Wenn du einen Wald, einen Teich oder sogar einen Blumentopf anschaust, siehst du nicht nur einzelne Lebewesen. Im Hintergrund läuft ein ständiger Austausch: Stoffe werden aufgebaut, gefressen, ausgeschieden und wieder abgebaut.
In dieser Erklärung lernst du, welche Aufgaben Produzenten, Konsumenten und Destruenten in einem Ökosystem haben. Danach kannst du Nahrungsketten einordnen und erklären, warum Stoffe im Kreislauf bleiben, Energie aber immer neu nachgeliefert werden muss.
- Ich kann Produzenten, Konsumenten und Destruenten unterscheiden.
- Ich kann Beispiele aus Wald, Wiese oder Teich richtig zuordnen.
- Ich kann erklären, warum Produzenten am Anfang vieler Nahrungsketten stehen.
- Ich kann Konsumenten nach ihrer Nahrung in Ordnungen einteilen.
- Ich kann beschreiben, wie Destruenten den Stoffkreislauf schließen.
- Ich kann typische Prüfungsfehler bei Nahrungsketten erkennen.
Die drei Rollen im Ökosystem
Ein Ökosystem funktioniert nicht wie eine lose Sammlung von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien. Die Lebewesen haben unterschiedliche Rollen, weil sie auf verschiedene Weise an Nahrung, Energie und Baustoffe kommen.
Ökosystem
Ein Ökosystem ist eine Einheit aus einem Lebensraum und allen Lebewesen darin. Dazu gehören zum Beispiel ein Wald mit Boden, Licht, Wasser, Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien. Die Lebewesen beeinflussen sich gegenseitig und reagieren auf Bedingungen im Lebensraum.
Für Produzenten, Konsumenten und Destruenten kannst du dir drei Grundfragen merken: Wer stellt neue Biomasse her? Wer frisst fertige Biomasse? Wer baut Reste wieder ab?
Biomasse
Biomasse ist die gesamte organische Substanz von Lebewesen oder ihren Resten. Dazu zählen zum Beispiel Blätter, Holz, Früchte, Tierkörper, Kot und abgestorbene Pflanzenteile.
Stell dir einen Apfelbaum auf einer Wiese vor.
- Der Apfelbaum bildet aus Kohlenstoffdioxid, Wasser und Mineralstoffen eigene Stoffe. Er ist Produzent.
- Eine Raupe frisst ein Blatt des Apfelbaums. Sie nutzt bereits aufgebaute Biomasse und ist Konsument.
- Ein Vogel frisst die Raupe. Auch er ist Konsument, aber auf einer höheren Stufe.
- Ein abgefallenes Blatt wird von Pilzen, Bakterien und kleinen Bodentieren zersetzt. Diese Lebewesen wirken als Destruenten.
So hängen Aufbau, Weitergabe und Abbau von Stoffen zusammen.
Produzenten bauen Biomasse auf, Konsumenten nutzen Biomasse als Nahrung, Destruenten bauen tote Reste und Ausscheidungen ab.
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Produzenten: Biomasse aus einfachen Stoffen
Produzenten heißen auch Erzeuger. Sie stehen am Anfang vieler Nahrungsketten, weil sie organische Stoffe selbst aufbauen können. Dazu brauchen sie keine fertige Nahrung wie ein Tier.
Produzenten
Produzenten sind Lebewesen, die aus anorganischen Stoffen organische Stoffe aufbauen. In den meisten Ökosystemen sind das grüne Pflanzen, Algen oder Cyanobakterien. Häufig nutzen sie dafür Lichtenergie bei der Fotosynthese.
Das Wort anorganisch meint hier einfache Stoffe wie Wasser, Kohlenstoffdioxid und Mineralstoffe. Organisch sind kohlenstoffhaltige Stoffe, aus denen Lebewesen aufgebaut sind, zum Beispiel Zucker, Stärke, Fette und Eiweiße.
