Stoffkreislauf einfach erklärt

Stoffkreislauf einfach erklärt
Stoffkreislauf einfach erklärt
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In einem Stoffkreislauf gelangen Stoffe aus der unbelebten Umwelt in Lebewesen, werden über Nahrung weitergegeben und schließlich wieder freigesetzt. Produzenten können sie danach erneut aufnehmen. Energie nimmt dagegen einen gerichteten Weg durch das Ökosystem und bildet keinen Kreislauf.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie schließt sich ein Stoffkreislauf?

Stell dir ein abgefallenes Blatt im Wald vor. Seine Stoffe verschwinden nicht. Pilze, Bakterien, Regenwürmer und andere Zersetzer bauen das tote Material ab. Dabei werden unter anderem Mineralstoffe im Boden und Kohlenstoffdioxid in der Luft wieder verfügbar.

Definition

Stoffkreislauf

Ein Stoffkreislauf ist der wiederholte Weg von Stoffen zwischen der unbelebten Umwelt und Lebewesen. Dabei werden Stoffe aufgenommen, umgebaut, weitergegeben und wieder freigesetzt.

Drei Organismengruppen übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben:

  1. Produzenten sind vor allem Pflanzen und Algen. Sie stellen durch Fotosynthese aus Kohlenstoffdioxid und Wasser energiereiche organische Stoffe wie Glucose her. Dazu nutzen sie Lichtenergie.
  2. Konsumenten nehmen organische Stoffe mit der Nahrung auf. Pflanzenfresser fressen Produzenten; Fleischfresser fressen andere Konsumenten.
  3. Destruenten, auch Zersetzer genannt, bauen tote Lebewesen und Ausscheidungen ab. Dazu gehören beispielsweise Bakterien und Pilze. Auch Tiere wie Regenwürmer wirken an der Zersetzung mit.

Organische Stoffe sind hier kohlenstoffhaltige Bestandteile von Lebewesen, etwa Glucose und Körpersubstanz. Anorganische Stoffe wie Wasser, Kohlenstoffdioxid und Mineralstoffe gehören zur unbelebten Umwelt und können von Produzenten aufgenommen werden.

Beispiel

Ein Baum nimmt Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden sowie Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf. Eine Raupe frisst ein Blatt und übernimmt dessen Stoffe. Ein Vogel frisst die Raupe. Nach dem Tod der Organismen bauen Destruenten ihre Reste ab. Freigesetzte Mineralstoffe gelangen in den Boden, Kohlenstoff kann als Kohlenstoffdioxid in die Luft gelangen. Der Baum kann diese Stoffe erneut aufnehmen.

Merke

Produzenten bauen Stoffe auf, Konsumenten geben sie über Nahrung weiter und Destruenten machen Stoffe aus Resten wieder verfügbar.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Gruppe macht Stoffe aus totem Material wieder für den Kreislauf verfügbar?
Lösung: Destruenten — Destruenten zersetzen tote Organismen und Ausscheidungen. Dadurch gelangen Stoffe zurück in Boden, Wasser oder Luft.
Frage 2 von 2MittelEin Kaninchen frisst Gras. Welche Rollen haben Gras und Kaninchen?
Lösung: Das Gras ist Produzent, das Kaninchen Konsument. — Das Gras erzeugt durch Fotosynthese organische Stoffe. Das Kaninchen übernimmt diese Stoffe mit seiner Nahrung.
Wie wandert Kohlenstoff durch das Ökosystem?

Kohlenstoff kann an verschiedenen Orten gespeichert sein: als Kohlenstoffdioxid in der Luft, in Glucose und anderer Biomasse oder langfristig in kohlenstoffreichen Stoffen wie Kohle und Erdöl. Ein Speicher ist ein Ort oder Material, in dem Kohlenstoff eine Zeit lang enthalten ist. Ein Fluss ist die Übertragung zwischen zwei Speichern.

Definition

Kohlenstoffkreislauf

Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt, wie Kohlenstoff zwischen Luft, Produzenten, Konsumenten, Destruenten und weiteren Speichern übertragen wird.

