Biologie

Trophiestufen: Nahrungsketten und Energiefluss

Trophiestufen: Nahrungsketten und Energiefluss
Trophiestufen: Nahrungsketten und Energiefluss
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Eine Trophiestufe beschreibt die Ernährungsposition eines Organismus in einer Nahrungskette oder einem Nahrungsnetz. Produzenten bilden die erste Stufe. Mit jedem Schritt, in dem Nahrung und Energie weitergegeben werden, folgt eine höhere Stufe.

Du lernst hier, Organismen sicher zuzuordnen, Energieverluste zu erklären und Nahrungsketten vollständig zu untersuchen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie du eine Trophiestufe bestimmst

Das Wort trophisch bedeutet „die Ernährung betreffend“. Eine Trophiestufe fasst Organismen mit einer vergleichbaren Ernährungsweise zusammen.

Definition

Trophiestufe

Eine Trophiestufe ist die Position eines Organismus in einer Nahrungskette oder einem Nahrungsnetz. Entscheidend ist, wie viele Schritte der Energieübertragung zwischen dem Produzenten und diesem Organismus liegen.

Die Zählung beginnt bei den Produzenten:

  1. Produzenten bilden die erste Trophiestufe.
  2. Primärkonsumenten bilden die zweite Trophiestufe.
  3. Sekundärkonsumenten bilden die dritte Trophiestufe.
  4. Tertiärkonsumenten bilden die vierte Trophiestufe.
  5. Weitere Räuber können noch höhere Stufen bilden.

Eine Nahrungskette zeigt eine einzelne Abfolge von Nahrungsbeziehungen. Mehrere miteinander verknüpfte Nahrungsketten bilden ein Nahrungsnetz.

Beispiel

In der Nahrungskette

Brombeere → Waldmaus → Rotfuchs → Uhu

steht die Brombeere als Produzent auf der ersten Trophiestufe. Die Waldmaus ist Primärkonsument, der Rotfuchs Sekundärkonsument und der Uhu Tertiärkonsument.

Der Pfeil zeigt hier die Richtung, in der Nahrung und darin gespeicherte Energie weitergegeben werden: von der Nahrung zum fressenden Organismus.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt eine Trophiestufe richtig?
Lösung: Sie bezeichnet die Ernährungsposition eines Organismus. — Die Trophiestufe wird aus den Nahrungsbeziehungen und den Schritten der Energieübertragung bestimmt.
Frage 2 von 2MittelWelche Trophiestufe nimmt der Rotfuchs in der Kette Brombeere → Waldmaus → Rotfuchs → Uhu ein?
Lösung: Die dritte Trophiestufe als Sekundärkonsument — Der Rotfuchs frisst den Primärkonsumenten Waldmaus. Deshalb ist er Sekundärkonsument auf der dritten Trophiestufe.
Produzenten und Konsumenten richtig zuordnen

Produzenten wie Pflanzen und Algen erzeugen mithilfe von Sonnenlicht organische Stoffe und bauen daraus Biomasse auf. Dafür verwenden sie unter anderem Wasser, Kohlenstoffdioxid und anorganische Nährstoffe. Sie bilden die energetische Grundlage der Nahrungskette.

Konsumenten müssen andere Lebewesen oder deren Biomasse als Nahrung aufnehmen:

  • Primärkonsumenten fressen Produzenten. Es handelt sich meist um Pflanzenfresser.
  • Sekundärkonsumenten fressen Primärkonsumenten.
  • Tertiärkonsumenten fressen Sekundärkonsumenten.
  • Ein Spitzenprädator steht am Ende einer Nahrungskette und besitzt dort keine ernstzunehmenden Fressfeinde.
Merke

Die Ordnung eines Konsumenten richtet sich danach, wen er frisst: Ein Sekundärkonsument frisst einen Primärkonsumenten, nicht bloß „irgendein Tier“.

Beispiel

Ringelblume → Raupe → Kohlmeise → Sperber

  • Die Ringelblume ist Produzentin.
  • Die Raupe frisst die Produzentin und ist Primärkonsument.
  • Die Kohlmeise frisst die Raupe und ist Sekundärkonsument.
  • Der Sperber frisst die Kohlmeise und ist Tertiärkonsument.

Auch im Wasser gilt dieselbe Zuordnung:

Phytoplankton → Zooplankton → kleiner Fisch → Raubfisch → Orka

Diese Kette besitzt fünf Trophiestufen. Der Orka ist darin Konsument vierter Ordnung.