Fotosynthese
Bei der Fotosynthese nutzen grüne Pflanzen, Algen und einige Bakterien Lichtenergie. Sie stellen aus Kohlenstoffdioxid und Wasser energiereiche organische Stoffe her. Sauerstoff entsteht dabei als Nebenprodukt.
Produzenten sind autotroph. Das bedeutet: Sie ernähren sich selbst, indem sie körpereigene Stoffe aus einfachen Ausgangsstoffen aufbauen. Konsumenten und Destruenten sind dagegen heterotroph: Sie brauchen organische Stoffe aus anderen Lebewesen oder deren Resten.
Beispiel Wiese:
- Gräser nehmen Wasser über die Wurzeln auf.
- Sie nehmen Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf.
- Mineralstoffe wie Nitrat oder Phosphat kommen aus dem Boden.
- Mit Lichtenergie stellen die Gräser organische Stoffe her.
- Aus diesen Stoffen wachsen Blätter, Halme und Wurzeln.
Die Gräser liefern damit Nahrung für Heuschrecken, Kaninchen oder Schnecken. Sie sind nicht einfach "unten" in der Nahrungskette, sondern die Grundlage für viele weitere Beziehungen.
Manche Bakterien können Biomasse ohne Licht aufbauen. Sie nutzen chemische Energie aus Stoffumwandlungen. Das heißt Chemosynthese. Für Schule und Prüfungen sind grüne Pflanzen, Algen und Cyanobakterien aber meist die wichtigsten Produzenten-Beispiele.
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Konsumenten: Biomasse aufnehmen und weitergeben
Konsumenten können ihre Nahrung nicht aus Kohlenstoffdioxid, Wasser und Mineralstoffen selbst herstellen. Sie müssen organische Stoffe aufnehmen. Deshalb fressen sie Produzenten, andere Konsumenten oder beides.
Konsumenten
Konsumenten sind Lebewesen, die organische Stoffe aus anderen Lebewesen aufnehmen. Dazu gehören Pflanzenfresser, Fleischfresser und Allesfresser. Sie sind heterotroph.
In Nahrungsketten unterscheidest du Konsumenten oft nach ihrer Stufe. Die Stufe hängt nicht daran, ob ein Tier groß oder klein ist, sondern daran, was es frisst.
Primärkonsument
Ein Primärkonsument oder Konsument erster Ordnung frisst Produzenten. Beispiele sind Raupen, Rehe, Kaninchen, Heuschrecken oder viele Schnecken.
Sekundärkonsument
Ein Sekundärkonsument oder Konsument zweiter Ordnung frisst Primärkonsumenten. Ein Vogel, Frosch oder räuberisches Insekt ist also genau dann Sekundärkonsument, wenn er oder es in der betrachteten Nahrungskette einen Pflanzenfresser frisst.
Tertiärkonsument
Ein Tertiärkonsument oder Konsument dritter Ordnung frisst Sekundärkonsumenten. Ein Greifvogel kann zum Beispiel ein kleineres fleischfressendes Tier erbeuten.
Nahrungskette auf einer Wiese:
Gras -> Heuschrecke -> Frosch -> Storch
- Gras ist Produzent, weil es Biomasse durch Fotosynthese aufbaut.
- Die Heuschrecke frisst Gras. Sie ist Primärkonsument.
- Der Frosch frisst die Heuschrecke. Er ist Sekundärkonsument.
- Der Storch frisst den Frosch. Er ist Tertiärkonsument.
Wenn der Storch stirbt oder Kot abgibt, kommen Destruenten ins Spiel. Eine Nahrungskette endet also nicht einfach beim letzten Räuber.
Viele Lebewesen passen nicht immer in genau eine feste Stufe. Ein Allesfresser wie der Mensch oder ein Wildschwein kann pflanzliche und tierische Nahrung aufnehmen. In einer konkreten Nahrungskette musst du deshalb fragen: Was frisst das Lebewesen in genau diesem Beispiel?
