Biologie

Symbiose: Definition, Formen und Beispiele

Symbiose: Definition, Formen und Beispiele
Symbiose: Definition, Formen und Beispiele
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Eine Symbiose ist das enge Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Arten, bei dem beide Partner einen Vorteil haben. Entscheidend ist also nicht, ob die Partner freundlich wirken, sondern welche Folgen die Beziehung für beide hat.

Auf dieser Seite lernst du, Symbiosen an ihren Wirkungen zu erkennen, nach Abhängigkeit und Lebensort zu ordnen und von anderen Beziehungen abzugrenzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Symbiose?

Prüfe zwei Merkmale:

  1. Die Partner gehören verschiedenen Arten an.
  2. Beide haben durch die Beziehung einen Vorteil, etwa Nahrung, Schutz oder eine bessere Versorgung.
Definition

Symbiose

Eine Symbiose ist eine Beziehung zwischen Organismen verschiedener Arten, von der beide Partner profitieren. Der Nutzen muss nicht für beide gleich aussehen.

Zwei Ameisen derselben Art können zusammenarbeiten. Das ist trotzdem keine Symbiose, weil sie nicht zu verschiedenen Arten gehören.

Beispiel

Ameise und Blattlaus: Die Ameise schützt Blattläuse vor Fressfeinden. Dafür erhält sie deren zuckerhaltigen Honigtau als Nahrung. Die Blattlaus gewinnt Schutz, die Ameise Nahrung: Beide profitieren.

Bei einem deutlichen Größenunterschied kann der größere Partner Wirt und der kleinere Symbiont heißen. Für das Erkennen der Symbiose ist aber die Wirkung auf beide Partner wichtiger als ihre Größe.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Beziehung erfüllt die enge Definition einer Symbiose?
Lösung: Zwei verschiedene Arten leben zusammen und beide profitieren. — Prüfe immer Artenzugehörigkeit und Wirkung: Verschiedene Arten und beiderseitiger Nutzen kennzeichnen die Symbiose.
Was tauschen die Partner aus?

Symbiosepartner geben einander nicht unbedingt denselben Vorteil zurück. Häufig ergänzen sich ihre Fähigkeiten.

Beispiel

Flechte: Ein Pilz lebt mit einer Grünalge oder einem Cyanobakterium zusammen. Der photosynthetisch aktive Partner erzeugt Zucker. Der Pilz nutzt den Zucker und liefert Wasser sowie Mineralstoffe. So erhält jeder Partner etwas, das der andere bereitstellen kann.

Weitere typische Austauschmuster sind:

  • Schutz gegen Nahrung: Ameisen schützen Blattläuse und erhalten Honigtau.
  • Reinigung gegen Nahrung: Ein Putzerfisch frisst Parasiten von einem größeren Fisch. Der Putzerfisch erhält Nahrung, der größere Fisch wird von Parasiten befreit.
  • Wasser und Nährstoffe gegen Zucker: Bei Mykorrhiza verbessert ein Pilz die Versorgung einer Pflanze mit Wasser und Bodennährstoffen; die Pflanze liefert Zucker.
  • Lebensraum und Nahrung gegen Unterstützung: Darmbakterien erhalten geeignete Lebensbedingungen und Nahrung; sie unterstützen unter anderem Verdauung und Vitaminversorgung.
Merke

Frage nicht nur: „Was passiert?“ Frage für jeden Partner getrennt: „Welchen Vorteil hat Partner A? Welchen Vorteil hat Partner B?“

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Frage 1 von 1MittelEin Vogel entfernt Parasiten von einem großen Säugetier und frisst sie. Warum kann das eine Symbiose sein?
Lösung: Der Vogel erhält Nahrung, und das Säugetier wird von Parasiten befreit. — Unterschiedliche Gegenleistungen können denselben Zusammenhang bilden: Nahrung für den Vogel, Reinigung für das Säugetier.
Wie abhängig sind die Partner?

Nicht jede Symbiose ist gleich eng. Entscheidend ist, ob die Partner ohneeinander dauerhaft leben und sich erfolgreich fortpflanzen können.

Definition

Fakultative Symbiose

Eine fakultative Symbiose bringt beiden Partnern Vorteile, ist aber nicht lebensnotwendig. Die Partner können grundsätzlich auch getrennt leben.

Definition

Obligate Symbiose

Bei einer obligaten Symbiose ist die Beziehung lebensnotwendig: Mindestens ein Partner kann ohne den anderen nicht dauerhaft überleben oder sich nicht erfolgreich fortpflanzen.

Beispiel

Locker: Ein Madenhacker frisst Parasiten von einem großen Wildtier. Beide profitieren, der Vogel ist aber nicht zwingend an genau dieses Tier gebunden.

Lebensnotwendig: Blattschneiderameisen kultivieren bestimmte Pilze als Nahrung, schützen sie und unterstützen ihre Vermehrung. Beide Partner sind so eng voneinander abhängig, dass sie nicht ohneeinander leben können.

„Fakultativ“ bedeutet also nicht „nutzlos“. Es bedeutet nur, dass die Beziehung keine zwingende Lebensbedingung ist.

