeden Pfeil mit dem Satz „wird gefressen von“.
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Frage 1 von 1MittelEin Greifvogel frisst einen kleinen Fisch. Wie muss der Pfeil verlaufen?
Lösung: kleiner Fisch → Greifvogel — Lies den Pfeil als Satz: Der kleine Fisch wird vom Greifvogel gefressen.
Ein Nahrungsnetz im See aufbauen

Gegeben sind diese Nahrungsbeziehungen:

  • Wasserpflanzen werden von Insektenlarven, Enten und kleinen Fischen gefressen.
  • Insektenlarven werden von kleinen Fischen gefressen.
  • Kleine Fische werden von größeren Fischen und Greifvögeln gefressen.
  • Enten und größere Fische werden ebenfalls von Greifvögeln gefressen.

Daraus ergibt sich dieses vereinfachte Netz:

Wasserpflanzen → Insektenlarven → kleine Fische → größere Fische → Greifvögel

Zusätzliche Verbindungen sind:

  • Wasserpflanzen → kleine Fische
  • Wasserpflanzen → Enten
  • kleine Fische → Greifvögel
  • Enten → Greifvögel

Die Wasserpflanzen bilden die Produzentenbasis. Das Netz verzweigt sich, weil Wasserpflanzen mehrere Konsumenten ernähren und Greifvögel mehrere Beutetiere fressen.

Beispiel

Aufgabe: Verbinde diese drei Ketten zu einem Netz:

Gras → Hase → Fuchs

Gras → Reh → Fuchs

Nüsse → Eichhörnchen → Greifvogel

Zusätzlich frisst der Greifvogel auch Hasen und der Fuchs auch Eichhörnchen.

Musterlösung: Übernimm zuerst alle drei Ketten. Ergänze dann Hase → Greifvogel und Eichhörnchen → Fuchs. Nun besitzen Hase und Eichhörnchen jeweils mehrere Fressfeinde. Die verbundenen Wege bilden ein Nahrungsnetz.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Beobachtung beweist, dass das See-Modell ein Netz und nicht nur eine Kette ist?
Lösung: Die Wasserpflanzen dienen mehreren Organismen als Nahrung, und der Greifvogel frisst mehrere Arten. — Entscheidend sind die verzweigten Nahrungsbeziehungen: Ein Kettenglied ist mit mehreren möglichen Wegen verbunden.
Stoffkreislauf und Energiefluss unterscheiden

Mit der Nahrung werden sowohl Stoffe als auch gebundene Energie übertragen. Beide nehmen im Ökosystem jedoch unterschiedliche Wege.

Produzenten wandeln Lichtenergie in chemisch gebundene Energie um. Konsumenten übernehmen einen Teil davon mit der Nahrung. Auf jeder Trophiestufe wird Energie für Lebensvorgänge genutzt und unter anderem als Wärme an die Umwelt abgegeben. Deshalb steht höheren Konsumenten weniger nutzbare Energie zur Verfügung.

Stoffe können dagegen zurückgeführt werden. Destruenten zersetzen tote Organismen und Ausscheidungen. Dabei entstehen anorganische Stoffe, die Produzenten erneut zum Aufbau von Biomasse verwenden können.

Merke

Stoffe können kreisen. Energie fließt gerichtet durch das Nahrungsnetz und wird dabei zunehmend als Wärme an die Umwelt abgegeben. Für den weiteren Aufbau von Biomasse ist deshalb immer wieder neue Sonnenenergie nötig.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aussage unterscheidet Stoffkreislauf und Energiefluss richtig?
Lösung: Destruenten führen Stoffe zurück; Energie wird nicht im Kreis geführt und muss neu als Sonnenenergie in das System gelangen. — Stoffe werden umgewandelt und erneut genutzt. Energie wird übertragen, für Lebensvorgänge genutzt und teilweise als Wärme abgegeben.
Störungen untersuchen und Modellgrenzen beachten

Ein Nahrungsnetz hilft dir, mögliche Folgen einer Veränderung zu untersuchen. Du gehst dabei von den direkten Pfeilverbindungen aus.

Angenommen, im vereinfachten Seenetz nimmt die Zahl der kleinen Fische stark ab:

  • Größere Fische und Greifvögel verlieren eine Nahrungsquelle.
  • Insektenlarven könnten zunehmen, weil sie seltener von kleinen Fischen gefressen werden.
  • Greifvögel könnten stärker auf andere Beute wie Enten oder größere Fische ausweichen.

Diese Folgen sind begründete Möglichkeiten, keine sicheren Vorhersagen. Das Modell zeigt nicht, wie viele Individuen vorhanden sind, wie stark die einzelnen Beziehungen sind oder welche weiteren Nahrungsquellen fehlen.

Gut zu wissen

Nahrungsnetze bilden die Wirklichkeit genauer ab als einzelne Nahrungsketten, bleiben aber vereinfachte Modelle. Für eine zuverlässige Vorhersage wären zusätzliche Angaben über Bestandsgrößen, alternative Nahrung, Konkurrenz und weitere Umweltbedingungen nötig.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Vorhersage ist bei einem unvollständigen Nahrungsnetz fachlich angemessen?
Lösung: Der Ausfall einer Art kann mehrere verbundene Arten beeinflussen; Richtung und Stärke der Folgen hängen auch von alternativen Beziehungen ab. — Das Netz zeigt mögliche Wirkungspfade. Ohne zusätzliche Daten liefert es keine sicheren Zahlen und keine vollständige Vorhersage.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Nahrungsnetz
    • verbindet mehrere Nahrungsketten
    • zeigt verzweigte Nahrungsbeziehungen
    • verwendet Pfeile von der Nahrung zum Fresser
    • ordnet Produzenten und Konsumenten Trophiestufen zu
    • bindet Destruenten an totes Material und Ausscheidungen
    • führt Stoffe in den Kreislauf zurück
    • leitet Energie gerichtet durch das Ökosystem
    • ermöglicht begründete, aber modellabhängige Vorhersagen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bedeutet der Pfeil Alge → Wasserfloh?
Lösung: Der Wasserfloh frisst die Alge. — Der Pfeil führt von der Nahrung zum Fresser und zeigt zugleich die Richtung der Stoff- und Energieübertragung.
Frage 2 von 3MittelWelche Änderung macht aus mehreren getrennten Nahrungsketten ein Nahrungsnetz?
Lösung: Gemeinsame Organismen und zusätzliche Fressbeziehungen verbinden und verzweigen die Ketten. — Ein Netz entsteht, wenn zwischen den Ketten mehrere mögliche Wege bestehen.
Frage 3 von 3SchwerIn einem Modell gilt Pflanze → Raupe → Vogel. Der Vogel frisst außerdem Käfer, und die Käfer fressen ebenfalls Pflanzen. Was folgt daraus?
Lösung: Die Pflanze, die Käfer und der Vogel verbinden zwei Nahrungswege zu einem Netz. — Es entstehen die verbundenen Wege Pflanze → Raupe → Vogel und Pflanze → Käfer → Vogel. Die Pfeile bleiben von der Nahrung zum Fresser gerichtet.

Du beherrschst das Thema, wenn du bei einem neuen Beispiel die Organismen richtig einordnest, alle Pfeile als „wird gefressen von“ prüfen kannst und Vorhersagen klar als Folgen eines vereinfachten Modells kennzeichnest.

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