Biologie

Parasitismus: Wirt, Parasit und Beispiele

Parasitismus: Wirt, Parasit und Beispiele
Parasitismus: Wirt, Parasit und Beispiele
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Beim Parasitismus nutzt ein Lebewesen, der Parasit, ein Lebewesen einer anderen Art als Nahrungsquelle oder Lebensraum. Der Parasit profitiert, während sein Wirt geschädigt wird. Meist bleibt der Wirt am Leben.

Auf dieser Seite lernst du, parasitische Beziehungen an ihren Folgen zu erkennen, wichtige Parasitenarten zu unterscheiden und typische Anpassungen sowie Wirtswechsel zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du Parasitismus?

Eine Zecke saugt Blut an einem Fuchs. Die Zecke erhält Nahrung. Der Fuchs verliert Blut, kann verletzt werden und möglicherweise mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Damit sind die beiden entscheidenden Merkmale erfüllt: Nutzen für den Parasiten, Nachteil für den Wirt.

Definition

Parasitismus

Parasitismus ist eine Beziehung zwischen Lebewesen verschiedener Arten. Der Parasit nutzt den Wirt einseitig als Nahrungsquelle oder Lebensraum und schädigt ihn dabei.

Der Schaden kann unterschiedlich stark sein. Parasiten können dem Wirt Nährstoffe entziehen, Gewebe verletzen oder Krankheiten verursachen. Wachstum, Wohlbefinden, Fortpflanzung und Lebensdauer des Wirtes können dadurch beeinträchtigt werden.

Der Parasit ist häufig kleiner als sein Wirt und körperlich von ihm abhängig. Er tötet ihn gewöhnlich nicht unmittelbar, denn mit dem Wirt könnte er zugleich seine Nahrungsquelle oder seinen Lebensraum verlieren.

Merke

Beurteile die Beziehung nach ihren Folgen, nicht mit Wörtern wie „gut“ oder „böse“: Parasit +, Wirt .

Beispiel

Mistel und Birke: Die Mistel entzieht der Birke Wasser und darin gelöste Stoffe. Sie kann selbst Fotosynthese betreiben. Die Mistel profitiert, die Birke verliert Ressourcen. Deshalb liegt Parasitismus vor.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt Parasitismus?
Lösung: Der Parasit profitiert, während der Wirt geschädigt wird. — Entscheidend ist die Wirkungsbilanz: Nutzen für den Parasiten und Schaden für den Wirt.
Frage 2 von 2MittelEin Tier lebt auf einem größeren Tier und saugt dort Blut. Welche Beobachtung belegt Parasitismus am deutlichsten?
Lösung: Das größere Tier verliert Blut und wird dadurch belastet. — Größe und Aufenthaltsort können Hinweise sein. Nachgewiesen wird Parasitismus jedoch durch den einseitigen Nutzen und den Nachteil des Wirtes.
Welche Parasitenarten gibt es?

Parasiten lassen sich nach verschiedenen Merkmalen ordnen. Für den Einstieg ist besonders wichtig, wo sie leben und wie stark sie vom Wirt abhängig sind.

Außen- und Innenparasiten

Ektoparasiten, auch Außenparasiten genannt, leben auf der Körperoberfläche des Wirtes. Läuse, Flöhe und Zecken gehören dazu. Sie gelangen beispielsweise durch Stechen oder Saugen an Nahrung.

Endoparasiten, also Innenparasiten, leben im Wirt: etwa im Darm, in Körperhöhlen, im Gewebe oder in Zellen. Bandwürmer im Darm und Plasmodien in menschlichen Zellen sind Beispiele.

KategorieLebensortBeispiel
Ektoparasitauf der KörperoberflächeZecke oder Laus
Endoparasitim Körper des WirtesBandwurm oder Plasmodium

Pflanzenparasiten

Auch Pflanzen können parasitisch leben. Vollschmarotzer sind vollständig auf die Stoffe einer Wirtspflanze angewiesen. Ein Beispiel ist die Seide, eine parasitische Pflanze.