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Frage 1 von 1MittelZwei Arten profitieren regelmäßig voneinander, können aber auch getrennt überleben. Wie ordnest du die Beziehung ein?
Lösung: als fakultative Symbiose — Beiderseitiger Nutzen zeigt die Symbiose; die mögliche Trennung zeigt, dass sie fakultativ ist.
Wo befinden sich die Partner?

Die räumliche Einteilung beantwortet eine andere Frage als die Abhängigkeit: Lebt ein Partner im Körper des anderen oder außerhalb?

Definition

Endosymbiose

Bei einer Endosymbiose lebt ein Partner im Körper des Wirts. „Endo“ bedeutet hier „innen“.

Definition

Ektosymbiose

Bei einer Ektosymbiose lebt der Partner außerhalb des Wirtskörpers, zum Beispiel auf dessen Oberfläche. „Ekto“ bedeutet hier „außen“.

Beispiel

Bakterien im Darm des Menschen sind ein Beispiel für Endosymbiose, wenn Mensch und Bakterien gegenseitig profitieren. Nützliche Mikroorganismen auf der Haut leben dagegen außen und sind deshalb ein Beispiel für Ektosymbiose.

Eine Beziehung kann gleichzeitig räumlich und nach ihrer Abhängigkeit beschrieben werden. „Endosymbiose“ sagt noch nicht, ob die Partner fakultativ oder obligat verbunden sind.

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Frage 1 von 1LeichtEin nützliches Bakterium lebt im Darm eines Wirts. Welche räumliche Form liegt vor?
Lösung: Endosymbiose — Der Lebensort entscheidet: Im Körper bedeutet Endosymbiose. Ob die Beziehung nützlich oder schädlich ist, ist eine zusätzliche Frage.
Wie grenzt du Symbiose ab?

Für die Einordnung kannst du die Folgen mit Zeichen festhalten: + bedeutet Vorteil, 0 keine erkennbare Wirkung und Nachteil.

BeziehungPartner APartner BKennzeichen
Symbiose++Beide profitieren.
Kommensalismus+0Einer profitiert, der andere bleibt unbeeinflusst.
Parasitismus+Der Parasit profitiert, der Wirt wird geschädigt.
Neutralismus00Für keinen Partner ist eine Wirkung erkennbar.
Gut zu wissen

Der Begriff Symbiose wurde historisch auch weiter für das Zusammenleben verschiedener Organismen verwendet. Dann können auch andere Wirkungen dazugehören. In diesem Wiki gilt der heute im Schulkontext häufige enge Begriff: Symbiose bedeutet Nutzen für beide Partner.

Nutze keine moralischen Etiketten wie „gut“ oder „böse“. Beschreibe stattdessen beobachtbare Folgen: Wer erhält Nahrung, Schutz oder bessere Versorgung? Wer wird geschädigt? Wer bleibt unbeeinflusst?

Beispiel

Ein Organismus lebt in einem Wirt, entzieht ihm Nahrung und schädigt ihn. Der erste Partner profitiert, der Wirt hat einen Nachteil. Das Muster ist + / − und damit Parasitismus, nicht Symbiose im engen Sinn.

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Frage 1 von 1MittelArt A erhält Schutz. Für Art B ist weder ein Vorteil noch ein Nachteil erkennbar. Welche Einordnung passt?
Lösung: Kommensalismus — Das Wirkungsmuster lautet + / 0: Eine Art profitiert, die andere bleibt unbeeinflusst. Das kennzeichnet Kommensalismus.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Symbiose
    • Erkennen
      • verschiedene Arten
      • Vorteil für beide
    • Abhängigkeit
      • fakultativ
      • obligat
    • Lebensort
      • Endosymbiose: innen
      • Ektosymbiose: außen
    • Abgrenzung
      • Kommensalismus: plus und neutral
      • Parasitismus: plus und minus
Abschluss-Check

Prüfe zuerst die Wirkungen auf beide Partner. Ordne danach Abhängigkeit und Lebensort ein.

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Frage 1 von 3LeichtWelches Wirkungsmuster kennzeichnet eine Symbiose im engen Sinn?
Lösung: Vorteil für beide Partner — Eine Symbiose im engen Sinn liegt nur vor, wenn beide beteiligten Arten profitieren.
Frage 2 von 3MittelEine Pflanze liefert einem Pilz Zucker. Der Pilz verbessert die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanze. Beide können getrennt leben. Welche Aussage passt?
Lösung: Es ist eine fakultative Symbiose, weil beide profitieren und getrennt leben können. — Prüfe beide Kriterien: Der gegenseitige Vorteil zeigt die Symbiose, die mögliche Trennung zeigt die fakultative Form.
Frage 3 von 3SchwerEin Madenhacker frisst Parasiten von der Körperoberfläche eines großen Wildtiers. Der Vogel erhält Nahrung, das Wildtier wird gereinigt, und beide können getrennt leben. Welche vollständige Einordnung passt?
Lösung: fakultative Ektosymbiose — Beide profitieren, also ist es eine Symbiose. Die mögliche Trennung macht sie fakultativ; der Lebensort außerhalb des Körpers macht sie zur Ektosymbiose.

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