Verfolge ein Kohlenstoffatom Schritt für Schritt:

  1. Es befindet sich als Teil eines Kohlenstoffdioxid-Moleküls in der Luft.
  2. Eine Pflanze nimmt das Kohlenstoffdioxid auf. Bei der Fotosynthese wird der Kohlenstoff in Glucose und weitere organische Stoffe eingebaut.
  3. Ein Pflanzenfresser frisst Pflanzenteile. Das Kohlenstoffatom gelangt in seinen Körper.
  4. Ein Fleischfresser kann den Kohlenstoff übernehmen, wenn er den Pflanzenfresser frisst.
  5. Bei der Zellatmung wird ein Teil der organischen Stoffe abgebaut. Kohlenstoff gelangt dabei als Kohlenstoffdioxid zurück in die Umgebung.
  6. Nach dem Tod bauen Destruenten die verbliebene Biomasse ab. Auch dabei wird Kohlenstoff freigesetzt.
  7. Pflanzen können das Kohlenstoffdioxid erneut aufnehmen.
Gut zu wissen

Fotosynthese und Zellatmung verlaufen in entgegengesetzte Richtungen: Bei der Fotosynthese wird Kohlenstoff aus Kohlenstoffdioxid in organische Stoffe eingebaut. Bei der Zellatmung werden organische Stoffe abgebaut und Kohlenstoffdioxid wird freigesetzt. Auch Pflanzen betreiben Zellatmung.

Ein zusätzlicher Fluss durch Verbrennung

Kohle und Erdöl enthalten langfristig gespeicherten Kohlenstoff. Werden solche fossilen Stoffe verbrannt, gelangt zusätzliches Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre. Dieser menschlich verursachte Fluss verändert die atmosphärische Kohlenstoffbilanz und verstärkt den Treibhauseffekt.

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Frage 1 von 3LeichtWelcher Vorgang bringt Kohlenstoff aus der Luft in die Biomasse einer Pflanze?
Lösung: Fotosynthese — Bei der Fotosynthese nimmt die Pflanze Kohlenstoffdioxid auf und baut dessen Kohlenstoff in Glucose und andere organische Stoffe ein.
Frage 2 von 3MittelEin Kohlenstoffatom befindet sich in einem abgestorbenen Blatt. Welcher Weg führt es zurück in die Luft?
Lösung: Destruenten bauen das Blatt ab; dabei kann Kohlenstoffdioxid entstehen. — Destruenten bauen die organischen Stoffe des Blattes ab. Dabei kann Kohlenstoff als Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden.
Frage 3 von 3SchwerWarum ist die Verbrennung von Kohle ein zusätzlicher Fluss im Kohlenstoffkreislauf?
Lösung: Sie überführt langfristig gespeicherten Kohlenstoff als Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre. — Bei der Verbrennung wechselt vorhandener Kohlenstoff den Speicher. Er gelangt aus Kohle oder Erdöl als Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre.
Warum bildet Energie keinen Kreislauf?

Stoffe und Energie werden oft gemeinsam über Nahrung weitergegeben. Trotzdem verhalten sie sich unterschiedlich.

Pflanzen nehmen Lichtenergie auf und wandeln einen Teil davon in chemisch gebundene Energie um. Konsumenten übernehmen diese Energie mit der Nahrung. Auf jeder Trophiestufe wird viel Energie für Lebensvorgänge genutzt und schließlich als Wärme an die Umgebung abgegeben. Außerdem werden nicht alle Körperteile gefressen oder verdaut.

Eine Trophiestufe ist eine Ernährungsstufe innerhalb einer Nahrungskette, etwa Produzent, Pflanzenfresser oder Fleischfresser.

Beispiel

In der Nahrungskette Fichte → Borkenkäfer → Specht → Sperber beginnt die Weitergabe bei der Fichte. Der Borkenkäfer erhält nur einen Teil ihrer gespeicherten chemischen Energie. Der Specht übernimmt wiederum nur einen Teil der Energie des Borkenkäfers.

Als grobe Faustregel werden manchmal etwa 10 % der Energie an die nächste Trophiestufe weitergegeben. Von 100 Energieeinheiten wären das ungefähr 10; rund 90 würden nicht an die nächste Stufe gelangen. Der genaue Anteil hängt vom betrachteten Ökosystem und den Organismen ab.

Merke

Stoffe kreisen, Energie fließt. Stoffe können erneut aufgenommen werden. Energie muss dem Ökosystem fortlaufend von außen zugeführt werden, hauptsächlich als Sonnenlicht.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage unterscheidet Stoffe und Energie richtig?
Lösung: Stoffe können in den Kreislauf zurückkehren; Energie fließt gerichtet durch das System. — Mit Nahrung werden Stoffe und chemisch gebundene Energie übertragen. Stoffe werden zurückgeführt, Energie jedoch nicht vollständig zur vorherigen Stufe.
Frage 2 von 2MittelWarum steht einem Räuber weniger Energie zur Verfügung als seiner Beute zuvor aufgenommen hat?
Lösung: Die Beute hat Energie für Lebensvorgänge genutzt und als Wärme abgegeben; außerdem wird nicht alles gefressen oder verdaut. — Nur ein Teil der aufgenommenen Energie bleibt in der Biomasse und kann an die nächste Trophiestufe weitergegeben werden.
Wie untersuchst du einen unbekannten Stoffkreislauf?