Halbschmarotzer entziehen ihrer Wirtspflanze Wasser und gelöste Stoffe, betreiben aber selbst Fotosynthese. Die Mistel ist ein Halbschmarotzer.

Abhängigkeit und Aufenthaltsdauer

Ein obligater Parasit braucht einen Wirt zwingend für seine Entwicklung. Ein fakultativer Parasit kann dagegen auch frei leben und wird nur gelegentlich parasitisch.

Temporäre Parasiten suchen ihren Wirt nur kurz auf, meist zur Nahrungsaufnahme. Eine Stechmücke ist ein Beispiel. Permanente Parasiten verbringen ihr gesamtes Leben in oder auf einem Wirt; dazu gehören Läuse.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Lebewesen ist ein Ektoparasit?
Lösung: Eine Zecke auf der Haut eines Fuchses — Ektoparasiten leben außen auf der Körperoberfläche. Endoparasiten leben im Körper.
Frage 2 von 2MittelEine Pflanze entzieht ihrem Wirt Wasser, stellt ihre energiereichen Stoffe aber durch Fotosynthese selbst her. Wie wird sie eingeordnet?
Lösung: als Halbschmarotzer — Die eigene Fotosynthese grenzt den Halbschmarotzer vom vollständig abhängigen Vollschmarotzer ab.
Wie sind Parasiten an ihre Lebensweise angepasst?

Ein Parasit muss einen passenden Wirt erreichen, sich an oder in ihm halten und sich erfolgreich vermehren. Dazu besitzen Parasiten unterschiedliche Anpassungen.

Haft-, Klammer- oder Saugorgane verhindern, dass ein Parasit seinen Wirt verliert. Bandwürmer können sich beispielsweise mit besonderen Strukturen im Darm verankern.

Organe, die in der geschützten Umgebung des Wirtes kaum benötigt werden, können zurückgebildet sein. Bei manchen Parasiten betrifft das Bewegungs- und Sinnesorgane oder Teile des Verdauungssystems.

Viele Parasiten erzeugen sehr viele Nachkommen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens einige davon einen geeigneten Wirt erreichen. Manche Arten besitzen außerdem komplizierte Entwicklungs- und Übertragungswege.

Beispiel

Ein Parasit gibt zahlreiche Entwicklungsstadien in die Umwelt ab. Nur wenige gelangen in einen geeigneten Zwischenwirt, und noch weniger erreichen später den Endwirt. Eine hohe Nachkommenzahl gleicht die vielen Verluste auf diesem Weg teilweise aus.

Wirt und Parasit beeinflussen außerdem gegenseitig ihre Entwicklung. Wirte mit wirksamer Abwehr haben einen Vorteil. Parasiten, die diese Abwehr besser umgehen, vermehren sich erfolgreicher. Diese wechselseitige evolutionäre Anpassung heißt Koevolution.

Koevolution kann zur Wirtsspezifität beitragen: Viele Parasiten sind nur an eine oder wenige Wirtsarten gut angepasst.

Merke

Eine Anpassung ist kein bewusst entwickelter Plan. Merkmale, die Fortpflanzung und Überleben unter den jeweiligen Bedingungen begünstigen, setzen sich über Generationen häufiger durch.

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Frage 1 von 2MittelWarum bilden viele Parasiten besonders viele Nachkommen?
Lösung: Weil nur ein Teil der Nachkommen einen geeigneten Wirt erreicht. — Auf Übertragungswegen gehen viele Entwicklungsstadien verloren. Eine hohe Nachkommenzahl erhöht die Chance, dass einige den passenden Wirt erreichen.
Frage 2 von 2SchwerEin Parasit haftet schlecht an einer bestimmten Wirtsart, während eine Variante wirksamere Klammerorgane besitzt. Welche Entwicklung ist unter sonst gleichen Bedingungen zu erwarten?
Lösung: Die Variante mit wirksameren Klammerorganen kann sich häufiger halten und fortpflanzen. — Besseres Haften kann den Verlust des Wirtes verhindern. Wird das Merkmal vererbt, kann es über Generationen häufiger werden.
Wie funktionieren Übertragung und Wirtswechsel?