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Frage 1 von 2LeichtWelcher Organismus ist in der Kette Ringelblume → Raupe → Kohlmeise → Sperber der Primärkonsument?
Lösung: Raupe — Der Primärkonsument frisst unmittelbar den Produzenten. Das tut hier die Raupe.
Frage 2 von 2MittelEine Raupe frisst eine Pflanze, ein Frosch frisst die Raupe und ein Adler frisst den Frosch. Welche Rolle hat der Adler?
Lösung: Tertiärkonsument — Pflanze, Raupe, Frosch und Adler bilden vier aufeinanderfolgende Stufen. Der Adler ist Konsument dritter Ordnung, also Tertiärkonsument.
Warum nach oben weniger Energie bleibt

Produzenten wandeln Sonnenenergie in chemische Energie um und speichern einen Teil davon in ihrer Biomasse. Frisst ein Konsument diese Biomasse, wird nur ein Teil der enthaltenen Energie in neue eigene Biomasse überführt.

Energie steht der nächsten Trophiestufe aus mehreren Gründen nicht vollständig zur Verfügung:

  • Nicht alle Teile eines Organismus werden gefressen.
  • Nicht alle gefressenen Bestandteile werden verdaut.
  • Organismen verbrauchen Energie für Lebensvorgänge, etwa Bewegung und Stoffwechsel.
  • Ein Teil der Energie wird als Wärme an die Umwelt abgegeben.

Als grobe Näherung kann die 10-%-Regel verwendet werden: Im Mittel stehen der nächsten Trophiestufe ungefähr 10 % der Energie zur Verfügung. Rund 90 % werden demnach nicht als neue Biomasse an die nächste Stufe weitergegeben. Der tatsächliche Anteil kann abweichen.

Beispiel

Ein vereinfachtes Modell beginnt bei den Produzenten mit 100 Energieeinheiten:

  • Produzenten: 100 Energieeinheiten
  • Primärkonsumenten: ungefähr 10 Energieeinheiten
  • Sekundärkonsumenten: ungefähr 1 Energieeinheit
  • Tertiärkonsumenten: ungefähr 0,1 Energieeinheiten

Von Stufe zu Stufe wird jeweils mit 0,1 multipliziert. Das Modell zeigt keine exakten Messwerte eines bestimmten Ökosystems, sondern die starke Abnahme der weitergegebenen Energie.

Darum bestehen Lebensgemeinschaften meist nur aus wenigen Trophiestufen. Drei oder vier Stufen sind häufig; mehr als fünf kommen nur selten vor. Für immer weitere Konsumentenstufen bleibt meist zu wenig nutzbare Energie.

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Frage 1 von 3LeichtWarum nimmt die nutzbare Energie zu höheren Trophiestufen ab?
Lösung: Organismen nutzen Energie selbst und geben einen Teil als Wärme ab. — Nur ein Teil der aufgenommenen Energie wird als Biomasse gespeichert und kann mit der Nahrung weitergegeben werden.
Frage 2 von 3MittelNach der vereinfachten 10-%-Regel stehen auf einer Stufe 10 Energieeinheiten zur Verfügung. Wie viel erreicht ungefähr die nächste Stufe?
Lösung: 1 Energieeinheit — 10 % von 10 sind 1. Die Regel ist eine Näherung und kein fester Wert für jedes Ökosystem.
Frage 3 von 3SchwerWarum sind sehr lange Nahrungsketten selten?
Lösung: Nach mehreren Übertragungen bleibt meist zu wenig nutzbare Energie für eine weitere Stufe. — Mehr Energieübertragungsschritte bedeuten weniger Energie auf der jeweils höheren Trophiestufe.
Welche Rolle Destruenten spielen

Destruenten oder Zersetzer bauen tote Biomasse und organische Abfälle ab. Dazu gehören beispielsweise Pilze, Bakterien und Regenwürmer. Beim Abbau werden anorganische Stoffe wieder verfügbar, die Produzenten zum Aufbau neuer Biomasse nutzen können.

Destruenten lassen sich nicht immer sinnvoll als bloße „letzte Stufe“ einer einzigen Nahrungskette darstellen. Sie verwerten Material von Produzenten und Konsumenten verschiedener Trophiestufen und verbinden diese mit dem Stoffkreislauf.