Ob Wald, See oder Wiese: Die Arten unterscheiden sich, das Grundmodell bleibt ähnlich. Gehe in vier Schritten vor.

  1. Lege das System fest. Entscheide, welches Ökosystem du betrachtest.
  2. Markiere Speicher. Suche Stoffe in Luft, Wasser, Boden und Biomasse.
  3. Ordne Flüsse zu. Frage bei jedem Pfeil: Welcher Vorgang überträgt den Stoff? Mögliche Antworten sind Fotosynthese, Nahrungsaufnahme, Zellatmung, Zersetzung oder Verbrennung.
  4. Prüfe die Rückführung. Zeige, wie Produzenten freigesetzte Stoffe wieder aufnehmen können.
Beispiel

In einem See nehmen Algen Kohlenstoffdioxid auf. Wasserflöhe fressen die Algen, Fische fressen Wasserflöhe. Bakterien und andere Destruenten bauen tote Organismen und Ausscheidungen ab.

  • Speicher: Kohlenstoffdioxid im Wasser sowie Kohlenstoff in Algen, Wasserflöhen, Fischen und abgestorbenem Material.
  • Natürliche Flüsse: Fotosynthese, Nahrungsaufnahme, Zellatmung und Zersetzung.
  • Rückführung: Zellatmung und Zersetzung setzen Kohlenstoffdioxid frei, das Algen erneut aufnehmen können.

Typische Fehler vermeiden

  • Ein Nahrungspfeil zeigt eine Übertragung, nicht die Rückkehr aller Stoffe zum Anfang.
  • Destruenten stehen nicht nur am Ende einer einzigen Nahrungskette. Sie können Reste von Produzenten und von allen Konsumentenstufen abbauen.
  • Pflanzen betreiben nicht nur Fotosynthese, sondern auch Zellatmung.
  • Die ungefähre 10-%-Weitergabe ist eine Faustregel und kein für jedes Ökosystem exakter Wert.
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Frage 1 von 2MittelIn einer Wiese gilt: Gras wird von einer Maus gefressen, die Maus von einem Fuchs. Pilze bauen tote Reste ab. Welche Ergänzung schließt den Stoffweg?
Lösung: Pilze setzen Stoffe frei, die Produzenten wieder aufnehmen können. — Zersetzung führt Stoffe in die unbelebte Umwelt zurück. Das Gras kann passende Stoffe erneut aufnehmen.
Frage 2 von 2SchwerIn einem Modell zeigt ein Pfeil von Kohle zur Atmosphäre. Welcher Vorgang passt zu diesem Pfeil?
Lösung: Verbrennung mit Freisetzung von Kohlenstoffdioxid — Der Pfeil beschreibt einen menschlich verursachten Zusatzfluss aus einem langfristigen Kohlenstoffspeicher in die Atmosphäre.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Stoffkreislauf
    • Produzenten: nehmen anorganische Stoffe auf und bilden Biomasse
    • Konsumenten: übernehmen Stoffe über Nahrung
    • Destruenten: führen Stoffe aus Resten zurück
    • Kohlenstoff: fließt zwischen Luft, Biomasse und weiteren Speichern
    • Energie: gelangt als Licht hinein und fließt gerichtet weiter
    • Menschlicher Zusatzfluss: Verbrennung setzt gespeicherten Kohlenstoff frei
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Gruppe beginnt den Aufbau organischer Stoffe aus Kohlenstoffdioxid und Wasser?
Lösung: Produzenten — Pflanzen und Algen sind typische Produzenten. Sie nutzen Lichtenergie für die Fotosynthese.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge beschreibt einen möglichen natürlichen Kohlenstoffweg vollständig?
Lösung: Kohlenstoffdioxid → Pflanze → Pflanzenfresser → Zellatmung oder Zersetzung → Kohlenstoffdioxid — Fotosynthese bindet Kohlenstoff in Pflanzen. Nahrung überträgt ihn auf Konsumenten; Zellatmung und Zersetzung führen ihn als Kohlenstoffdioxid zurück.
Frage 3 von 3SchwerIn einem neuen Ökosystem sind Produzenten, Pflanzenfresser und Räuber eingezeichnet, aber keine Rückführung toter Biomasse. Was fehlt im Modell?
Lösung: Destruenten und die Freisetzung von Stoffen in die unbelebte Umwelt — Ein Stoffkreislauf ist erst verständlich dargestellt, wenn auch der Abbau toter Biomasse und die erneute Verfügbarkeit der Stoffe berücksichtigt werden.

Du hast das Grundmodell verstanden, wenn du bei jedem Pfeil sagen kannst, welcher Stoff übertragen wird, welcher Prozess ihn bewegt und zwischen welchen Speichern er fließt.

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