Ein Endkonsument oder Spitzenprädator steht in einer betrachteten Nahrungskette weit oben und hat dort kaum natürliche Fressfeinde. Das heißt aber nicht, dass er außerhalb jedes Nahrungsnetzes steht: Auch seine Reste und Ausscheidungen werden später von Destruenten abgebaut.
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Destruenten: Abbau und Mineralisierung
Ohne Destruenten würden abgestorbene Blätter, tote Tiere, Kot und andere Reste immer weiter liegen bleiben. Noch wichtiger: Nährstoffe würden in diesen Resten feststecken und Produzenten könnten sie nicht wieder nutzen.
Destruenten
Destruenten sind Lebewesen, die tote organische Stoffe und Ausscheidungen abbauen. Dabei entstehen wieder einfachere, anorganische Stoffe. Typische Destruenten sind Bakterien, Pilze, viele Bodentiere, Würmer und Insektenlarven.
Beim Abbau gibt es zwei wichtige Schritte. Manche Lebewesen zerkleinern Material, zum Beispiel Regenwürmer oder Asseln. Solche Zerkleinerer werden auch Saprobionten oder Detritivoren genannt. Andere, vor allem Bakterien und Pilze, zerlegen organische Stoffe chemisch sehr weit. Dabei werden Mineralstoffe frei. Dieser Vorgang heißt Mineralisierung.
Mineralisierung
Mineralisierung bedeutet: Organische Stoffe werden so abgebaut, dass anorganische Mineralstoffe entstehen. Diese Mineralstoffe können Produzenten wieder aufnehmen und zum Aufbau neuer Biomasse nutzen.
Ein Herbstblatt fällt auf den Waldboden.
- Das Blatt ist tote organische Biomasse.
- Kleine Bodentiere zerkleinern es und vergrößern die Oberfläche.
- Pilze und Bakterien bauen viele Stoffe weiter ab.
- Mineralstoffe gelangen in den Boden.
- Baumwurzeln nehmen diese Stoffe wieder auf.
- Der Baum kann daraus neue Blätter, Holz und Wurzeln aufbauen.
Die Destruenten sind also nicht "Resteverwerter am Rand", sondern ein notwendiger Teil des Kreislaufs.
Destruenten schließen den Stoffkreislauf: Aus Resten werden wieder Stoffe, die Produzenten verwenden können.
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Stoffkreislauf und Energiefluss
Produzenten, Konsumenten und Destruenten hängen nicht nur in einer geraden Kette zusammen. In echten Ökosystemen entstehen meistens Nahrungsnetze, weil ein Lebewesen mehrere Nahrungsquellen haben kann und selbst von mehreren Arten gefressen werden kann.
Nahrungskette
Eine Nahrungskette zeigt vereinfacht, wer wen frisst. Die Pfeile zeigen meist die Richtung der Weitergabe von Biomasse und Energie: vom Gefressenen zum Fressenden.
Nahrungsnetz
Ein Nahrungsnetz verbindet mehrere Nahrungsketten. Es ist realistischer, weil viele Lebewesen mehrere Beziehungen haben.
Beim Lernen ist ein Unterschied besonders wichtig: Stoffe können im Ökosystem kreisen, Energie aber nicht vollständig. Mineralstoffe können nach dem Abbau wieder von Produzenten aufgenommen werden. Energie wird bei jedem Lebewesen zum Teil für Bewegung, Wachstum, Wärmeabgabe, Stoffwechsel und Ausscheidungen genutzt.
Stoffkreislauf im Wald:
Produzenten: Bäume, Moose und Farne bauen Biomasse auf.
Konsumenten: Raupen fressen Blätter, Vögel fressen Raupen, ein Marder kann Vogeleier oder kleine Tiere fressen.