Gut zu wissen

Stoffe und Energie nehmen unterschiedliche Wege: Stoffe können nach dem Abbau erneut von Produzenten aufgenommen werden und zirkulieren somit im Ökosystem. Energie fließt dagegen gerichtet durch die Trophiestufen und wird fortlaufend teilweise als Wärme abgegeben. Neue Energie gelangt vor allem als Sonnenlicht in das System.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aufgabe übernehmen Destruenten?
Lösung: Sie bauen tote Biomasse und organische Abfälle ab. — Durch den Abbau werden Stoffe wieder in Formen überführt, die dem Stoffkreislauf zur Verfügung stehen.
Frage 2 von 2MittelWelche Aussage unterscheidet Stoffkreislauf und Energiefluss richtig?
Lösung: Stoffe können zirkulieren; Energie fließt gerichtet und wird teilweise als Wärme abgegeben. — Destruenten schließen Stoffe in Kreisläufe ein. Die Energieversorgung muss dagegen von außen erneuert werden.
Eine Nahrungskette vollständig untersuchen

Gehe bei einer neuen Nahrungskette in vier Schritten vor:

  1. Suche den Produzenten. Er bildet die erste Trophiestufe.
  2. Folge den Pfeilen in Richtung des fressenden Organismus.
  3. Bestimme bei jedem Konsumenten, welche vorherige Stufe er frisst.
  4. Prüfe, wie viele Energieübertragungen stattgefunden haben und ob die verfügbare Energie nach oben abnimmt.
Beispiel

Untersuche die Kette Phytoplankton → Zooplankton → kleiner Fisch → Raubfisch → Orka.

  1. Phytoplankton ist der Produzent.
  2. Zooplankton frisst den Produzenten und ist Primärkonsument.
  3. Der kleine Fisch ist Sekundärkonsument.
  4. Der Raubfisch ist Tertiärkonsument.
  5. Der Orka ist Konsument vierter Ordnung.

Bis zum Orka finden vier Schritte der Energieübertragung statt. Bei jedem Schritt steht nur ein Teil der vorherigen Energie für den Aufbau neuer Biomasse zur Verfügung. Deshalb benötigt die Basis einer solchen Kette wesentlich mehr verfügbare Energie als ihre Spitze.

Deine Anwendung

Ordne die Organismen der Kette Brombeere → Waldmaus → Rotfuchs → Uhu den Trophiestufen zu. Erkläre anschließend, warum beim Uhu weniger nutzbare Energie ankommt als bei der Waldmaus.

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Frage 1 von 2MittelWelche vollständige Zuordnung ist richtig?
Lösung: Brombeere: Produzent; Waldmaus: Primärkonsument; Rotfuchs: Sekundärkonsument; Uhu: Tertiärkonsument — Folge der Kette vom Produzenten aus. Mit jedem Fressschritt steigt die Konsumentenordnung um eins.
Frage 2 von 2SchwerWarum erreicht den Uhu weniger nutzbare Energie als die Waldmaus?
Lösung: Zwischen Waldmaus und Uhu liegen weitere Übertragungen, bei denen jeweils nur ein Teil der Energie als Biomasse weitergegeben wird. — Der Rotfuchs und danach der Uhu bilden höhere Trophiestufen. Auf jeder Stufe werden Nahrungsteile nicht genutzt und Energie für Lebensvorgänge sowie als Wärme abgegeben.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Trophiestufen
    • Grundlage
      • Produzenten bauen Biomasse auf
      • Sonnenenergie wird chemisch gespeichert
    • Konsumenten
      • Primärkonsumenten fressen Produzenten
      • Höhere Konsumenten fressen vorherige Konsumenten
    • Energiefluss
      • Nutzbare Energie nimmt nach oben ab
      • Nahrungsketten bleiben meist kurz
    • Stoffkreislauf
      • Destruenten bauen tote Biomasse ab
      • Stoffe werden erneut verfügbar
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bildet die erste Trophiestufe?
Lösung: Produzenten — Produzenten speichern zugeführte Energie in organischer Biomasse und bilden damit die Grundlage weiterer Trophiestufen.
Frage 2 von 3MittelEin Frosch frisst eine Raupe, die sich von einer Pflanze ernährt. Welche Rolle hat der Frosch?
Lösung: Sekundärkonsument — Die Pflanze ist Produzentin, die Raupe Primärkonsument und der Frosch Sekundärkonsument.
Frage 3 von 3SchwerIn einem Modell erreichen Primärkonsumenten ungefähr 10 % der Energie der Produzenten. Welche Folgerung ist sinnvoll?
Lösung: Nach mehreren weiteren Übertragungen bleibt meist nur wenig Energie für zusätzliche Konsumentenstufen. — Die 10-%-Regel ist eine Näherung. Sie macht verständlich, warum die Energiemenge stark abnimmt und Nahrungsketten selten mehr als fünf Trophiestufen besitzen.

Du kannst eine Nahrungskette nun vom Produzenten aus lesen, die Konsumentenordnungen bestimmen und die begrenzte Länge der Kette mit dem gerichteten Energiefluss erklären.

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