Parasiten können auf verschiedenen Wegen zu einem Wirt gelangen. Möglich sind beispielsweise verunreinigte Nahrung, die Aufnahme eines befallenen Beutetieres oder die Übertragung durch ein blutsaugendes Tier.

Manche Parasiten verbringen ihren gesamten Entwicklungszyklus in nur einer Wirtsart. Andere müssen während ihrer Entwicklung den Wirt wechseln.

Definition

Zwischenwirt und Endwirt

Ein Zwischenwirt beherbergt noch nicht vollständig entwickelte Stadien eines Parasiten. Im Endwirt lebt gewöhnlich das geschlechtsreife Stadium; dort findet meist die sexuelle Fortpflanzung statt.

Beispiel

Ein Entwicklungsstadium lebt zunächst in einem Beutetier. Wird dieses von einem Räuber gefressen, gelangt der Parasit in den Räuber und entwickelt sich dort zum geschlechtsreifen Stadium. Das Beutetier ist der Zwischenwirt, der Räuber der Endwirt.

Die Bezeichnungen beziehen sich auf die Rolle im Entwicklungszyklus. Der Zwischenwirt ist deshalb nicht einfach „der erste Wirt“, und der Endwirt ist nicht automatisch der Wirt, der am stärksten geschädigt wird.

Manchmal gelangt ein Parasit in einen ungeeigneten Fehlwirt. Dort kann sein Entwicklungszyklus nicht normal fortgesetzt werden. Wegen der schlechten gegenseitigen Anpassung kann ein Fehlwirt sogar stärker geschädigt werden als ein gewöhnlicher Wirt.

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Frage 1 von 3LeichtWo lebt gewöhnlich das geschlechtsreife Stadium eines Parasiten mit Wirtswechsel?
Lösung: im Endwirt — End- und Zwischenwirt werden nach ihrer Funktion im Entwicklungszyklus unterschieden.
Frage 2 von 3MittelEin Parasit entwickelt sich als Larve in einem kleinen Tier. Dieses wird von einem größeren Tier gefressen, in dem der Parasit geschlechtsreif wird. Welche Zuordnung stimmt?
Lösung: Kleines Tier: Zwischenwirt; größeres Tier: Endwirt — Das Larvenstadium lebt im Zwischenwirt. Das geschlechtsreife Stadium lebt im Endwirt.
Frage 3 von 3SchwerWarum kann das Fressen eines befallenen Tieres für einen Parasiten nützlich sein?
Lösung: Der Parasit kann dadurch vom Zwischenwirt in den Endwirt gelangen. — Die Nahrungskette kann Teil des Übertragungsweges sein und den Entwicklungszyklus fortsetzen.
Wie grenzt du Parasitismus ab?

Nicht jede enge Beziehung zwischen zwei Arten ist Parasitismus. Ordne zuerst für beide Partner getrennt ein, ob die Beziehung einen Nutzen, einen Nachteil oder keine erkennbare Wirkung hat.

BeziehungArt AArt B
ParasitismusNutzenSchaden
SymbioseNutzenNutzen
KommensalismusNutzenweder erkennbarer Nutzen noch Schaden

Bei einer Symbiose profitieren beide Partner. Beim Kommensalismus profitiert ein Partner, während für den anderen weder ein Vorteil noch ein Nachteil erkennbar ist. Deshalb gehört eine vollständig schadensfreie Beziehung nach der strengen Definition nicht zum Parasitismus.

