Symbiose: Definition, Formen und Beispiele
Eine Symbiose ist das enge Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Arten, bei dem beide Partner einen Vorteil haben. Entscheidend ist also nicht, ob die Partner freundlich wirken, sondern welche Folgen die Beziehung für beide hat.
Auf dieser Seite lernst du, Symbiosen an ihren Wirkungen zu erkennen, nach Abhängigkeit und Lebensort zu ordnen und von anderen Beziehungen abzugrenzen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du eine Symbiose?
Prüfe zwei Merkmale:
- Die Partner gehören verschiedenen Arten an.
- Beide haben durch die Beziehung einen Vorteil, etwa Nahrung, Schutz oder eine bessere Versorgung.
Symbiose
Eine Symbiose ist eine Beziehung zwischen Organismen verschiedener Arten, von der beide Partner profitieren. Der Nutzen muss nicht für beide gleich aussehen.
Zwei Ameisen derselben Art können zusammenarbeiten. Das ist trotzdem keine Symbiose, weil sie nicht zu verschiedenen Arten gehören.
Ameise und Blattlaus: Die Ameise schützt Blattläuse vor Fressfeinden. Dafür erhält sie deren zuckerhaltigen Honigtau als Nahrung. Die Blattlaus gewinnt Schutz, die Ameise Nahrung: Beide profitieren.
Bei einem deutlichen Größenunterschied kann der größere Partner Wirt und der kleinere Symbiont heißen. Für das Erkennen der Symbiose ist aber die Wirkung auf beide Partner wichtiger als ihre Größe.
Was tauschen die Partner aus?
Symbiosepartner geben einander nicht unbedingt denselben Vorteil zurück. Häufig ergänzen sich ihre Fähigkeiten.
Flechte: Ein Pilz lebt mit einer Grünalge oder einem Cyanobakterium zusammen. Der photosynthetisch aktive Partner erzeugt Zucker. Der Pilz nutzt den Zucker und liefert Wasser sowie Mineralstoffe. So erhält jeder Partner etwas, das der andere bereitstellen kann.
Weitere typische Austauschmuster sind:
- Schutz gegen Nahrung: Ameisen schützen Blattläuse und erhalten Honigtau.
- Reinigung gegen Nahrung: Ein Putzerfisch frisst Parasiten von einem größeren Fisch. Der Putzerfisch erhält Nahrung, der größere Fisch wird von Parasiten befreit.
- Wasser und Nährstoffe gegen Zucker: Bei Mykorrhiza verbessert ein Pilz die Versorgung einer Pflanze mit Wasser und Bodennährstoffen; die Pflanze liefert Zucker.
- Lebensraum und Nahrung gegen Unterstützung: Darmbakterien erhalten geeignete Lebensbedingungen und Nahrung; sie unterstützen unter anderem Verdauung und Vitaminversorgung.
Frage nicht nur: „Was passiert?“ Frage für jeden Partner getrennt: „Welchen Vorteil hat Partner A? Welchen Vorteil hat Partner B?“
Wie abhängig sind die Partner?
Nicht jede Symbiose ist gleich eng. Entscheidend ist, ob die Partner ohneeinander dauerhaft leben und sich erfolgreich fortpflanzen können.
Fakultative Symbiose
Eine fakultative Symbiose bringt beiden Partnern Vorteile, ist aber nicht lebensnotwendig. Die Partner können grundsätzlich auch getrennt leben.
Obligate Symbiose
Bei einer obligaten Symbiose ist die Beziehung lebensnotwendig: Mindestens ein Partner kann ohne den anderen nicht dauerhaft überleben oder sich nicht erfolgreich fortpflanzen.
Locker: Ein Madenhacker frisst Parasiten von einem großen Wildtier. Beide profitieren, der Vogel ist aber nicht zwingend an genau dieses Tier gebunden.
Lebensnotwendig: Blattschneiderameisen kultivieren bestimmte Pilze als Nahrung, schützen sie und unterstützen ihre Vermehrung. Beide Partner sind so eng voneinander abhängig, dass sie nicht ohneeinander leben können.
„Fakultativ“ bedeutet also nicht „nutzlos“. Es bedeutet nur, dass die Beziehung keine zwingende Lebensbedingung ist.
Wo befinden sich die Partner?
Die räumliche Einteilung beantwortet eine andere Frage als die Abhängigkeit: Lebt ein Partner im Körper des anderen oder außerhalb?
Endosymbiose
Bei einer Endosymbiose lebt ein Partner im Körper des Wirts. „Endo“ bedeutet hier „innen“.
Ektosymbiose
Bei einer Ektosymbiose lebt der Partner außerhalb des Wirtskörpers, zum Beispiel auf dessen Oberfläche. „Ekto“ bedeutet hier „außen“.
Bakterien im Darm des Menschen sind ein Beispiel für Endosymbiose, wenn Mensch und Bakterien gegenseitig profitieren. Nützliche Mikroorganismen auf der Haut leben dagegen außen und sind deshalb ein Beispiel für Ektosymbiose.
Eine Beziehung kann gleichzeitig räumlich und nach ihrer Abhängigkeit beschrieben werden. „Endosymbiose“ sagt noch nicht, ob die Partner fakultativ oder obligat verbunden sind.
Wie grenzt du Symbiose ab?
Für die Einordnung kannst du die Folgen mit Zeichen festhalten: + bedeutet Vorteil, 0 keine erkennbare Wirkung und − Nachteil.
| Beziehung | Partner A | Partner B | Kennzeichen |
|---|---|---|---|
| Symbiose | + | + | Beide profitieren. |
| Kommensalismus | + | 0 | Einer profitiert, der andere bleibt unbeeinflusst. |
| Parasitismus | + | − | Der Parasit profitiert, der Wirt wird geschädigt. |
| Neutralismus | 0 | 0 | Für keinen Partner ist eine Wirkung erkennbar. |
Der Begriff Symbiose wurde historisch auch weiter für das Zusammenleben verschiedener Organismen verwendet. Dann können auch andere Wirkungen dazugehören. In diesem Wiki gilt der heute im Schulkontext häufige enge Begriff: Symbiose bedeutet Nutzen für beide Partner.
Nutze keine moralischen Etiketten wie „gut“ oder „böse“. Beschreibe stattdessen beobachtbare Folgen: Wer erhält Nahrung, Schutz oder bessere Versorgung? Wer wird geschädigt? Wer bleibt unbeeinflusst?
Ein Organismus lebt in einem Wirt, entzieht ihm Nahrung und schädigt ihn. Der erste Partner profitiert, der Wirt hat einen Nachteil. Das Muster ist + / − und damit Parasitismus, nicht Symbiose im engen Sinn.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Symbiose
- Erkennen
- verschiedene Arten
- Vorteil für beide
- Abhängigkeit
- fakultativ
- obligat
- Lebensort
- Endosymbiose: innen
- Ektosymbiose: außen
- Abgrenzung
- Kommensalismus: plus und neutral
- Parasitismus: plus und minus
- Erkennen
Abschluss-Check
Prüfe zuerst die Wirkungen auf beide Partner. Ordne danach Abhängigkeit und Lebensort ein.
Mit Google fortfahren