Destruenten: Pilze, Bakterien, Regenwürmer und Insektenlarven bauen Laub, Kot und tote Lebewesen ab.
Dadurch gelangen Mineralstoffe zurück in den Boden. Die Energie des Sonnenlichts wird dagegen nicht im Kreis geführt. Sie wird von Produzenten aufgenommen und dann auf den Stufen teilweise weitergegeben und teilweise verbraucht.
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Die Werte im Diagramm sind ein stark vereinfachtes Modell. In echten Ökosystemen schwankt die Weitergabe stark, oft grob im Bereich von wenigen Prozent bis etwa einem Fünftel. Wichtig ist die Richtung: Auf jeder Stufe steht nur ein Teil der aufgenommenen Energie für die nächste Stufe zur Verfügung.
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Prüfungsmodus
In Aufgaben sollst du oft nicht nur Begriffe nennen, sondern eine konkrete Situation auswerten. Lies dann zuerst die Fressbeziehung und ordne erst danach die Rolle zu.
Aufgabe: "In einem Teich wachsen Algen. Wasserflöhe fressen Algen. Kleine Fische fressen Wasserflöhe. Bakterien bauen abgestorbene Algen und tote Tiere ab. Ordne die Rollen zu."
Lösung:
- Algen sind Produzenten, weil sie durch Fotosynthese Biomasse aufbauen.
- Wasserflöhe sind Primärkonsumenten, weil sie Produzenten fressen.
- Kleine Fische sind Sekundärkonsumenten, weil sie Primärkonsumenten fressen.
- Bakterien sind Destruenten, weil sie tote organische Stoffe abbauen.
Probe: Wenn die Bakterien fehlen würden, würden weniger Mineralstoffe frei. Dann hätten die Algen langfristig schlechtere Wachstumsbedingungen.
Fehler finden: "Pilze sind Produzenten, weil sie im Wald wachsen."
Das stimmt nicht. Der Ort entscheidet nicht über die Rolle. Pilze betreiben keine Fotosynthese wie grüne Pflanzen. Viele Pilze bauen tote organische Stoffe ab oder leben von organischen Stoffen anderer Lebewesen. In vielen Schulbeispielen sind sie deshalb Destruenten.
Ordne nie nach Größe, Ort oder Sympathie zu. Ordne nach der Nahrung und nach der Art der Stoffgewinnung zu.
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Alles auf einen Blick
Jetzt kannst du die drei Rollen als System sehen. Die wichtigste Verbindung lautet: Produzenten bauen auf, Konsumenten geben Biomasse weiter, Destruenten führen Stoffe zurück.
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Abschluss-Check
Teste jetzt mit neuen Situationen. Die Fragen prüfen, ob du die Rollen wirklich anwenden kannst.
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Zusammenfassung
Produzenten, Konsumenten und Destruenten sind drei Grundrollen in Ökosystemen. Produzenten wie Pflanzen, Algen und Cyanobakterien bauen aus einfachen anorganischen Stoffen organische Biomasse auf. Meist nutzen sie dafür Fotosynthese.
Konsumenten nehmen organische Stoffe als Nahrung auf. Primärkonsumenten fressen Produzenten, Sekundärkonsumenten fressen Primärkonsumenten, und weitere Konsumenten können auf höheren Stufen stehen. Bei Allesfressern und komplexen Nahrungsnetzen musst du immer die konkrete Nahrungssituation betrachten.
Destruenten bauen tote Lebewesen, Pflanzenteile und Ausscheidungen ab. Sie setzen Mineralstoffe frei und machen sie für Produzenten wieder verfügbar. Dadurch schließen sie den Stoffkreislauf. Energie läuft dagegen nicht vollständig im Kreis, sondern wird entlang der Nahrungskette nur teilweise weitergegeben.
Wenn du unsicher bist, frage immer: Baut das Lebewesen Biomasse selbst auf, frisst es fertige Biomasse oder baut es Reste ab?
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