Beispiel

Zecke und Fuchs: Die Zecke erhält Blut, der Fuchs wird belastet. Das ist Parasitismus.

Flechte: Die beteiligten Partner erhalten jeweils einen Nutzen. Das ist eine Symbiose.

Die Grenzen können in der Natur schwer zu beurteilen sein. Ein Schaden hängt unter anderem von der Zahl der Parasiten, vom Zustand des Wirtes und von Umweltbedingungen ab. Entscheidend sind daher belegbare Wirkungen, nicht ein vorschnelles Etikett.

Parasitoide bilden einen besonderen Grenzfall: Sie leben zunächst parasitisch in oder auf einem Wirt, führen am Ende ihrer Entwicklung aber häufig zu seinem Tod. Gewöhnliche Parasiten töten ihren Wirt dagegen meist nicht unmittelbar.

Auch die Einordnung von Viren hängt von der verwendeten Definition ab. Viren nutzen Wirtszellen zu ihrer Vermehrung, besitzen aber keinen eigenen Stoffwechsel. Deshalb werden sie teils als obligat parasitisch, teils nur als parasitenähnlich bezeichnet. Für eine eindeutige Antwort musst du die zugrunde gelegte Definition nennen.

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Frage 1 von 2MittelEine Art erhält Nahrung. Für die zweite Art ist weder ein Nutzen noch ein Schaden erkennbar. Welche Beziehung passt zur strengen Einteilung?
Lösung: Kommensalismus — Beim Kommensalismus profitiert ein Partner, während der andere unbeeinflusst bleibt.
Frage 2 von 2SchwerBei einer unbekannten Artenbeziehung beobachtest du nur, dass eine Art auf einer anderen sitzt. Was brauchst du für eine sichere Einordnung zusätzlich?
Lösung: Angaben zu Nutzen und Schaden für beide Arten — Der Aufenthaltsort liefert einen Hinweis, aber erst die Folgen für beide Partner ermöglichen die Einordnung.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Parasitismus
    • Wirkungsbilanz: Parasit profitiert, Wirt wird geschädigt
    • Lebensort: Ektoparasit außen, Endoparasit innen
    • Pflanzenparasiten: Vollschmarotzer und Halbschmarotzer
    • Anpassungen: Haftorgane, Organrückbildung, viele Nachkommen
    • Entwicklung: Übertragung, Zwischenwirt und Endwirt
    • Dynamik: Wirtsabwehr und Koevolution
    • Abgrenzung: Symbiose und Kommensalismus
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Wirkungsbilanz kennzeichnet Parasitismus?
Lösung: Parasit profitiert, Wirt wird geschädigt. — Parasitismus ist eine zwischenartliche Beziehung mit einseitigem Nutzen und einem Nachteil für den Wirt.
Frage 2 von 3MittelEine Laus verbringt ihr gesamtes Leben auf einem Wirt und saugt dort Nahrung. Welche Kombination passt?
Lösung: Ektoparasit und permanenter Parasit — Die Laus lebt außen auf dem Wirt und bleibt dauerhaft an einen Wirt gebunden.
Frage 3 von 3SchwerEin unbekannter Organismus lebt im Darm eines Tieres, entzieht ihm Nährstoffe und besitzt starke Haftorgane. Erkläre die passende Einordnung.
Lösung: Er ist ein Endoparasit; Nährstoffentzug belegt den Schaden, und Haftorgane sichern den Lebensraum im Wirt. — Lebensort, Wirkungsbilanz und Anpassung ergeben zusammen die Begründung: innen lebend, einseitig nutzend und an den Wirt angepasst.

Du kannst eine unbekannte Beziehung nun in drei Schritten prüfen: Bestimme zuerst die Folgen für beide Arten, untersuche dann den Lebensort und die Abhängigkeit des Nutznießers und erkläre schließlich, welche Anpassungen oder Übertragungswege zu seiner Lebensweise passen.

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